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Kommentar: Prädiabetes bei Kindern – 5 Dinge, die Eltern wissen müssen

Kommentar
29.10.2020 Andrew Calabria, MD, Associate Professor of Clinical Pediatrics at Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania, pediatric endocrinologist and Clinical Director of the Division of Endocrinology and Diabetes at Children's Hospital of Philadelphia

Es ist eine Tatsache des Lebens in der heutigen Gesellschaft: Diabetes betrifft nicht nur Erwachsene. Fast einer von fünf Jugendlichen lebt mit Prädiabetes und hat ein höheres Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Es ist ein Gesundheitsrisiko, das alle Eltern auf dem Schirm haben sollten.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel (Glukose) ungewöhnlich hoch ist, da der Körper nicht genügend Insulin produziert oder nicht in der Lage ist, auf das gebildete Insulin richtig zu reagieren. Er kann zu einer Reihe von Gesundheitskomplikationen führen, die die Augen, Nieren und Nerven betreffen, und er kann sogar das Risiko für das frühere Auftreten eines Herzinfarkts und Schlaganfalls erhöhen.

Diabetes wird grob in zwei Arten unterteilt:

  • Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die auftritt, wenn die Bauchspeicheldrüse aufgrund der Zerstörung der Zellen, die Insulin produzieren, nur wenig oder gar kein Insulin herstellt. Die Symptome von Typ-1-Diabetes treten oft schnell auf und umfassen vermehrten Durst, verstärktes Wasserlassen, Bettnässen und unbeabsichtigten Gewichtsverlust.
  • Typ-2-Diabetes tritt auf, weil die Körperzellen nicht angemessen auf das Insulin reagieren („Insulinresistenz“ genannt) und nicht genug Insulin herstellen können, um die Insulinresistenz auszugleichen. Typ-2-Diabetes ist häufiger mit einer genetischen Veranlagung und mit Fettleibigkeit verbunden. Das Auftreten von Typ-2-Diabetes verläuft eher schrittweise und die Entwicklung kann sich über Jahre hinziehen. Kinder mit Typ-2-Diabetes können keinerlei Symptome oder ähnliche Symptome wie Patienten mit Typ-1-Diabetes aufweisen.

In den letzten 25 Jahren ist Typ-2-Diabetes bei Kindern sehr viel häufiger geworden.

Was ist Prädiabetes?

Prädiabetes liegt vor, wenn ein Problem damit besteht, wie der Körper mit Glukose umgeht, und der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, um normal zu sein, aber nicht hoch genug, um die Kriterien für Diabetes zu erfüllen. Prädiabetes ist ein wichtiges Warnzeichen bei Kindern, die das Risiko tragen, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Das Fortschreiten von Prädiabetes zu Typ-2-Diabetes zu verhindern, erfordert, die Anzeichen von Prädiabetes zu erkennen und proaktive Schritte zu unternehmen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Hier sind fünf Dinge, die Eltern über die Erkennung von und den Umgang mit Prädiabetes bei Kindern wissen sollten.

1. Prädiabetes ist umkehrbar

Die gute Nachricht: Prädiabetes kann verhindert und rückgängig gemacht werden, üblicherweise durch Veränderungen des Lebensstils, die Ärzte zuerst empfehlen, bevor sie Medikamente verschreiben. Die nicht so gute Nachricht: Diesen Veränderungen langfristig treu zu bleiben, stellt für Kinder eine Herausforderung dar.

2. Es gibt Warnzeichen für Prädiabetes

Im Allgemeinen untersuchen Ärzte Kinder mit einem Risiko für Diabetes, wenn sie sich der Pubertät nähern oder im Verlauf der Pubertät. Die Eltern sollten jedoch auf Dinge achten, die das Diabetesrisiko eines Kindes erhöhen und die zu einem früheren Gespräch mit ihrem Arzt führen sollten. Fettleibigkeit ist einer der stärksten Warnhinweise bei Kindern. Auch Kinder lateinamerikanischer, afroamerikanischer, indianischer und asiatisch-amerikanischer Abstammung tragen ein erhöhtes Risiko. Zudem können einige Kinder an der Haut um den Hals, in den Achselhöhlen oder an der Leiste dunklere Flecken aufweisen. Dies ist eine Erkrankung, die als Acanthosis nigricans bezeichnet wird und mit einer Insulinresistenz im Zusammenhang steht. Weitere Risikofaktoren umfassen einen hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und bei Mädchen das polyzystische Ovarialsyndrom.

