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Kurzinformationen

Windpocken

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2018| Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Was sind Windpocken?

Windpocken sind eine Virusinfektion, von der Kinder häufiger betroffen sind als Erwachsene.

  • Windpocken verursachen Fieber und einen juckenden Ausschlag mit kleinen, erhabenen Blasen oder verkrusteten Flecken

  • Windpocken verbreiten sich leicht von Mensch zu Mensch

  • Windpocken sind für gesunde Kinder in der Regel nicht schlimm – sie erholen sich fast immer problemlos davon

  • Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Windpocken hingegen einen schweren Verlauf nehmen und lebensbedrohlich sein

  • Nach der Genesung verbleibt das Windpockenvirus im Körper

  • Jahre nach der Erkrankung an Windpocken kann dasselbe Virus eine Gürtelrose hervorrufen, einen schmerzhaften Ausschlag mit Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind

  • Der Windpockenimpfstoff kann Windpocken verhindern

Was verursacht Windpocken?

Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst.

Das Virus verbreitet sich wie folgt:

  • Durch die Luft über Tröpfchen, wenn eine infizierte Person hustet oder niest

  • Durch Berührung der bei Windpocken gebildeten Bläschen

Das Windpockenvirus bleibt in Ihrem Körper, auch nachdem Sie genesen sind. Es verbleibt in den Nervenwurzeln in der Nähe der Wirbelsäule. