Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Wählen Sie COVID-19 News

Ressourcen-Startseite von COVID-19
  

The Manual trägt einige der wichtigsten Nachrichten in Bezug auf COVID-19 zusammen, um Menschen zu helfen, auf dem Laufenden zu bleiben.

Nachrichten bis Ende April 2021, zusammengestellt von Fred R. Himmelstein, MD, FACEP. Nachrichten nach April 2021, zusammengestellt von Richard B. Lynn, MD.


  13. September 2021

Wirksamkeit des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs bei der Prävention einer SARS-CoV-2-Infektion bei schwangeren Frauen in Israel

Der Pfizer-BioNTech mRNA COVID-19-Impfstoff wurde basierend auf klinischen Studien zugelassen, die schwangere Frauen ausgeschlossen hatten. Um mehr über die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Impfstoffs bei schwangeren Frauen zu erfahren, wurde eine retrospektive Kohortenstudie durchgeführt, in der die Forscher die Anzahl der COVID-19-Infektionen untersuchten, die bei schwangeren Frauen auftraten, welche gegen SARS-CoV-2 geimpft waren, und mit der Anzahl der Infektionen bei schwangeren Frauen verglichen, die nicht geimpft waren. Schwangere Frauen, die vom 19. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021 mit einer ersten Dosis geimpft waren, wurden einbezogen. Die SARS-CoV-2-Infektion wurde definiert als positives PCR(Polymerase-Kettenreaktions)-Testergebnis, das aus Nasopharyngealabstrichen gewonnen wurde und sowohl asymptomatische als auch symptomatische Patientinnen umfasste. SARS-CoV-2-Infektionen traten bei 118 geimpften Frauen und 202 nicht geimpften Frauen während einer medianen Nachbeobachtung von 37 Tagen auf. Die beobachtete Rate von SARS-CoV-2-bedingten Krankenhausaufenthalten betrug 0,2 % in der geimpften Gruppe gegenüber 0,3 % in der nicht geimpften Gruppe. Es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Es gab keine nennenswerten Unterschiede zwischen der geimpften und der nicht geimpften Gruppe hinsichtlich Präeklampsie, intrauteriner Wachstumsretardierung, Geburtsgewicht des Säuglings, Aborten (sowohl spontan als auch induziert), Totgeburt, Tod der Mutter oder Lungenembolie.

Link: Association Between BNT162b2 Vaccination and Incidence of SARS-CoV-2 Infection in Pregnant Women | Pregnancy | JAMA | JAMA Network


  2. September 2021

Doxycyclin zeigte keinen Nutzen für die ambulante Behandlung von COVID-19 bei Personen im Vereinigten Königreich mit hohem Risiko für unerwünschte Ergebnisse

Doxycyclin ist ein Antibiotikum, das häufig zur Behandlung von COVID-19-Atemwegsbeschwerden bei Personen eingesetzt wird, die sich nicht im Krankenhaus befinden (ambulant), obwohl keine Nachweise aus klinischen Studien zur Unterstützung seiner Anwendung vorliegen. Zur Beurteilung der Wirksamkeit von Doxycyclin wurden in eine randomisierte, kontrollierte Studie Personen im Alter von 65 Jahren oder älter oder 50 Jahren oder älter mit zusätzlichen Erkrankungen (Komorbiditäten) aufgenommen, bei denen der Verdacht auf COVID-19 bestand oder die einen positiven Polymerase-Kettenreaktions(PCR)-Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion hatten. Die Behandlung verglich die übliche Versorgung allein mit der üblichen Versorgung plus oralem Doxycyclin. Die Ergebnisse wurden am 1. September 2021 in der Fachzeitschrift The Lancet Respiratory Medicine berichtet. Die Ergebnisse zeigten keinen klinisch bedeutsamen Nutzen bei der Reduzierung der durchschnittlichen Zeit bis zur selbstberichteten Genesung, der Krankenhauseinweisung oder der Todesfälle bei denjenigen, welche mit Doxycyclin plus üblicher Versorgung behandelt wurden, im Vergleich zur üblichen Versorgung allein.

Link: Doxycycline for community treatment of suspected COVID-19 in people at high risk of adverse outcomes in the UK (PRINCIPLE): a randomised, controlled, open-label, adaptive platform trial - The Lancet Respiratory Medicine


  16. August 2021

Studie zu einer dritten Dosis des mRNA-Impfstoffs bei Organtransplantatempfängern

Die FDA hat eine dritte Dosis von mRNA-Impfstoffen für Personen zugelassen, die immungeschwächt sind. Die Wirksamkeit einer dritten Dosis des Moderna mRNA-Impfstoffs wurde bei Empfängern von Organtransplantaten untersucht, und die Ergebnisse wurden am 12. August im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Dies war eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie. Organtransplantatempfänger, die zwei Dosen des Moderna mRNA-Impfstoffs erhalten hatten, wurden nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt und erhielten 2 Monate nach der zweiten Dosis des Impfstoffs entweder eine dritte Dosis des Impfstoffs oder ein Kochsalz-Placebo (Dosierungsschema: 0, 1 und 3 Monate). Das Ansprechen auf die dritte Dosis wurde 1 Monat später beurteilt. Bei den Patienten, die den Impfstoff erhielten, wurde bei 55 % ein adäquates Ansprechen festgestellt; das Ansprechen war nur bei 18 % der Studienteilnehmer, die das Placebo erhalten hatten, ausreichend. Es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, und es traten keine Fälle einer akuten Abstoßung auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass „eine dritte Dosis mRNA-Impfstoff bei Transplantatempfängern eine deutlich höhere Immunogenität als Placebo aufwies." Die CDC empfehlen nun, dass Personen mit Erkrankungen, die ihr Immunsystem schwächen, eine dritte (Booster-) Dosis des mRNA COVID-19-Impfstoffs erhalten.

Link:  Randomized Trial of a Third Dose of mRNA-1273 Vaccine in Transplant Recipients | NEJM


  26. Juli 2021

Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen gegen die Virusvarianten

Da sich Varianten des Virus, das COVID-19 verursacht, weltweit verbreiten, insbesondere die Delta-Variante, die in den USA und weltweit rasch zur vorherrschenden Variante wird, ist die Frage, wie wirksam die Impfstoffe gegen diese Variante sind, von großer Bedeutung. In einer im Vereinigten Königreich durchgeführten Studie wurde die Wirksamkeit der Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (BNT162b2) und AstraZeneca (ChAdOx1 nCoV-19) nach einer Einzeldosis und nach zwei Dosen beurteilt. Die Ergebnisse wurden am 21. Juli 2021 im New England Journal of Medicine veröffentlicht und umfassten Informationen über 75.463 Personen, die eine oder zwei Dosen eines der beiden Impfstoffe erhielten, im Vergleich zu 96.371 nicht geimpften Kontrollpersonen.

Mit dem Impfstoff von Pfizer-BioNTech betrug die Wirksamkeit von zwei Dosen 93,7 % bei Patienten mit der Alpha-Variante und 88,0 % bei denjenigen mit der Delta-Variante. Mit dem Impfstoff von AstraZeneca betrug die Wirksamkeit von zwei Dosen 74,5 % bei Patienten mit der Alpha-Variante und 67,0 % bei denjenigen mit der Delta-Variante. Eine Einzeldosis eines der beiden Impfstoffe war deutlich weniger wirksam gegen eine der beiden Varianten und insbesondere weniger wirksam gegen die Delta-Variante.

Link:  

Effectiveness of Covid-19 Vaccines against the B.1.617.2 (Delta) Variant | NEJM


  19. Juli 2021

Langzeit-Symptome nach SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen

 Die Folgen einer COVID-19-Infektion sind eine wichtige Überlegung, da Kinder unter 12 Jahren noch keine Impfstoffe erhalten und diejenigen über 12 niedrige Impfraten haben. Um mehr über die Langzeitfolgen zu erfahren, folgte eine longitudinale Kohortenstudie an 55 zufällig ausgewählten Schulen im Kanton Zürich in der Schweiz, der eine ethnisch unterschiedliche Population aufweist, SARS-CoV-2-seropositiven Kinder und Jugendlichen 6 Monate lang. Die 109 Kinder, welche im Oktober oder November 2020 positiv auf SARS-CoV-2-Antikörper getestet wurden, wurden in die Studie aufgenommen und mit einer Gruppe von Kindern verglichen, die nach Alter und Geschlecht gematcht und negativ getestet wurden. Im März bis Mai 2021 berichteten Eltern über Symptome, die bei ihren Kindern seit Oktober 2020 auftraten und mindestens 4 Wochen anhielten, sowie darüber, ob die Symptome länger als 12 Wochen anhielten.

Die Studie ergab, dass 4 von 109 seropositiven Kindern (4 %) vs. 28 von 1.246 seronegativen Kindern (2 %) mindestens 1 Symptom berichteten, das länger als 12 Wochen andauerte. Die am häufigsten berichteten Symptome, die bei seropositiven Kindern länger als 12 Wochen anhielten, waren Müdigkeit (3/109), Konzentrationsschwierigkeiten (2/109) und vermehrter Schlafbedarf (2/109). Keines der seropositiven Kinder berichtete über einen Krankenhausaufenthalt während des Studienzeitraums. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass es in einer zufällig ausgewählten Kohorte von Kindern, die 6 Monate nach serologischen Tests beurteilt wurden, eine geringe Häufigkeit von Symptomen gab, die mit einer langen COVID-Erkrankung kompatibel waren. Größere Studien von längerer Dauer sind erforderlich, um seltene, aber schwerwiegende Folgen von SARS-CoV-2-Infektionen zu identifizieren. 

Link: Long-term Symptoms After SARS-CoV-2 Infection in Children and Adolescents | Adolescent Medicine | JAMA | JAMA Network


  23. Juni 2021

Geringe Häufigkeit symptomatischer und nicht symptomatischer SARS-CoV-2-Infektionen nach Pfizer-BioNTech-Impfstoff

Eine Studie an Beschäftigten im Gesundheitswesen in einem tertiären medizinischen Zentrum in Tel Aviv, Israel, befasste sich mit der wichtigen Frage, wie viele Personen nach der Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer mit SARS-CoV-2 infiziert sind, und die Ergebnisse wurden am 6. Mai 2021 im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht. Insgesamt 6710 Beschäftigte im Gesundheitswesen (Durchschnittsalter 44,3 Jahre; 66,5 % Frauen) wurden in die Studie aufgenommen. Von den Teilnehmern erhielten 5953 Beschäftigte im Gesundheitswesen (88,7 %) mindestens eine Dosis des Pfizer-Impfstoffs, 5517 (82,2 %) erhielten zwei Dosen, und 757 (11,3 %) wurden nicht geimpft.  Die Beschäftigten im Gesundheitswesen wurden ab dem Tag der ersten Impfung für die geimpfte Gruppe im Median 63 Tage bzw. für die nicht geimpfte Gruppe am ersten Tag der Studie nachbeobachtet. Alle wurden gemäß Krankenhausprotokoll entweder monatlich oder alle zwei Wochen auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet. Eine symptomatische SARS-CoV-2-Infektion trat bei 8 vollständig geimpften und 38 nicht geimpften medizinischen Fachkräften auf (Häufigkeitsrate: 4,7 vs. 149,8 pro 100.000 Personentage in der Studie). Eine nicht symptomatische SARS-CoV-2-Infektion trat bei 19 vollständig geimpften medizinischen Fachkräften und 17 nicht geimpften medizinischen Fachkräften auf (Häufigkeitsrate: 11,3 vs. 67,0 pro 100.000 Personentage). Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass mehr als 7 Tage nach der zweiten Dosis eine wesentlich geringere Häufigkeit symptomatischer und nicht symptomatischer SARS-CoV-2-Infektionen vorlag.

Link  :Association Between Vaccination With BNT162b2 and Incidence of Symptomatic and Asymptomatic SARS-CoV-2 Infections Among Health Care Workers | Health Care Workforce | JAMA | JAMA Network


  29. April 2021

Wie Pfizer seinen COVID-19-Impfstoff herstellt

Die New York Times hat einen Blick hinter die Kulissen beim Herstellungsverfahren des COVID-19-mRNA-Impfstoffs von Starterzellen bis hin zu einem fertigen Impfstoff geworfen. Die mit ausgezeichneten visuellen Bildern und Videos erzählte Reportage ist über den unten stehenden Link unbedingt sehenswert. Bei diesem Verfahren wird die Gen-DNA des Coronavirus-Spike-Proteins in ein kreisförmiges Plasmid gegeben, das in E. coli-Bakterien platziert wird. Die Bakterien werden anschließend vier Tage lang in Kulturen gezüchtet, vermehren sich alle 20 Minuten und bilden Billionen von Kopien der DNA-Plasmide. Die Bakterien werden dann aufgebrochen und setzen ihre Plasmide frei. Das kreisförmige Plasmid wird durchtrennt, und die Gen-DNA des linearen Coronavirus-Spike-Proteins wird gesammelt. Diese DNA wird danach zu einer Produktionsstätte gesendet, die sie in RNA überträgt. Diese RNA wird dann erneut an eine Fabrik geschickt, welche die RNA in Dosierampullen und Packungen für den Versand platziert. Dieser unglaubliche Biotech-Prozess findet an drei Standorten in den USA und an zwei in Europa statt. 

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/health/pfizer-coronavirus-vaccine.html?smid=em-share


  27. April 2021

Antikörper gegen Thrombozytenfaktor 4 und Thrombose nach AstraZeneca-COVID-19-Impfung

Das New England Journal of Medicine veröffentlichte am 16. April 2021 einen Artikel über die Befunde von 23 Patienten, die 6 bis 24 Tage nach Erhalt der ersten Dosis des COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca mit Blutgerinnseln (Thrombose) und niedrigen Thrombozyten-Spiegeln (Thrombozytopenie) vorstellig wurden. Die klinischen Merkmale dieses seltenen impfstoffbedingten Syndroms umfassen eine massive Abnahme der Anzahl von Blutplättchen und erhöhen dadurch das Risiko für Blutungen und Blutergüsse sowie für schwere Thrombosen an verschiedenen Stellen des Körper, einschließlich des Gehirns und der Lunge. Es gab außerdem Hinweise auf eine disseminierte intravasale Gerinnung, die entsteht, wenn sich überall in den Blutbahnen Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefäßen entwickeln und diese verstopfen. Die erhöhte Gerinnselbildung verbraucht die Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren, die benötigt werden, um Blutungen zu steuern, was zu übermäßigen Blutungen führt.

Die Forscher stellten fest, dass 22 der 23 Patienten in der Studie Anti-PF4-Antikörper aufwiesen. Diese Anti-PF4-Antikörper, die dazu führen, dass die Blutplättchen aneinander kleben und somit Blutgerinnsel und niedrige Blutplättchen-Spiegel bilden, traten in einer Gruppe von zumeist jungen, gesunden Patienten auf, die kürzlich den COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca erhalten hatten. Der Artikel beschreibt die klinischen und Laborbefunde der betroffenen Patienten und erörtert die Mechanismen dieser seltenen Nebenwirkung. Die Forscher diskutieren wichtige Überlegungen zur Behandlung betroffener Patienten und stellen einen Algorithmus zur Identifizierung der impfstoffbedingten Gerinnung bereit.

Link: Pathologic Antibodies to Platelet Factor 4 after ChAdOx1 nCoV-19 Vaccination | NEJM


  23. April 2021

Wie COVID-19 ein Jahrhundert an Mustern bei US-Todesfällen auf den Kopf gestellt hat

Eine Analyse der New York Times von Mustern bei US-Todesfällen für das vorherige Jahrhundert zeigt das Ausmaß der Abweichung von der Norm im Jahr 2020. Die Pandemie brachte einen Rekord-Aufwärtstrend bei Todesfällen, unterbrach einen Abwärtstrend bei den Sterberaten und trieb die höchste Sterberate an, die jemals im Land über dem Normalwert verzeichnet wurde. Die grafischen Darstellungen in diesem Artikel veranschaulichen diese eklatanten Ergebnisse.

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/04/23/us/covid-19-death-toll.html?smid=em-share


 20. April 2021

Masken-Adhärenz könnte ein Schlüsselfaktor bei der Reduzierung der Ausbreitung von COVID-19 sein

Verschiedene Staaten haben unterschiedliche Richtlinien zum Tragen von Masken während der COVID-19-Pandemie verfügt. Eine Studie, die an der Boston University School of Public Health durchgeführt wurde, untersuchte die Auswirkungen der staatenbasierten Richtlinien zum Tragen von Masken und deren Einhaltung auf die COVID-19-Fallzahlen im Sommer und Frühherbst 2020. Die Studie verwendete öffentlich verfügbare Daten über die Richtlinien zum Tragen von Masken und deren Einhaltung. Eine Analyse der Daten von Staat zu Staat ergab einen signifikanten statistischen Zusammenhang zwischen hoher Einhaltung beim Tragen von Masken und reduzierten Raten von COVID-19. Die Daten zeigten, dass die acht Staaten mit mindestens 75 % Einhaltung beim Tragen von Masken eine mittlere COVID-19-Infektionsrate von 109,21 pro hunderttausend Einwohner aufwiesen, während die Rate für Staaten mit weniger als 75 % Einhaltung mit 249,99 pro hunderttausend mehr als doppelt so hoch war. Die Forscher glauben, dass der Zusammenhang zwischen der Einhaltung beim Tragen von Masken und der Reduzierung der COVID-19-Raten politische Entscheidungsträger beeinflussen sollte, sich auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Masken-Adhärenz in der gesamten Bevölkerung zu konzentrieren, um die Ausbreitung von COVID-19 abzuschwächen.

Link: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0249891


 19. April 2021

Wie sicher sind Sie vor COVID-19, wenn Sie fliegen?

Während Impfstoffe allgemein verfügbar und Einschränkungen gelockert werden, fliegen Millionen von Menschen erneut, was Fragen dazu aufwirft, wie sicher es jetzt eigentlich ist, einen Flug anzutreten. Die New York Times untersucht diese Fragen und stellt eine Animation des Luftstroms in Flugzeugen zur Verfügung.

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/04/17/travel/flying-plane-covid-19-safety.html?smid=em-share


 12. April 2021

Impfung von Personen, die sich von COVID-19 erholt haben, mit mRNA-Impfstoffen erhöht Schutz vor Infektionen mit verschiedenen Stämmen des Virus

Ärzte sind besorgt darüber, ob die COVID-19-Impfstoffe Personen vor Infektionen mit den neueren Stämmen (sogenannten Varianten) des SARS-CoV-2-Virus schützen werden, die weltweit immer häufiger auftreten. Forscher verglichen die Immunantwort in Proben von Personen, die sich vor dem Erhalt des Impfstoffs von COVID-19 erholt hatten, und von Personen, die zuvor nicht infiziert worden waren. Proben von Personen, die sich von COVID-19 erholt hatten, konnten Antikörper gegen das Virus produzieren. Proben von Personen, die sich vom Virus erholt hatten und anschließend eine Dosis des Impfstoffs erhielten, konnten eine wirksamere Immunantwort auf das Virus und auf zahlreiche Varianten hervorrufen, was auf die Notwendigkeit hinweist, Personen zu impfen, die sich von COVID-19 erholt haben.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2021/03/24/science.abg9175


  9. März 2021

Schnelle Entstehung einer COVID-19-Variante in New York

Eine neue Variante des Virus, das COVID-19 verursacht hat, B.1.526, ist in New York identifiziert worden. Diese Variante hat sich schnell entwickelt und ist möglicherweise bereits im Nordosten der Vereinigten Staaten weit verbreitet. Forscher der Columbia University haben von Ende Dezember bis Mitte Februar einen stetigen Anstieg der Erkennungsrate dieser Variante beobachtet, mit einem Anstieg von 12,3 % in den letzten zwei Wochen. Die B.1.526-Variante umfasst mehrere Mutationen, welche die Wirksamkeit der vorhandenen monoklonalen Antikörpertherapien und Impfstoffe verringern könnten. Wichtig ist, dass dieses Virus die gleiche Mutation, E484K, enthält, die in den besorgniserregenden Varianten aus Südafrika und Brasilien zu finden ist. Um diese neuartige Variante zu untersuchen, erwarben die Forscher der Columbia University Nasen-Rachen-Proben von Patienten mit SARS-CoV-2 und verwendeten eine Polymerase-Kettenreaktions(PCR)-Analyse, um Viren mit der E484K-Mutation zu identifizieren. Die Patienten mit dieser neuartigen Variante stammten aus verschiedenen Stadtteilen in der Metropolregion. Die Daten wurden am 25. Februar 2021 als Vorabdruck auf dem MedRxiv-Server veröffentlicht. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das kürzliche schnelle Entstehen dieser Variante die Notwendigkeit eines gemeinsamen nationalen Überwachungsprogramms zur Verfolgung und Eindämmung der Verbreitung neuer SARS-CoV-2-Varianten hervorhebt.

Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.02.23.21252259v1.full-text

 


  3. März 2021

Was bedeuten Zahlen zur Wirksamkeit von Impfstoffen tatsächlich?

Alle aktuellen von der FDA zugelassenen Impfstoffe bieten einen starken Schutz vor COVID-19, doch die für jeden Impfstoff angegebenen Zahlen zur Wirksamkeit variieren. Ein Artikel in der New York Times vom 3. März 2021 geht detailliert darauf ein, was die Wirksamkeit des Impfstoffs tatsächlich bedeutet und wie sie bestimmt wird, sowie auf mögliche Gründe für offensichtliche Unterschiede bei der Wirksamkeit, einschließlich des Standorts, an dem die klinischen Studien stattfanden, und welche Virusvarianten in diesen Regionen zirkulierten.

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/03/03/science/vaccine-efficacy-coronavirus.html?smid=em-share


  22. Februar 2021

Wann könnten die Vereinigten Staaten eine Herdenimmunität erreichen? Es ist kompliziert

Ein Artikel in der New York Times vom 20. Februar lieferte einige anschauliche grafische Darstellungen über den Weg zur Herdenimmunität in den USA. Der Artikel weist darauf hin, dass die Zeit bis zum Erreichen der Herdenimmunität durch eine Reihe von Variablen und unbekannten Faktoren beeinflusst werden kann. Im Folgenden finden Sie einige dieser Variablen und Unbekannten:

  • Wie viele Personen haben COVID-19 gehabt, einschließlich derer, die nicht getestet wurden oder gar keine Symptome aufwiesen? Nach dem kürzlichen Anstieg der Fälle kann es sich dabei um eine große Anzahl von Personen handeln.
  • Wie lange dauert die Immunität nach einer COVID-19-Infektion?
  • Wie schnell werden die Impfstoffe verabreicht?
  • Die neuen Varianten von COVID-19 breiten sich schneller aus. Wie wird sich dies auf das Ziel auswirken, eine Herdenimmunität zu erreichen?
  • Was geschieht, wenn das Tragen von Masken und die soziale Distanzierung lockerer gehandhabt werden? Maßnahmen wie das Tragen von Masken und die soziale Distanzierung haben sich als wirksam bei der Verlangsamung der Ausbreitung des Virus erwiesen. Nun, da immer mehr Personen geimpft werden, ist es verlockend, diese Vorsichtsmaßnahmen legerer zu handhaben.

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/02/20/us/us-herd-immunity-covid.html?smid=em-share


  19. Februar 2021

Messung des Kohlendioxidgehalts in der Umgebungsluft zur Beurteilung des Risikos für die Inhalation von COVID-19

COVID-19 wird in Tröpfchen aus der Luft vom Atem einer infizierten Person übertragen. Die Menge der Tröpfchen in der Luft erhöht sich beim Husten, lauten Sprechen und Singen. In einem geschlossenen Raum wie einer Bar, einem Restaurant oder einem Fitnessstudio kann die Luftzirkulation durch Messung des Kohlendioxidgehalts (CO2) in der Luft beurteilt werden. CO2 wird bei jedem Atemzug ausgeatmet. Bei schlechter Belüftung steigt der CO2-Gehalt an.

Tragbare Geräte zur Messung von CO2 sind verfügbar, und es wird berichtet, dass einige zur Beurteilung der Belüftung verwendet werden. Ein Artikel in der Washington Post vom 10. Februar 2021 erörtert dieses Konzept. Es sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, darunter, welche anderen CO2-Quellen es geben kann, wie Backöfen usw.

Link: The Washington Post


  17. Februar 2021

Wer muss in Quarantäne?

Am 11. Februar 2021 aktualisierten die CDC die Richtlinien dazu, wann eine Person nach der Exposition gegenüber oder engem Kontakt mit jemandem, der COVID-19 hat oder positiv darauf getestet wurde, in Quarantäne muss. Die aktualisierten Richtlinien legen nun dar, dass eine Person, die in den letzten drei Monaten vollständig geimpft wurde und keine Symptome aufweist, nach engem Kontakt nicht in Quarantäne muss. Personen, die innerhalb der letzten drei Monate positiv auf COVID-19 getestet wurden und sich erholt haben, müssen nicht in Quarantäne oder erneut getestet werden, solange sie keine neuen Symptome entwickeln. Wenn eine Person innerhalb von drei Monaten nach der ersten COVID-19-Infektion wieder Symptome entwickelt, muss sie möglicherweise erneut getestet werden, wenn keine andere Ursache für ihre Symptome ermittelt wurde. Ansonsten ist eine Quarantäne für Personen erforderlich, die in engem Kontakt mit jemandem gestanden haben, der COVID-19 hat. Enger Kontakt ist definiert als das insgesamt 15-minütige oder längere Verweilen innerhalb von ca. 1,8 Metern Abstand zu einer Person mit COVID-19, die häusliche Versorgung von Personen mit COVID-19-Erkrankung, direkter körperlicher Kontakt mit einer mit COVID-19 infizierten Person (durch Umarmung oder Küssen), das Teilen von Trink- oder Essgeschirr, oder wenn man angeniest oder angehustet wird. Auf der CDC-Website werden außerdem Optionen zur Verkürzung der Quarantänezeit erörtert.

Link: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/if-you-are-sick/quarantine.html


  16. Februar 2021

Viruslast ist Hauptfaktor für Übertragung von SARS-CoV-2

Bei der Analyse von Daten aus einer spanischen Studie, die ursprünglich entwickelt wurde, um die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei der Reduzierung der Übertragung von SARS-CoV-2 zu bestimmen, beobachteten die Forscher eine Zunahme der sekundären Attack-Rate von 12 %, wenn der Indexfall eine Viruslast von < 1 x 106 Kopien/ml aufwies, auf 24 %, wenn der Indexfall eine Viruslast von ≥ 1 x 1010 Kopien/ml aufwies. Diese Studie, die am 2. Februar 2021 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, ergab, dass die Viruslast der Hauptfaktor für die Übertragung war. Weitere mit einem erhöhten Risiko für die Übertragung assoziierte Faktoren waren Haushaltskontakte und zunehmendes Alter der Kontaktperson. Faktoren, die keine Prognose für eine Übertragung lieferten, wurden als Verwendung einer Maske seitens der Kontaktperson sowie Atemwegsbeschwerden des Indexfalls (z. B. Husten, Kurzatmigkeit [Dyspnoe] und laufende Nase [Rhinitis]) berichtet. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass höhere Viruslasten in den Abstrichen von asymptomatischen Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer symptomatischen Erkrankung assoziiert waren und dass diese Kontaktpersonen kürzere Inkubationszeiten aufwiesen als diejenigen mit niedrigeren Viruslasten.

Link: https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(20)30985-3/fulltext


  9. Februar 2021

Coronavirus-Varianten und -Mutationen

The New York Times hat eine hervorragende Erklärung geliefert, wie sich das Coronavirus entwickelt. Während sich das Virus vermehrt, entstehen neue Mutationen, da Fehler bei der Replikation des genetischen Codes des Virus gemacht werden. Diese Mutationen führen zu neuen Varianten, die sich dann von selbst vermehren und ausbreiten. Dieser Artikel liefert eine detaillierte Zusammenfassung der wichtigen Varianten, die Wissenschaftler derzeit kennen.

Link: https://www.nytimes.com/interactive/2021/health/coronavirus-variant-tracker.html?smid=em-share


  4. Februar 2021

Infektion mit SARS-CoV-2 bei antikörperpositiven Patienten

Diese prospektive Studie zur Beurteilung des Risikos für eine erneute Infektion mit SARS-CoV-2 wurde am 29. Januar 2021 im Vordruck auf dem MedRxiv-Server veröffentlicht. Eine Kohorte von 3.249 Marine-Rekruten wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen nachbeobachtet. Nach einer zweiwöchigen Quarantäne- und Testphase waren 3.076 bei dreiwöchentlichen Polymerase-Kettenreaktion(PCR)-Tests auf das SARS-CoV-2-Virus negativ. Von diesen waren 225 seropositiv für zwei separate Antikörper gegen das Virus, und die übrigen waren seronegativ. Diese Rekruten wurden die nächsten sechs Wochen lang klinisch und mit mehreren PCR-Tests beobachtet. Die Studie ergab, dass 19/189 (10,1 %) seropositive Teilnehmer mindestens ein positives PCR-Testergebnis hatten, während 1.079/2.246 (48 %) seronegative Teilnehmer positiv getestet wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass das hohe Infektionsrisiko bei denjenigen Teilnehmern, die zuvor seronegativ waren, wahrscheinlich durch die beengten Lebensbedingungen, die Notwendigkeit von persönlichen Kontakten und das fordernde Regime während des Basistrainings bedingt ist. Daher schützen die durch die Erstinfektion induzierten Antikörper zwar weitgehend, sie sind jedoch keine Garantie gegen eine nachfolgende Infektion.

Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.01.26.21250535v1


  3. Februar 2021

Es wird berichtet, dass der russische COVID-19-Impfstoff eine Wirksamkeit von 91,6 % bei der Reduzierung bestätigter Fälle besitzt

Die vorläufigen Ergebnisse der Phase-III-Studie für den russischen Impfstoff Gam-COVID-Vac (genannt Sputnik V) wurden am 2. Februar 2021 in The Lancet veröffentlicht. Es handelte sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, die in Russland durchgeführt wurde. Im Herbst 2020 wurden 21.977 Erwachsene nach dem Zufallsprinzip der Impfstoffgruppe (n = 16.501) oder der Placebogruppe (n = 5.476) zugewiesen. Die Studienteilnehmer erhielten 2 Dosen des Impfstoffs im Abstand von 21 Tagen. Der primäre Endpunkt der Studie war der Anteil der Teilnehmer mit COVID-19, bestätigt durch Polymerase-Kettenreaktion(PCR)-Tests ab 21 Tagen nach Erhalt der ersten Dosis (Tag der zweiten Dosis). Die Ergebnisse zeigten, dass der Impfstoff zu 91,6 % wirksam war. Die beobachtete Wirksamkeit des Impfstoffs war in allen Alters- und Geschlechts-Untergruppen größer als 87 %. Bemerkenswerterweise betrug die Wirksamkeit des Impfstoffs 91·8 % bei Teilnehmern im Alter von über 60 Jahren. Es gab keine Fälle (Impfstoffgruppe) und 20 Fälle (Placebogruppe) von mittelschweren oder schweren COVID-19-Erkrankungen, die mindestens 21 Tage nach Dosis 1 bestätigt wurden; somit lag die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen mittelschweres oder schweres COVID-19 bei 100 %. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht. Keines der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse wurde mit dem Impfstoff in Zusammenhang gebracht. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass diese Zwischenanalyse zeigte, dass der Gam-COVID-Vac-Impfstoff bei Teilnehmern im Alter von 18 Jahren oder älter in Russland hochwirksam war, eine substanzielle Immunantwort erzeugen konnte und gut vertragen wurde.

Link: https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)00234-8/fulltext


  29. Januar 2021

Moderna kündigt Strategie an, um neuen Virusvarianten entgegenzuwirken

Das British Medical Journal berichtete am 26. Januar 2021 online, Moderna habe bekannt gegeben, dass das Unternehmen derzeit zwei neue Ansätze für die aufkommenden Varianten von COVID-19 entwickelt. Studien haben eine sechsfache Reduktion der neutralisierenden Antikörper gegen die südafrikanische Variante gezeigt, was Anlass zur Besorgnis gibt, dass die Immunität nachlassen könnte. Obwohl der aktuelle Impfstoff sowohl gegen die südafrikanische als auch die britische Variante wirksam war, erforschte Moderna „aus einem Übermaß an Vorsicht heraus“ zwei verschiedene Ansätze, um mit diesem Belang umzugehen. Ein Ansatz besteht darin, herauszufinden, ob eine dritte Auffrischungsdosis des aktuellen Impfstoffs die neutralisierenden Titer gegen neu auftretende Varianten weiter erhöhen würde. Der andere ist ein Booster-Kandidat-mRNA-Impfstoff, der speziell gegen die südafrikanische Variante entwickelt wird. Moderna sagte, dass es mit Phase-I-Studien in den USA begonnen hat, um festzustellen, ob dieser modifizierte Impfstoff mit variantenspezifischen Proteinen die immunologische Wirkung gegen das südafrikanische Virus verstärken würde. Eine Studie an einigen tausend Teilnehmern für die neuen Ansätze würde in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Eine Gruppe würde eine dritte Auffrischungsimpfung des ursprünglichen Impfstoffs mit zwei Dosen erhalten, während eine zweite Gruppe den neuen Auffrischungsimpfstoff mRNA-1273.351 erhalten würde.Der neue Ansatz kann bis zum Herbst parat sein, und die Zulassung durch die Food and Drug Administration ist möglicherweise schneller als die langen Studien der Phasen I, II und III, die für einen neuen Impfstoff erforderlich sind.

Link: https://www.bmj.com/content/372/bmj.n232


  27. Januar 2021

Britische COVID-19-Variante ist wahrscheinlich tödlicher

Die Scientific Advisory Group for England (SAGE) berät staatliche Entscheidungsträger wissenschaftlich zu Notfallsituationen und kommt derzeit häufig zusammen, um mit der aktuellen Pandemie umzugehen. Bei ihrem Meeting am 21. Januar 2021 erörterten sie die COVID-19-Variante B.1.1.7. Es hat sich gezeigt, dass diese Virusvariante, die im Dezember 2020 erstmals im Vereinigten Königreich identifiziert wurde, leichter übertragen wird und nun in weiten Teilen des Vereinigten Königreichs schnell zur dominanten Variante geworden ist. Neue Daten deuten darauf hin, dass die Letalität mit der neuen Variante um 30 % bis 40 % zunimmt. Der Anstieg der Fallsterblichkeitsrate wurde in allen Altersgruppen beobachtet. Die in der Analyse verwendeten Studien und Daten finden sich in den Protokollen des Meetings vom 21. Januar 2021. Obwohl die Daten vorläufig sind, kamen Berater zu dem Schluss, dass eine realistische Möglichkeit eines erhöhten Sterberisikos im Vergleich zu anderen Varianten besteht.

Link: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/955239/NERVTAG_paper_on_variant_of_concern__VOC__B.1.1.7.pdf

 


  18. Dezember 2020

COVID-19-Übertragung unter Schülern und Mitarbeitern in Bildungseinrichtungen in Italien

Um die sekundäre Befallsrate für COVID-19-Fälle zu bestimmen, die bei Schulkindern und Mitarbeitern in 41 Klassen an 36 Schulen aus der Provinz Reggio Emilia in Norditalien von deren Wiedereröffnung am 1. September bis zum 15. Oktober 2020 auftrat, wurde eine ausführliche epidemiologische Untersuchung durchgeführt. Unter circa 1.000 Schülern und 200 Mitarbeitern gab es 48 Indexfälle (43 Schüler, 5 Mitarbeiter). Während der epidemiologischen Untersuchungen wurden 1.200 Kontakte dieser Indexfälle untersucht und 38 sekundäre Fälle gefunden (3,8 %), die alle aus Fällen infizierter Schüler hervorgingen. Die Rate der sekundären Befallsraten zeigte jedoch große Unterschiede zwischen den Altersgruppen, wobei 14 Fälle bei Vorschul- und Grundschulkindern eine sekundäre Befallsrate von 0,38 % und 28 Fälle an mittleren und höheren Schulen eine sekundäre Befallsrate von 6,46 % aufwiesen. Die niedrige sekundäre Befallsrate in Vorschulen und Grundschulen stimmte mit anderen bisher veröffentlichten Studien überein. Allerdings zeigten weiterführende Schulen eine wesentlich höhere Übertragungsrate als in vielen, jedoch nicht in allen früheren Studien berichtet wurde.

Link: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7730487/


  11. Dezember 2020

Wie der Impfstoff von Pfizer-BioNTech funktioniert

Die Experten des Impfstoffberatungsgremiums der FDA haben empfohlen, dass die FDA dem von Pfizer-BioNTech entwickelten Impfstoff gegen COVID-19 eine Notfallzulassung erteilt. Die New York Times veröffentlichte eine Beschreibung der Funktionsweise, die hinter der Technologie des neuen Impfstoffs steckt.

Link zur Ankündigung des Impfstoffs: https://www.nytimes.com/2020/12/10/health/covid-vaccine-pfizer-fda.html

Link zur Beschreibung des Impfstoffs: https://www.nytimes.com/interactive/2020/health/pfizer-biontech-covid-19-vaccine.html


  9. Dezember 2020

Aus diesen Gründen müssen geimpfte Menschen immer noch eine Maske tragen

Ein Artikel, der am 8. November 2020 in der New York Times veröffentlicht wurde, bot eine Zusammenfassung darüber, wie Impfstoffe gegen Viruserkrankungen der Atemwege, wie COVID-19, wirken. Die neuen Impfstoffe werden wahrscheinlich verhindern, dass Sie an COVID-19 erkranken. Jedoch weiß bisher niemand, ob sie verhindern, dass Sie den Virus auf andere übertragen – aber diese Information wird noch kommen.

Link: https://www.nytimes.com/2020/12/08/health/covid-vaccine-mask.html?smid=em-share


  8. Dezember 2020

Medizinisches Personal und die Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen werden den COVID-19-Impfstoff in der Anfangsphase des Impfprogramms erhalten.

Die zwischenzeitlichen Empfehlungen des Beratungskomitees für Immunisierungspraktiken (Advisory Committee on Immunization Practices, ACIP) über die Vergabe des COVID-19-Impfstoffs wurde im Morbidity and Mortality Weekly Report (Wöchentlichen Bericht zur Morbidität und Mortalität) der CDC am 3. Dezember 2020 veröffentlicht. Der Bericht erörtert die Leitlinien für die Anfangsphase des nationalen COVID-19-Impfprogramms. Das Komitee empfiehlt, dass der Impfstoff in der Anfangsphase dem medizinischen Personal und Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen angeboten wird. Der Bericht räumt ein, dass, selbst wenn ein oder mehrere Impfstoffkandidaten eine Notfallzulassung erhalten, die Nachfrage nach dem Impfstoff in den ersten Monaten des nationalen Impfprogramms das Angebot übersteigen wird. Das Komitee merkte an, dass Gesundheitseinrichtungen im Allgemeinen und insbesondere Langzeitpflegeeinrichtungen Hochrisiko-Standorte für eine SARS-CoV-2-Exposition und -Übertragung sein können. Das Komitee ist der Ansicht, dass der Schutz des medizinischen Personals entscheidend ist, um die Fähigkeit zur Versorgung von Patienten mit COVID-19 oder anderen Erkrankungen aufrechtzuerhalten. Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen sind aufgrund ihres Alters, ihrer hohen Raten von Grunderkrankungen und der gemeinschaftlichen Wohnsituation einem hohen Risiko für eine Infektion und eine schwere Erkrankung aufgrund von COVID-19 ausgesetzt. Dies wurde durch die Meldung unterstrichen, dass bis zum 15. November 2020 circa 500.000 COVID-19-Fälle und 70.000 mit COVID-19 zusammenhängende Todesfälle bei Bewohnern von qualifizierten Pflegeeinrichtungen gemeldet wurden. 

