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Exhibitionismus

(Exhibitionistische Störung)

Von

George R. Brown

, MD, East Tennessee State University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Exhibitionismus versteht man das Entblößen der Genitalien, um sexuell erregt zu werden, oder das starke Verlangen, von anderen Leuten während der sexuellen Aktivität beobachtet zu werden. Die exhibitionistische Störung beinhaltet das Ausüben exhibitionistischer Triebe oder Fantasien oder die Verzweiflung oder Beeinträchtigung der Lebensweise aufgrund dieser Triebe und Fantasien.

  • Die meisten Exhibitionisten haben keine exhibitionistische Störung.

  • Ärzte diagnostizieren eine exhibitionistische Störung, wenn die Betroffenen unter großem Druck stehen oder aufgrund ihres Verhaltens schlechter im Leben zurande kommen, oder wenn sie ihren Drang bei einer Person ausgelebt haben, die damit nicht einverstanden war.

  • Die Behandlung, die in der Regel damit beginnt, dass ein Exhibitionist verhaftet wird, umfasst Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und bestimmte Antidepressiva.

Exhibitionismus ist eine Art der Paraphilie.

Exhibitionisten (gewöhnlich Männer) entblößen ihre Genitalien gegenüber nichts ahnenden Fremden und werden davon sexuell erregt. Sie sind sich möglicherweise im Klaren über ihr Bedürfnis, den nichts ahnenden Fremden zu überraschen, zu schockieren oder zu beeindrucken. Das Opfer ist fast immer eine Frau, oder ein Kind beiderlei Geschlechts. Weitergehende sexuelle Kontakte werden in der Regel nicht angestrebt; Exhibitionisten begehen nur selten Vergewaltigungen.

Exhibitionismus tritt meistens erstmals im Jugendalter auf. Die meisten Exhibitionisten sind verheiratet, jedoch gibt es in der Ehe oft Probleme.

Etwa 30 % der verhafteten männlichen Sexualstraftäter sind Exhibitionisten. Die meisten sind nicht fähig, ihre Verhaltensweise aufzugeben. Etwa 20 bis 50 % werden erneut verhaftet.

Das Entblößen der Genitalien vor nichts ahnenden Fremden zur sexuellen Erregung durch Frauen ist selten. Frauen verfügen über andere Mittel, sich darzustellen: Aufreizende Kleidung bei Frauen wird von der Gesellschaft zunehmend als normal akzeptiert und ist mittlerweile auch in den Medien und der Unterhaltungsindustrie präsent. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen stellt an sich normalerweise keine psychische Gesundheitsstörung dar.

Für manche Menschen drückt sich Exhibitionismus in dem starken Wunsch aus, von anderen Leuten bei ihren sexuellen Handlungen beobachtet zu werden. Solche Leute möchten viel lieber von einem begeisternden Publikum gesehen werden, als irgendwelche Leute zu überraschen. Menschen mit dieser Form von Exhibitionismus drehen möglicherweise Pornofilme oder sind in der Erwachsenenunterhaltung tätig. Sie haben nur selten Probleme mit ihrer Begierde und leiden deshalb häufig an keiner psychischen Gesundheitsstörung.

Bei den meisten Personen mit exhibitionistischen Neigungen liegt keine Störung vor.

Exhibitionisten können dazu auch eine Persönlichkeitsstörung (in der Regel eine antisoziale) oder eine Verhaltensstörung haben.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Ärzte diagnostizieren eine exhibitionistische Störung, wenn:

  • Die Betroffenen wiederholt und intensiv erregt waren, wenn sie ihre Geschlechtsteile entblößt hatten oder von anderen Personen beim Geschlechtsakt beobachtet wurden, und die Erregung in Fantasien, intensivem Drang oder Verhalten auslebten.

  • In der Folge fühlen sich die Betroffenen stark unter Druck und kommen im Leben schlechter zurecht (in der Arbeit, in der Familie oder im Umgang mit Freunden), oder sie haben ihrem Drang bei einer Person nachgegeben, die damit nicht einverstanden war.

  • Sie hatten diesen Zustand für mindestens 6 Monate.

Behandlung

  • Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und bestimmte Antidepressiva

  • Gelegentlich andere Medikamente

Die Behandlung einer exhibitionistischen Störung beginnt normalerweise, nachdem Exhibitionisten verhaftet wurden. Sie umfasst Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und Antidepressiva, die als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), bezeichnet werden.

Wenn die SSRIs keine Wirkung entfalten, können Medikamente verabreicht werden, die den Sexualtrieb verändern und den Testosteronspiegel reduzieren. Diese Medikamente umfassen Leuprorelin und Medroxyprogesteronazetat. Die Betroffenen müssen zur Einnahme dieser Medikamente ihr Einverständnis abgeben und Ärzte führen regelmäßige Blutuntersuchungen zur Überprüfung der Auswirkung der Medikamente auf die Leberfunktion sowie weitere Tests zur Bestimmung der Knochendichte und des Testosteronspiegels durch.

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