3. Die Krankengeschichte der Familie spielt eine wesentliche Rolle

Zusätzlich zu den oben genannten Warnzeichen kann die Krankengeschichte der Familie ein wichtiger Vorhersagefaktor sein. Etwa die Hälfte der Kinder mit Prädiabetes haben einen Verwandten ersten Grades mit Diabetes, und dieser Prozentanteil klettert auf 90 Prozent, wenn die Großeltern mit berücksichtigt werden.

Das bedeutet, dass wenn Kinder an Prädiabetes oder Diabetes leiden, oft auch ein anderes Familienmitglied darunter leidet. Dies schafft eine Möglichkeit, Probleme wie gesunde Ernährung und sportliche Betätigung zu bewältigen, indem sie als „Familienprojekte“ behandelt werden, bei denen die einzelnen Familienmitglieder sich gegenseitig unterstützen. Es ist jedoch auch wichtig, Kindern Eigenständigkeit zu erlauben, wenn sie Entscheidungen über einen besseren Lebensstil treffen, insbesondere wenn sie älter werden. Sie können die Krankengeschichte ihrer Familie nicht kontrollieren, aber sie können ihre eigene Herangehensweise an das Gesundbleiben beeinflussen.

4. Gesunde Ernährung ist unverzichtbar

Hier sind einige umsetzbare Schritte, zu denen Eltern motivieren können, um Fettleibigkeit und das Risiko für Prädiabetes bei ihren Kindern zu verringern:

  • Nehmen Sie Ihre Kalorien nicht mit Getränken auf – schränken Sie den Konsum von Fruchtsäften, Limonaden und anderen zuckerhaltigen Getränken ein.
  • Vermeiden Sie verarbeitete Lebensmittel – bevorzugen Sie frische, vollwertige Nahrungsmittel gegenüber Fast Food und abgepackten Snacks.
  • Schränken Sie die Portionsgrößen ein – essen Sie kleinere Mahlzeiten und heben Sie die Reste auf. Lesen Sie die Vorschläge unter choosemyplate.gov nach.
  • Schränken Sie Snacks zwischen den Mahlzeiten ein konzentrieren Sie sich auf die Hauptmahlzeiten des Tages.
  • Schränken Sie das Auswärtsessen in Restaurants ein – gehen Sie der Versuchung aus dem Weg, kalorienreiche oder frittierte Lebensmittel zu sich zu nehmen.

5. Regelmäßige körperliche Aktivität ist wichtiger denn je

COVID-19 hat unsere tägliche Routine auf so viele Arten und Weisen beeinträchtigt. Zuvor hatten Kinder in der Schule körperliche Bewegung – in der Pause, während des Sportunterrichts und sogar beim Gehen zwischen den einzelnen Klassenräumen und dem Schul- und Heimweg. Jetzt verbringen Kinder mehr Zeit zu Hause und mehr Zeit vor den Bildschirmen.

Um Prädiabetes zu verhindern und umzukehren, ist es wichtig, dass Kinder während des Tages eine gesunde Routine körperlicher Aktivität entwickeln. Stellen Sie sicher, dass Kinder aufstehen und sich umherbewegen und sich an körperlichen Aktivitäten weg von ihrem Fernseher, Laptop oder Handy beteiligen.

Um mehr über Prädiabetes und Diabetes bei Kindern zu erfahren, sehen Sie sich die Manuals-Seite über Diabetes bei Kindern und die Manuals Quick Facts zu diesem Thema an.