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Myasthenia gravis

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Was ist Myasthenia gravis?

Myasthenia gravis ist eine Erkrankung, bei der es zu periodischer Muskelschwäche kommt.

  • Sie ist eine Autoimmunerkrankung, die verhindert, dass Ihre Nerven Signale an Ihre Muskeln weiterleiten

  • Myasthenia gravis ist bei Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren und Männern zwischen 50 und 80 Jahren am häufigsten, kann aber in jedem Alter auftreten

  • Die Muskeln werden nach Belastung ungewöhnlich müde und schwach

  • Die Augenlider hängen herunter und Sie sehen doppelt

  • Ärzte verschreiben Medikamente, die Ihre Muskeln vorübergehend kräftigen und Ihnen dabei helfen, sich besser zu fühlen

  • Häufig helfen Medikamente, die das Immunsystem verlangsamen

Was sind die Ursachen einer Myasthenia gravis?

Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung. Ihr Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem. Seine Funktion besteht darin, den Körper bei der Bekämpfung von Erkrankungen und Infektionen zu unterstützen. Im Falle einer Autoimmunerkrankung attackiert das Immunsystem jedoch Teile des eigenen Körpers.

Ihre Nerven senden Signale an Ihre Muskeln, damit diese sich bewegen. Proteine in Ihren Nerven und Muskeln, die als Rezeptoren bezeichnet werden, empfangen die Signale. Bei der Myasthenia gravis greift das Immunsystem einen Rezeptor in Ihren Muskeln an und die Signale, die den Muskel dazu bringen, sich zu bewegen, werden nicht weitergegeben.

Die Ärzte wissen nicht genau, warum dies geschieht, aber sie glauben, es könnte ein Problem mit der Thymusdrüse bestehen. Die Thymusdrüse befindet sich im Brustkorb und ist Teil des Immunsystems. Viele Menschen mit Myasthenia gravis haben eine ungewöhnlich große Thymusdrüse oder einen gutartigen Tumor in der Thymusdrüse.

Die Wahrscheinlichkeit einer Myasthenia gravis ist erhöht, wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung leiden, wie zum Beispiel:

Folgendes kann einer Myasthenia gravis vorausgehen:

  • eine Infektion

  • Operation

  • Die Einnahme bestimmter Medikamente gegen Bluthochdruck, Malaria oder einen auffälligen Herzschlag

Manchmal tritt bei Kindern von Müttern mit Myasthenia gravis für einige Tage oder Wochen nach der Geburt eine Muskelschwäche auf.

Was sind die Symptome einer Myasthenia gravis?

Das Hauptsymptom der Myasthenia gravis ist:

  • Muskelschwäche, die kommt und geht

Ihre Muskeln arbeiten zu Beginn normal, werden mit der Zeit aber schwächer. Wenn Sie zum Beispiel schnell blinzeln möchten, gelingt Ihnen das zunächst. Nach etwa zehn Sekunden wird das Blinzeln aber immer langsamer.

Weitere Symptome einer Schwäche sind unter anderem:

  • Hängende Augenlider

  • Doppeltsehen aufgrund einer schwachen Augenmuskulatur

  • Schwäche in Armen oder Beinen, Händen oder im Hals

  • Extreme Müdigkeit nach Inanspruchnahme der Muskeln

  • Schwäche, die sich bei Hitze verschlechtert, bei kaltem Wetter allerdings schwächer ausgeprägt ist

  • Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen, Schlucken oder Sprechen

  • Manchmal Atembeschwerden

Die Myasthenie betrifft nur Ihre Muskeln. Auch wenn Sie schwach sind, haben Sie immer noch ein Gefühl im Körper und können klar denken.

Was ist eine myasthene Krise?

Bei einer myasthenen Krise kommt es zu einer plötzlichen Verschlechterung der Myasthenie. Sie werden so schwach, dass Sie häufig Atembeschwerden haben. Die Krise wird oft durch eine Infektion ausgelöst.

Woran erkennt der Arzt eine Myasthenia gravis?

Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und untersucht Sie.

Wenn Sie schwach sind, kann der Arzt bestimmen, wie Ihre Symptome auf Faktoren ansprechen, die eine Myasthenie verbessern. Wenn Sie beispielsweise ein schlaffes Augenlid haben, können die Ärzte:

  • Eine Eispackung auf Ihr schlaffes Augenlid legen, um zu sehen, ob die Kälte Ihre Muskelkraft verbessert

  • Sie bitten, ein paar Minuten im Dunkeln mit geschlossenen Augen zu verbringen, um zu beobachten, ob sich das Symptom durch die Ruhe bessert

  • Ihnen ein kurzwirksames Arzneimittel verabreichen, das die Myasthenie verbessert, um zu sehen, ob das Symptom abklingt

Wenn die Ärzte danach eine Myasthenie vermuten, führen sie weitere Tests durch, wie z. B.:

Bei der Elektromyografie werden kleine Nadeln in die Nerven eingeführt (in der Regel am Arm). Die Nadeln zeichnen die elektrische Aktivität Ihrer Muskeln auf. Außerdem wird festgehalten, wie Ihre Muskeln und Nerven auf leichte elektrische Reize ansprechen.

Wenn bei Ihnen eine Myasthenia gravis festgestellt wird, werden bildgebende Verfahren, wie z. B. eine MRT oder ein CT-Scan durchgeführt um nach Problemen mit der Thymusdrüse zu suchen.

Wie wird eine Myasthenia gravis behandelt?

Der Arzt kann Ihnen Medikamente verordnen, um:

  • Ihre Muskelkraft zu verbessern

  • Das Immunsystem zu verlangsamen, damit es die Muskelrezeptoren weniger angreift

Medikamente zur Verbesserung Ihrer Kraft wirken wie die chemischen Stoffe, die Ihre Nerven nutzen, um Signale an Ihre Muskeln zu senden. Diese Medikamente wirken jedoch nur wenige Stunden. Die Krankheit wird damit auch nicht aufgehalten, die Medikamente lindern lediglich die Symptome. Die Dosis wird abhängig von Ihrem Befinden angepasst. Durch die Einnahme von zu vielen Medikamenten können Sie sich jedoch schwächer fühlen. Daher ist es manchmal für den Arzt schwierig festzustellen, ob sich Ihre Krankheit verschlechtert und Sie mehr Medikamente benötigen oder ob Sie Nebenwirkungen haben und daher weniger Medikamente brauchen.

Zu Behandlungen, die das Immunsystem verlangsamen, gehören unter anderem:

  • Medikamente wie Kortikosteroide, die das Immunsystem schwächen

  • Immunglobulin (Medikament, das bestimmte nützliche Antikörper enthält)

  • Plasmaaustausch (ein Prozess, bei dem Antikörper aus dem Blut gefiltert werden, die die Rezeptoren in Ihren Muskeln angreifen)

Wenn Sie einen Tumor in Ihrer Thymusdrüse haben, entfernen Ärzte die Drüse. Das hilft oftmals bei Myasthenie. Die Entfernung der Thymusdrüse hilft manchmal selbst dann, wenn kein Tumor vorhanden ist.

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