Die COVID-19-Arbeitsgruppe bestand aus Experten für Impfstoffe und Ethik. Sie hielten mehr als 25 Sitzungen ab, um die Daten zu den Impfstoffkandidaten und zur COVID-19-Überwachung und -Modellierung sowie veröffentlichte Literatur zur Impfstoffvergabe und Berichte von externen Experten zu überprüfen. Darüber hinaus gab es sieben öffentliche Sitzungen der ACIP zu COVID-19-Impfstoffthemen. Das Komitee wurde von den Prinzipien geleitet, den Nutzen zu maximieren, Schäden zu minimieren, Gerechtigkeit zu fördern und gesundheitliche Benachteiligungen auszugleichen. Die zwischenzeitliche Empfehlung könnte auf Grundlage zusätzlicher Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit, die aus klinischen Studien der Phase III stammen, und aufgrund der Bedingungen der FDA-Notfallzulassung aktualisiert werden.

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6949e1.htm


  3. Dezember 2020

 Ein Delirium ist häufig bei älteren Patienten, die mit COVID-19 vorstellig werden

Ein Delirium ist ein akutes Stadium der Verwirrtheit, das durch Störungen der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins und der Kognition gekennzeichnet ist. Ein Delirium ist bekanntermaßen ein häufig auftretendes Symptom bei älteren Erwachsenen mit schweren Erkrankungen und ist mit unerwünschten Ergebnissen einschließlich verlängerter Krankenhausaufenthalte und Tod assoziiert. Eine Studie, die am 19. November 2020 in JAMA Network Online veröffentlicht wurde, verwendete eine Kohorte von 847 aufeinanderfolgenden Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter, die an sieben Prüfzentren in den USA in der Notaufnahme vorstellig wurden und anschließend eine Diagnose von COVID-19 erhielten. Bemerkenswerterweise wurde ein Delirium bei 28 % der 847 Patienten festgestellt und war das Hauptsymptom bei 16 % dieser Patienten. Insgesamt war das Delirium das sechsthäufigste aller auftretenden Symptome und Anzeichen. Darüber hinaus hatten 37 % der Patienten mit Delirium keine weiteren typischen Symptome von COVID-19 wie Husten und Fieber. Ein Delirium bei der Vorstellung war außerdem signifikant mit einem erhöhten Risiko für schlechte Krankenhausergebnisse einschließlich Aufenthalt auf der Intensivpflegestation und Tod verknüpft. Zu den Faktoren, die dazu beitrugen, ob ein Patient mit Delirium vorstellig werden würde, gehörten Alter über 75 Jahre, Wohnsitz in einer betreuten Wohngemeinschaft oder einer qualifizierten Pflegeeinrichtung, vorherige Anwendung von Psychopharmaka, Seh- oder Hörstörungen, Schlaganfall und Morbus Parkinson. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung des Deliriums als ein vorhandenes Symptom von COVID-19 bei älteren Patienten.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2773106


  30. November 2020

 COVID-Zehen: Eine Manifestation der virusinduzierten Immun-Überaktivität

Während der COVID-19-Pandemie hat es Berichte über juckende und schmerzhafte rote Stellen, Schwellungen und Blasenbildung an den Zehen und selten an den Fersen und Fingern gegeben. Dieses Leiden wird Frostbeulen genannt, aber es wird während der Pandemie als „COVID-Zehen“ bezeichnet. Ein Bericht in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology behandelte 40 Patienten, die innerhalb eines Zeitraums von weniger als zwei Wochen mit frostbeulenartigen Läsionen an einer COVID-Klinik in Nizza vorstellig wurden. Diese Vorstellung war sehr ungewöhnlich, weil die Region um Nizza ein gemäßigtes Klima aufweist. Die Manifestationen von frostbeulenartigen Läsionen stimmten mit der lokalen Ausbreitung von SARS-CoV-2 überein. Die meisten Patienten waren jung und hatten keine weiteren medizinischen Probleme. Die Forscher stellten bei allen diesen Patienten Anzeichen einer überaktiven Immunantwort fest. Bemerkenswerterweise hatten alle Patienten in den Fallserien negative PCR-Testergebnisse für COVID-19, und nur rund 30 % hatten Antikörper gegen das Virus. Vierundzwanzig Patienten (60 %) berichteten über Kontakte mit möglichen COVID-19-Fällen, und 11 (27,5 %) erfüllten die Definition für eine mögliche COVID-19-Erkrankung innerhalb der 6 Wochen vor dem Auftreten der frostbeulenartigen Läsionen.

 

Der Artikel untersuchte den möglichen Zusammenhang zwischen diesen Hautläsionen und der SARS-CoV-2-Infektion. Die Forscher beobachteten eine signifikant höhere Immun-Antwort bei Patienten mit frostbeulenartigen Läsionen im Vergleich zu denjenigen mit mittelschwerer oder schwerer COVID-19-Erkrankung. Sie glauben, dass die übersteigerte Immunantwort ebenfalls die relativ niedrige Rate der SARS-CoV-2-Seropositivität bei Patienten mit frostbeulenartigen Läsionen erklären mag, weil diese Patienten in der Lage waren, die Infektion zu beseitigen, bevor eine Antikörper-Immunität entsteht. Der Artikel kam zu dem Schluss, dass diese Läsionen Manifestationen einer virusinduzierten übersteigerten Immunantwort sind, und legte nahe, dass dies durch eine SARS-CoV-2-Infektion verursacht wurde. Es wurde jedoch erklärt, dass ein definitiver Nachweis eines kausalen Zusammenhangs zwischen COVID-19 und frostbeulenartigen Läsionen nicht erbracht worden ist.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/2773121

 


  24. November 2020

 FDA erstellt Notfallzulassung für erstes Heim-Testkit für COVID-19

Lucira Health erhielt die Zulassung für die Anwendung eines COVID-19-Selbsttest-Kits im Notfall. Dieses Komplett-Testkit soll das SARS-CoV-2-Virus erkennen, das COVID-19 verursacht. Der Komplett-Test ist zur Verschreibung für zu Hause für Personen im Alter von 14 Jahren und älter zugelassen, wenn deren Arzt den Verdacht hat, dass sie COVID-19 haben. Der Test kann auch in Arztpraxen, Krankenhäusern, Notfallversorgungszentren und Notfallambulanzen verwendet werden. Dieser Test konnte im Vergleich zu anderen hochempfindlichen PCR-Tests 94,1 % der Infektionen präzise erkennen. Der Test ist nicht an symptomlosen Patienten ausgewertet worden.

Und so funktioniert es: Sie platzieren die mitgelieferte Ampulle in die batteriebetriebene Testeinheit, machen einen Nasenabstrich (wie bei anderen nasalen COVID-19-Tests), rühren den Tupfer in die Ampulle und verschließen dann die Ampulle und drücken den Verschluss nach unten, bis Sie ein Klicken hören und das „Ready“-Lämpchen zu blinken beginnt. Nach Vollendung des Tests erscheinen die Ergebnisse in etwa 30 Minuten als positiv oder negativ.

Link zur Pressemitteilung: https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/coronavirus-covid-19-update-fda-authorizes-first-covid-19-test-self-testing-home

Link: https://www.fda.gov/media/143810/download


  23. November 2020

  Der COVID-19-Impfstoff ist für die Bekämpfung der Pandemie wichtig, doch der Erfolg hängt davon ab, wann und wie der Impfstoff die Menschen erreicht

 In einer neuen Studie wurde untersucht, wie wirksam verschiedene COVID-19-Impfstoffe bei der Reduzierung der Anfälligkeit für Infektionen sowie bei Krankenhauseinweisungen und Todesfällen wären. Obwohl Studien zu Impfstoffen hohe Wirkungsgrade berichtet haben, verringert sich die Wirksamkeit, wenn der Impfstoff außerhalb der sorgfältig kontrollierten Umstände einer klinischen Studie verabreicht wird. Die Forscher stellten fest, dass der Erfolg eines Impfstoffs nicht nur davon abhängt, wie wirksam der Impfstoff selbst ist, sondern auch wie effektiv dessen Herstellung und Verteilung sind. Weitere Faktoren, die den Erfolg beeinflussen werden, umfassen unter anderem, in welchem Maße jemand bereit ist, einen Impfstoff zu erhalten (oder zu einer Auffrischungsimpfung wiederzukommen), und wie gut die routinemäßigen öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen wie Händewaschen, Tragen von Masken und soziale Distanzierung weiterhin befolgt werden.

Link: https://www.healthaffairs.org/doi/10.1377/hlthaff.2020.02054


  10. November 2020

  Eine Mutation kann dem SARS-CoV-2-Virus helfen, die Immunreaktion des Körpers zu umgehen

Forscher vom University of Glasgow Centre for Viral Research berichten über N439K, eine Variante des SARS-CoV-2-Virus mit einer Mutation, die ihm ermöglicht, die antikörpervermittelte Immunität des Körpers zu umgehen und dabei die Virulenz aufrechtzuerhalten.

Die N439K-Mutation wurde zuerst in Schottland identifiziert und trat anschließend in 12 Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten, auf. Sie ist die am zweithäufigsten beobachtete Variante weltweit.

Die Rezeptorbindungsdomäne (RBD) ist der Teil des viralen Spike-Proteins, welcher dem Virus ermöglicht, in Zellen einzudringen.  Die Rezeptorbindungsvariante mit der N439K-Mutation ist mit einem ähnlichen klinischen Spektrum der Erkrankung und etwas höheren Viruslasten in vivo im Vergleich zu Varianten ohne diese Mutation assoziiert. Außerdem bindet sich die N439K-Mutation besser an menschliche Zellen und vervielfacht sich etwas schneller. Diese Merkmale können Anlass zur Besorgnis geben, falls die Version des SARS-CoV-2-Virus mit der N439K-Mutation weltweit vorherrschend wird.

Link: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.11.04.355842v1.full.pdf

 


  2. November 2020

  Monoklonale Antikörper gegen COVID-19 zeigen vielversprechende Ergebnisse in laufender Studie

In einer am 28. Oktober 2020 abgegebenen Pressemitteilung aktualisierte Regeneron Ergebnisse der laufenden ambulanten Studie zu seinem monoklonalen Antikörper-Cocktail REGN-COV2 (eine Kombination aus zwei monoklonalen Antikörpern). Diese Aktualisierung fügte zusätzliche 524 Patienten zu den 275 Patienten hinzu, über die anfänglich in einer früheren Pressemitteilung berichtet wurde. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie zur Messung der Auswirkungen einer Hinzufügung von REGN-COV2 auf den üblichen Behandlungsstandard versus Placebo. Regeneron gab bekannt, dass die laufende Phase-II/III-Studie zu seinem monoklonalen Antikörper-Cocktail positive Ergebnisse erzielte und den primären Endpunkt sowie einen wichtigen sekundären Endpunkt erreichte. Insbesondere REGN-COV2 reduzierte signifikant die Viruslast und die medizinischen Untersuchungen für eine Kohorte von Patienten mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung. Regeneron hat diese Ergebnisse der US-amerikanischen FDA mitgeteilt, die einen Antrag auf Anwendung in Notfallsituationen (Emergency Use Authorization) für niedrig dosierte REGN-COV2 zur Behandlung von Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung überprüft, die ein hohes Risiko für schlechte Ergebnisse aufweisen.

Link zur Pressemitteilung: https://newsroom.regeneron.com/news-releases/news-release-details/regenerons-covid-19-outpatient-trial-prospectively-demonstrates

 


  27. Oktober 2020

  Betrachtungen zur Zulassung von COVID-19-Impfstoffen für die Anwendung in Notfallsituationen

Ein Ausblick, der am 16. Oktober 2020 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, erörtert einige Probleme bezüglich der Bereitstellung eines COVID-19-Impfstoffs im Rahmen einer Zulassung für die Anwendung in Notfallsituationen. Die Autoren heben die Notwendigkeit hervor, die Dringlichkeit für die Verfügbarkeit eines Impfstoffs abzuwägen, um auf einen schwerwiegenden Gesundheitsnotstand zu reagieren, gegenüber der Notwendigkeit, über ausreichende Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit zu verfügen. Die Autoren erörtern die Argumentation hinter der Empfehlung, dass Teilnehmer an einer klinischen Studie zwei Monate lang nach der Verabreichung des Impfstoffs überwacht werden müssen, um adäquate Daten zur Unterstützung einer Zulassung für die Anwendung in Notfallsituationen zu erfassen. Sie weisen darauf hin, dass, obwohl die meisten mit der Impfung verknüpften unerwünschten Ereignisse innerhalb von sechs Wochen nach dessen Verabreichung beginnen, eine vollständige Evaluierung der Sicherheit und Wirksamkeit einen längeren Nachbeobachtungszeitraum erfordert. Sie warnen davor, dass jede Beschränkung dieser minimalen Nachbeobachtungsphase die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich der und das öffentliche Vertrauen in die Entscheidung zur Zulassung eines Impfstoffs für die Anwendung in Notfallsituationen untergraben würde.

Link:https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp2031373


  20. Oktober 2020

  Die Wahrscheinlichkeit, dass schwangere Frauen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, das Virus auf ihre Neugeborenen übertragen, ist gering

Eine Studie, die am 12. Oktober 2020 online in JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Trennung von für COVD-19 positiven Müttern von ihren Neugeborenen möglicherweise nicht gerechtfertigt ist und das unmittelbare Stillen sicher zu sein scheint. Eine retrospektive Kohortenanalyse der ersten 101 Neugeborenen, die zwischen dem 13. März und dem 24. April 2020 von 100 Müttern mit perinatalen SARS-CoV-2-Infektionen in zwei großen Krankenhäusern geboren wurden, die dem Columbia University Irving Medical Center angegliedert sind, ergab eine Gesamtinzidenz der Übertragung von 2,0 % (95 %-KI: 0,2 %-7,0 % – 2 Neugeborene) und keine Hinweise auf eine klinische Infektion in der Kohorte der Säuglinge. Überdies wurden 55 Säuglinge in den ersten zwei Lebenswochen in einer neuen COVID-19 Newborn Follow-up Clinic nachbeobachtet, von denen alle gesund blieben. Dem Wissen des Autors nach war dies die bislang größte Serie von Neugeborenen von Müttern, die eine positive oder vermutete SARS-CoV-2-Infektion hatten. Insgesamt gab es keine klinische Evidenz für eine neonatale COVID-19-Infektion. Die Studie unterstützt die Beibehaltung evidenzbasierter Praktiken bei der Neugeborenenpflege wie Rooming-in, Einleitung des Stillens und verzögertes Baden und legt nahe, dass die Trennung von SARS-CoV-2-positiven Müttern von ihren Neugeborenen und die Vermeidung des unmittelbaren Stillens möglicherweise nicht gerechtfertigt sind.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/fullarticle/2771636


  19. Oktober 2020

  Studie der Weltgesundheitsorganisation befindet, dass Remdesivir und andere zu einem neuen Zweck genutzte Medikamente bei COVID-19 unwirksam sind 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich eine groß angelegte randomisierte, aber nichtverblindete oder placebokontrollierte Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit von vier umfunktionierten antiviralen Medikamenten bei der Behandlung von COVID-19 zu evaluieren. Zu den antiviralen Medikamenten gehörten Remdesivir, Hydroxychloroquin, Lopinavir (Fixkombination mit Ritonavir)und Interferon. Die Studie umfasste 11.266 erwachsene Patienten mit COVID-19, die in 405 Krankenhäusern in 30 Ländern aufgenommen wurden. Die Patienten wurden randomisiert in verschiedene Arzneimittelgruppen aufgeteilt und erhielten Studienmedikamente, welche auch immer lokal verfügbar waren, oder offene Überwachung. In dieser Studie erhielten 2.750 Patienten Remdesivir, 954 erhielten Hydroxychloroquin, 1.411 erhielten Lopinavir, 651 erhielten Interferon und Lopinavir, 1.412 erhielten nur Interferon und 4.088, die Kontrollgruppe, erhielten kein Studienmedikament. Die Studie ergab, dass keines dieser Medikamente  die Initiierung der Beatmung, die Mortalität oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierte. Die Nicht-Peer-Review-Daten wurden von den SOLIDARITY-Prüfärzten dem medRxiv-Preprint-Server übermittelt.

Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.10.15.20209817v1


  15. Oktober 2020

  Überschüssige Todesfälle und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie 

Ein Leitartikel in der Ausgabe vom 12. Oktober 2020 des Journal of the American Medical Association resümierte und kommentierte mehrere Berichte, die in jener Ausgabe der Zeitschrift veröffentlicht wurden, hinsichtlich der Mortalität, der wirtschaftlichen und der emotionalen Kosten der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten. Vom 1. März bis 1. August 2020 ereigneten sich insgesamt 1.336.561 Todesfälle in den Vereinigten Staaten, eine Zunahme um 20 % gegenüber den erwarteten, was 225.530 überschüssige Todesfälle ausmacht, von denen 67 % direkt auf COVID-19 zurückführbar waren. Die anderen überschüssigen Todesfälle sind mit Recht anderen Faktoren im Zusammenhang mit der Pandemie zuzuschreiben. Eine Projektion dieses fünfmonatigen Zeitraums auf den Rest des Jahres 2020 legt nahe, dass sich in diesem Jahr mehr als 400.000 überschüssige Todesfälle ereignet haben werden, was der Anzahl der US-amerikanischen Todesfälle im Zweiten Weltkrieg nahekommt. Ein anderer Artikel lenkt die Aufmerksamkeit auf weitere Folgen der Pandemie und deutet darauf hin, dass für jeden Todesfall voraussichtlich neun Familienmitglieder von einer lang anhaltenden Trauer oder Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind. Und ein weiterer Artikel schätzt die finanziellen Kosten der Pandemie ein.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2771758


  9. Oktober 2020

  COVID-19-Antikörper von genesenden Plasmaspendern schwinden nach 3 bis 4 Monaten dahin

Eine longitudinale Studie in Quebec, Kanada, die von Healio News berichtet und am 1. Oktober 2020 als Brief in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht wurde, vermeldete 15 genesende Plasmaspender, die ihr Plasma mehrmals gespendet hatten. Ihre erste Spende erfolgte 33 bis 77 Tage nach Einsetzen der Symptome und ihre letzte Spende 66 bis 114 Tage danach.  Antikörper der Anti-Rezeptor-bindenden Domäne (RBD) waren bei der ersten Spende für alle Spender vorhanden, und die Konzentration nahm zwischen der ersten und letzten Spende für alle Spender ab. Die Forscher teilten den Zeitplan der Spenden in vier Quartilbereiche auf (33-53, 54-69, 70-84 und 85-114 Tage). Die Antikörper-Konzentrationen blieben zwischen dem ersten, zweiten und dritten Quartil stabil, mit einer geringen, aber nicht statistisch signifikanten Abnahme. Im Gegensatz dazu gab es zwischen dem dritten und vierten Quartil eine deutliche Abnahme (36,8 %; p = 0,0052) der Antikörper-Konzentrationen. Dieses Ergebnis setzt Personen, die von COVID-19 genesen und Blutplasma spenden möchten, davon in Kenntnis, dass sie nicht zu lange warten sollten, sobald sie qualifiziert sind, und informiert Kliniker darüber, dass sie gespendetes Plasma auf das Vorhandensein von Antikörpern überprüfen sollten, bevor sie es Patienten verabreichen.

