Achillessehnen-Tendinopathie

VonJames C. Connors, DPM, Kent State University College of Podiatric Medicine
Reviewed ByBrian F. Mandell, MD, PhD, Cleveland Clinic Lerner College of Medicine at Case Western Reserve University
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Die Achillessehnentendinopathie ist eine Erkrankung, die durch lokale Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Funktion von Teilen der Achillessehne gekennzeichnet ist. Die Symptome umfassen hintere Fersenschmerzen, die sich bei Aktivität verstärken. Die Diagnose ist klinisch, kann aber durch bildgebende Verfahren (Ultraschall oder Magnetresonanztomographie) unterstützt werden. Die Behandlung umfasst Krafttraining und andere Maßnahmen (z. B. Orthesen, NSAR).

Die Achillessehnentendinopathie ist unter Laufsportlern sehr verbreitet. Die Unterschenkelmuskulatur inseriert mit der Achillessehne am Kalkaneus. Beim Laufen ist die Unterschenkelmuskulatur für das Abheben des Fußes im Gangzyklus zuständig. Wiederholte Belastungen durch das Laufen in Verbindung mit unzureichender Erholungszeit können dazu führen, dass die Heilungsreaktion auf wiederholte Mikrotraumata versagt, was zu degenerativen Veränderungen der Sehnenmatrix führt (z. B. Desorganisation der Kollagenfasern, Neovaskularisation) (1). Diese Veränderungen können zu einer Sehnenverdickung führen. Eine nicht abklingende Entzündung gilt ebenfalls als ein Merkmal der chronischen Tendinopathie. Fluorchinolon-Antibiotika können ebenfalls das Risiko für eine Achillessehnen-Tendinopathie und eine vollständige Sehnenruptur erhöhen (2).

Die Totalruptur der Achillessehne ist eine ernste Verletzung, die gewöhnlich durch eine plötzliche, starke Belastung verursacht wird. Sehenrisse können bei minimaler Anstrengung bei Menschen auftreten, die Fluorchinolon-Antibiotika eingenommen haben.

Eine Achillessehnentendinopathie kann mit einer Haglund‑Deformität assoziiert sein, einer posterosuperioren knöchernen Prominenz des Kalkaneus in unmittelbarer Nähe zur Achillessehne. Das Vorliegen einer Haglund-Deformität korreliert nicht direkt mit den Symptomen des Patienten (3).

Allgemeine Literatur

  1. 1. Traweger A, Scott A, Kjaer M, et al. Achilles tendinopathy. Nat Rev Dis Primers. 2025;11(1):20. Published 2025 Mar 27. doi:10.1038/s41572-025-00602-9

  2. 2. Shu Y, Zhang Q, He X, Liu Y, Wu P, Chen L. Fluoroquinolone-associated suspected tendonitis and tendon rupture: A pharmacovigilance analysis from 2016 to 2021 based on the FAERS database. Front Pharmacol. 2022;13:990241. doi:10.3389/fphar.2022.990241

  3. 3. Kang S, Thordarson DB, Charlton TP. Insertional Achilles tendinitis and Haglund's deformity. Foot Ankle Int. 2012 Jun;33(6):487-491. doi: 10.3113/FAI.2012.0487

Symptome und Anzeichen der Achillessehnentendinopathie

Das Hauptsymptom der Achillessehnenentzündung sind Schmerzen an der hinteren Ferse, die zu Beginn des Trainings zunehmen und während des Trainings oft nachlassen.

Ein vollständiger Riss der Achillessehne tritt typischerweise bei einer plötzlichen, kräftigen Plantarflexion auf, insbesondere bei Sportlern, die nicht regelmäßig hochintensive Freizeitaktivitäten (z. B. „Wochenend-Sportler“) wie Springen oder Basketballspielen ausüben. Die Patienten berichten von einem Gefühl, als hätten sie einen Schlag auf die Rückseite des Sprunggelenks und der Wade erhalten, begleitet von einem Knacken oder Schnappen auf der Beinrückseite. Auf diese Empfindung folgt unmittelbar die Unfähigkeit, Gewicht zu tragen oder sich mit der betroffenen Extremität abzustoßen.

Diagnose der Achillessehnentendinopathie

  • Primär Anamnese und körperliche Untersuchung

Die Diagnose erfolgt größtenteils aufgrund klinischer Befunde. Schmerzen treten an der Sehneninsertion am Fersenbein und entlang der Sehne auf, insbesondere im Watershed-Bereich 2 bis 6 cm von der Insertionsstelle entfernt, während der Kraftprüfung gegen Widerstand in Plantarflexion sowie bei passiver Dehnung in Dorsalflexion.

