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Spontane bakterielle Peritonitis (SBP)

Von

Steven K. Herrine

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Eine spontane bakterielle Peritonitis (SBP) ist eine Entzündung der Aszitesflüssigkeit ohne offensichtliche Entzündungsquelle. Manifestationen sind Fieber, Unwohlsein und Symptome von Aszites sowie eine Verschlechterung des Leberversagens. Die Diagnose wird durch die Untersuchung von Aszites-Flüssigkeit gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Cefotaxim oder einem anderen Antibiotikum.

(Siehe auch Aszites.)

Die spontane bakterielle Peritonitis tritt besonders häufig bei zirrhotischem Aszites auf. Sie kann schwere Folgen haben und zum Tod führen. Die häufigsten Bakterien, die eine spontane bakterielle Peritonitis verursachen, sind gramnegative Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae sowie grampositive Streptococcus pneumoniae; meist ist nur ein einziger Erreger involviert.

Symptome und Beschwerden

Die Patienten haben Symptome und Anzeichen von Aszites. Unwohlsein ist in der Regel vorhanden; typischerweise ist es diffus, konstant und mild bis mäßig ausgeprägt.

Symptome der spontanen bakteriellen Peritonitis können Fieber, Krankheitsgefühl, Enzephalopathie, Verschlechterung der Leberfunktion und eine unerklärliche allgemeine klinische Verschlechterung sein. Es bestehen peritoneale Symptome (z. B. pralle, gespannte Bauchdecken), allerdings können diese bei Anwesenheit von aszitischer Flüssigkeit zurücktreten.

Diagnose

  • Diagnostische Punktion

Die klinische Diagnose der spontanen bakteriellen Peritonitis kann schwierig sein, die Diagnosestellung erfordert einen dringenden Verdacht und eine großzügige Indikationsstellung zur Durchführung einer diagnostischen Parazentese inkl. Anlegen einer Kultur. Wenn man die Aszitesflüssigkeit vor Inkubation in ein Blutkulturmedium gibt, erhöht man die Sensitivität der Kultur um ungefähr 70%. Anzahl von polymorphkernigen Neutrophilen > 250 Zellen/μL ist ein diagnostisches Anzeichen einer spontanen bakteriellen Peritonitis. Blutkulturen sind ebenfalls indiziert. Weil die spontane bakterielle Peritonitis in der Regel durch eine einzige Erregerart hervorgerufen wird, weist das Vorliegen einer Mischkultur am ehesten auf eine Darmperforation oder auf eine kontaminierte Probe hin.

Therapie

  • Cefotaxim oder ein anderes Antibiotikum

Wenn eine spontane bakterielle Peritonitis diagnositziert wurde, wird ein Antibiotikum wie Cefatoxim 2 g i.v. täglich alle 4–8 h (abhängig von der Gram-Färbung und dem Resultat der Kultur) für wenigstens fünf Tage empfohlen, bis die Aszitesflüssigkeit < 250 PMN/μl enthält. Die Antibiotikagabe erhöht die Überlebenschance. Meist werden Quinolone (z. B. Norfloxacin 400 mg p.o. 1-mal täglich) empfohlen. Weil die spontane bakterielle Peritonitis bei 70% der Patienten innerhalb eines Jahres rezidiviert, ist eine prophylaktische Gabe von Antibiotika indiziert.

Antibiotische Prophylaxe bei Patienten mit Varizenblutungen vermindert das Risiko einer spontanen bakteriellen Peritoniti.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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