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Weitere häufig missbrauchte Substanzen

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Der Konsum von Freizeitdrogen umfasst typischerweise bewusstseinsverändernde Substanzen/Medikamente, kann jedoch auch für andere Zwecke, normalerweise zur Gewichtsreduktion oder zur Steigerung der sportlichen Leistung verwendete Mittel einbeziehen. Die Einnahme dieser Substanzen ohne medizinische Notwendigkeit und Aufsicht kann die Lebensqualität, Gesundheit und Sicherheit des Betroffenen gefährden. Wird eine Substanz auf diese Art konsumiert, spricht man von einer Störung durch Substanzgebrauch. Anabolika sind wahrscheinlich die am häufigsten verwendeten Substanzen dieser Gruppe. Weitere Beispiele sind

Diuretika

Diuretika beschleunigen die Ausscheidung von Salzen und Wasser durch die Nieren. Sie werden unter anderem bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Bluthochdruck eingesetzt. Manche Personen, darunter Sportler und Menschen mit Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa), benutzen Diuretika, um schnell an Gewicht zu verlieren. Der Missbrauch von Diuretika kann zu Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und schwerem Elektrolytmangel (z. B. Kalium) führen. Folge davon können schwere Krankheit oder Tod sein.

Erythropoetin und Darbepoetin

Das Hormon Erythropoetin wird von den Nieren hergestellt. Es regt das Knochenmark zur Produktion roter Blutkörperchen an. Erythropoetin wird auch als Medikament hergestellt. Das Medikament Darbepoetin ist Erythropoetin ähnlich. Beide Medikamente steigern die Herstellung roter Blutkörperchen bei bestimmten Formen von Anämie (Blutarmut). Sportler setzen diese Medikamente missbräuchlich ein, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen, da sie davon ausgehen, dass mehr rote Blutkörperchen mehr Sauerstoff in ihre Muskulatur transportieren können.

Bei Anwendung von Erythropoetin und Darbepoetin ohne medizinische Notwendigkeit kann sich die körpereigene Regulation der Produktion von roten Blutkörperchen verändern, sodass die Zahl der roten Blutkörperchen plötzlich fällt, wenn die Medikamentenanwendung eingestellt wird.

Wachstumshormon

Das Wachstumshormon wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert. Mit diesem Hormon kontrolliert der Körper den Einsatz von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten zur Stimulation des Wachstums. Synthetisch hergestelltes Wachstumshormon kann bei kleinwüchsigen Kindern eingesetzt werden, deren Körper nicht ausreichend Wachstumshormon produzieren kann. Manche Sportler setzen Wachstumshormone missbräuchlich ein, da sie davon ausgehen, so den Anteil an Muskelmasse und damit die Muskelkraft zu erhöhen, während der Körperfettanteil gleichzeitig gesenkt wird.

Bei langfristiger Anwendung von Wachstumshormonen ohne medizinische Notwendigkeit kann der Blutfettspiegel ansteigen, sich Diabetes entwickeln und sich das Herz vergrößern, was zu Herzinsuffizienz führen kann.

Labortests zum Nachweis synthetischen Wachstumshormons, das der Körper nicht selbst hergestellt hat, stehen nicht routinemäßig zur Verfügung.

Brechwurzelsirup

Brechwurzelsirup kann ein Erbrechen auslösen. Manchmal werden damit Kinder behandelt, die versehentlich Chemikalien oder Gifte geschluckt haben. Leider verwenden auch Menschen mit Essstörungen wie Anorexia nervosa oft Brechwurzelsirup, um schneller ihr Gewicht zu reduzieren. Der Missbrauch von Brechwurzel führt beispielsweise zu Durchfall, schwerem Elektrolytmangel, Schwäche, Herzrhythmusanomalien und Herzinsuffizienz.

Abführmittel (Laxativa)

Abführmittel beschleunigen die Passage von Nahrungsbrei durch den Verdauungstrakt und wirken gegen Verstopfung. Menschen, die irrigerweise meinen, sie müssten häufig Stuhlgang haben, um gesund zu bleiben, setzen Abführmittel oft missbräuchlich ein. Zudem werden bei Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) manchmal Abführmittel verwendet, um abzunehmen.

Der häufige Gebrauch von Abführmitteln ohne medizinische Notwendigkeit kann zu Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und schwerem Elektrolytmangel führen. Ihr regelmäßiger Gebrauch kann auch die Aufnahme anderer Medikamente stören, sodass diese nicht mehr wirken. Der langfristige Missbrauch von Abführmitteln schädigt die Dickdarmmuskulatur. Schwere Verstopfung und weitere Darmprobleme wie Divertikulose können folgen.

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