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Infizierte Bisswunden der Hand

Von

David R. Steinberg

, MD, Perelman School of Medicine at the University of Pennsylvania

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Eine kleine lochförmige Wunde, v. a. bei Biss durch Mensch oder Katze, kann einen erheblichen Schaden in Sehnen, Gelenkkapseln oder Gelenkknorpel hervorrufen. Die häufigste Ursache einer menschlichen Bisswunde ist die Verletzung eines MCP-Gelenks durch die Zähne bei einem Faustschlag auf den Mund (Schaden der geballten Faust). Die menschliche Mundflora umfasst Eikenella corrodens, Staphylokokken, Streptokokken und Anaerobier. Patienten mit dieser Art von Trauma warten oft Stunden bis Tage, bevor sie die Wunde versorgen lassen, was den Schweregrad noch verstärkt. Tierbisse enthalten oft multiple, möglicherweise pathogene Keime, so Pasteurella multocida (v. a. bei Katzenbissen), Staphylokokken, Streptokokken und Anaerobier. Zu den möglichen schweren Komplikationen zählen die infektiöse Arthritis und die Osteomyelitis.

Diagnose

  • Klinische Abklärung

  • Üblicherweise Röntgenaufnahme

  • In der Regel Wundkulturen

Bei Rötung und Schmerz an der Bisswunde ist eine Infektion zu vermuten. Druckschmerzen im Sehnenverlauf sprechen für eine Ausbreitung in die Sehnenscheide. Signifikante Schmerzverstärkung bei Bewegung spricht für eine Infektion des Gelenks oder der Sehnenscheide.

Die Diagnose von infizierten Bisswunden wird klinisch gestellt, wenn die Haut jedoch durchbrochen ist, sollten Röntgenaufnahmen angefertigt werden, um eine Fraktur, Zahnfragmente oder andere Fremdkörper zu entdecken, die einen Herd kontinuierlicher Infektion darstellen könnten.

Therapie

  • Débridement

  • Antibiotika

Die Behandlung von infizierten Bisswunden der Hand umfasst das chirurgische Débridement bei offener Wunde und Antibiotika.

Empirische Antibiotika für die ambulante Behandlung beinhalten in der Regel eine Monotherapie mit Amoxicillin/Clavulansäure 500 mg p.o. 3-mal täglich oder eine Kombinationstherapie mit Penicillin 500 mg p.o. 4-mal täglich (für E. corrodens,P. multocida, Streptokokken und Anaerobier) plus einem Cephalosporin (z. B. Cephalexin 500 mg p.o. 4-mal täglich) oder einem halbsynthetischen Penicillin (z. B. Dicloxacillin 500 mg p.o. 4-mal täglich) für Staphylokokken. In Regionen, in denen MRSA verbreitet ist, sollten Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Clindamycin, Doxycyclin oder Linezolid anstelle eines Cephalosporins eingesetzt werden. Bei einer Penicillinallergie kann Clindamycin 300 mg p.o. alle 6 h eingesetzt werden.

Schiene in Funktionsstellung (20° Extension des Handgelenks, 60° Flexion des Metakarpophalangealgelenks, leichte Flexion des Interphalangealgelenks).

Schiene in Funktionsstellung (20° Extension des Handgelenks, 60° Flexion des Metakarpophalangealgelenks, leichte Flexion des Interphalangealgelenks).

Nichtinfizierte Bisswunden sollten chirurgisch gereinigt und prophylaktisch mit den gleichen Antibiotika behandelt werden, wie sie für infizierte Wunden eingesetzt werden, in halber Dosierung.

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