Links: https://www.healio.com/news/hematology-oncology/20201001/covid19-antibodies-in-convalescent-plasma-donations-wane-by-3-to-4-months?ecp%20=%207e47bd7b-fe8e-4fe6-aa89-4526a98357d5&M_BT=3679670404669

     https://ashpublications.org/blood/article/doi/10.1182/blood.2020008367/463996/Waning-of-SARS-CoV-2-RBD-antibodies-in


  8. Oktober 2020

  Studie ergibt, dass Hochrisiko-Kontakt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von COVID-19 in Indien spielt

In einer der bislang umfangreichsten Studien zur Übertragung von COVD-19 erreichten die Bemühungen zum Kontakt-Tracing 3.084.885 Personen, die 84.965 positiv getesteten Coronavirus-Patienten in zwei Staaten in Indien ausgesetzt waren. Die Forscher überprüften 575.071 Kontaktpersonen, von denen individuelle epidemiologische Daten sowie Laborbefunde verfügbar waren. Die Studie wurde am 30. September 2020 in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Forscher vom Princeton Environmental Institute, von der John Hopkins University und der University California Berkeley arbeiteten mit Fachkräften der öffentlichen Gesundheit in den südostindischen Staaten Tamil Nadu und Andra Pradesh zusammen. Die Daten zeigten, dass infizierte Patienten im Durchschnitt mit rund 7 Personen in Kontakt kamen. und dass 71 % der positiven Patienten keine Kontakte infizierten. Für Hochrisiko-Kontakte (die engen sozialen Kontakt oder direkten körperlichen Kontakt mit Indexfällen ohne Schutzmaßnahmen hatten) betrug die Übertragungsrate (von einem Indexfall zu einem exponierten Kontakt) rund 10,7 %. Für Niedrigrisiko-Kontakte (Nähe zu Indexfällen, erfüllten jedoch nicht diese Kriterien für eine Hochrisiko-Exposition) betrug die Übertragungsrate rund 4,7 %. In der Studie waren Kinder und junge Erwachsene die wichtigsten Demografien bezüglich der Ausbreitung des Virus, und am häufigsten übertrugen sie das Virus auf jemanden in ihrem Alter. Diese Demografien sind möglicherweise wichtiger bei der Übertragung des Virus, als in früheren Studien ermittelt wurde. Die Studie hebt die Rolle der Übertragung durch Hochrisiko-Kontakt hervor.

Link: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/29/science.abd7672


  2. Oktober 2020

  Immunologische Anomalien erklären möglicherweise, warum einige ansonsten gesunde Patienten eine schwere COVID-19-Erkrankung entwickeln

Zwei Studien, die kürzlich in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurden, werfen etwas Licht darauf, warum Personen möglicherweise eine schwere COVD-19-Erkrankung entwickeln. Die Forscher stellten fest, dass einige Patienten Antikörper gegen Interferon-Proteine haben und dass andere angeborene Störungen oder genetische Mutationen aufweisen, welche die Interferon-Produktion und -Funktion behindern. Bei der Suche nach Interferon-Antikörpern bei Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie stellten sie fest, dass von den 987 Patienten, die sie mit schwerer COVID-19-Erkrankung untersuchten, 101 Patienten neutralisierende Auto-Antikörper gegen Typ-1-Interferone aufwiesen. Im Vergleich dazu hatte von den 663 Personen, die eine asymptomatische oder leichte COVD-19-Erkrankung entwickelten, niemand die Anti-Interferon-Antikörper. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Patienten im Alter von über 65 Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit Interferon-Antikörper entwickelten. Interferone sind eine Reihe von 17 essentiellen Proteinen, die Zellen im Körper vor Viren schützen.Personen, denen Typ-I-Interferone fehlen, können keine effektive Immunantwort initiieren. Die Forscher haben zuvor gezeigt, dass eine signifikante Anzahl von Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung eine seltene genetische Variante in 13 Genen trugen, die für die Immunabwehr des Körpers gegen Grippe entscheidend sind, und in dieser Studie fanden sie ähnliche Mutationen bei (3,5 %) 23 von 659 Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie. Dieses Ergebnis kann ein besseres Verständnis dafür liefern, warum einige Personen eine schwere Erkrankung entwickeln und andere nicht. Den Patienten, die eine schwere COVID-19-Pneumonie entwickelten, fehlte ein funktionelles Gen vollständig, und sie produzierten keine nachweisbaren Typ-I-Interferone als Reaktion auf eine SARS-CoV-2 Infektion. Insgesamt könnten angeborene Störungen und immunologische Anomalien, die einen Mangel an Typ 1-Interferonen verursachen, eine Rolle bei bis zu 14 % der schwersten Fälle von COVD-19-Infektionen spielen. Diese beiden Publikationen heben die entscheidende Rolle der Typ-I-Interferone bei der schützenden Immunität gegen SARS-CoV-2 hervor.

Links: https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/23/science.abd4585

         https://science.sciencemag.org/content/early/2020/09/28/science.abd4570


  23. September 2020

 Unterschiedliche Immunantworten auf SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und erwachsenen Patienten in stationärer Behandlung

Eine Studie, die am Albert Einstein College of Medicine Children's Hospital Montefiore und der Yale University durchgeführt wurde, verglich die Immunantworten von Erwachsenen und jüngeren COVID-19-Patienten, um zu untersuchen, warum Kinder normalerweise eine mildere Erkrankung durchlaufen als Erwachsene. In der Studie wurden Zytokine sowie humorale und zelluläre Immunreaktionen bei jungen (Alter < 24 Jahre, n = 65) und erwachsenen (n = 60) COVID-19-Patienten verglichen. Wie erwartet stellte die Studie fest, dass es Kindern klinisch viel besser ging als Erwachsenen.

Die Daten zeigten auch, dass jüngere Patienten eine robustere angeborene Immunität zeigten als Erwachsene. Dies wurde durch höhere Werte für das Zytokin Interleukin-17 (IL-17) nachgewiesen, das mit dem angeborenen Immunsystem in Verbindung steht. Andererseits zeigten Erwachsene eine robustere T-Zell-Reaktion auf das virale Spike-Protein, hatten höhere Titer neutralisierender Antikörper im Serum und wiesen im Vergleich zu jüngeren Patienten eine robustere Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose auf. Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Spiegel neutralisierender Antikörper bei den erwachsenen COVID-19-Patienten, die starben oder mechanisch beatmet wurden, höher waren als bei jenen, die sich erholt hatten, und signifikant höher als die bei jüngeren Patienten nachgewiesenen Spiegel.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die robustere angeborene Reaktion der jungen Menschen, diese wohl davor schützt, eine schwere Erkrankung und oft tödliche Ausgänge zu entwickeln, und als Folgerung daraus, dass eine Verstärkung der T-Zell- und Antikörperreaktion nicht hilfreich ist, insbesondere spät im Verlauf der Erkrankung.

Link: https://stm.sciencemag.org/content/early/2020/09/21/scitranslmed.abd5487


  16. September 2020

  Beurteilung Ihres Risikos für die Teilnahme an einer Veranstaltung während der Pandemie

Inmitten der Pandemie wäre die Kenntnis des Risikos, während der Teilnahme an einer Veranstaltung einem COVID-19-positiven Patienten zu begegnen, eine wichtige Informationshilfe bei der Entscheidung, ob man diese Veranstaltung besucht. Da sich viele Teile des Landes zu öffnen beginnen, ist das Vermögen, die mit der Wiederaufnahme unwesentlicher Aktivitäten verbundenen Risiken einzuschätzen, äußerst wichtig. Es gibt ein Tool, das von Georgia Tech entwickelte COVID-19 Event Risk Assessment Planning Tool, das Daten über die Anzahl der Fälle von The New York Times und dem Dashboard bei Covidtracking.com integriert und täglich aktualisiert wird. Diese interaktive Karte zeigt Ihnen bis auf Landesebene, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie auf einer Veranstaltung einer bestimmten Größe jemandem mit COVID-19 über den Weg laufen. Das Tool stellt das Risikoniveau in Prozenten dar, ob mindestens eine Person mit COVID-19 auf einem Event in einem vorgegebenen Bezirk anwesend ist, basierend auf der Größe der Versammlung. Der Rechner geht davon aus, dass jede Person, die an einer Veranstaltung teilnimmt, genauso wahrscheinlich infiziert werden kann wie jede andere in einer bestimmten Region. Der Rechner kann für Verzerrungen bei der Ermittlung angepasst werden. Dabei wird ein Mehrfaches davon einkalkuliert, wie viel mehr Fälle es gibt, als gemeldet werden. Basierend auf diesen Annahmen können die Ergebnisse der Berechnung als Annäherungswert betrachtet werden. Wenn Sie beispielsweise an einer Hochzeit mit 100 anwesenden Personen im Bezirk Los Angeles teilnehmen wollten, besteht unter Anwendung einer Verzerrung der Ermittlung von 10 eine Chance von 74 %, dass mindestens eine Person mit COVID-19 infiziert wäre. Das Risiko läge bei 61 % in Philadelphia, aber bei weniger als 1 % in Wetzel County West Virginia.

 

Link:https://covid19risk.biosci.gatech.edu/


  15. September 2020

  Studie bestreitet, dass ein Zytokinsturm für schwerwiegende Folgen bei COVID-19 verantwortlich ist

Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Schweregrad der Erkrankung bei Patienten mit COVID-19 möglicherweise nicht auf einen Zytokinsturm zurückzuführen ist. Ein Zytokinsturm ist eine Immunreaktion, bei der Zytokine, die ein normaler Bestandteil der körpereigenen Immunantwort sind, in so hoher Zahl freigesetzt werden, dass der Körper überreagiert. In einer Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde, ermittelten Forscher vom Radboud Universitätsklinikum in den Niederlanden die Konzentrationen von drei Zytokinen im Blut von Patienten, die mit folgenden Erkrankungen in der Intensivpflegestation aufgenommen worden waren:

  • COVID-19 und akutes respiratorisches Distresssyndrom (ARDS)
  • Bakterieller septischer Schock (mit oder ohne ARDS)
  • Herzstillstand oder schweres Trauma

Patienten, welche bereits Erkrankungen aufwiesen, die Immundefekte verursachten oder Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erforderten, wurden nicht in diese Studie einbezogen.

Die Forscher stellten fest, dass die Konzentrationen aller drei Zytokine bei COVID-19-Patienten signifikant niedriger waren als bei Patienten mit bakteriellem septischen Schock mit ARDS. Die Zytokin-Konzentrationen bei COVID-19-Patienten waren mit denen von IPS-Patienten mit Trauma oder Asystolie vergleichbar. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten auf, dass COVID-19 nicht durch einen Zytokinsturm gekennzeichnet ist, wodurch frühere Berichte und Mutmaßungen infrage gestellt werden, dass ein Zytokinsturm eine wichtige Rolle bei den schwerwiegenderen Folgen für Patienten mit COVID-19 spielt. Ob Antizytokintherapien einen Nutzen für Patienten mit COVID-19 erbringen, muss noch geprüft werden.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2770484?guestAccessKey=ca659b2f-6a60-4204-8ef6-f89f746f0693&utm_source=twitter&utm_medium=social_jama&utm_term=3649792285&utm_campaign=article_alert&linkId=98774464


  8. September 2020

  Systemische Kortikosteroide und Mortalität bei schwer kranken Patienten mit COVID-19 

Kortikosteroide reduzieren die Mortalität bei schwer kranken Patienten mit COVID-19 deutlich. Dies sind die Ergebnisse einer Metaanalyse von sieben prospektiven, randomisierten Studien an 1.703 Patienten, die am 2. September 2020 in JAMA veröffentlicht wurde. Die Metaanalyse basierte auf einer relativ großen Anzahl schwer kranker Patienten mit COVID-19 aus geografisch unterschiedlichen Standorten. Von den 1.703 Patienten in der Studie starben 647 bis 28 Tage nach der Randomisierung. Die Mortalitätsrate unter den Patienten, die eine Regelversorgung erhielten, betrug 40 %; diese sank auf 32 % bei denjenigen, welche mit Kortikosteroiden behandelt wurden. Dies war ein statistisch signifikanter Unterschied (p < 0,001). Dieses Ergebnis traf für Patienten zu, die eine mechanische Beatmung benötigten, sowie für diejenigen, welche zusätzlich Sauerstoff, aber kein Beatmungsgerät benötigten. Die Metaanalyse ergab außerdem geringfügige Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen für Patienten, die Kortikosteroide erhielten, versus denjenigen, welche diese nicht erhielten. Basierend auf dem klaren Vorteil, den Kortikosteroide für schwer kranke Patienten zeigten, veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation aktualisierte Leitlinien ,in denen die Anwendung von systemischen Kortikosteroidenbei der Behandlung von Patienten mit schwerer und kritischer COVD-19-Erkrankung empfohlen wird.

Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2770279

Link zur WHO: https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/who-updates-clinical-care-guidance-with-corticosteroid-recommendations


  28. August 2020

  Neuer intranasaler COVID-19-Impfstoff löst eine starke, weitreichende Immunreaktion aus und verhindert Infektion bei Mäusen

Die Washington University School of Medicine gab die Entwicklung eines neuen COVID-19-Impfstoffs bekannt. Im Gegensatz zu anderen in der Entwicklung befindlichen Impfstoffen für COVID-19 wird dieser Impfstoff intranasal verabreicht. Mäuse, die diesen Impfstoff erhielten, entwickelten eine starke Immunantwort, insbesondere in der Nasenschleimhaut und den oberen Atemwegen. Der Seniorautor der wissenschaftlichen Publikation Michael S. Diamond, MD, PhD, sagte: „Diese Mäuse waren gut vor der Erkrankung geschützt, und bei einigen Mäusen sahen wir Hinweise auf eine sterilisierende Immunität, bei der es keine Anzeichen einer Infektion jeglicher Art gibt, nachdem die Maus dem Virus ausgesetzt wird.“ Der Impfstoff verwendet als Vektor ein Adenovirus, das unschädlich gemacht worden ist und das Spike-Protein vom Coronavirus inseriert bekommen hat. Der neue Impfstoff integriert außerdem zwei Mutationen in das Spike-Protein. Diese Mutationen stabilisieren es in eine spezifische Form, die der Bildung von Antikörpern dagegen äußerst zuträglich ist. Beim Vergleich von nasaler Verabreichung mit intramuskulärer Injektion stellten die Forscher fest, dass durch die intranasale Zuführung eine Infektion sowohl in den oberen als auch in den unteren Atemwegen verhindert wurde. Obwohl die intramuskuläre Injektion eine Immunantwort induzierte, die einer Pneumonie vorbeugte, verhinderte sie keine Infektion in der Nase oder der Lunge. Ein vielversprechendes Ergebnis war, dass eine einzelne intranasale Dosis eine derart robuste Immunantwort hervorrief, dass eine zweite Dosis nicht erforderlich sein sollte. Die Forscher werden bald mit der Untersuchung des intranasalen Impfstoffs bei nichtmenschlichen Primaten beginnen und planen, so schnell wie möglich klinische Studien am Menschen vorzubereiten. Diese Studie wurde am 19. August 2020 online in Cell veröffentlicht.

Link zur Pressemitteilung: https://medicine.wustl.edu/news/nasal-vaccine-against-covid-19-prevents-infection-in-mice/

 

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092867420310680
                                                            


  19. August 2020

  Zeitpunkt der Symptome kann helfen, COVID-19 von anderen Atemwegserkrankungen zu differenzieren

Forscher am USC Michelson Center for Convergent Bioscience analysierten Tausende von COVID-19-Fällen und ergründeten die wahrscheinlichste Reihenfolge von COVID-19-Symptomen. Der Studie zufolge, die in der medizinischen Fachzeitschrift Frontier Public Health veröffentlicht wurde, ist die wahrscheinlichste Reihenfolge der Symptome wie folgt: Fieber, gefolgt von Husten, gefolgt von Muskelschmerzen, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen und dann Diarrhö. Die Forscher analysierten Datensätze für mehr als 55.000 COVID-19-Fälle in China, die Mitte Februar von der Weltgesundheitsorganisation erfasst wurden, sowie Daten zu fast 1.100 Fällen vom 11. Dezember bis 29. Januar, die von der China Medical Treatment Expert Group erfasst wurden. Beim Vergleich der Progression der Symptome bei COVID-19-Patienten mit Grippe, SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom) und MERS (Middle East Respiratory Syndrom) stellten die Forscher fest, dass die vorliegende Reihenfolge der Symptome helfen kann, COVID-19 von anderen Atemwegserkrankungen zu unterscheiden. COVID-19 kündigt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst mit Fieber und dann Husten an, im Gegensatz zur Grippe, deren erste Symptome am wahrscheinlichsten Husten, gefolgt von Fieber sind. Bei COVID-19 gehen die Symptome des oberen Gastrointestinaltrakts Übelkeit und Erbrechen am wahrscheinlichsten der Diarrhö voraus, was die Erkrankung sowohl von SARS als auch von MERS unterschiedet, bei denen die Diarrhö mit hoher Wahrscheinlichkeit Übelkeit und Erbrechen vorausgeht. Die Analyse legte außerdem nahe, dass, wenn Diarrhö ein vorliegendes Symptom von COVID-19 ist, der Patient einen ernsteren Fall erleben kann. Diese Informationen können für medizinische Fachkräfte hilfreich sein, um COVID-19-Patienten von anderen zu unterscheiden. Patienten, die über das Fortschreiten der COVID-19-Symptome aufgeklärt werden, können früher um medizinische Hilfe ersuchen als andernfalls und können früher unter Quarantäne gestellt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden.

Link: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpubh.2020.00473/full#SM1


  10. August 2020

  Anzahl neu identifizierter Krebsfälle während der Pandemie um 46,4 % zurückgegangen

Laut einem am 4. August 2020 im JAMA-Netzwerk veröffentlichten Forschungsbrief nahm die Analyse der Anzahl an neuen Krebsdiagnosen während des Zeitraums der Pandemie vom 1. März bis 18. April 2020 im Vergleich zu den historischen Daten zur Baseline um 46,4 % ab. Die Studie umfasste Patienten quer durch die USA, an denen von Quest Diagnostics Untersuchungen auf jegliche Ursachen durchgeführt wurden, bei denen der anordnende Arzt einen ICD-10-Code mit einer der sechs Arten häufiger Krebserkrankungen (Brust-, Dickdarm-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Speiseröhrenkrebs) verknüpfte. Die meisten Rückgänge der neuen Krebsdiagnosen ereigneten sich bei Brust- und Dickdarmkrebs, deren Diagnosen am häufigsten durch Screening gestellt werden. Die Resultate spiegeln die Ergebnisse aus anderen Ländern wider, in denen gleichfalls eine ebenso starke Abnahme der wöchentlichen Krebsinzidenz um 40 % und eine Abnahme der Überweisungen wegen Verdachts auf Krebs um 75 % festgestellt worden ist, seit die COVID-19-Auflagen in Kraft gesetzt wurden. Der Brief weist darauf hin, dass der Krebs keine Pause einlegt und die Verzögerung der Diagnose wahrscheinlich zu einer Vorstellung von Krebserkrankungen in fortgeschritteneren Stadien mit möglicherweise schlechteren klinischen Ergebnissen führen wird. Der Artikel verwies auf eine Studie, die eine potenzielle Zunahme von 33.890 exzessiven Todesfällen in den Vereinigten Staaten nahelegte, und fordert eine dringende Planung, um die Konsequenzen der verzögerten Diagnosen anzugehen.

