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Substanzbedingte Störungen

Von

Coreen B. Domingo

, DrPH, Baylor College of Medicine;


Xuefeng Zhang

, Baylor College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Substanzbedingte Störungen sind eine Art der substanzbezogenen Störungen, die mit Problemen einhergehen, die durch die direkte Wirkung einer Substanz verursacht werden.

Zu den substanzbedingten Störungen zählen

  • Intoxikation

  • Entzug

  • Substanzbedingte psychische Störungen

Viele verschiedene Substanzen können eine substanzbedingte Störung verursachen. Eine Störung kann entstehen, unabhängig davon, ob eine Substanz legal ist oder nicht, ob sie gesellschaftlich akzeptiert ist oder ob sie einen medizinischen Nutzen hat (verschreibungspflichtig oder rezeptfrei). Die speziellen Manifestationen sowie die Behandlung der Intoxikation und der Entzugserscheinungen hängen von der jeweiligen Substanz ab und sind an anderer Stelle desManual beschrieben.

Werden die Substanzen gespritzt, können auch Probleme auftreten, die auf die Injektion selbst, statt auf die Substanz zurückzuführen sind, insbesondere Infektionen.

Intoxikation

Intoxikation bezeichnet die sofortige und vorübergehende Wirkung einer bestimmten Substanz. Die Intoxikation beeinträchtigt die geistige Funktionsfähigkeit sowie das Urteilsvermögen einer Person und kann zu Stimmungsveränderungen führen. Abhängig von der Substanz entsteht ein Gefühl der Aufregung, ein übertriebenes Gefühl des Wohlbefindens (oder der Euphorie). Auch ein Gefühl des Loslassens, der Entspannung und Schläfrigkeit kann bei einer Intoxikation auftreten.

Viele Substanzen beeinträchtigen die körperliche Funktions- und Koordinationsfähigkeit, was zu Stürzen und Autounfällen führen kann. Andere Substanzen lösen ein aggressives Verhalten aus, das zu Streitereien führt. Bei immer größeren Mengen der angewendeten Substanzen (als Überdosis bezeichnet) werden unerwünschte Wirkungen offensichtlicher. Es kann zu schweren Komplikationen kommen, und das Risiko besteht, an einer Überdosis zu sterben.

Toleranz bedeutet, dass Menschen mehr und mehr von einer Substanz benötigen, um die ursprünglich von einer kleineren Menge erzeugte Wirkung zu spüren. Personen können gegenüber Substanzen wie Opioiden und Alkohol eine undenkbar große Toleranz entwickeln.

Entzug

Entzugserscheinungen bezeichnen die Symptome, die entstehen, wenn eine Substanz vollständig abgesetzt oder in erheblich geringeren Mengen konsumiert wird. Ein Entzug kann abhängig von der jeweiligen Substanz verschiedene unerwünschte Symptome hervorrufen. Das Entzugssyndrom bei Ausbleiben mancher Substanzen (z. B. Alkoholoder Barbiturate) kann in ernster und sogar lebensbedrohlicher Form auftreten. Meist wissen die Personen, die Entzugserscheinungen haben, dass die Symptome nachlassen, wenn sie die Anwendung der Substanz steigern.

Ob es zu Entzugserscheinungen kommt, hängt nur von der Substanz ab und wie lange diese angewandt wurde, jedoch nicht davon, ob eine Substanzgebrauchsstörung vorliegt, ob die Substanz als Freizeitdroge eingenommen wird oder sie illegal ist. Einige verschreibungspflichtige Substanzen, insbesondere Opioide, Sedativa und Stimulanzien, können zu Entzugserscheinungen führen, auch wenn sie gemäß Verschreibung für legale medizinische Zwecke und über einen relativ kurzen Zeitraum angewandt werden (z. B: weniger als 1 Woche bei Opioiden).

Früher wurden Personen, die Entzugserscheinungen hatten, als körperlich von der Substanz abhängig bezeichnet. „Abhängigkeit“ hat jedoch eine negative Konnotation, die auf illegalen Substanzmissbrauch hindeutet. Daher vermeiden Ärzte diesen Ausdruck.

Substanzbedingte psychische Störungen

Substanzbedingte psychische Störungen sind geistige Veränderungen, die durch den Gebrauch von Substanzen oder deren Entzug hervorgerufen werden und unabhängigen psychischen Störungen wie Depression, Psychose oder Angststörungen ähneln.

Damit eine psychische Störung als substanzinduziert gilt, muss bekannt sein, dass die Substanz die jeweilige Störung hervorrufen kann. Die Substanzen können den 10 Medikamentenklassen angehören, die typischerweise substanzbezogene Störungen hervorrufen:

Viele andere Substanzen können jedoch psychische Störungen verursachen. Bekannte Beispiele sind Anticholinergika und Kortikosteroide, die vorübergehende Symptome einer Psychose auslösen können.

Zudem sollte die psychische Störung

  • Innerhalb von 1 Monat nach der Intoxikation mit oder ohne Entzug von der Substanz auftreten

  • Zu einer erheblichen Belastung führen oder die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen

  • Vor der Anwendung der Substanz nicht vorgelegen haben

  • Nicht nur während eines durch die Substanz verursachten akuten Deliriums auftreten

  • Nicht über einen wesentlichen Zeitraum anhalten*

*Bestimmte Störungen der Gedächtnisleistung aufgrund von Alkohol, Schnüffelstoffen oder Sedativa/Hypnotika sowie Wahrnehmungsstörungen aufgrund von Halluzinogenen können dauerhaft bleiben.

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