Bei der Untersuchung reagiert eine entzündete oder teilweise gerissene Achillessehne auf ein Zusammendrücken mit den Fingern empfindlich. Komplette Rupturen unterscheiden sich durch:

  • Plötzliche, starke Schmerzen und die Unfähigkeit, die Extremität zu belasten

  • Eine palpierbare Lücke im Sehnenverlauf sowie ein Verlust der Plantarflexionskraft des Sprunggelenks

  • Ein positiver Thompson-Test (der Patient liegt in Bauchlage auf dem Untersuchungstisch, und der Fuß hängt über die Tischkante; der Untersucher komprimiert die Wadenmuskulatur; dieses Manöver führt nicht zur normalerweise erwarteten Plantarflexion des Fußes)

Behandlung der Achillessehnen-Tendinopathie

  • Eis, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Dehnungen

  • Änderung der Bewegungsabläufe

  • Fersenerhöhungen und Gehstiefel

  • Übungsprogramm bei persistierenden Symptomen

Sehnenentzündungen sollten zunächst mit Eis mit vorsichtigem Muskeldehnen und mit nichtsteroidalen Antiphlogistika behandelt werden.

Eine Fersenerhöhung kann vorübergehend in die Schuhe oder in eine Gehschiene eingelegt werden, um die Sehne zu entlasten, indem eine Plantarflexion des Sprunggelenks herbeigeführt wird. Die Fersenerhöhung sollte entfernt werden, sobald die anfänglichen Schmerzen nachlassen, und der Patient sollte mit einem gezielten Dehnungsprogramm beginnen, dessen Dauer und Häufigkeit schrittweise gesteigert werden. Sportler sollten angewiesen werden, nicht mehr bergauf- oder bergab zu laufen, bis die Sehne nicht mehr weh tut. Stattdessen sollten sie auf Cross-Training als Ausdauertraining zurückgreifen.

Bei Symptomen, die länger als 3 Monate persistieren, wird in der Regel ein Trainingsprogramm empfohlen. Übungen, besonders exzentrisches oder Widerstandstraining, haben sich als wirksam erwiesen, um Schmerzen zu verringern und die Funktion zu verbessern (1, 2). Trainingsprotokolle umfassen in der Regel 3 Monate strukturierte Übungen zur Belastung der Wadenmuskulatur, wobei eine allmähliche Verbesserung über mehrere Wochen bis Monate zu erwarten ist.

Die meisten Ärzte behandeln komplette Risse der Achillessehne mit einer chirurgischen Reparatur. Einige Studien (3, 4, 5) haben jedoch gezeigt, dass die nichtoperative Behandlung (einschließlich sofortiger Immobilisierung des Sprunggelenks in Plantarflexion mit anschließendem stark strukturiertem Rehabilitationsprogramm) hinsichtlich Sprunggelenkskraft, Bewegungsumfang des Sprunggelenks, Rerupturraten der Sehne und der Fähigkeit zur Rückkehr zur Aktivität vor der Verletzung ähnliche Langzeitergebnisse liefert wie die operative Versorgung.

Übungen zur Dehnung der Achillessehne
Plantarflexion des Sprunggelenks im Stehen
Plantarflexion des Sprunggelenks im Stehen

1. Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur oder neben der Wand auf und legen Sie die Hände an die Wand.

2. Beugen Sie das Knie auf der betroffenen Seite, um den oberen Teil des betroffenen Fußes mit den Zehen nach unten auf den Boden zu stellen.

3. Beugen Sie das Knie auf der nicht betroffenen Seite und senken Sie den Körper langsam ab, bis Sie eine Dehnung über dem Fuß und dem Sprunggelenk spüren.

4. Halten Sie die Übung für 30 Sekunden.

5. Führen Sie 3-mal täglich 1 Satz von 4 Wiederholungen durch.

6. Besondere Hinweise

a. Führen Sie die Plantarflexionsdehnung entweder im Sitzen oder im Stehen durch, je nachdem, was am bequemsten ist.

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Plantarflexion des Sprungelenks im Sitzen
Plantarflexion des Sprungelenks im Sitzen

1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl.

2. Beugen Sie das Knie auf der betroffenen Seite, um den oberen Teil des betroffenen Fußes mit den Zehen nach unten auf den Boden zu stellen.

3. Setzen Sie sich langsam nach vorne auf den Stuhl und drücken Sie den Fuß in Plantarflexion, bis Sie eine Dehnung über dem Fuß und dem Sprunggelenk spüren.

4. Halten Sie die Übung für 30 Sekunden.

5. Führen Sie 3-mal täglich 1 Satz von 4 Wiederholungen durch.

6. Besondere Hinweise

a. Führen Sie die Plantarflexionsdehnung entweder im Sitzen oder im Stehen durch, je nachdem, was am bequemsten ist.

