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Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel

Von

Laura Shane-McWhorter

, PharmD, University of Utah College of Pharmacy

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Zur integrativen Medizin (IMH) und Komplementär- und Alternativmedizin (KAM) gehören viele Heilmethoden und Therapien, die historisch nicht Teil der westlichen Schulmedizin sind. Die am häufigsten angewendeten KAM-Therapien bestehen aus Nahrungsergänzungsmitteln, die Heilpflanzen und Ergänzungspräparate umfassen. Da die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln weit verbreitet ist, beschlossen die USA im Jahr 1994 das Gesetz für die gesundheitliche Bildung zu Nahrungsergänzungsmitteln (Dietary Supplement Health and Education Act, DSHEA). Es definiert ein Nahrungsergänzungsmittel als jedes Produkt außer Tabak, das ein Vitamin, einen Mineralstoff, eine Heilpflanze oder ein anderen pflanzliches Produkt oder eine Aminosäure enthält und als Ergänzung der normalen Ernährung vorgesehen ist. Bestimmte Hormone, wie Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Melatonin werden ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet.

Das Gesetz fordert, dass ein Nahrungsergänzungsmittel auch deutlich als solches etikettiert wird. Das Etikett muss angeben, dass der gesundheitliche Nutzen für das Nahrungsergänzungsmittel von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde (Food and Drug Administration, FDA) bisher noch nicht beurteilt wurde. Auf dem Etikett müssen zudem jede Zutat mit Namen, Menge und Gesamtgewicht angeführt und sämtliche Pflanzenteile genannt werden, von denen die einzelnen Inhaltsstoffe stammen. Hersteller dürfen Behauptungen zum Aufbau und der Funktion des Produkts machen (z. B. gut für die Harnwegsgesundheit), aber sie können keine Ansprüche auf das Produkt als Medikament oder Therapie erheben (z. B. gut bei Harnwegsinfektionen). Die Haltbarkeitsdaten stehen häufig auf den standardisierten Produktetiketten.

Die meisten in der Alternativmedizin verwendeten Nahrungsergänzungsmittel werden aus Pflanzen zusammengestellt, manche stammen von Tieren. Da sie natürlich sind, gehen manche Verbraucher davon aus, sie seien sicher anzuwenden. Jedoch ist nicht jede Substanz nur deshalb sicher, weil sie natürlich ist. So stammen zum Beispiel zahlreiche starke Gifte, z. B. des Schierlings, aus Pflanzen, und manche, z. B. Schlangengifte, auch von Tieren. Außerdem können beinahe alle Substanzen, die eine Wirkung auf den Körper haben, seien es Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente, die von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Association, FDA) für die Anwendung in der Medizin zugelassen wurden, auch mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein.

Sicherheit und Wirksamkeit

Da Nahrungsergänzungsmittel von der FDA nicht als Arzneimittel überwacht werden, müssen ihre Hersteller nicht nachweisen, dass die Produkte sicher und wirksam sind. Sie müssen sich nur in der Vergangenheit als sicher erwiesen haben. Folglich wurden nur wenige Ergänzungsprodukte ausreichend hinsichtlich ihrer Sicherheit und Wirksamkeit untersucht. Da es weiterhin erst seit Kurzem als notwendig erachtet wird, die Anwendung von Ergänzungsprodukten am Menschen zu untersuchen, wurden viele der bisher vorliegenden Informationen nicht systematisch oder wissenschaftlich zusammengetragen, sodass es schwierig ist, sie zu beurteilen. Die Hersteller müssen der FDA über das MedWatch-System schwerwiegende unerwünschte Ereignisse melden. Einige Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Fischöl, Chondroitin, Glucosamin, Johanniskraut) sind jedoch nachweislich sichere Zusätze und Standardmedikamente.

Wussten Sie ...

  • Die Hersteller müssen die Sicherheit und Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln nicht nachweisen.

Im Gegensatz dazu wurden sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie (frei verkäufliche) Medikamente ausführlich und systematisch von Forschern untersucht und von der FDA auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Zu den Prüfungen zählen Studien an Tieren, um die Entwicklung von Krebs und Organschäden zu erkennen und am Menschen, um Anzeichen für eine Vergiftung (Toxizität) zu entdecken.

Die Menge und Qualität von Nachweisen zur Wirksamkeit von Ergänzungsprodukten variieren gewaltig. Für einige der Produkte liegen überzeugende Nachweise ihrer Wirksamkeit vor. Jedoch wurden die wissenschaftlichen Studien meist nicht gut genug konzipiert, um klare, verlässliche Antworten zu liefern. Manchmal besteht der einzige Nachweis der Wirksamkeit eines Nahrungsergänzungsmittels in Berichten über einzelne Anwender oder zu Tierversuchen.

Es stehen vermehrt Nachweise zur Sicherheit und Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln zur Verfügung, da immer mehr klinische Studien durchgeführt werden. Informationen zu diesen Studien finden Sie auf der Website des National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) der National Institutes of Health.

Reinheit und Standardisierung

Ein anderer Stein des Anstoßes sind die Reinheit und Standardisierung von Ergänzungsprodukten. Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es, im Gegensatz zu den Medikamenten, keine Gesetze, die sicherstellen, dass die Produkte rein sind oder dass sie die Zutaten oder Mengen eines aktiven Wirkstoffs enthalten, die auf der Verpackung angegeben sind. Daher kann ein Nahrungsergänzungsmittel andere Substanzen enthalten, die inaktiv (ohne Wirkung) oder schädlich sind, darunter in einigen Fällen verschreibungspflichtige oder frei verkäufliche Medikamente, natürlich vorkommende Giftstoffe, Bakterien, Pestizide, nicht zugelassene Färbemittel und sogar gefährliche Substanzen, wie Schwermetalle, beispielsweise Blei und Quecksilber.

Die Menge eines Wirkstoffs pro Dosis eines Ergänzungsprodukts kann schwanken, besonders wenn ganze Kräuterpflanzen gemahlen oder Extrakte daraus entnommen werden, um eine Tablette, Kapsel oder Lösung zu herzustellen. Für den Verbraucher besteht das Risiko, von dem Wirkstoff eines Ergänzungsprodukts einmal weniger, einmal mehr oder in manchen Fällen auch nichts zu erhalten. Eine Standardisierung erfordert, dass jede einzelne Dosis des Produkts eine genau bemessene Menge seines Wirkstoffs oder seiner Wirkstoffe enthält. Jedoch bestehen die meisten heilpflanzlichen Produkte aus einer Mischung von mehreren Substanzen. Welche davon die aktivste ist, ist nicht immer bekannt. Daher kann es schwierig sein zu entscheiden, welche Substanz/-en als aktiv betrachtet und daher standardisiert werden sollte/n. Einige Ergänzungsprodukte, besonders die in Europa hergestellten, wurden bereits standardisiert und haben die Standardisierung teilweise auf dem Etikett ausgewiesen.

Hinsichtlich der Empfehlungen, wie ein reines, standardisiertes Produkt auszuwählen ist, gehen die Expertenmeinungen auseinander. Die meisten Fachleute plädieren für den Kauf eines Produkts eines renommierten Herstellers. Viele empfehlen, in Deutschland gefertigte Präparate zu kaufen, da dort Ergänzungsmittel strenger reguliert sind als in den USA.

Zwar sind die Inhaltsstoffe eines Ergänzungsprodukts nicht standardisiert, doch wurde die Art der Herstellung standardisiert. Im Jahr 2007 erstellte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (Food and Drug Association, FDA) die sogenannten guten Herstellungspraktiken (good manufacturing practices, GMPs) zur Standardisierung der Herstellung, Verpackung, Etikettierung und Lagerung von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese GMPs leisten einen Beitrag zur Qualitätssicherung von Nahrungsergänzungsmitteln und zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.

Wechselwirkungen von Arzneimitteln

Ergänzungsmittel können die Wirkung verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Medikamente beeinflussen. Diese Wechselwirkungen verstärken oder schwächen die Wirkung eines Medikaments oder rufen schwere Nebenwirkungen hervor. Vor der Einnahme von Ergänzungsprodukten sollten Patienten ihren Arzt um Rat fragen, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Bisher wurden nur wenige gut konzipierte Studien zur Erforschung von Wechselwirkungen zwischen Ergänzungsprodukten und Medikamenten durchgeführt. Die meisten Informationen dazu stammen aus einigen wenigen Berichten von Einzelpersonen zu Wechselwirkungen.

Tabelle
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Mögliche Wechselwirkungen zwischen Heilpflanzen und Medikamenten

Heilpflanze

Betroffene Medikamente

Wechselwirkung

Antikoagulanzien (Medikamente wie Marcumar bzw. Warfarin, die Blutgerinnsel verhindern)

Der Verzehr von Kamille zusammen mit Antikoagulanzien kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Sedativa (wie Barbiturate und Benzodiazepine)

Kamille kann die Wirkung von Barbituraten intensivieren oder verlängern.

Kamille kann die Eisenresorption verringern.

Medikamente, die zu Leberschäden führen können (wie Amiodaron, Anabolika, Ketoconazol und Methotrexat)

Wird Echinacea mehr als acht Wochen lang eingenommen, kann es zu Leberschäden kommen. Wird gleichzeitig mit Echinacea ein anderes Medikament eingenommen, das die Leber angreifen kann, steigt das Risiko eines Leberschadens.

Immunsuppressiva (Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems, wie Kortikosteroide und Cyclosporin)

Echinacea regt das Immunsystem an und kann dadurch die Wirkung von Immunsuppressiva aufheben.

Ephedra*

Stimulierende Wirkstoffe (wie Koffein, Epinephrin, Phenylpropanolamin und Pseudoephedrin)

Ephedra enthält das Stimulans Ephedrin, das die anregenden Wirkungen anderer Medikamente verstärkt und so das Risiko für Bluthochdruck und eine unregelmäßige oder zu schnelle Herzfrequenz erhöht.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer, eine Art der Antidepressiva)

Ephedrin kann die Wirkungen dieser Medikamente verstärken und das Risiko für Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Zittern, unregelmäßige oder schnelle Herzfrequenz und Bluthochdruck erhöhen.

Antikoagulanzien wie Marcumar bzw. Warfarin

Mutterkraut kann bei Anwendung mit Antikoagulanzien das Blutungsrisiko erhöhen.

Mutterkraut verringert eventuell die Eisenresorption.

Mutterkraut kann die Herzfrequenz beschleunigen und den Blutdruck erhöhen, wenn es zusammen mit Migränemedikamenten eingenommen wird.

NSAR verringern die Wirksamkeit von Mutterkraut bei der Vorbeugung und Behandlung von Migräneanfällen.

Antikoagulanzien wie Marcumar bzw. Warfarin

Knoblauch, der zusammen mit Antikoagulanzien eingenommen wird, kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Thrombozytenaggregationshemmer (wie Aspirin oder Clopidogrel)

Knoblauch kann das Risiko für Blutungen erhöhen.

Blutdrucksenkende Mittel

Knoblauch kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln (Antihypertensiva) verstärken und den Blutdruck zu stark senken.

Isoniazid

Knoblauch kann die Aufnahme von Isoniazid reduzieren.

Proteaseinhibitoren (wie Indinavir oder Saquinavir) zur Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV)

Knoblauch verringert die Blutspiegel von Proteaseinhibitoren, die daher an Wirkung verlieren.

Antikoagulanzien wie Marcumar bzw. Warfarin

Mit Antikoagulanzien eingenommener Ingwer kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Thrombozytenaggregationshemmer (wie Aspirin oder Clopidogrel)

Ingwer kann das Risiko für Blutungen erhöhen.

Antikoagulanzien (wie Warfarin) und Thrombozytenaggregationshemmer (wie Aspirin und andere NSAR)

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo und gerinnungshemmenden Mitteln bzw. Aspirin und anderen NSAR erhöht sich das Blutungsrisiko.

Antikonvulsiva (wie Phenytoin)

Ginkgo kann die Wirksamkeit von Antikonvulsiva zur Verhinderung von Krampfanfällen reduzieren.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer, eine Art der Antidepressiva)

Ginkgo kann die Wirkungen dieser Medikamente verstärken, allerdings auch das Risiko für Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Zittern und manische Episoden.

Antikoagulanzien (wie Warfarin) und Thrombozytenaggregationshemmer (wie Aspirin und andere NSAR)

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginseng und Antikoagulanzien bzw. Aspirin oder anderen NSAR erhöht sich das Blutungsrisiko.

Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels (hypoglykämische Medikamente)

Ginseng kann die Wirkungen dieser Medikamente verstärken und so eine starke Unterzuckerung (Hypoglykämie) bewirken.

Ginseng kann die Nebenwirkungen von Kortikosteroiden verstärken.

Digoxin

Ginseng kann den Digoxinspiegel erhöhen.

Östrogentherapie

Ginseng kann die Nebenwirkungen von Östrogen verstärken.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginseng und MAO-Hemmern kann es zu Kopfschmerzen, Zittern und manischen Episoden kommen.

Opioide (Narkotika)

Ginseng kann die Wirksamkeit von Opioiden herabsetzen.

Antikoagulanzien wie Marcumar bzw. Warfarin

Die Gelbwurzel kann die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken und das Risiko für eine Gerinnselbildung erhöhen.

Blutdrucksenkende Mittel

Ein Berberingehalt kann die Wirkung von Antihypertensiva verstärken und den Blutdruck möglicherweise zu stark senken.

Antihyperglykämische Medikamente

Berberin kann hypoglykämische Wirkungen erhöhen

Warfarin

Grüner Tee kann die Wirkung von Marcumar bzw. Warfarin mindern.

Sedativa (wie Barbiturate und Benzodiazepine)

Kava kann die Wirkung von Sedativa (Beruhigungsmittel) intensivieren oder verlängern.

Lakritze/Süßholz (Glycyrrhiza glabra) †

Lakritze kann die Salz- und Wasserretention steigern und den Blutdruck erhöhen, sodass blutdrucksenkende Mittel (Antihypertensiva) weniger stark wirken.

Lakritze kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen und damit einer entsprechenden Therapie entgegenwirken.

Digoxin

Da Lakritze die Harnbildung steigert, kann der Kaliumspiegel absinken, denn Kalium wird mit dem Harn ausgeschieden. Wenn Lakritze gleichzeitig mit Digoxin eingenommen wird, erhöht der niedrige Kaliumspiegel das Risiko toxischer Digoxinwirkungen.

Lakritze/Süßholz verstärkt die Wirkung der meisten Diuretika und führt zu einem vermehrten, raschen Kaliumverlust. Es kann auch die Wirksamkeit kaliumsparender Diuretika wie Spironolacton einschränken.

Lakritze verstärkt die Wirkung dieser Medikamente und erhöht das Risiko von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Zittern und manischen Episoden.

Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels (hypoglykämische Medikamente)

Die Mariendistel kann die Wirkungen dieser Medikamente verstärken und so zu einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels führen.

Proteaseinhibitoren (wie Indinavir oder Saquinavir) zur Behandlung einer HIV-Infektion

Die Mariendistel senkt den Blutspiegel von Proteaseinhibitoren, verringert also deren Wirkung.

Warfarin

Mariendistel kann das Risiko für Blutungen durch Verstärkung der Wirkung erhöhen.

