Herzstillstand
Ein Herzstillstand tritt ein, wenn jemand stirbt. Das Herz pumpt kein Blut und keinen Sauerstoff mehr in die Organe, das Gehirn und das Gewebe. Manchmal gelingt es dem Rettungspersonal, einen Menschen in den ersten Minuten nach dem Herzstillstand wiederzubeleben. Je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird es, dass jemand wiederbelebt werden kann, und desto wahrscheinlicher ist es, falls dies gelingt, dass ein Hirnschaden eintritt. Ein Hirnschaden ist wahrscheinlich, wenn der Herzstillstand weniger als 5 Minuten anhält, und der Tod ist wahrscheinlich, wenn der Herzstillstand mehr als 10 Minuten lang anhält. Bei einem Herzstillstand muss möglichst schnell Erste Hilfe geleistet werden.
Ein Herzstillstand kann durch alles verursacht werden, was auch zum Tod führen kann. Ein häufiger Grund, besonders bei Erwachsenen, ist ein abnormaler Herzrhythmus (Arrhythmie). Ein anderer möglicher Grund ist, dass man aufhört zu atmen, zum Beispiel, wenn jemand ertrinkt oder eine schwere Lungenkrankheit hat.
Eine Person mit Herzstillstand liegt reglos da, ohne zu atmen, und reagiert nicht auf Fragen oder einen Reiz, wie zum Beispiel Schütteln.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Das Erkennen und die Behandlung eines Herzstillstands erfolgen so gut wie gleichzeitig. Ein Helfer, der jemanden findet, der nicht reagiert, sollte zunächst einmal feststellen, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist, indem er laut fragt: „Geht es Ihnen gut?”. Wenn darauf keine Antwort kommt, sollte der Helfer das Gesicht der Person nach oben führen und dann nach dem Prinzip „Schauen, Lauschen und Fühlen” vorgehen um festzustellen, ob auch das Atmen aufgehört hat. Der Helfer sollte
Falls der Verletzte nicht reagiert, wird mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Der Rettungsdienst sollte verständigt werden. Ein automatischer externer Defibrillator (AED) kann schnell feststellen, ob jemand einen auffälligen Herzrhythmus hat, der durch einen elektrischen Schock (Defibrillation genannt) behandelt werden kann. Wenn es einen AED gibt, sollte er sofort verwendet werden. Falls der AED einen auffälligen Rhythmus feststellt, der einen Herzstillstand verursacht und sich durch einen Schock behandeln ließe, versetzt er ihn, wodurch das Herz oft wieder zu schlagen beginnt. Der AED ist einfach zu benutzen und an vielen öffentlichen Orten, wo sich Menschen versammeln, verfügbar. Die Anweisungen zum korrekten Gebrauch, die auf jedem AED angegeben sind, sollten sorgfältig befolgt werden. Das deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen bieten Schulungen zur Verwendung des AED an.
Falls jemand weiter einen Herzstillstand hat, auch wenn ein AED verwendet wird, werden andere Maßnahmen ergriffen, etwa den Luftweg zu eröffnen und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (eine sogenannte kardiopulmonale Reanimation bzw. CPR).
Das Beherrschen der CPR wird am besten in einem Kurs erlernt, wie er beispielsweise vom Deutschen Roten Kreuz oder der Deutschen Herzstiftung angeboten werden. Entsprechende Kurse finden sich auf der Internetseite des deutschen Roten Kreuzes oder der Deutschen Herzstiftung. Regelmäßige Auffrischungskurse können helfen, weil sich die Verfahren mit der Zeit ändern.
Es gibt zwei CPR-Methoden:
Bei einer Standard-CPR wird eine künstliche Beatmung (Mund-zu-Mund-Beatmung oder Rettungsbeatmung) zur Versorgung der Lungen mit Sauerstoff in Kombination mit einer Herzdruckmassage vorgenommen, durch die das Blut aus dem Herzen in den Körper gepumpt wird und so das Gehirn und andere lebenswichtige Organe mit Sauerstoff versorgt werden.
