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Säuglingshämangiome

Von

Denise M. Aaron

, MD,

  • Assistant Professor of Surgery
  • Dartmouth-Hitchcock Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Quellen zum Thema

Säuglingshämangiome sind erhabene, rote oder livide, hyperplastische Gefäßläsionen, die im Laufe des ersten Lebensjahres auftreten. Meist bilden sie sich spontan wieder zurück, sofern sie das Sehvermögen behindern, die Atemwege oder andere Strukturen verlegen, müssen sie jedoch behandelt werden. Die ideale Behandlung variiert, abhängig von vielen Patienten-spezifischen Faktoren.

Infantile Hämangiome sind die häufigsten Tumoren des Säuglingsalters, die 10–12% aller Kinder unter einem Jahr betreffen. Tiefere Läsionen werden gelegentlich erst nach ein paar Monaten sichtbar. Bei den betroffenen Säuglingen sind die 10-20% der Hämangiome bereits bei der Geburt vorhanden oder treten fast immer innerhalb der ersten Lebenswochen auf. Größe und Vaskularisierung nehmen rasch zu und erreichen meist etwa im Alter von einem Jahr das Maximum.

Säuglingshämangiome können aufgrund ihres allgemeinen Aussehens (oberflächlich, tief oder kavernös) oder durch andere beschreibende Begriffe (z. B. Erdbeer-Hämangiom) klassifiziert werden. Da jedoch alle diese Läsionen eine gemeinsame Pathophysiologie und einen natürlichen Verlauf teilen, wird der umfassende Begriff Säuglingshämangiom bevorzugt.

Symptome und Beschwerden

Oberflächliche Läsionen sind hellrot, tiefere bläulich. Die Läsionen können bluten oder schon bei leichten Verletzungen oft schmerzhaft ulzerieren.

Säuglingshämangiome an bestimmten Orten können funktionsbeeinträchtigend sein. Läsionen in Gesicht oder Oropharynx können mit der Sicht oder der Durchgängigkeit der Atemwege interferieren, jene im Bereich des Meatus urethrae oder des Anus mit der Ausscheidung. Periokuläre Hämangiome bei Säuglingen werden als Notfälle betrachtet und sollten schnell behandelt werden, um dauerhafte Sehstörungen zu verhindern. Lumbosakrale Hämangiome sind oft ein Hinweis auf zugrunde liegende neurologische oder urogenitale Anomalien.

Im Alter von 12–18 Monaten bilden sich die Läsionen langsam zurück, dabei nehmen Größe und Vaskularisierung ab. Allgemein bilden sich 10% der Säuglingshämangiome pro Lebensjahr zurück (also 50% bis zum Alter von 5 Jahren, 60% bis zum Alter von 6 Jahren). Die maximale Rückbildungsrate ist im Alter von 10 Jahren erreicht. Involuted Läsionen haben häufig eine gelbliche oder teleangiektatischen Farbe und eine faltige oder lax fibrös-fettigen Textur. Verbleibende Änderungen sind fast immer proportional zu der Läsion maximale Größe und Vaskularität.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Die Diagnose infantiler Hämangiome wird klinisch gestellt, die Ausdehnung wird mittels MRT ermittelt, falls der Verdacht auf die Beeinträchtigung von Vitalfunktionen besteht.

Behandlung

  • Individualisiert, basierend auf Lage, Größe und Schwere der Läsionen.

  • Für Verletzungen, die behandelt werden müssen, möglicherweise topische, intraläsionale oder systemische Kortikosteroide; Laser oder orales Propranolol.

  • Bei Ulzerationen allgemeine Wundversorgung

  • Normalerweise Vermeidung von Chirurgie

Es gibt keine allgemeingültige Behandlungsempfehlung bei infantilem Hämangiom. Da sich die meisten Läsionen spontan zurückbilden, ist in der Regel vor dem Behandlungsbeginn eine Bobeachtung angebracht. Die Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, wenn Läsionen

  • lebensbedrohlich sind

  • Körperfunktionen einschränken können (z. B. Sehkraft)

  • große Bereiche des Gesichts umfassen

  • über den Bereich des Bartes verstreut sind

  • ulzerieren

  • multipel sind

  • lumbosakral auftreten

Bei ulzerierten Läsionen sind topische Therapien und eine adäquate Wundversorgung wichtig, um Vernarbungen, Blutungen und Schmerzen zu verhindern. Verwendet werden Kompressen, topisches Mupirocin oder Metronidazol, Barriereverbände (üblicherweise Polyurethanfolienverbände oder petrolatumimprägnierter Mull) oder Barrierecremes.

Sofern keine lebensbedrohlichen Komplikationen auftreten oder vitale Organe beeinträchtigt werden, sollten die operative Entfernung und andere invasive Verfahren vermieden werden, da sie oft zu einer stärkeren Vernarbung führen als die spontane Rückbildung. Die Akzeptanz des abwartenden Vorgehens durch die Eltern wird erhöht, wenn ihnen der natürliche Verlauf erläutert wird (photographische Beispiele helfen hier), Photoserien von der Läsion angefertigt werden, um die Rückbildung zu dokumentieren, und die man sich Sorgen der Eltern teilnahmsvoll anhört.

Wichtige Punkte

  • Kindliche Hämangiome betreffen 10–12% aller Kinder im Alter von einem Jahr.

  • Im Alter von 12–18 Monaten bilden sich die Läsionen langsam zurück, mit einer maximalen Rückbildung im Alter von 10 Jahren.

  • Vermeiden Sie eine Operation, es sei denn, Komplikationen sind lebensbedrohlich oder lebenswichtige Organe sind gefährdet.

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