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Schädigung des Nervensystems infolge von Strahlentherapie

Von

Steven A. Goldman

, MD, PhD, University of Rochester Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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Die Strahlentherapie stellt eine Komponente bei der Behandlung von Tumoren des Nervensystems dar. Sie ist auf den allgemeinen Bereich (z. B. den gesamten Kopf) gerichtet, wenn Patienten mehrere Tumoren haben oder wenn ein Tumor nicht klar abgegrenzt ist. Wenn der Tumor klar abgegrenzt ist, kann die Therapie spezifisch auf den Tumor gerichtet werden.

Die Strahlung dieser Behandlungen schädigt manchmal das Nervensystem, auch wenn alle Maßnahmen zur Prävention von Schädigungen ergriffen werden.

Ob eine Schädigung auftritt und wie schwer diese ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie viel Strahlung über dem gesamten Behandlungszyklus hinweg verabreicht wird (kumulative Gesamtdosis)

  • Wie viel Strahlung mit jeder Dosis verabreicht wird

  • Die Dauer der Behandlungen

  • Wie viel des Nervensystems der Strahlung ausgesetzt ist

  • Wie empfindlich die Person ist

Die Verabreichung einer Strahlentherapie über mehrere Tage bis mehrere Wochen erhöht die Wirksamkeit und reduziert die Schäden am gesunden Gewebe.

Symptome von Strahlenschäden können auftreten:

  • Akut: In den ersten paar Tagen

  • Frühzeitig-verzögert: In den ersten paar Behandlungsmonaten

  • Spät-verspätet: Mehrere Monate oder Jahre nach der Behandlung

Symptome können gleichbleiben oder sich verschlimmern; sie können vorübergehend oder dauerhaft sein.

Akute Enzephalopathie kann die Folge einer Hirnbestrahlung sein. Flüssigkeit sammelt sich vorübergehend in den Hirnzellen an, wodurch das gesamte Gehirn anschwillt (wird als Hirnödem bezeichnet). Die Symptome umfassen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit und Verwirrtheit. Die akute Enzephalopathie setzt normalerweise kurz nach der ersten oder zweiten Strahlendosis ein. Normalerweise gehen die Symptome zurück, wenn die Strahlenbehandlungen fortgesetzt werden. Kortikosteroide wie Dexamethason können helfen, Hirnödeme zu verhindern oder zu verringern.

Frühzeitig-verzögerte Strahlenschäden können Symptome verursachen, die denen der akuten Enzephalopathie ähneln. Die Symptome eines frühzeitig-verzögerten Schadens können bei Kindern auftreten, bei denen eine Leukämie mithilfe einer Ganzkopfbestrahlung behandelt wird. Diese Symptome verschwinden normalerweise von selbst im Verlauf mehrerer Tage oder Wochen, manchmal schneller, wenn Kortikosteroide eingesetzt werden.

Wussten Sie ...

  • Strahlentherapie, die zur Behandlung von Hirn- und Rückenmarkstumoren eingesetzt wird, kann das Gehirn und das Rückenmark schädigen.

Wenn die Strahlung an der Wirbelsäule auf das Genick oder den oberen Rücken gerichtet wird, kann sich eine frühzeitig-verzögerte Strahlenmyelopathie entwickeln. Diese Erkrankung kann manchmal ein Gefühl verursachen, das einem elektrischen Schlag ähnelt. Das Gefühl beginnt im Genick oder Rücken, normalerweise, wenn der Hals nach vorn gebeugt wird, und schießt bis hinunter in die Beine. Eine frühzeitig-verzögerte Strahlenmyelopathie verschwindet normalerweise ohne Behandlung.

Strahlenspätschäden verursachen viele Monate oder Jahre nach der Strahlentherapie Symptome. Diese Art der Strahlenschäden kann bei Kindern und Erwachsenen entstehen, die eine Ganzkopfbestrahlung erhalten. Bei Kindern ist die häufigste Ursache eine Strahlentherapie zur Behandlung einer Hirntumorart namens Medulloblastom. Bei den meisten anderen Tumoren wird eine Strahlentherapie bei Kindern vermieden, da einige Organe und Gewebe, einschließlich des Gehirns, empfindlicher auf Strahlung reagieren als bei Erwachsenen. Daher ist eine Schädigung aufgrund einer Strahlentherapie wahrscheinlicher. Mögliche Symptome von Strahlenspätschäden sind zunehmende Demenzerscheinungen, Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken, Wesensveränderungen und ein schwankender Gang.

Die Bestrahlung von Tumoren in der Nähe der Wirbelsäule kann das Rückenmark selbst schädigen. In diesem Fall kann sich eine spät-verzögerte Myelopathie entwickeln. Diese Erkrankung führt zu Schwäche, Verlust des Empfindens und manchmal zum Brown-Séquard-Syndrom. Beim Brown-Séquard-Syndrom ist eine Seite des Rückenmarks geschädigt, was dazu führt, dass eine Körperseite schwach ist und die andere Körperseite kein Empfinden für Schmerzen und Temperatur hat. Auf der schwachen Körperseite kann der Lagesinn verloren gehen. Das bedeutet, dass die Betroffenen nur dann spüren können, wo sich ihre Hände und Füße befinden, wenn sie hinsehen. Die spät-verzögerte Strahlenmyelopathie kann dauerhaft bestehen und führt oft zur Lähmung.

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