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Gebäudebedingte Erkrankungen

Von

Abigail R. Lara

, MD, University of Colorado

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Gebäudebedingte Erkrankungen betreffen die Lunge sowie andere Teile des Körpers und werden durch eine Belastung mit Substanzen ausgelöst, die in modernen luftdichten Gebäuden zu finden sind.

  • Gebäudebedingte Erkrankungen werden durch eine Belastung mit Substanzen in luftdichten und schlecht durchlüfteten Gebäuden ausgelöst.

  • Die Symptome sind je nach Ursache unterschiedlich, können jedoch Fieber, Atembeschwerden, eine laufende oder verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Hautprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten umfassen.

  • Die Diagnose umfasst in der Regel eine Beurteilung der Luftqualität im Gebäude sowie die Feststellung, wie viele Leute Symptome aufweisen, die auf das Gebäude zurückzuführen sind.

  • Die Behandlung besteht meist darin, dass sich Betroffene von dem Gebäude fernhalten oder die Luftqualität im Gebäude verbessert wird.

Gebäudebedingte Erkrankungen sind eine Reihe von Störungen, deren Ursachen mit luftdichten und energieeffizienten modernen Gebäuden in Verbindung gebracht werden. Solche Gebäude zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Fenster nicht geöffnet werden können und für die Luftumwälzung auf Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlagen zurückgegriffen werden muss. Die meisten Erkrankungen treten in Bürogebäuden auf, können aber auch in Wohnblöcken, Einfamilienhäusern, Schulen, Museen und Bibliotheken vorkommen.

Gebäudebedingte Erkrankungen können

  • spezifisch oder

  • unspezifisch sein

Spezifische gebäudebedingte Erkrankungen

Bei spezifischen gebäudebedingten Erkrankungen wurde eine Verbindung zwischen der auf das Gebäude zurückzuführenden Belastung und einer entsprechenden Erkrankung nachgewiesen. Beispiele sind

Inhalatives Fieber wird durch den Kontakt mit einem organischen Aerosol oder Staub verursacht (aus kohlenstoffhaltigen Substanzen bestehender Teil eines lebenden Organismus). Auch Metall- und Polymerdämpfe können Fieber verursachen. Die Bezeichnung Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) wird verwendet, um die grippeähnlichen Symptome bei Personen zu beschreiben, die bei Personen auftreten, die mit bakterienbefallenem organischem Staub in Kontakt kommen. Die toxische Pneumonitis ist eine häufig verwendete, aber weniger genaue Bezeichnung. Zu den Symptomen gehören unter anderem Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Symptome beginnen innerhalb von 4 bis 12 Stunden nach dem Kontakt.

In nichtindustriellen Gebäuden kommt es infolge von Luftbefeuchtern oder anderen Entlüftungsanlagen, die einen idealen Nährboden für Bakterien oder Pilze darstellen und diese Schadstoffe in Form eines Aerosols verbreiten, zum sogenannten Befeuchter-Fieber. Befeuchter-Fieber ist eine Art des inhalativen Fiebers. Wer an Befeuchter-Fieber leidet, weist geringfügiges Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Husten und Kurzatmigkeit auf. Wenn sich eine Besserung einstellt, sobald die Belastung aufhört (z. B. nach einem arbeitsfreien Wochenende), weist dies oft auf die Ursache hin. Die Krankheit beginnt plötzlich und dauert in der Regel ein paar Tage. Symptome können fast unbemerkt bleiben oder ganz fehlen. Häufig kommt es zu einer Anhäufung von Fällen. Die Erkrankung kann bereits beim ersten Kontakt auftreten.

Falls die Symptome andauern, können Untersuchungen notwendig werden, um zu beurteilen, ob eine Infektion oder eine andere Störung die Symptome verursacht. Inhalatives Fieber kann in der Regel durch gute Wartung der Entlüftungssysteme verhindert werden.

Unspezifische gebäudebedingte Erkrankungen

Bei unspezifischen gebäudebedingten Erkrankungen ist eine Verbindung zwischen der auf das Gebäude zurückzuführenden Belastung und einer entsprechenden Erkrankung nur schwierig nachzuweisen.

Die Krankheit kann sich auf Personengruppen ausdehnen oder nur eine einzelne Person betreffen. Mit dem Begriff Sick-Building-Syndrom bzw. Gebäudekrankheit werden Erkrankungen bezeichnet, die in bestimmten Gebäuden gehäuft auftreten. Von Experten wird dieser Begriff jedoch nicht mehr verwendet. Die Symptome von gebäudebedingten Erkrankungen sind oft sehr allgemein und können Folgendes umfassen:

  • Juckende, gereizte, trockene oder tränende Augen

  • Laufende oder verstopfte Nase

  • Halsschmerzen oder Engegefühl im Hals

  • Trockene, juckende Haut oder unerklärliche Ausschläge

  • Kopfschmerzen, Lethargie oder Konzentrationsschwierigkeiten

Manche Faktoren im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gebäude – wie z. B. höhere Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit und schlechte Entlüftung des Gebäudes – scheinen zusammen mit dem Versäumnis, genügend Frischluft von draußen aufzunehmen, die Symptome in einigen Fällen zu erklären. Frauen, Allergiker, Menschen mit einem übersensibilisierten Körpergefühl oder solche, die sich Sorgen über die Bedeutung ihrer Symptome machen, sowie manche Menschen mit Angstgefühlen oder Depression leiden eher unter gebäudebedingten Symptomen.

Diagnose

  • Manchmal Tests zur Bestimmung der Luftqualität oder von Verunreinigungen

Die Entnahme von Stichproben zur Aufdeckung von Erregern in der Luft kann teuer und zeitintensiv sein, ist aber in manchen Fällen notwendig, wenn eine gebäudebedingte Erkrankung vermutet wird, um den Ursprung der Luftverunreinigung zu ermitteln.

Es können keine spezifischen klinischen Tests eingesetzt werden, um eine solche unspezifische gebäudebedingte Erkrankung zu diagnostizieren. Tests der Luftqualität sowie ein hohes Aufkommen von Symptomen bei den Benutzern oder Bewohnern des betreffenden Gebäudes können die Vermutung nahelegen, dass gebäudebedingte Faktoren für die Probleme verantwortlich sein könnten.

Behandlung

  • Behandlung des Fiebers

  • Kontakt mit dem Gebäude einschränken

Bei akuten Episoden mit inhalativem Fieber sollte die betroffene Person aus der kontaminierten Umgebung genommen werden und bei Bedarf sollten die Symptome behandelt werden, beispielsweise durch Medikamente zur Senkung des Fiebers oder zur Behandlung von Asthma (wie Bronchodilatatoren, die die Atemwege weiten). Bei schweren Symptomen kann zusätzlicher Sauerstoff oder eine künstliche Beatmung notwendig sein.

Um bei einer unspezifischen gebäudebedingten Erkrankung Abhilfe zu schaffen, kann versucht werden, die Belastung durch das Gebäude zu reduzieren, indem weniger Zeit darin verbracht oder das Lüftungssystem des Gebäudes verbessert wird. Je nach der eigentlichen Krankheit kann es längere Zeit dauern, bis sich eine Erholung einstellt.

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