Link: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2768946


  4. August 2020

  Frühere Exposition gegenüber den Coronaviren, die eine gewöhnliche Erkältung verursachen, kann den Schweregrad der SARS-CoV-2-Symptome beeinflussen

In einem Online-Artikel vom 29. Juli 2020 im Science Magazine wurde über eine Studie berichtet, die als Vordruck in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde und aufzeigte, dass gesunde Personen Immunzellen besaßen, die in der Lage waren, das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zu erkennen. Die Forscher legten nahe, dass diese Kreuzreaktivität auf eine frühere Exposition gegenüber „gewöhnlichen Erkältungs“-Coronaviren zurückzuführen ist und eine Rolle im Spektrum des Schweregrads der Symptome in der Pandemie spielen kann. Helfer-T-Zellen von gesunden Personen ohne bekannte Exposition gegenüber COVID-19 wurden Fragmenten des Spikes des SARS-CoV-2-Proteins ausgesetzt. Bei 35 % der gesunden Personen waren die Gedächtnishelfer-T-Zellen in der Lage, die Fragmente von SARS-CoV-2 zu erkennen. Der Artikel erörtert allgemeine Informationen über die Immunreaktion des Körpers, die Auswirkungen der Studienergebnisse und zukünftige Pläne der Forscher zur weiteren Untersuchung, wie das Spektrum der immunologischen Faktoren mit Symptomen zusammenhängt.

Link zum Science Magazinehttps://scienmag.com/could-prior-exposure-to-common-cold-viruses-affect-the-severity-of-sars-cov-2-symptoms/

Link zu Naturehttps://www.nature.com/articles/s41586-020-2598-9


  30. Juli 2020

  Rascher Zerfall von Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern

In einer Korrespondenz, die inThe New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, berichteten Forscher von der David Geffen School of Medicine an der University of California über eine kleine Studie an 31 Teilnehmern, die sich von einer leichten COVID-19-Erkrankung erholt hatten und deren Antikörper-Konzentrationen gegen das SARS CoV-2- Virus quantifiziert wurden. Die Messungen zeigten einen raschen Zerfall von Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern. Die Autoren merkten an, dass eine kürzlich durchgeführte Studie auf einen raschen Zerfall dieser Antikörper hindeutete, doch die Rate wurde nicht im Einzelnen beschrieben. In der aktuellen Studie wurde die erste Konzentration von Antikörpern 37 Tage nach dem Einsetzen der Symptome erfasst (Bereich: 18 bis 65) und die letzte Messung wurde 86 Tage nach dem Einsetzen der Symptome erhalten (Bereich: 44 bis 119)Die mittlere Abnahme der Konzentration von Antikörpern deutete auf eine Halbwertszeit von etwa 36 Tagen über den Beobachtungszeitraum hin. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass der frühe Zerfall der Antikörper nach einer akuten viralen Exposition Bedenken aufkommen lässt, dass die humorale Immunität gegen SARS-CoV-2 bei Personen mit leichter Erkrankung möglicherweise nicht lange anhält. Sie äußerten Besorgnis hinsichtlich der antikörperbasierten Immunitätsausweise, der Herdenimmunität und eventuell der Dauerhaftigkeit von Impfstoffen angesichts ihrer Ergebnisse und dessen, was bereits über die allgemeinen menschlichen Coronaviren bekannt ist.

Link:https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2025179


  29. Juli 2020

  FDA warnt Verbraucher und medizinische Fachkräfte, bestimmte Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis nicht zu verwenden

In einer Pressemitteilung vom 27. Juli 2020, wiederholte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ihre Warnung, bestimmte Handdesinfektionsmittel, die Methanol enthalten, nicht zu verwenden. Es gab eine zunehmende Anzahl unerwünschter Ereignisse, einschließlich Blindheit, Herzfehlern, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem sowie Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. In der Pressemitteilung wurde außerdem über die jüngsten Durchführungsbemühungen der FDA berichtet, um bestimmte Handdesinfektionsmittel nicht ins Land zu lassen. Die FDA betont, dass Verbraucher darauf achten müssen, welche Handdesinfektionsmittel sie verwenden, und ermahnt Konsumenten, die Anwendung sämtlicher Handdesinfektionsmittel auf der Liste der gefährlichen Handdesinfektionsmittel der FDA unverzüglich zu stoppen. Methanol, allgemein als Holzspiritus bekannt, ist eine gefährliche Substanz. Die Exposition kann zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen, dauerhafter Blindheit, Krampfanfällen, Koma, permanenter Schädigung des Nervensystems oder zum Tod führen. Bei Personen, die diese Produkte auf ihren Händen anwenden, besteht das Risiko einer Methanol-Vergiftung; Kleinkinder, die diese Produkte schlucken, oder Jugendliche und Erwachsene, die diese Produkte als Alkoholersatz trinken, sind jedoch am meisten gefährdet.

Link: https://www.fda.gov/drugs/drug-safety-and-availability/fda-updates-hand-sanitizers-methanol#products


  23. Juli 2020

  Argumentation für eine Aerosol-Übertragung von SARS-CoV-2

Kimberly Prather, Chair of Atmospheric Chemistry am Scripps Institute of Oceanography, University of California San Diego, und ihre Kollegen verfassten einen in Science veröffentlichten Artikel, in dem sie dafür argumentieren, dass SARS-CoV-2 durch Aerosole übertragen werden kann, und in dem die Wissenschaft und die Argumentationslinie erklärt wird, weshalb eine Übertragung durch Aerosole auftreten kann und auch auftritt. Dr. Prather merkt an, dass in Anbetracht dessen, wie wenig über die Entstehung und das Verhalten von infektiösen Atemtröpfchen, die durch die Luft übertragen werden, bekannt ist, sich die Definition eines sicheren Abstands für eine soziale Distanzierung schwierig gestaltet. Sie sagt, dass in der Annahme, dass sich die SARS-CoV-2-Virione (die vollständige, infektiöse Form eines Virus) in Submikron-Aerosolen befinden, wie es bei Influenzaviren der Fall ist, ausgeatmeter Zigarettenrauch, der ebenfalls Submikron-Partikel enthält und wahrscheinlich den gleichen Strömungs- und Verdünnungsmustern folgt, einen guten Vergleich darstellt. „Der Abstand von einem Raucher, in dem man den Geruch des Zigarettenrauchs wahrnehmen kann, gibt die Distanz in der Umgebung an, in der man infektiöse Aerosole inhalieren könnte.“ Sie ist der Meinung, dass Masken wirksam sind und dass es wichtig ist, eine richtig sitzende Maske zu tragen, selbst wenn man sich 2 Meter voneinander entfernt befindet. 

Link: https://science.sciencemag.org/content/368/6498/1422


  20. Juli 2020

  Übertragung von SARS-CoV-2: Eine Kurzdarstellung der Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte am 9. Juli 2020 eine wissenschaftliche Kurzdarstellung, die das derzeitige Wissen über die Übertragung von COVID-19 aktualisiert. Die Kurzdarstellung wurde von der Weltgesundheitsorganisation und deren Partnern verfasst, um die Informationen, die aus Übersichtsartikeln und aus Veröffentlichungen in von Experten begutachteten Zeitschriften und aus veröffentlichten Manuskripten stammen, die als Vordruck ohne vorherige Expertenbegutachtung auf Preprint-Portalen veröffentlicht wurden, zusammenzulegen. In dem Dokument werden die verschiedenen Arten diskutiert, durch die das Virus übertragen werden kann, und wann Personen mit SARS-CoV-2 andere infizieren können. Die Kurzdarstellung erörtert auch die Frage, ob eine asymptomatische oder eine präsymptomatische Übertragung auftritt. Die Kurzdarstellung der Weltgesundheitsorganisation hebt hervor, dass das Verständnis darüber, wie sich die Infektion ausbreitet und wann und unter welchen Bedingungen das Virus übertragen wird, wichtige Folgen für die Strategien der Krankheitsprävention hat.

Link:https://www.who.int/news-room/commentaries/detail/transmission-of-sars-cov-2-implications-for-infection-prevention-precautions


  17. Juli 2020

  Mutter-zu-Fötus-Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion

Es wurden einige Fälle einer Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion auf Neugeborene beschrieben. Es ist jedoch unklar, ob die Infektion vor oder während der Geburt übertragen wurde oder ob sie durch einen Viruskontakt in der Umgebung verursacht wurde. In der Ausgabe der Zeitschrift Nature Communications vom 14. Juli 2020 berichteten Forscher über ein Neugeborenes, das über die Plazenta mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert wurde. Ärzte untersuchten die Plazenta und bestätigten, dass das Gewebe große Mengen des SARS-CoV-2-Virus enthielt. Das Neugeborene hatte Symptome einer Hirnverletzung, die denen älterer Patienten mit COVID-19 ähnlich waren.

Link: https://www.nature.com/articles/s41467-020-17436-6


  15. Juli 2020

  Eine italienische Studie ergibt, dass 81,9 % der Personen im Alter von 20 Jahren oder jünger nach einer Infektion mit dem Coronavirus keine Symptome zeigen

Nach Alter aufgeteilte Schätzungen der Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Symptomen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind spärlich. Die Strategien zur Kontrolle der Infektionsausbreitung, die sich auf die Testung der engen Kontakte der Personen mit der Infektion und die Isolation positiv getesteter Personen stützen, werden durch asymptomatische Infektionen, die leicht von den Überwachungsteams übersehen werden, beeinträchtigt. Von besonderer Bedeutung ist die Übertragung einer Infektion durch Kinder, da diese mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit Symptome zeigen. In einer Studie in der Lombardei in Italien wurden die engen Kontakte von 64.252 Personen mit durch ein Labor bestätigter SARS-CoV-2-Infektion klinisch überwacht. In der Studie wurde eine Gruppe von 3.420 infizierten Personen identifiziert, bei denen alle engen Kontaktpersonen entweder durch Nasenabstriche oder serologische Tests auf COVID-19 untersucht wurden. Dies ergab eine Gesamtstichprobengröße von 5.484 engen Kontakten. Unter den ausgewählten 5.484 engen Kontakten wurden 51,5 %, oder 2.824, positiv getestet. Von den 2.824 bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen waren 876, oder 31 %, symptomatisch. Als symptomatische Fälle wurden diejenigen definiert, die Symptome der oberen oder unteren Atemwege (z. B. Husten, Kurzatmigkeit) oder Fieber ≥ 37,5 °C zeigten. Die Daten wurden nach Alter aufgeteilt und die Forscher stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Symptome zu entwickeln, mit dem Alter zunahm:

  • Alter < 20 Jahre: 18,1 % entwickelten Symptome
  • Alter 20–39 Jahre: 22,4 % entwickelten Symptome
  • Alter 40–59 Jahre: 30,5 % entwickelten Symptome
  • Alter 60–79 Jahre: 35,5 % entwickelten Symptome
  • Alter > 80 Jahre: 64,6 % entwickelten Symptome

Die Autoren merkten an, dass der Beitrag asymptomatischer Infektionen zur Übertragung von SARS-CoV-2 nur schlecht in Zahlen gefasst ist, und dass die Schätzungen des Anteils der asymptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen in Abhängigkeit davon, welche Symptome in die Definition mit eingeschlossen wurden und wann diese festgestellt wurden, im Bereich von 17 bis 87 % liegen. Diese Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion aufzuweisen, mit dem Alter steigt. Diese Studie stellt eine nützliche Information dar, die dazu führen kann, dass wir die Rolle von Kindern und jungen Erwachsenen in der Epidemiologie von COVID-19 besser verstehen.  Diese vorläufige Studie ist noch nicht in einer durch Experten begutachteten Zeitschrift erschienen. Die Autoren haben ihre Ergebnisse jedoch online auf der Preprint-Plattform arXiv verfügbar gemacht.

Link: https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/2006/2006.08471.pdf


  14. Juli 2020

  Ein Großteil der COVID-19-Patienten hatte nach Erholung von akuter Infektion anhaltende Symptome

Eine Studie, die von italienischen Forschern durchgeführt und im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde, ergab, dass ein Großteil der COVID-19-Patienten fortbestehende Symptome aufwies. Die Studie umfasste 143 Patienten, die nach Erholung von COVID-19 aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Alle Patienten hatten die Kriterien für eine Beendigung der Quarantäne erfüllt (kein Fieber an drei aufeinanderfolgenden Tagen, Besserung weiterer Symptome und zwei negative Testergebnisse für COVID-19 im Abstand von 24 Stunden). Die Patienten wurden im Durchschnitt 36 Tage nach der Entlassung in die Studie aufgenommen und hatten einen weiteren negativen PCR-Test auf COVID-19  zum Zeitpunkt der Aufnahme. Die Mehrheit der Patienten berichtete über Müdigkeit und Kurzatmigkeit als anhaltende Symptome. Zum Zeitpunkt der Beurteilung waren nur 12,6 % vollständig frei von COVID-19-bedingten Symptomen, während 30 % ein oder zwei Symptome und 55 % drei oder mehr Symptome aufwiesen. Keiner der Patienten hatte Fieber oder jegliche Anzeichen einer akuten Erkrankung. Bei 44,1 % der Patienten wurde eine schlechtere Lebensqualität beobachtet. Ein hoher Anteil von Personen berichtete Müdigkeit (53,1 %), Dyspnoe (43,4 %), Gelenkschmerzen (27,3 %) und Brustschmerzen (21,7 %). Die Forscher weisen darauf hin, dass, obwohl viel Aufmerksamkeit auf die akute Phase von COVID-19 gerichtet wird, eine kontinuierliche Überwachung nach der Entlassung hinsichtlich langanhaltender Effekte notwendig ist. Die Autoren merken an, dass die Studie Einschränkungen aufweist, da es sich um eine monozentrische Studie handelt und Informationen über Symptome, die der Patient vor der Infektion  hatte, nicht verfügbar waren. Darüber hinaus gab es keine Kontrollgruppe zum Vergleich.

Link:https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768351                                                                                                                


  2. Juli 2020

 CDC erklären, schwangere Frauen haben ein größeres Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung

Laut einem neuen Bericht, der am 26. Juni 2020 online im Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR) veröffentlicht wurde, weisen schwangere Frauen möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung auf. Bei Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 44 Jahre), die mit SARS-CoV-2 (dem Virus, das COVID-19 verursacht) infiziert waren, war die Schwangerschaft mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt, eine Einweisung in die Intensivpflegestation und für die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung verknüpft. Die Schwangerschaft stand jedoch nicht mit einem erhöhten Sterberisiko in Zusammenhang. Mit Stand vom 7. Juni gab es 8.207 Fälle von schwangeren Frauen, die den CDC als positiv auf COVID-19 getestet gemeldet wurden. Diese Frauen wurden mit den 83.205 Frauen im gebärfähigen Alter verglichen, die bekanntermaßen nicht schwanger waren und positiv auf COVID-19 getestet wurden. Es gab einen erheblich größeren Anteil an Krankenhauseinweisungen bei den schwangeren Frauen (31,5 %) im Vergleich zu den nicht schwangeren Frauen (5,8 %). Aufnahmen in die Intensivpflegestation wurden für 1,5 % der schwangeren Frauen im Vergleich zu 0,9 % ihrer nicht schwangeren Pendants berichtet, und eine mechanische Beatmung war für 0,5 % der schwangeren Frauen im Vergleich zu 0,3 % ihrer nicht schwangeren Pendants erforderlich. Hispano- und afroamerikanische Frauen scheinen eher mit SARS-CoV-2 während der Schwangerschaft infiziert zu werden. Die Autoren weisen darauf hin, dass Frauen während der Schwangerschaft physiologische und immunologische Veränderungen erleben, die das Risiko für eine schwerere Erkrankung infolge von Atemwegsinfektionen erhöhen könnten. Obwohl die Studie mehrere Einschränkungen aufweist, legen die Autoren dieses CDC-Berichts dar, dass „…schwangere Frauen auf ihr mögliches Risiko für eine schwere Erkrankung durch COVID-19 hingewiesen werden sollten. Schwangere Frauen und ihre Familien sollten Maßnahmen ergreifen, um ihre Gesundheit zu gewährleisten und die Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektion zu verhindern. Spezielle Maßnahmen, die schwangere Frauen ergreifen können, umfassen, nicht die Termine zur Schwangerschaftsfürsorge ausfallen zu lassen, Interaktionen mit anderen Menschen so weit wie möglich einzuschränken, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um bei der Interaktion mit anderen einer Erkrankung an COVID-19 vorzubeugen, einen Vorrat an Medikamenten für mindestens 30 Tage zu haben und mit ihrem Gesundheitsdienstleister darüber zu sprechen, wie man während der COVID-19-Pandemie gesund bleibt. Um bei schwangeren Frauen schwerwiegende Auswirkungen aufgrund von COVID-19 zu verringern, sollte Nachdruck auf Maßnahmen zur Vorbeugung einer SARS-CoV-2-Infektion gelegt werden, und potenzielle Hindernisse bezüglich der Einhaltung dieser Maßnahmen müssen angegangen werden.“

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6925a1.htm?s_cid=mm6925a1_w


  29. Juni 2020

 Die Verringerung des täglichen CO2-Ausstoßes während der COVID-19-Einschränkungen

Laut einer am 17. Mai 2020 in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlichten Studie fiel die Menge an Kohlendioxid (CO2), die durch menschliche Tätigkeiten jeden Tag freigesetzt wurde, während des Höhepunkts der Coronavirus-Krise im frühen April um ganze 17 %. Staatliche Einschränkungsanordnungen (Quarantäne oder zu Hause bleiben), die zur Verringerung der Übertragung des Virus während der COVID-19-Pandemie verhängt wurden, haben die Nachfrage nach Energie in der ganzen Welt drastisch verändert. Der tägliche Ausstoß fiel vorübergehend auf Mengen, die zuletzt im Jahr 2006 beobachtet wurden. Die Analyse wurde von einem internationalen Team aus Forschern durchgeführt, die bei der Organisation Future Earth am sogenannten Global Carbon Project arbeiten, einer Initiative zur Nachverfolgung der Auswirkungen, die die durch Menschen erzeugten Treibhausgase auf den Planeten haben. Die Abnahme des CO2-Ausstoßes von 17 % trat im frühen April auf, als die Einschränkungsmaßnahmen auf der ganzen Welt ihren Höhepunkt erreicht hatten. Die Gesamtauswirkung auf den jährlichen Ausstoß 2020 hängt von der Dauer der Einschränkungen ab. Mit einer geringen Schätzung von etwa 4 % Verringerung, falls die Bedingungen, die vor der Pandemie geherrscht haben, im Juni wieder Einzug erhalten, und einer hohen Schätzung von etwa 7 % Verringerung, wenn einige der Einschränkungen bis Ende 2020 weltweit weiter bestehen bleiben. Die Autoren weisen darauf hin, dass die jährliche Abnahme des CO2-Ausstoßes zwischen 4,2 % und 7,5 % vergleichbar ist mit der Abnahme, die über das nächste Jahrzehnt hinweg jedes Jahres erzielt werden muss, um die Veränderung des Klimas auf 1,5 °C zu begrenzen. Dies hebt die Herausforderung hervor, die vor uns liegt, wenn wir dem Klimawandel in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen entgegenwirken wollen.

