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Risikofaktoren für unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Von

Daphne E. Smith Marsh

, PharmD, BC-ADM, CDE , College of Pharmacy, University of Illinois at Chicago

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Quellen zum Thema

Viele Faktoren können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (alle nicht gewünschten Wirkungen eines Arzneimittels) erhöhen. Hierzu gehören

  • Erbliche Faktoren

  • Bestimmte Erkrankungen

  • Gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneimittel

  • Sehr junges oder hohes Alter

  • Schwangerschaft

  • Stillen

Manche Menschen sind aufgrund erblicher Veranlagung für die toxischen Wirkungen bestimmter Medikamente empfänglicher als andere.

Bestimmte Erkrankungen können die Resorption von Arzneimitteln, ihre Verstoffwechselung und Ausscheidung sowie die körperliche Reaktion auf Arzneimittel ( Arzneimittel-Wechselwirkungen : Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Erkrankungen) und somit das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen erhöhen.

Auf welche Weise die Psyche durch die innere Einstellung, Hoffnung, Glaube an sich selbst und Vertrauen zu den behandelnden Personen unerwünschte Arzneimittelwirkungen beeinflusst, ist nicht ausreichend erforscht.

Mehrfachmedikation

Mehrere Medikamente gleichzeitig einzunehmen, erhöht das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Ihre Anzahl und der Schweregrad steigen unverhältnismäßig stark an, je mehr Arzneimittel angewendet werden. Auch der Konsum von Alkohol erhöht das Risiko. Solche Gefahren lassen sich vermindern, wenn Arzt oder Apotheker in regelmäßigen Abständen überprüfen, welche Medikamente eingenommen werden, und auf dieser Basis passende Empfehlungen geben.

Wussten Sie ...

  • In den USA erfolgen 3 bis 7 Prozent aller Krankenhauseinweisungen mit dem Ziel einer Behandlung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

Alter

Säuglinge und Kleinkinder haben ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, weil ihre Fähigkeit, Arzneimittel um- und abzubauen, noch nicht vollständig entwickelt ist. Neugeborene beispielsweise können das antibiotische Chloramphenicol nicht verstoffwechseln oder ausscheiden. Neugeborene, die das Medikament erhalten, können das infantile Grey-Syndrom entwickeln, eine kritische und oft tödliche Reaktion. Bei Kindern, die in der Zeit der Zahnbildung (bis ungefähr 8 Jahre) das Antibiotikum Tetrazyklin erhalten, kann sich der Zahnschmelz dauerhaft verfärben. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können am Reye-Syndrom erkranken, wenn sie bei einer Grippe oder bei Windpocken Aspirin erhalten.

Ältere Menschen sind aus mehreren Gründen ( Arzneimittel im Alter) einem hohen Risiko von unerwünschten Arzneimittelwirkungen ausgesetzt. Sie tragen ein höheres Risiko gesundheitlicher Probleme und nehmen daher mit höherer Wahrscheinlichkeit verschiedene rezeptpflichtige und rezeptfreie Arzneimittel parallel ein. Mit zunehmendem Alter kann zudem die Leber weniger gut Medikamente verstoffwechseln und die Nieren weniger gut Medikamente ausscheiden, wodurch sich das Risiko für eine Nierenschädigung durch Arzneimittel und für andere unerwünschte Arzneimittelwirkungen erhöht. Diese altersbezogenen Probleme werden oft durch Unterernährung und Dehydration, die mit voranschreitendem Alter häufiger werden, verschlimmert.

Ohnehin reagieren ältere Menschen auf viele Arzneimittel empfindlicher als jüngere. Ältere Menschen erleiden z. B. häufiger Schwindelgefühle, Appetitverlust, Depression, Verwirrung und beeinträchtigte Koordination, was sie einem höheren Sturz- und Knochenbruchrisiko aussetzt. Zu den Arzneimitteln, die solche Reaktionen hervorrufen, zählen viele Antihistaminika, Schlafmittel, angstlösende Mittel sowie Medikamente gegen Bluthochdruck und Depressionen (siehe Tabelle Einige Arzneimittel, die bei älteren Menschen sehr wahrscheinlich zu Problemen führen).

Schwangerschaft und Stillzeit

Viele Medikamente wie blutdrucksenkende Arzneimittel, z. B. Hemmer des Angiotensin konvertierenden Enzyms (ACE) und Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB), stellen ein Risiko für die Gesundheit und die normale Entwicklung eines Fötus dar. Soweit möglich sollten Frauen insbesondere während der ersten drei Schwangerschaftsmonate keine Medikamente einnehmen (siehe Einige Arzneimittel, die Probleme während der Schwangerschaft verursachen können). Bei einigen Medikamenten einschließlich ACE-Hemmern und ARB besteht jedoch das höchste Risiko im letzten Trimester der Schwangerschaft. Die Anwendung rezeptpflichtiger oder rezeptfreier Arzneimittel oder von Nahrungsergänzungsmitteln (einschließlich von Heilkräutern) während der Schwangerschaft ist an ärztliche Aufsicht gebunden. Auch Alkohol und Nikotin und illegale Drogen wie Kokain und Heroin gefährden die Schwangerschaft und den Fetus.

Medikamente und medizinische Kräuter können über die Muttermilch auf den Säugling übertragen werden ( Medikamenteneinnahme während der Stillzeit). Manche Medikamente sollten von stillenden Frauen nicht eingenommen werden, andere dagegen können unter ärztlicher Aufsicht bedenkenlos angewendet werden. Manche Medikamente schädigen den Säugling gewöhnlich nicht. Allerdings sollten stillende Frauen eine medizinische Fachkraft zurate ziehen, bevor sie Medikamente einnehmen. Soziale und illegale Drogen können einen Säugling schädigen.

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