Zu Beginn der CPR lagert der Ersthelfer die betroffene Person auf den Rücken, indem er gleichzeitig Kopf, Körper und Extremitäten vorsichtig umdreht. Der Retter öffnet dann den Luftweg. Für eine Herzdruckmassage kniet der Retter neben dem Betroffenen, streckt die Arme aus und legt die Ellenbogen nebeneinander, lehnt sich über den Betroffenen und platziert beide Hände, eine über der anderen, auf den unteren Teil des Brustknochens. Der Helfer drückt dann die Brust etwa 5 Zentimeter nach unten. Bei Kindern verwendet der Retter nur eine Hand, um den Brustkorb zusammen zu pressen. Bei einem Säugling drückt der Helfer mit zwei Fingern das Brustbein direkt unter den Brustwarzen (etwa 4 cm) tief ein.
Für eine künstliche Beatmung deckt der Mund des Retters den Mund des Betroffenen ab, und dann atmet der Retter langsam Luft in die Lungen des Betroffenen aus. Der Luftweg des Betroffenen muss bei der künstlichen Beatmung geöffnet bleiben. Um zu vermeiden, dass Luft aus der Nase des Betroffenen austritt, kann sie zusammengedrückt werden, wenn der Retter in den Mund ausatmet. Die künstliche Beatmung ist bei Kindern und Erwachsenen ganz ähnlich. Wenn ein Retter einen Säugling künstlich beatmet, deckt der Mund des Retters den Mund und die Nase des Kindes ab. Um Schäden der kindlichen Lunge, die nur ein geringes Volumen fasst, zu verhindern, wird mit weniger Druck beatmet. Wenn sich die Brust nicht hebt, nachdem ordnungsgemäß beatmet wurde, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Luftweg des Betroffenen blockiert ist. Zunächst werden drei bis fünf Atemhübe von ein bis zwei Sekunden Dauer gegeben, die so stark sind, dass sich der Brustkorb deutlich sichtbar hebt.
Eine Standard-CPR kann von einem Retter (der alternierend beatmet und eine Herzdruckmassage macht) oder von zwei Rettern (einer macht die Beatmung und der andere die Druckmassage) durchgeführt werden. Bei einer Standard-CPR macht der Helfer 30 Herzdruckmassagen und dann zwei Beatmungen. Wenn Kinder eine CPR benötigen und zwei Retter vor Ort sind, ist ein Verhältnis von 15:2 vorzuziehen, während bei Neugeborenen ein Verhältnis von 3:1 angeraten ist. Die Herzdruckmassagen werden bei Menschen jeden Alters 100 Mal wiederholt. Die CPR wieder fortgesetzt, bis ärztliche Hilfe kommt oder sich der Betroffene wieder erholt hat.
Bei einer CPR nur mit Herzdruckmassage (nur manuelle kardiozerebrale Wiederbelebung) wird nur eine Herzdruckmassage ohne Beatmung durchgeführt. Eine CPR nur mit Herzdruckmassage wird derzeit empfohlen, wenn der Retter keine CPR-Ausbildung hat, weil sie einfacher ist und es bei Erwachsenen eine höhere Erfolgsrate gibt als bei einer Standard-CPR. Eine Ausnahme von dieser Empfehlung gilt für Menschen, bei denen der Grund für den Herzstillstand der zu sein scheint, dass sie aufhören zu atmen, wie zum Beispiel, wenn sie ertrunken sind. Wenn dem so ist, müssen die Luftwege sofort wieder eröffnet und die künstliche Beatmung begonnen werden.
Herzdruckmassagen können jemanden schnell ermüden, und dann zu einer Massage führen, die zu schwach ist, um wirksam zu sein. Wenn zwei Retter vor Ort sind, sollten sie sich alle zwei Minuten abwechseln.
Eine ärztliche Notversorgung ist bei allen Menschen, die auf eine CPR ansprechen, notwendig.