Östrogentherapie und orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel)

Die Sägepalme kann die Hormonspiegel beeinflussen.

Blutgerinnungshemmer und Antikoagulanzien 

Die Sägepalme kann die Wirkung verstärken und zu Blutungen führen.

Ciclosporin

Johanniskraut kann die Cyclosporin-Blutspiegel reduzieren, wodurch es weniger wirksam wird. Mögliche Folgen, z. B. die Abstoßung eines Organtransplantats, können schwerwiegend ausfallen.

Digoxin

Johanniskraut kann den Digoxinspiegel im Blut und damit die Digoxinwirkung mindern, was möglicherweise schwerwiegende Folgen haben kann.

Eisen

Johanniskraut verringert die Eisenresorption.

Es kann die Wirkungen von MAO-Hemmern verstärken und fallweise zu überschießendem Bluthochdruck führen, der notfallmäßig behandelt werden muss.

Johanniskraut steigert die Verstoffwechslung dieser Medikamente und verringert dabei ihre Wirksamkeit.

Johanniskraut steigert die Verstoffwechslung dieser Medikamente und verringert dabei ihre Wirksamkeit.

Fotosensibilisierende Medikamente (wie Lansoprazol, Omeprazol, Piroxicam und Sulfonamid-Antibiotika)

Bei gleichzeitiger Einnahme mit diesen Medikamenten kann Johanniskraut die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenstrahlung erhöhen.

Proteaseinhibitoren (wie Indinavir oder Saquinavir) zur Behandlung einer HIV-Infektion

Johanniskraut kann die Blutspiegel von Proteaseinhibitoren senken und so ihre Wirksamkeit verringern.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, wie Fluoxetin, Paroxetin und Sertralin)

Johanniskraut kann die Wirkungen dieser Medikamente verstärken.

Trizyklische Antidepressiva

Johanniskraut kann die Wirkung dieser Medikamente abschwächen.

Warfarin

Johanniskraut reduziert die Warfarin- bzw. Marcumar-Blutspiegel, wodurch diese Medikamente weniger wirksam werden und sich leichter Blutgerinnsel bilden.

Sedativa (wie Barbiturate und Benzodiazepine)

Baldrian verstärkt oder verlängert die Wirkung von Sedativa und führt zu einer übertriebenen Sedierung.

* Der Verkauf von Ephedra-haltigen Ergänzungsprodukten ist in den USA verboten.

† Echte, natürliche Lakritze/Süßholz, nicht die üblichen, aromatisierten Lakritz-Bonbons.

Weitere Bedenken

Zusätzlich zu Wechselwirkungen mit Medikamenten gibt es weitere mögliche Probleme bei der Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln:

  • Ergänzungsmittel (insbesondere pflanzliche Präparate) sind nach der Herstellung möglicherweise nicht stabil und führen daher zu einem unbeständigen oder sogar gar keinem Nutzen.

  • Die Patienten können Nahrungsergänzungsmittel anstelle der herkömmlichen, von ihrem Arzt verschriebenen Präparate, anwenden.

  • Ergänzungsmittel können giftig und schädlich sein.

  • Ergänzungsmittel können zu einer falschen Diagnose eines medizinischen Problems beitragen, da der Placeboeffekt einen echten Nutzen simulieren kann, besonders, wenn der Patient und/oder der Arzt von den Ergänzungsmitteln überzeugt sind. Das Ansprechen auf eine Behandlung mit Ergänzungsmitteln als Folge eines Placebo- oder anderen Effekts könnte als Beweis missverstanden werden, der eine bestimmte, möglicherweise falsche Diagnose bestätigt.

Um diese möglichen Probleme zu vermeiden oder zu lösen, ist es wichtig, dass Patienten ihre Ärzte über alle Nahrungsergänzungsmittel informieren, die sie anwenden.

Weitere Informationen

Im Folgenden handelt es sich um einige englischsprachige Hilfsmittel, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

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