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Gastrocnemius-Dehnung im Stehen
Gastrocnemius-Dehnung im Stehen

1. Stellen Sie sich gegenüber oder neben eine Wand und stützen Sie sich mit den Händen an der Wand ab.

2. Das nicht betroffene Bein nach vorne stellen.

3. Hinteres Bein gerade halten, Knie und Zehen zeigen zur Wand, hintere Ferse auf dem Boden lassen.

4. Beugen Sie das Knie des nicht betroffenen Beins und neigen Sie die Hüfte zur Wand, um eine Dehnung entlang der Wade des hinteren Beins zu spüren.

5. Halten Sie die Dehnung für 30 Sekunden.

6. Führen Sie 1 Satz von 4 Wiederholungen 3-mal täglich durch.

(Es ist wichtig, eine gerade Rückenhaltung beizubehalten und die Ferse während der Dehnung fest aufzusetzen [nicht anzuheben]).

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Dehnung des M. soleus im Stehen
Dehnung des M. soleus im Stehen

1. Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur oder neben der Wand auf und stützen Sie sich mit den Händen an der Wand ab.

2. Das nicht betroffene Bein nach vorne stellen.

3. Lassen Sie die Fersen auf dem Boden und beugen Sie langsam beide Knie, um die Dehnung in der Wade des hinteren Beins zu spüren.

4. Halten Sie die Übung für 30 Sekunden.

5. Führen Sie 3-mal täglich 1 Satz mit 4 Wiederholungen durch.

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Zehengang
Zehengang

1. Stellen Sie sich auf die Fußballen und heben Sie die Fersen vom Boden ab.

2. Gehen Sie auf den Fußballen und halten Sie dabei die Knie gerade.

3. Gehen Sie in der vorgegebenen Zeit so weit wie möglich und hören Sie bei Ermüdung auf.

4. Führen Sie einmal täglich 3 Sätze à 1 Minute durch.

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Fersengang
Fersengang

1. Stellen Sie sich auf die Fersen und heben Sie die Fußballen vom Boden ab.

2. Gehen Sie auf den Fersen und halten Sie dabei die Knie gerade.

3. Gehen Sie in der vorgegebenen Zeit so weit wie möglich und hören Sie bei Ermüdung auf.

4. Führen Sie einmal täglich 3 Sätze à 1 Minute durch.

... Erfahren Sie mehr

Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Fersenheben
Fersenheben

1. Stehen Sie mit beiden Füßen auf der Stufe, wobei die Fersen die Kante der Stufe nicht berühren. Halten Sie sich fest, um sich abzustützen.

2. Stellen Sie sich auf den Fußballen.

3. Konzentrieren Sie sich darauf, die Fersen langsam unter die Höhe der Stufe abzusenken.

4. Kehren Sie zur Ausgangsposition zurück und wiederholen Sie den Vorgang.

5. Führen Sie einmal täglich 3 Sätze mit 10 Wiederholungen durch.

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Courtesy of Tomah Memorial Hospital, Department of Physical Therapy, Tomah, WI; Elizabeth C.K. Bender, MSPT, ATC, CSCS; and Whitney Gnewikow, DPT, ATC.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Irby A, Gutierrez J, Chamberlin C, Thomas SJ, Rosen AB: Clinical management of tendinopathy: A systematic review of systematic reviews evaluating the effectiveness of tendinopathy treatments. Scand J Med Sci Sports 30(10):1810-1826, 2020. doi:10.1111/sms.13734

  2. 2. Wilson F, Walshe M, O'Dwyer T, Bennett K, Mockler D, Bleakley C: Exercise, orthoses and splinting for treating Achilles tendinopathy: a systematic review with meta-analysis. Br J Sports Med 52(24):1564-1574, 2018. doi:10.1136/bjsports-2017-098913

  3. 3. Lantto L, Heikkinen J, Flinkkila T, et al: A prospective randomized trial comparing surgical and nonsurgical treatments of acute Achilles tendon ruptures. Am J Sports Med 44(9):2406-2414, 2016. doi: 10.1177/0363546516651060

  4. 4. Parisien RL, Dodson CC, Trofa DP, et al: Face off: Surgical versus nonsurgical treatment of acute Achilles tendon ruptures. AAOS Now July 2016, cover.

  5. 5. Myhrvold SB, Brouwer EF, Andresen TKM, et al: Nonoperative or surgical treatment of acute Achilles' tendon rupture. N Engl J Med 386(15):1409-1420, 2022. doi: 10.1056/NEJMoa2108447

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