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Exfoliative Dermatitis

(Erythrodermie)

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD, University of Miami Miller School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Die Erythrodermie geht mit einem ausgedehnten Erythem und Schuppung der Haut verursacht durch eine bereits vorher bestehende Hauterkrankung, Medikamente, Krebs oder durch unbekannte Ursachen einher. Zu den Symptomen und Befunden gehören Pruritus, ein diffuses Erythem und Abschälen der Epidermis. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung erfolgt durch die Gabe von Kortikosteroiden und Behandlung der Ursache.

Die Erythrodermie ist die Manifestation eines beschleunigten epidermalen Zell-Turnovers. Ihre Ursache ist unbekannt, aber sie tritt am häufigsten auf im Kontext von

Bei bis zu 25% der Patienten liegt keine Grunderkrankung vor. Bakterielle Superinfektionen können die exfoliative Dermatitis verschlimmern.

Symptome und Beschwerden

Zu den Symptomen gehören Pruritus, Krankheitsgefühl und Schüttelfrost. Das diffuse Erythem tritt zunächst fleckenförmig auf, breitet sich dann aber aus und schließt fast den gesamten Körper ein. Durch die ausgedehnte Abschälung der Epidermis kommt es zu Störungen der Temperaturregulation, Nährstoffmangel aufgrund des ausgedehnten Eiweißverlustes, einer erhöhten Stoffwechselrate mit hyperkatabolem Status und einer Hypovolämie durch die transdermalen Flüssigkeitsverluste.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose lässt sich aus Anamnese und Untersuchungsbefunden stellen. Sofern neben dem extensiven Erythem eine vorbestehende Hauterkrankung vorliegt, kann ein ursächlicher Zusammenhang vermutet werden. Die Biopsie ist oft unspezifisch, aber bei Verdacht auf eine Mycosis fungoides indiziert. Die Blutuntersuchung zeigt oft eine Hypoproteinämie, Hypokalzämie und einen Eisenmangel. Diese Befunde sind jedoch nicht diagnoseweisend.

Prognose

Die Krankheit kann lebensbedrohlich sein und ein Krankenhausaufenthalt ist oft notwendig. Die Prognose hängt von der Ursache ab. Fälle im Zusammenhang mit Arzneimittelwirkungen haben mit 2–6 Wochen, nachdem das Arzneimittel nicht mehr genommen wurde, die kürzeste Dauer.

Behandlung

  • Unterstützende Maßnahmen (z. B. Rehydrierung)

  • Topische Maßnahmen (z. B. Emollienzien, Bäder in kolloidalem Hafermehl)

  • Systemische Kortikosteroide für schwere Erkrankungen

Jede bekannte Ursache muss behandelt werden. Die unterstützende Pflege besteht aus der Behebung von Dehydrierung, Elektrolytanomalien und Mangelernährung sowie aus umfassender Wundversorgung und Verbänden, um eine bakterielle Superinfektion zu verhindern. Da weder Arzneimittelexantheme noch Kontaktekzeme allein durch die Anamnese ausgeschlossen werden können, müssen alle Arzneimittel möglichst abgesetzt oder umgestellt werden. Die Haut wird mit Emollienzien und Bädern in kolloidalem Hafermehl gepflegt. Es können schwache topische Kortikosteroide (z. B. 1–2,5%ige Hydrokortisonsalbe) verwendet werden. Bei schwerer Erkrankung werden Kortikosteroide gegeben (1-mal täglich 40–60 mg Prednison p.o. für 10 Tage, dann ausschleichen).

Wichtige Punkte

  • Die exfoliative Dermatitis tritt häufig mit bereits vorliegenden Hauterkrankungen, Arzneimitteln und Krebs auf, aber ihre Ursache kann unbekannt sein.

  • Zu den Symptomen gehören Pruritus, ein großflächiges Erythem und Abschälen der Epidermis.

  • Die Diagnose wird klinisch gestellt.

  • Ein Krankenhausaufenthalt ist oft notwendig, da die Krankheit lebensbedrohlich sein kann.

  • Die Behandlung besteht aus unterstützender Pflege, umfassender Wund- und Hautpflege und systemischen Kortikosteroiden bei schwerer Krankheit.

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