Link: https://www.nature.com/articles/s41558-020-0797-x


   23. Juni 2020

 Die Blutgruppe steht mit der Schwere der COVID-19-Erkrankung im Zusammenhang

Eine am 17. Juni 2020 in der Zeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie berichtet über eine genetische Analyse von mehr als 1.900 schwer kranken Patienten aus Spanien und Italien, die aufgrund von COVID-19 ein Atemversagen erlitten. Diese schwer erkrankten Patienten wurden mit mehr als 2.000 Patienten verglichen, die gesund waren. Einige davon hatten möglicherweise COVID-19, jedoch nur mit leichten oder gar keinen Symptomen. Frühere Studien haben darauf hingedeutet, dass die Blutgruppe einer Person die Anfälligkeit für COVID-19 beeinflussen könnte. Forscher stellten eine Genposition fest, die bei vielen der Patienten mit Atemversagen aufgrund von COVID-19 häufig vorgefunden wurde. Dieses Gen überschneidet sich auch mit einem Gen, das die Blutgruppe beeinflusst. Eine weitere Studie fand heraus, dass Menschen mit Blutgruppe A im Vergleich zu Menschen mit anderen Blutgruppen, ein deutlich höheres Risiko für ein Atemversagen durch COVID-19 aufwiesen. Blutgruppe O hatte eine schützende Wirkung. Die Ergebnisse geben nicht an, in welchem Zusammenhang die Blutgruppen bei COVID-19-Patienten mit einem Atemversagen stehen. Aber die Ergebnisse liefern Ärzten zusätzliche Hinweise, um vermuten zu können, welche Patienten ein höheres Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung haben könnten.

Link: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2020283?query=featured_coronavirus#article_references


 

  18. Juni 2020

 Begleiterkrankungen erhöhen Todesfälle bei COVID-19 um Faktor 12

Die Frühausgabe des Morbidity and Mortality Weekly Report der US-amerikanischen Centers for Disease Control vom 15. Juni beschreibt die demografischen Merkmale, Grunderkrankungen, Symptome und Ergebnisse von 1.320.488 laborbestätigten COVID-19-Fällen bis zum 30. Mai 2020. Insgesamt wurden 184.673 Patienten (14 %) stationär ins Krankenhaus aufgenommen, 29.837 (2 %) wurden auf eine Intensivstation (ITS) eingewiesen und 71.116 (5 %) verstarben. Unter den 287.320 Fällen (22 %) mit Daten zu den einzelnen Grunderkrankungen, waren die häufigsten Grunderkrankungen: Herzkreislauferkrankungen (32 %), Diabetes (30 %) und chronische Lungenerkrankungen (18 %). Krankenhausaufenthalte waren bei denjenigen, die Grunderkrankungen angaben, im Vergleich zu denjenigen, die keine Grunderkrankungen angaben, 6 Mal höher, und die Todesfälle 12 Mal höher. Die CDC sind der Meinung, dass die Ergebnisse unterstreichen, dass es notwendig ist, die Eindämmungsstrategien in den Gemeinden fortzusetzen, ganz besonders für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Link: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6924e2.htm?s_cid=mm6924e2_e&deliveryName=USCDC_921-DM30615

 
                                                                                          

 

  17. Juni 2020

 Dexamethason verringerte die Todesfälle unter den Patienten mit schwerer COVID-19

Eine Pressemitteilung der Oxford University vom 16. Juni 2020 berichtete über positive Ergebnisse einer klinischen Studie an 6.425 Patienten mit schwerer COVID-19-ErkrankungDie Patienten wurden randomisiert, um entweder 6 mg Dexamethason einmal täglich oral oder intravenös für 10 Tage (n = 2104)oder eine Regelversorgung allein (n = 4321) zu erhalten. Dexamethason verringerte die Todesfälle bei Patienten, die beatmet wurden, um 1/3 und bei Patienten, die Sauerstoff erhielten, um 1/5.. Beide Ergebnisse hatten statistisch gesehen eine starke Aussagekraft. Auf Grundlage dieser Ergebnisse würde bei der Behandlung von 8 beatmeten Patienten oder rund 25 Patienten, die Sauerstoff allein benötigen, ein Todesfall verhindert werden. Kein Vorteil zeigte sich bei den Patienten, die keine respiratorische Unterstützung benötigten. IIn der Pressemitteilung sagte Peter Horby, Professor für aufkommende Infektionskrankheiten am  Nuffield Department of Medicine der University of Oxford und einer der leitenden Prüfärzte bei der Studie: „Dexamethason ist das erste Medikament, das ein verbessertes Überleben bei COVID-19 zeigt.Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die vollständigen Daten aus der Studie bisher noch nicht veröffentlicht oder einer Begutachtung unterzogen worden sind, externe Sachverständige begrüßten die Ergebnisse jedoch unmittelbar. Patrick Vallance, der Chief Scientific Adviser der US-Regierung, bezeichnete das Ergebnis als „enorme Neuigkeiten“ und „eine bahnbrechende Entwicklung in unserem Kampf gegen die Erkrankung“. Scott Gottlieb, ein ehemaliger Beauftragter der US-amerikanischen Food and Drug Administration, nannte es ein „sehr positives Ergebnis“.

Link: https://www.recoverytrial.net/files/recovery_dexamethasone_statement_160620_v2final.pdf

 
                                                                                    

 

  12. Juni 2020

 Markanter Rückgang der Besuche in der Notaufnahme während der Frühphasen der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat eine erhebliche Auswirkung auf die Anzahl der Besuche in der Notaufnahme in den Vereinigten Staaten gehabt. Ein Bericht, der von der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC am 3. Juni 2020 im Morbidity and Mortality Weekly Report veröffentlicht wurde, zeigte auf, dass es während der Frühphase der COVID-19-Pandemie einen Rückgang der Besuche in der Notaufnahme um 42 % gab. Die durchschnittliche Anzahl der Besuche pro Woche im Zeitraum vom 29. März bis 25. April 2020 betrug 1,2 Millionen. Im vergleichbaren Zeitrahmen des Vorjahres vom 31. März bis 27. April 2019 waren es 2,2 Millionen Besuche pro Woche. Der Anteil an Besuchen aufgrund einer Infektionskrankheit war während dieses Zeitraums jedoch viermal höher. Die Rückgänge waren besonders ausgeprägt für Kinder und Frauen und ebenfalls im Nordosten des Landes. Die Besuche aufgrund von zahlreichen Erkrankungen, darunter Bauchschmerzen und andere Verdauungsbeschwerden, unspezifische Brustschmerzen und akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt) sowie Bluthochdruck, nahmen während der Pandemie ab, was Bedenken aufkommen ließ, dass einige Personen möglicherweise die Behandlung von Erkrankungen aufschieben, die unbehandelt zu zusätzlichen Todesfällen führen könnten.

Link zur Studie: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6923e1.htm?s_cid=mm6923e1_w

 
                                                                                          

 

 10. Juni 2020

 COVID-19-Sterberaten ins rechte Licht gerückt

Die New York Times überprüfte die Anzahl der Todesfälle in 25 Städten und Regionen weltweit während der verheerendsten Monate des Ausbruchs, stellte diese Zahlen deren normalen Sterblichkeitsraten gegenüber und verglich dann die Zunahmen mit anderen Naturkatastrophen in der Geschichte.

Zunahme der Todesfälle im Spitzenmonat im Vergleich zu normalen Jahren:

  • 7,3-mal Spanische Grippe von 1918 in Philadelphia
  • 6,7-mal COVID-19 in Bergamo, Italien
  • 5,8-mal COVID-19 in New York City
  • 4,0-mal COVID-19 in Lima, Peru
  • 2,4-mal Hurricane Katrina in New Orleans
  • 1,05-mal schlimme Grippesaison in New York City

 

 Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/06/10/world/coronavirus-history.html?smid=em-share

 

 


   9. Juni 2020

 Hunde können COVID-19 durch Schnüffeln an Achselhöhlen erkennen, behauptet eine Studie

Laut einer Studie von französischen Wissenschaftlern, die im Vordruck am 5. Juni 2020 auf dem bioRxiv-Server veröffentlicht wurde, sind Hunde in der Lage, das Vorhandensein von COVID-19 durch Schnüffeln am Achselschweiß von infizierten Patienten zu erkennen. Die Forscher trainierten acht belgische Malinois-Schäferhunde, um anhand von Geruchsproben, die den Achselhöhlen von mehr als 360 Probanden entnommen wurden, Personen zu identifizieren, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Die Proben stammten von gesunden sowie von an COVID-19 erkrankten Personen. Insgesamt hatten die Hunde bei der Identifizierung der Proben von COVID-19-Patienten eine Erfolgsrate von 95 %. Die Hunde wurden mit dem Geruch von COVID-19- Patienten vertraut gemacht und dahingehend trainiert, sich hinzusetzen, wenn sie darauf stießen. Der Test umfasste jeden Hund, der zwischen 15 und 68 Aufspürungen erzielte. Vier Hunde hatten einen hundertprozentigen oder einen perfekten Score, während die anderen eine Genauigkeitsrate von 83 bis 94 % erreichten. Zweimal wiesen die Hunde auf ein positives Ergebnis für Proben hin, über die den Wissenschaftlern mitgeteilt worden war, dass sie von gesunden, nicht mit dem Coronavirus infizierten Personen stammten. Die Forscher sendeten diese Informationen an die entsprechenden Krankenhäuser zurück, die Patienten wurden erneut getestet und die Ergebnisse kamen diesmal positiv auf das Virus zurück.

Die Forscher wählten den Achselschweiß, weil dieser am wirkungsvollsten hinsichtlich der Chemikalien im Körper ist, die bei Zimmertemperatur in die Luft verdunsten und eine starke chemische Signalisierung der Erkrankung liefern. Ferner existiert kein nachweisbares Virus im Schweiß, das möglicherweise die Gesundheit des Hundes gefährden könnte. Diese Machbarkeitsstudie beruhte auf der Annahme, dass Hunde wegen ihres hochentwickelten Geruchssinns trainiert werden könnten, um COVID-19- positive Personen von negativen zu unterscheiden, indem sie bestimmte spezifische Stoffwechselprodukte erkennen, die von dem SARS-CoV-2-Virus gebildet werden. Die Aufspürung mittels des Geruchssinns von Hunden hat sich in zahlreichen Situationen als wirkungsvoll erwiesen. Sie wird angewendet, um Sprengstoffe, Drogen und Banknoten zu erkennen. Sie wird außerdem zur Früherkennung von Krankheiten und verschiedenen Krebsarten beim Menschen angewendet und um diabetische oder epileptische Personen vor einer Unterzuckerung oder einem unmittelbar bevorstehenden epileptischen Anfall zu warnen. Die Autoren hoffen, eine Studie zur Bestätigung durchzuführen, und wenn die Empfindlichkeit und Genauigkeit hoch genug sind, können nationale Behörden dann ausgebildete Hunde verwenden, um COVID-19 als ergänzende Methode zu erkennen, insbesondere in Umgebungen, wo es an Geräten oder Geld mangelt, um eine standardmäßige Serologie oder einen RT-PCR-Test vorzunehmen.

Link zur Studie: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.06.03.132134v1.full.pdf+html

 


 

   8. Juni 2020

 Rund einer von drei Erwachsenen verwendet Chemikalien oder Desinfektionsmittel bei dem Versuch, sich vor COVID-19 zu schützen

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat es eine starke Zunahme von Anrufen zu Giftnotrufzentralen bezüglich Expositionen gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gegeben. Um einen Einblick in diese starke Zunahme und die Verwendung, das Wissen und die Praktiken hinsichtlich dieser Produkte zu gewinnen, führten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Mai 2020 eine Opt-in-Internet-Panelbefragung mit 502 US-amerikanischen Erwachsenen durch.

Die Ergebnisse wurden am 5. Juni 2020 im Morbidity and Mortality Weekly Report der Agentur veröffentlicht. Die Umfrage ergab, dass rund 39 % der Befragten an nicht empfohlenen Praktiken mit hohem Risiko wie der Anwendung von Bleichmitteln auf Lebensmittelprodukte, dem Auftragen von Haushaltsreinigungs- und Desinfektionsmitteln auf die Haut und dem absichtlichen Inhalieren oder Schlucken dieser Produkte beteiligt waren. Diejenigen Befragten, welche sich häufiger an Praktiken mit hohem Risiko beteiligten, berichteten häufiger über unerwünschte gesundheitliche Auswirkungen, die ihrer Meinung nach von deren Ausübung verursacht worden waren. „Diese Praktiken stellen ein Risiko für schwere Gewebeschäden und ätzende Verletzungen dar und sollten unbedingt vermieden werden“, schrieben die Autoren in dem wissenschaftlichen Artikel. Sie kamen zu dem Schluss, dass „obwohl die von den Befragten berichteten unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen nicht ihrer Beteiligung an Praktiken mit hohem Risiko zugeschrieben werden konnten, die Verknüpfung zwischen diesen Hochrisiko-Praktiken und den berichteten gesundheitlichen Auswirkungen auf eine Notwendigkeit für eine Nachrichtenübermittlung des Gesundheitswesens bezüglich sicherer und wirksamer Reinigungsmethoden hindeutet, mit dem Ziel, die Übertragung von SARS-CoV-2 in Haushalten zu verhindern.“

Link zur Studie:https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6923e2.htm?s_cid=mm6923e2_w#F2_down


 

   4. Juni 2020

 Erste Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament an Menschen

Eli Lilly, das Pharmaunternehmen mit Sitz in Indianapolis, begann diese Woche mit der ersten Studie an Menschen zu einem monoklonalen Antikörper-Medikament, das speziell gegen COVID-19 entwickelt wurde. Das Medikament ist ein hergestellter menschlicher Antikörper, der einen Antikörper verdoppelt, welcher im Blut eines Patienten gefunden wurde, der sich von COVID-19 erholt hatte. Das Blut des Patienten wurde mithilfe einer neuen Technologie untersucht, die mehr als 550 Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus identifizierte. Die Forscher wählten dann einen aus, der besonders wirksam gegen das Virus zu sein schien, und begannen mit dessen Herstellung im Labor. Antikörper-Medikamente müssen in die Vene injiziert werden, können jedoch Personen dabei unterstützen, sich von der Krankheit zu erholen. Sie könnten außerdem vorbeugend bei Personen mit hohem Risiko eingesetzt werden, die der Erkrankung ausgesetzt sind, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Link zur Ankündigung:https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/57898


 

  3. Juni 2020

 Zeitpunkt des COVID-19-Tests und die Variabilität falsch-negativer Befunde

In einer Studie, die am 13. Mai 2020 in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicin veröffentlicht wurde, analysierten Forscher an der Johns Hopkins University die Ergebnisse von sieben zuvor veröffentlichten Studien zur Genauigkeit des Antikörpertests zur Feststellung, ob jemand dem Virus ausgesetzt gewesen ist, das COVID-19 verursacht. Tests sind nicht fehlerfrei. So kann der Befund auch bei Personen, die an der fraglichen Erkrankung leiden, unauffällig sein. Diese Tests können sogenannte falsch-negative Ergebnisse aufweisen. Dagegen kann bei Personen, die nicht an der fraglichen Erkrankung leiden, ein auffälliges Testergebnis vorliegen. Das bedeutet, Tests können falsch-positive Ergebnisse liefern. 

Die Forscher stellten fest, dass die Möglichkeit eines falsch-negativen Ergebnisses erheblich mit dem Zeitpunkt des Tests variierte. Die Daten der Tests reichten vom Datum der Infektion (dem Datum der Exposition) bis zum Einsetzen der Symptome (typischerweise an Tag 5) und weitere Daten wurden nach dem Symptombeginn gesammelt. Sie entdeckten, dass die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für ein falsch-negatives Ergebnis am Datum der Exposition bei 100 % lag, an Tag 4 bei 67 %, am Tag des Symptombeginns bei 38 % und an Tag 8 nach der Exposition bei 20 % (niedrigste falsch-negative Rate). Nach Tag 8 begann sich die Wahrscheinlichkeit für ein falsch-negatives Ergebnis erneut zu erhöhen. Daher ergab sich die niedrigste falsch-negative Rate 8 Tage nach der Exposition und 3 Tage nach dem typischen Einsetzen der Symptome. Die Autoren kamen zum Schluss, dass dies der optimale Zeitpunkt für Tests sein könnte, wenn das Ziel in der Minimierung falsch-negativer Befunde besteht. 

Link zur Studie:https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-1495


 

  2. Juni 2020

 Was uns das Abwasser über die Verbreitung von COVID-19 sagen kann

Forscher haben festgestellt, dass große Mengen an SARS-CoV-2 RNA, dem genetischen Material für COVID-19, mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die Auffindung der Virensignatur von COVID-19 im Abwasser hat Wissenschaftlern ermöglicht, das Vorhandensein und die Menge des Virus mit der Ausbreitung und dem Schweregrad der Erkrankung in Beziehung zu setzen. Die Analyse des Abwassers kann ein Werkzeug zur Überwachung der Erkrankung sein und bietet eine einfachere Methode, um eine umfassendere Perspektive der Pandemie zu erlangen, ohne jede Person beproben und testen zu müssen. In einem Artikel, der am 14. Mai 2020 im Smithsonian Magazine veröffentlicht wurde, erörtert Catherine J. Wu, eine in Boston ansässige Wissenschaftsjournalistin mit Ph.D. in Mikrobiologie und Immunologie von der Harvard University, die jüngste Studie darüber, wie das Abwasser helfen kann, die Verbreitung des COVID-19-Virus und die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen der Freisetzung des Virus im Stuhl zu verfolgen, der dann seinen Weg ins Abwassernetz macht.

Link zum Artikel:https://www.smithsonianmag.com/science-nature/how-wastewater-could-help-track-spread-new-coronavirus-180974858/

 
                                                                               

 

  22. Mai 2020

 Die Lebensdauer von beim Sprechen in die Luft abgegebenen kleinen Tröpfchen und ihre potenzielle Bedeutung bei der Übertragung von SARS-CoV-2

Eine Studie, die am 13. Mai 2020 von den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) veröffentlicht wurde, hat aufgezeigt, dass beim normalen humanen Sprechen Tröpfchen verströmt werden, die in der Luft fortbestehen können. Die Forscher verwendeten Laser, um eine intensive Lichtfläche auszustrahlen, um die Salven von beim Sprechen produzierten Tröpfchen zu visualisierten, wenn Probanden die Worte „stay healthy“ (bleib gesund) sagten. Diese Methode der Lichtstreuung liefert visuelle Hinweise für die Tröpfchen-Emission und evaluiert außerdem ihre Lebensdauer in der Luft. Dieses Verfahren ist besonders sensitiv bei der Messung von beim Sprechen entstehenden Tröpfchen mit Durchmessern von weniger als 30 Mikrometern, die länger in der Luft verweilen könnten als die größeren Tröpfchen, welche üblicherweise Gegenstand der Forschung sind. Sie schätzten, dass 1 Minute lautes Sprechen mindestens 1.000 Virion-enthaltende Tröpfchen-Nuklei generiert, die mehr als 8 Minuten in der Luft bleiben. Von asymptomatischen Trägern beim Sprechen erzeugte Tröpfchen werden in zunehmendem Maße als wahrscheinlicher Modus der Krankheitsübertragung erachtet. Diese direkte Visualisierung demonstriert, wie normales Sprechen Tröpfchen in der Luft hervorbringt, die zehn Minuten oder länger dort schweben können und eminent in der Lage sind, die Erkrankung in begrenzten Milieus zu übertragen. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass diese Studie nicht die tatsächliche Übertragung von COVID-19 behandelt.

