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Primäre glomeruläre Erkrankungen, die eine Glomerulonephritis verursachen können

Primäre glomeruläre Erkrankungen, die eine Glomerulonephritis verursachen können

Erkrankung

Beschreibung

Prognose

Fibrilläre Glomerulonephritis

Bei dieser seltenen Erkrankung lagern sich anomale Eiweiße um den Glomerulus ab. Sie kann außerdem die Ursache für ein nephrotisches Syndrom sein.

Die Prognose ist schlecht. Bei der Hälfte aller Patienten entwickelt sich innerhalb von 4 Jahren eine starke Abnahme der Nierenfunktion (terminale Niereninsuffizienz). Es ist nicht klar, ob eine Behandlung (mit Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva) Hilfe bringt.

Primäre rasch progrediente Glomerulonephritis

Diese Gruppe von Erkrankungen verursacht mikroskopisch kleine Schädigungen der Glomeruli und schreitet rasch fort. Manchmal werden diese durch eine Infektion oder eine andere behandelbare Erkrankung verursacht. Zur Diagnosestellung ist eine Nierenbiopsie (Entnahme von Nierengewebe zur mikroskopischen Untersuchung) erforderlich.

Die Prognose ist schlecht. Unbehandelt entwickeln mindestens 80 Prozent der Erkrankten innerhalb von 6 Monaten eine terminale Niereninsuffizienz. Die Prognose ist besser für Menschen unter 60 Jahre und wenn auf die Behandlung einer zugrunde liegenden Erkrankung angesprochen wird. Behandelt entwickeln 43 Prozent der Patienten innerhalb von 12 Monaten eine Nierenerkrankung im Endstadium.

Immunglobulin-A(IgA)-Nephropathie

Die weltweit häufigste Form der Glomerulonephritis wird durch Immunkomplexe (Kombinationen aus Antigenen und Antikörpern), die sich in den Nieren ablagern, verursacht.

In der Regel schreitet die Erkrankung nur langsam fort. Nach 20 Jahren entwickelt sich bei ca. 25 Prozent der Erkrankten eine terminale Niereninsuffizienz. Bei Kindern schreitet die Krankheit langsamer fort.

Membranoproliferative Glomerulonephritis

Diese seltene Form von Glomerulonephritis tritt überwiegend im Alter zwischen 8 und 30 Jahren auf. Die Erkrankung wird durch Immunkomplexe (Kombinationen aus Antigenen und Antikörpern), die sich in den Nieren ablagern, ausgelöst; der Grund für die Ablagerung ist jedoch nicht immer bekannt.

Wenn der Grund bekannt ist und behandelt werden kann, ist eine partielle Remission möglich. Wenn die Ursache unentdeckt bleibt, ist der Erfolg geringer. Die Hälfte der Patienten entwickelt innerhalb von 10 Jahren eine terminale Niereninsuffizienz und 90 Prozent der Betroffenen innerhalb von 20 Jahren.