Link zur Studie: https://www.pnas.org/content/early/2020/05/12/2006874117

 
                                                                 

 

  21. Mai 2020

 Die Empfehlungen der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC zur Betreuung einer kranken Person zu Hause

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben kürzlich Richtlinien zur Betreuung einer Person mit COVID-19 zu Hause oder in einem nicht-medizinischen Umfeld veröffentlicht. Die Ratschläge beziehen sich auf die Betreuung von Personen, die symptomatisch mit COVID-19 sind, sowie von Personen, die nicht symptomatisch sind, aber positiv getestet wurden. Die Empfehlungen sind umfassend und detailliert. Die CDC bieten hilfreiche Strategien dazu, wie man die grundlegenden Bedürfnisse einer Person erfüllt, die krank ist. Die CDC identifizieren außerdem Symptome, die eine notärztliche Betreuung erfordern. Die CDC beschreiben ausführlich Möglichkeiten, wie sich Betreuungspersonen schützen können. In diesem Dokument befinden sich Anweisungen dazu, wie man den Kontakt mit kranken Personen einschränkt, wie Mahlzeiten gehandhabt werden und wann eine kranke Person oder eine Betreuungsperson einen Mund- und Nasenschutz tragen oder Handschuhe verwenden muss. Ratschläge zum Händewaschen, zur Benutzung des Badezimmers, zur Reinigung und Desinfektion rund um das Haus und zum Wäschewaschen werden erteilt. Die CDC bieten außerdem eine Orientierungshilfe dazu, wie eine Isolation zu Hause beendet wird.

Link zum CDC-Leitfaden: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/if-you-are-sick/care-for-someone.html

 
                                                        

 

  19. Mai 2020

 COVID-19: Übertragung erklärt

In einem kürzlichen Blogeintrag „Die Risiken: sie kennen - sie vermeiden“ erklärt Erin S. Bromage, PhD und außerordentlicher Professor für Biologie an der University of Massachusetts Dartmouth, die Wissenschaft einer ansteckenden Dosis, wo und wie sich das Virus ausbreitet und welche Umgebungen am riskantesten sind.  Dr. Bromage leistet hervorragende Arbeit bei der Umwandlung von Daten und Ergebnissen in eine Prosa, die von Nicht-Wissenschaftlern leichter verstanden werden kann. Ein besseres Verständnis davon, wie sich das COVID-19-Virus ausbreitet, wird Personen hoffentlich helfen, Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie eine Infektion mit dem Virus vermeiden können.

Link zum Blog: https://www.erinbromage.com/post/the-risks-know-them-avoid-them

 
                                                                 

 

  13. Mai 2020

 Pädiatrisches Multisystem-Entzündungssyndrom potenziell mitCOVID-19 verknüpft 

Das Boston Children‘s Hospital hat einen kurzen Überblick über ein kürzlich berichtetes Syndrom bei Kindern veröffentlicht, das möglicherweise mit COVID-19 in Zusammenhang steht. In den vergangenen Wochen sind Berichte aus Europa und dem Osten der USA über eine geringe Anzahl schwerkranker Kinder mit einer entzündlichen Erkrankung eingegangen, die sich auf verschiedene Organsysteme auswirkt (kawasakiähnliches Syndrom genannt). Die Berichte sind noch bruchstückhaft und die Beschreibungen der Symptome variieren, aber die Patienten scheinen Fieber, unterschiedliche Grade von Organfunktionsstörungen und mehrere Labormarker für schwere Entzündungen aufzuweisen. Das Syndrom entwickelt sich bisweilen zu einem starken Schock, der Medikamente zur Kontrolle des Blutdrucks sowie eine mechanische Beatmung erfordert.

Es scheint ein Zusammenhang mit der aktuellen COVID-19-Pandemie insofern zu bestehen, als eine Reihe der betroffenen Kinder positiv auf SARS CoV-2 getestet wurde. Der Zusammenhang bleibt jedoch unklar.

Das Syndrom steht in gewissem Zusammenhang mit der Kawasaki-Krankheit, jedoch sind nicht alle Erscheinungsformen des Kawasaki-Syndroms vorhanden.

Obwohl sie selten auftreten, sind die Fälle recht schwerwiegend. Die betroffenen Kinder scheinen tatsächlich auf die Behandlung anzusprechen, sodass möglicherweise betroffene Kinder an ein Fachzentrum überwiesen werden sollten.

Link zum Überblick: https://discoveries.childrenshospital.org/covid-19-inflammatory-syndrome-children/


 8. Mai 2020

 SARS-CoV-2 verbreitete sich in Frankreich bereits Ende Dezember 2019

Tests zur reversen Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) wurden an einer eingelagerten Sputum-Probe eines Patienten durchgeführt, der Ende Dezember mit schwerem akuten Atemwegssyndrom in Frankreich hospitalisiert wurde. RT-PCR ist eine Technik, mit der Forscher feststellen können, wie viel RNA sich aus einer bestimmten Quelle in einer Probe befindet. Die Probe erwies sich als positiv für das Coronavirus. Dieses Resultat offenbarte, dass die Epidemie in Frankreich viel früher begann, als ursprünglich angenommen wurde. Dieses Ergebnis wurde am 3. Mai 2020 online im International Journal of Antimicrobial Agents veröffentlicht. Die Forscher überprüften die Krankenakten aller Patienten, die mit einer grippeähnlichen Erkrankung zwischen dem 2. Dezember 2019 und dem 16. Januar 2020 in ihre Intensivpflegestation aufgenommenen wurden (insgesamt 124 Patienten). Sie schlossen Patienten mit einem positiven PCR-Test auf ein anderes Atemwegsvirus aus sowie Patienten, deren Krankenakten Befunde enthielten, die nicht typisch für COVID-19 waren. Die Nasen-Rachen-Abstriche der verbleibenden 12 Patienten wurden untersucht. Eine Probe war positiv für COVID-19. Die positive Probe stammte von einem 42-jährigen algerischen Einwanderer ohne Vorgeschichte einer Reise oder Verbindung nach China. Er wurde am 27. Dezember 2019 in der Notaufnahme mit Hämoptyse (Bluthusten), Husten, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen und Fieber vorstellig, die sich seit vier Tagen entwickelt hatten. Es ist anzumerken, dass eines seiner Kinder vor dem Einsetzen seiner Symptome an einer grippeähnlichen Erkrankung litt. Die Akte enthält die Krankengeschichte, das klinische Erscheinungsbild, Laborbefunde, radiologische Befunde und den klinischen Verlauf seiner Erkrankung. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich die Krankheit bereits Ende Dezember 2019 in der französischen Bevölkerung ausbreitete.

Link zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643

                              


  7. Mai 2020

 Studie zur Übertragung von SARS-CoV-2 bei engen Kontakten

Eine epidemiologische Studie zu COVID-19 bei 391 Fällen und 1286 ihrer engen Kontakte in Shenzhen, China, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, liefert Informationen über die natürliche Entwicklung und Übertragbarkeit des SARS-CoV-2-Virus. Unter Verwendung eines umfangreichen primären Datensatzes konnten die Forscher Aufschluss über die Inkubationszeiten, die Zeit bis zur Genesung und die Übertragbarkeit des Virus geben. Interessanterweise stellten sie fest, dass die sekundäre Anfallsrate bei engen Kontakten rund 7 % betrug. Die Übertragung zwischen sehr engen Kontakten wie Personen, die einen Haushalt teilen, ereignete sich bei weniger als einem von sechs Kontakten (das bedeutet eine sekundäre Anfallsrate von 11 bis 15 %).

Die Studie hob das Ergebnis hervor, dass Kinder genauso infiziert werden können wie Erwachsene. Obwohl Kinder oftmals nicht krank werden, sollten sie als wesentliche Quelle der Übertragung nicht übersehen werden. Die Studie zeigte außerdem den Stellenwert einer kontaktbasierten Überwachung bei der Reduzierung der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in der Gemeinschaft auf.

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/pdfs/journals/laninf/PIIS1473-3099(20)30287-5.pdf


  5. Mai 2020

 Schlaganfälle aufgrund von Okklusion großer Gefäße bei jungen Patienten und Patienten mittleren Alters mit COVID-19 

Das New England Journal of Medicine berichtete am 28. April 2020 von fünf Schlaganfällen aufgrund von Okklusion großer Gefäße bei Patienten im Alter von 50 Jahren oder jünger mit COVID-19. Die jüngste war eine 33-jährige Frau. Der Bericht umfasste alle Schlaganfallpatienten unter 50 Jahren im Mount Sinai Gesundheitssystem in New York City während eines Zeitraums von zwei Wochen zwischen Ende März und Anfang April. Die Rate betrug fast das Siebenfache der Anzahl von Schlaganfallpatienten in dieser Altersgruppe während irgendeines durchschnittlichen Zeitraums von zwei Wochen im Laufe des vorangegangenen Jahres und deutet auf eine sehr starke Korrelation mit COVID-19 hin.

Ariana Eunjung Cha schreibt für die Washington Post über dieses alarmierende Phänomen und die zunehmenden Berichte über Schlaganfälle bei jungen und COVID-19-Patienten mittleren Alters.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.washingtonpost.com/health/2020/04/24/strokes-coronavirus-young-patients/

                


  29. April 2020

 Yale University School of Public Health findet Speichelproben eine vielversprechende Alternative zum nasopharyngealen Abstrich 

Die Yale University School of Public Health führte eine Studie zum Vergleich von Speichel- und Nasopharyngeal-Proben an 44 Patienten durch, die mit COVID-19 hospitalisiert waren, sowie an 98 in der Gesundheitsfürsorge Beschäftigten mit berufsbedingter Exposition gegenüber COVID-19-Patienten. Über die Studie berichtete Michael Greenwood am 24. April 2020 in Yale News. Obwohl die Studie klein und begrenzt war, waren ihre Ergebnisse vielversprechend für die Verwendung von Speichelproben anstelle der gegenwärtigen standardmäßigen Durchführung von nasopharyngealen Abstrichen. Die Studie ergab, dass Speichel eine größere Nachweisempfindlichkeit und Konsistenz im Verlauf der Infektion im Vergleich zu patientenangepassten Nasopharyngeal-Proben lieferte. Dies kann bei Tests auf COVID-19 transformativ sein. Speicheltests sind nicht-invasiv, sind nicht auf nasopharyngeale Abstriche angewiesen und können leicht selbst durchgeführt werden. Daher schließen sie die Risiken, Engpässe und die Verwendung von Hilfsmitteln wie Abstrichstäbchen und persönliche Schutzausrüstung (PSA) aus, die den Patientenkontakt und die derzeitige Anwendung von Testverfahren bestimmen. Die Studie unterlag bisher keinem Peer-Review. Die Forschungsergebnisse sind gegenwärtig auf dem Preprint-Server medRxiv verfügbar.

 Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.16.20067835v1.full.pdf+html

 
                   

 

  28. April 2020

 WHO gibt Leitlinien zu „Immunitäts-Pässen“ heraus 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine kurze Warnung ausgegeben (24. April 2020), dass keinerlei Hinweise dafür existieren, dass das Vorhandensein von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2-Virus vor einer erneuten Infektion und der Entwicklung der COVID-19-Erkrankung schützt. Die WHO warnt Regierungen davor, Antikörpertests zu verwenden, um sie zu entspannenden sozialen Maßnahmen zu verleiten, und „Immunitäts-Pässe“ oder „risikofreie Bescheinigungen“ auszustellen, die es Personen ermöglichen, davon auszugehen, dass sie vor einer erneuten Infektion geschützt sind. Es gibt keine Garantien dafür, dass Personen, die an COVID-19 erkrankt waren oder positiv auf Antikörper getestet wurden, zur Arbeit zurückkehren oder risikofrei reisen können. „Zu diesem Zeitpunkt der Pandemie gibt es keine ausreichenden Hinweise bezüglich der Wirksamkeit einer durch Antikörper vermittelten Immunität, um die Genauigkeit eines „Immunitäts-Passes“ oder einer „risikofreien Bescheinigung“ zu gewährleisten“,sagte die WHO.

Die WHO betonte außerdem, dass Labortests, die Antikörper gegen SARS-CoV-2 bei Personen entdecken, einschließlich schneller immundiagnostischer Tests, eine weitere Überprüfung erfordern, um deren Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu ermitteln. Immundiagnostische Tests können Personen fälschlicherweise auf zwei Arten kategorisieren. Die erste besteht darin, dass sie Personen, die infiziert worden sind, fälschlicherweise als negativ (falsch-negativ) kennzeichnen, und die zweite besteht darin, dass Personen, die nicht infiziert worden sind, fälschlicherweise als positiv (falsch-positiv) gekennzeichnet werden. Jeder Antikörpertest wird seine Genauigkeit (falsch-negative und falsch-positive Raten) bestimmen lassen müssen. Beide Irrtümer haben schwerwiegende Konsequenzen und werden die Bemühungen zur Kontrolle beeinträchtigen.

 Link zur Ankündigung der WHO: https://www.who.int/news-room/commentaries/detail/immunity-passports-in-the-context-of-covid-19                      


 

  27. April 2020

 Merkmale von Patienten, die mit COVID-19 hospitalisiert wurden 

Eine umfangreiche Fallserie von 5.700 aufeinanderfolgenden Patienten, die zwischen dem 1. März und dem 4. April 2020 mit bestätigtem COVID-19 in Krankenhäuser in New York City aufgenommen worden waren, wurde am 22. April 2020 in der Fachzeitschrift JAMA Network veröffentlicht. Die Studie liefert eine umfassende Beschreibung ihrer Merkmale, Begleiterkrankungen und Ergebnisse. Am bemerkenswertesten ist, dass zahlreiche Patienten zusätzlich weitere gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck (57 %), Fettleibigkeit (42 %) und Diabetes (34 %) aufwiesen. Bei der Ersteinschätzung hatten nur 31 % Fieber. Die Studie konzentrierte sich auf die 2.643 Patienten, welche entweder entlassen wurden (2.090) oder während des Studienzeitraums verstarben (553). In dieser Gruppe von Patienten, welche diese Ergebnisse erzielten, erhielten 320 eine mechanische Beatmung, von denen 88 % verstarben; unter denjenigen im Alter von über 65 Jahren, die eine mechanische Beatmung erhielten, verstarben 97 %. Es ist zu erwähnen, dass 3.066 Patienten zum Zeitpunkt der Erfassung der Ergebnisdaten hospitalisiert blieben, und dies umfasst sicherlich eine Reihe von Patienten im Alter von über 65 Jahren, die eine mechanische Beatmung benötigten und bis zu diesem Zeitpunkt überlebt hatten.

 Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765184  


  24. April 2020

 Studien zu Hydroxychloroquin für COVID-19

Die anfängliche Begeisterung und frühe Akzeptanz von Hydroxychloroquin ist aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und möglicher unerwünschter Effekte gedämpft worden. Mehrere jüngste Studien und Berichte sind in einem Online-Übersichtsartikel vom 21. April in der Fachzeitschrift Science (1)zusammengefasst (und werden nachstehend erwähnt), der die Gründe für diese Bedenken herausstellt:

Eine Analyse der Ergebnisse für 368 Veteranen, die wegen COVID-19 hospitalisiert und mit Hydroxychloroquin allein, Hydroxychloroquin plus Azithromycin oder ohne Hydroxychloroquin behandelt worden waren, wurde am 21. April (2) veröffentlicht. Diese Studie zeigte keine Vorteile hinsichtlich einer verringerten Sterblichkeit oder der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung in den Gruppen, die Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Azithromycin erhielten. Die Gruppe, die nur Hydroxychloroquin erhielt, wies eine Zunahme der Todesfälle aufgrund jeglicher Ursache auf.

Eine Publikation (3) zu Mayo-Klinik-Verfahren am 7. April erörterte die Herzkomplikationen, welche durch Chloroquin und Hydroxychloroquin verursacht wurden, und lieferte einen Leitfaden für Ärzte zur Überwachung und Vermeidung dieser möglicherweise zum Tode führenden Komplikation. Die Autoren führen Risikofaktoren für diese Komplikation auf und empfehlen eine Voruntersuchung auf diese Faktoren vor der Behandlung, um Risikofaktoren zu korrigieren, die verändert werden können, und das Herz des Patienten während der Behandlung zu überwachen.

Eine Studie an der New York University School of Medicine (4) untersuchte Veränderungen im Herzen bei 84 erwachsenen Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion, die mit Hydroxychloroquin plus Azithromycin behandelt wurden. Bei 11 % der Patienten traten beträchtliche Herzveränderungen auf, die ein hohes Risiko für einen gestörten Herzrhythmus (Arrhythmien) darstellen.

In Brasilien wurde eine verblindete, randomisierte klinische Studie (5) zu hoch und niedrig dosiertem Chloroquin (verabreicht mit Ceftriaxon und Azithromycin) an wegen COVID-19 hospitalisierten Personen frühzeitig unterbrochen, nachdem sich lediglich 81 Patienten registriert hatten, als die Prüfärzte mehr Todesfälle in der Gruppe feststellten, welche die höhere der beiden Dosen Chloroquin erhalten hatte.

Referenzen

1. Servick K.: Antimalarials widely used against COVID-19 heighten risk of cardiac arrest. How can doctors minimize the danger? Science 21. April 2020. https://www.sciencemag.org/news/2020/04/antimalarials-widely-used-against-covid-19-heighten-risk-cardiac-arrest-how-can-doctors

 2. Magagnoli J., Siddharth N., Pereira F. et al.: Outcomes of hydroxychloroquine usage in United States veterans hospitalized with Covid-19. 23. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.16.20065920v2. doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.16.20065920

 3. Giudicessi JR., Noseworthy PA., Friedman PA. et al.: Urgent Guidance for Navigating and Circumventing the QTc-Prolonging and Torsadogenic Potential of Possible Pharmacotherapies for Coronavirus Disease 19 (COVID-19). Mayo Clin Proc 7. April 2020 doi: 10.1016/j.mayocp.2020.03.024 [Epub vor Druck]

 4. Chorin E., Dai M., Schulman E. et al.: The QT interval in patients with SARS-CoV-2 infection treated with hydroxychloroquine/azithromycin. 3. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.02.20047050v1. doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.02.20047050

5. Silva Borba MG., de Almeida Val F., Sampaio VS. et al.: Chloroquine diphosphate in two different dosages as adjunctive therapy of hospitalized patients with severe respiratory syndrome in the context of coronavirus (SARS-CoV-2) infection: Preliminary safety results of a randomized, double-blinded, phase IIb clinical trial (CloroCovid-19 Study). 16. April 2020. VORDRUCK medRxiv verfügbar bei https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.07.20056424v2 doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.07.20056424

          


 

  23. April 2020

 Vorgeschlagener nationaler COVID-19-Test-Aktionsplan

Die Rockefeller Foundation hat einen umfassenden Plan (mit Datum vom 21.4.2020 - siehe unten stehenden Link) zur Wiedereröffnung von Arbeitsplätzen und Gemeinden bereitgestellt, der auf Tests auf COVID-19 und gründlicher Nachbeobachtung positiver Testergebnisse beruht. Ziel des Plans ist die Erstellung eines staatlich gelenkten, nationalen Programms für COVID-19-Tests, das die Wiedereröffnung der Wirtschaft mittels Überwachung der Arbeitskräfte, Früherkennung von sich wiederholenden Ausbrüchen sowie diagnostischer und häuslicher Tests unterstützt. Der Plan besteht aus drei Hauptkomponenten:

  • Drastische Ausdehnung der COVID-19-Tests von den derzeitig 1 Million Tests pro Woche auf 3 Millionen pro Woche über die nächsten 8 Wochen und dann auf 30 Millionen Tests pro Woche über die nächsten 6 Monate. Dies erfordert die Investition in die Testkapazität und deren Unterstützung auf nationaler Ebene, an Universitäten und in Tausenden von kleinen lokalen Labors landesweit.
  • Schulung und Lancierung einer Armee von Beschäftigten im Gesundheitswesen, um die Tests sowie eine Ermittlung von Kontaktpersonen für diejenigen mit positiven Tests durchzuführen. Es wird vorgeschlagen, dass dies um die staatlichen Gesundheitsabteilungen organisiert wird. Es ist beabsichtigt, 100.000 bis 300.000 Mitarbeiter anzuheuern, die durch Computernetzwerke unterstützt werden müssen, welche mit zahlreichen elektronischen Gesundheitsakten verknüpft sind.
  • Integration und Erweiterung nationaler, staatlicher und privater Datenplattformen zur Vereinfachung der Echtzeit-Analysen und Nachverfolgung der Erkrankung. Dadurch werden sich wiederholende COVID-19-Ausbrüche sowie direkte Anstiege der Testvolumina und der Nachbeobachtungen ermittelt.

Diese von der Rockefeller Foundation bereitgestellte Informationsschrift enthält viele gute Ideen und ist unbedingt lesenswert. Der massive Plan erfordert die Integration zahlreicher verstreuter computergestützter Datenplattformen. Bei all diesem muss die Privatsphäre mit der Notwendigkeit einer Infektionskontrolle abgewogen werden.

Link zum Plan: https://www.rockefellerfoundation.org/wp-content/uploads/2020/04/TheRockefellerFoundation_WhitePaper_Covid19_4_21_2020.pdf


  21. April 2020

 28.000 fehlende Todesfälle: Verfolgung des wahren Ausmaßes der Coronavirus-Krise

Eine Überprüfung der Mortalitätsdaten in 11 Ländern, die aufzeigt, dass weit mehr Menschen in diesen Ländern starben als in den vergangenen Jahren, wurde von Jin Wu und Allison McCann in der New York Times am 21. April 2020 berichtet. Sie schätzten die Übersterblichkeit für jedes Land durch einen Vergleich der Anzahl an Personen, die in diesem Jahr aufgrund jeglicher Ursachen starben, mit dem historischen Durchschnitt während desselben Zeitraums. Es ergab sich, dass mindestens 28.000 weitere Personen während der Coronavirus-Pandemie im letzten Monat verstarben, als die offiziellen Todeszahlen aufgrund von COVID-19 vermelden. Da die meisten Länder nur diejenigen COVID-19-Todesfälle berichten, welche sich in Krankenhäusern ereignen, existieren zahlreiche COVID-19-Todesfälle, die nicht berichtet werden. Die in dieser Studie festgestellten zusätzlichen 28.000 Todesfälle umfassen Todesfälle aufgrund von COVID-19 sowie solche aufgrund von anderen Ursachen, darunter wahrscheinlich Personen mit anderen Erkrankungen, die nicht behandelt wurden, da die Krankenhäuser überlastet wurden. Dieser Artikel legt nahe, dass die globale Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von COVID-19 wesentlich höher sein wird als die Berichte der Todesfälle aufgrund von COVID-19, die durch Tests bestätigt wurden. Zur eindrucksvollen grafischen Darstellung dieser Trends in jedem Land verwenden Sie bitte den folgenden Link zum Artikel.

Link zum Zeitungsartikel: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html?smid=em-share

 


 

 16. April 2020

 Sero-Umfrage durch das NIH sucht Freiwillige

Um ein klareres Bild des Ausmaßes der COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten zu erhalten, rekrutiert das NIH nicht weniger als 10.000 Freiwillige. Personen mit einer bestätigten Vorgeschichte von COVID-19 oder aktuellen Symptomen von COVID-19 sind nicht für die Teilnahme geeignet. „Diese Studie wird …uns sagen, wie viele Personen in verschiedenen Gemeinschaften infiziert worden sind, ohne es zu wissen, weil sie eine sehr leichte, nicht dokumentierte Erkrankung hatten oder sich keinem Test unterzogen, während sie krank waren“, sagte Anthony S. Fauci, MD und Direktor des NIAID. Die Forscher werden Blutproben nehmen und auf Antikörper gegen das Sars-CoV-2-S-Protein analysieren. Die Ergebnisse werden helfen, das Ausmaß zu erleuchten, in dem sich das Virus unerkannt in der Bevölkerung ausgebreitet hat. Den Teilnehmern werden Blutentnahme-Sets für Zuhause zugeschickt mit detaillierten Anweisungen zur Entnahme einer Mikro-Blutprobe und Rücksendung zwecks Analyse. Personen, die sich für eine Teilnahme an der Studie interessieren, sollten sich an folgende E-Mail-Adresse wenden:clinicalstudiesunit@nih.gov

Link zur Pressemitteilung: https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-begins-study-quantify-undetected-cases-coronavirus-infection



 

 

 15. April 2020

 Prominente Wissenschaftler haben schlechte Nachrichten über Coronavirus-Antikörpertests

Als Reaktion auf eine Infektion bilden unsere Körper Antikörper, um die Infektion zu bekämpfen. Antikörpertests messen das Vorhandensein dieser Antikörper, welches eine Person identifiziert, die infiziert worden ist. Obwohl ein positiver Test besagt, dass eine Person infiziert worden ist, muss dies jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass die Infektion aus dem Körper verschwunden ist, und wenn sie verschwunden ist, gewährleistet dies möglicherweise keinen Schutz vor einer erneuten Infektion. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von verschiedenen Antikörpertests, die jeweils in der Genauigkeit variieren.

In einem Artikel in CNN am 15. April 2020 wurde berichtet, dass Top-Wissenschaftler Beamte des Weißen Hauses über Probleme bei Antikörpertests unterrichtet haben, die für COVID-19 entwickelt werden. Elizabeth Cohen, leitende medizinische Korrespondentin für CNN, identifizierte mehrere Probleme bei der Entwicklung von Antikörpertests in den USA.

Erstens lockerte die FDA die Vorschriften, sodass Unternehmen ihre Antikörpertests verkaufen können, ohne aufzuzeigen, wie gut sie funktionieren. Die American Public Health Lab Association sagt, dass dies zu „miesen“ Test geführt hat, die den Markt überschwemmen. Es steht zu befürchten, dass einige Tests Antikörper gegen die verschiedenen Coronaviren erkennen können, welche eine allgemeine Erkältung verursachen, und somit falsche positive Testergebnisse für COVID-19 liefern.

Zweitens können gute Antikörpertests ohne sorgfältige Regelung nicht von schlechten unterschieden werden.

Drittens stellt sich die Frage, welche Konzentration von Antikörpern Schutz vor einer erneuten Infektion mit COVID-19 und möglicherweise davor bietet, das Virus auf andere zu verbreiten. Es wird viel Forschungsarbeit erforderlich sein, um diese Frage zu beantworten, die wesentliche Auswirkungen für unsere Gesellschaft und Wirtschaft hat.

Glücklicherweise ist berichtet worden, dass der FDA-Bevollmächtigte Dr. Stephen Hahn sagte, dass Antikörpertests einer wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen würden.

Link zum Artikel: https://www.cnn.com/2020/04/14/health/coronavirus-antibody-tests-scientists/index.html


 

 14. April 2020

 Warum die Sterblichkeitsraten für Coronavirus nicht in einer einfachen Zahl zusammengefasst werden können

Johnathan Fuller, MD, PhD, offeriert einen klaren Artikel, in dem er die breitere Perspektive bezüglich der sich ständig ändernden COVID-19-Statistiken erklärt. In einem am 10. April 2020 online in der Fachzeitschrift The Conversation erschienenen Artikel erklärt Dr. Fuller, warum sich Statistiken und Modelle unterscheiden. Sein Wissen liefert dem Leser einen Rahmen und eine Perspektive, um den großen Umfang an epidemiologischen Informationen interpretieren zu helfen, die über die COVID-19-Pandemie berichtet werden. Die beste Entscheidungsfindung für die öffentliche Gesundheitspolitik und individuelle Fälle erfordert ein tieferes Verständnis der Modelle als nur der Zahlen allein.

Link zum Artikel: Warum die Sterblichkeitsraten für Coronavirus nicht in einer einfachen Zahl zusammengefasst werden können


 

10. April 2020

 Können Smartphone-Apps helfen, Pandemien zu besiegen?

 Ein interessanter Artikel wurde am 9. April 2020 von Dr. Francis Collins, dem Direktor der National Institutes of Health (NIH) veröffentlicht. In dem Blog des NIH-Direktors erörtert er die Hinzuziehung von Smartphones zum Contact Tracing und zur Benachrichtigung von Kontaktpersonen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Traditionelle Methoden, bei denen Teams von Mitarbeitern im Gesundheitswesen telefonisch oder persönlich mit Personen sprechen, sind äußerst zeitaufwendig. Die verlorene Zeit ermöglicht einer Infektion, sich umfassender auszubreiten, da es eine Verzögerung beim Auffinden und Benachrichtigen von Personen gibt, die dem Virus ausgesetzt waren. Durch die Nutzung der drahtlosen Bluetooth-Technologie von Smartphones kann ein digitales Tracing die Chancen verbessern, COVID-19 unter Kontrolle zu halten. In China zeigten Forschungsergebnisse eine Korrelation zwischen der Verwendung von Apps zum Contact Tracing und der anscheinend nachhaltigen Suppression der COVID-19-Infektion. Dr. Collins schneidet wesentliche ethische, rechtliche und soziale Belange an.

Link zum Blogeintrag: https://directorsblog.nih.gov/author/collinsfs/


 

9. April 2020

Ein neues antivirales Medikament, das klinischen Studien unterzogen wird, lässt auf eine Behandlung von COVID-19 hoffen

 

Ein neues Medikament namens EIDD-2801 ist vielversprechend bei der Behandlung von Lungenschäden, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen werden.  EIDD-2801, ein Ribonukleosid-Analogon mit antiviraler Aktivität auf der RNA-abhängigen RNA-Polymerase, wurde von Forschern an der UNC-Chapel Hill Gillings School of Global Public Health entwickelt. Die Ergebnisse der jüngsten Studie wurden am 6. April 2020 online von der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht. Die veröffentlichte Studie ergab, dass EIDD-2801 kultivierte humane Lungenzellen schützen kann, die mit SARS-Cov-2 infiziert sind. Das Medikament scheint ebenfalls bei der Behandlung anderer schwerer Coronavirus-Infektionen effektiv zu sein. Experimente mit Mäusen ergaben, dass, wenn EIDD-2801 zwischen 12 und 24 Stunden nach Beginn der Infektion mit Viren verabreicht wird, die mit COVID-19 verwandt sind, Lungenschäden und Gewichtsverlust signifikant reduziert waren. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass das Medikament oral verabreicht werden kann, im Gegensatz zu anderen Behandlungen, die intravenös verabreicht werden müssen. Die Einfachheit der Behandlung bietet das Potenzial für eine Behandlung weniger kranker Patienten oder zur Prophylaxe.

Link zur Studie: https://stm.sciencemag.org/content/early/2020/04/03/scitranslmed.abb5883

 


8. April 2020

Forschungsergebnisse zeigen, dass der COVID-19-Impfstoffkandidat vielversprechend ist

Interessante Nachrichten aus einer Geschichte, die in ScienceDaily veröffentlicht wurde

 

Wissenschaftler an der University of Pittsburgh School of Medicine kündigten einen potenziellen Impfstoff gegen COVID-19 an. Bei Tests an Mäusen produzierte der Impfstoff Antikörper spezifisch für Sars-CoV-2 in Mengen, die zur Neutralisierung des Virus ausreichend waren. Der wissenschaftliche Artikel mit detaillierten Angaben zu der Studie erschien am 2. April 2020 in EBioMedicine, die von Lancet veröffentlicht wird. Unter Verwendung von Grundlagen, die während früherer Coronavirus-Epidemien geschaffen wurden, visiert der Impfstoff das Spike-Protein des Coronavirus an. Der Impfstoff wird unter Verwendung von laborgefertigten Teilen des viralen Proteins hergestellt, um das Immunsystem zu stärken. Dies geschieht auf die gleiche Art und Weise, wie die derzeitigen Grippeimpfungen funktionieren. Die Forscher verwenden einen neuartigen Ansatz zur Verabreichung des Medikaments namens Mikronadel-Array, um dessen Potenz zu erhöhen. Der Senior-Co-Autor der Studie erklärte, dass „Tests an Patienten normalerweise mindestens ein Jahr und wahrscheinlich länger dauern würden.“

Link zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352-3964(20)30118-3/fulltext#coronavirus-linkback-header

Link zum Zeitungsartikel: https://www.sciencedaily.com/releases/2020/04/200402144508.htm

 


6. April 2020

Neuer Bericht stellt keinen Nutzen aus der Kombination von Hydroxychloroquin und Azithromycin bei schwer kranken COVID-19-Patienten fest

Eine kleine Studie, in der das Medikament Hydroxychloroquin in Kombination mit Azithromycin bei Patienten mit schweren Symptomen untersucht wurde, ergab keinen Hinweis auf eine starke antivirale Aktivität oder einen klinischen Nutzen aus der Kombination der Medikamente.  Die Studie umfasste lediglich elf Patienten, acht davon hatten Grunderkrankungen, die sie einem schlechten Risiko aussetzten. Diese Studie ist zu klein, um aussagekräftige statistische Analysen oder Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wirksamkeit oder Sicherheit der Medikamente zu erlauben. Dieser Bericht zieht jedoch die antivirale Wirksamkeit dieser Kombination bei schwer kranken COVID-19-Patienten in Zweifel, worauf eine frühere französische Studie hindeutete.

Link zur Studie:  https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0399077X20300858?via%3Dihub

 


6. April 2020

CDC empfiehlt die Verwendung von Gesichtsbedeckungen aus Stoff, insbesondere in Zonen mit signifikanter Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Ein signifikanter Teil der mit Coronavirus infizierten Personen weist keine Symptome auf, und selbst diejenigen, welche schließlich Symptome entwickeln, können das Virus auf andere übertragen, bevor sich Symptome zeigen.  Dies bedeutet, dass sich das Virus zwischen Personen verbreiten kann, die in unmittelbarer Nähe interagieren - zum Beispiel durch Sprechen, Husten oder Niesen -, selbst wenn diese Personen keine Symptome aufweisen.  Angesichts dessen empfiehlt die CDC das Tragen von Gesichtsbedeckungen aus Stoff in öffentlichen Einrichtungen, wo andere Maßnahmen zur sozialen Distanzierung schwierig aufrechtzuerhalten sind (z. B. Lebensmittelgeschäfte und Apotheken), insbesondere in Zonen mit signifikanter Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Die Verwendung einfacher Gesichtsbedeckungen aus Stoff wird die Ausbreitung des Virus verlangsamen und Personen, die das Virus möglicherweise haben und dies nicht wissen, davon abhalten, es auf andere übertragen.  Gesichtsbedeckungen aus Stoff, die aus Haushaltsartikeln gefertigt oder zu Hause kostensparend aus gebräuchlichen Materialien hergestellt werden, können als zusätzliche, freiwillige öffentliche Gesundheitsmaßnahme verwendet werden.

Es ist wesentlich, hervorzuheben, dass die Einhaltung einer sozialen Distanz von 2 Metern wichtig ist, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. 

Die empfohlenen Gesichtsbedeckungen aus Stoff sind keine chirurgischen Masken oder N-95-Atemschutzmasken.  Jene stellen einen wichtigen Bedarf dar, der, wie in aktuellen CDC-Richtlinien empfohlen, weiterhin für medizinische Fachkräfte und andere medizinische Ersthelfer reserviert werden muss.

Bezüglich der vollständigen CDC-Empfehlungen siehe: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/prevent-getting-sick/cloth-face-cover.html



Ressourcen-Startseite von COVID-19

 

   4. Juni 2020

 Erste Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament an Menschen

Eli Lilly, das Pharmaunternehmen mit Sitz in Indianapolis, begann diese Woche mit der ersten Studie an Menschen zu einem monoklonalen Antikörper-Medikament, das speziell gegen COVID-19 entwickelt wurde. Das Medikament ist ein hergestellter menschlicher Antikörper, der einen Antikörper verdoppelt, welcher im Blut eines Patienten gefunden wurde, der sich von COVID-19 erholt hatte. Das Blut des Patienten wurde mithilfe einer neuen Technologie untersucht, die mehr als 550 Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus identifizierte. Die Forscher wählten dann einen aus, der besonders wirksam gegen das Virus zu sein schien, und begannen mit dessen Herstellung im Labor. Antikörper-Medikamente müssen in die Vene injiziert werden, können jedoch Personen dabei unterstützen, sich von der Krankheit zu erholen. Sie könnten außerdem vorbeugend bei Personen mit hohem Risiko eingesetzt werden, die der Erkrankung ausgesetzt sind, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Link zur Ankündigung:https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/578980/


 

   4. Juni 2020

 Erste Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament an Menschen

Eli Lilly, das Pharmaunternehmen mit Sitz in Indianapolis, begann diese Woche mit der ersten Studie an Menschen zu einem monoklonalen Antikörper-Medikament, das speziell gegen COVID-19 entwickelt wurde. Das Medikament ist ein hergestellter menschlicher Antikörper, der einen Antikörper verdoppelt, welcher im Blut eines Patienten gefunden wurde, der sich von COVID-19 erholt hatte. Das Blut des Patienten wurde mithilfe einer neuen Technologie untersucht, die mehr als 550 Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus identifizierte. Die Forscher wählten dann einen aus, der besonders wirksam gegen das Virus zu sein schien, und begannen mit dessen Herstellung im Labor. Antikörper-Medikamente müssen in die Vene injiziert werden, können jedoch Personen dabei unterstützen, sich von der Krankheit zu erholen. Sie könnten außerdem vorbeugend bei Personen mit hohem Risiko eingesetzt werden, die der Erkrankung ausgesetzt sind, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Link zur Ankündigung:https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/578980/


 

   4. Juni 2020

 Erste Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament an Menschen

Eli Lilly, das Pharmaunternehmen mit Sitz in Indianapolis, begann diese Woche mit der ersten Studie an Menschen zu einem monoklonalen Antikörper-Medikament, das speziell gegen COVID-19 entwickelt wurde. Das Medikament ist ein hergestellter menschlicher Antikörper, der einen Antikörper verdoppelt, welcher im Blut eines Patienten gefunden wurde, der sich von COVID-19 erholt hatte. Das Blut des Patienten wurde mithilfe einer neuen Technologie untersucht, die mehr als 550 Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus identifizierte. Die Forscher wählten dann einen aus, der besonders wirksam gegen das Virus zu sein schien, und begannen mit dessen Herstellung im Labor. Antikörper-Medikamente müssen in die Vene injiziert werden, können jedoch Personen dabei unterstützen, sich von der Krankheit zu erholen. Sie könnten außerdem vorbeugend bei Personen mit hohem Risiko eingesetzt werden, die der Erkrankung ausgesetzt sind, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Link zur Ankündigung:https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/578980/


 

   4. Juni 2020

 Erste Studie zu COVID-19-Antikörper-Medikament an Menschen

Eli Lilly, das Pharmaunternehmen mit Sitz in Indianapolis, begann diese Woche mit der ersten Studie an Menschen zu einem monoklonalen Antikörper-Medikament, das speziell gegen COVID-19 entwickelt wurde. Das Medikament ist ein hergestellter menschlicher Antikörper, der einen Antikörper verdoppelt, welcher im Blut eines Patienten gefunden wurde, der sich von COVID-19 erholt hatte. Das Blut des Patienten wurde mithilfe einer neuen Technologie untersucht, die mehr als 550 Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus identifizierte. Die Forscher wählten dann einen aus, der besonders wirksam gegen das Virus zu sein schien, und begannen mit dessen Herstellung im Labor. Antikörper-Medikamente müssen in die Vene injiziert werden, können jedoch Personen dabei unterstützen, sich von der Krankheit zu erholen. Sie könnten außerdem vorbeugend bei Personen mit hohem Risiko eingesetzt werden, die der Erkrankung ausgesetzt sind, bevor ein Impfstoff verfügbar ist.

Link zur Ankündigung:https://www.biopharmadive.com/news/eli-lilly-abcellera-coronavirus-antibody-drug-first-trial/578980/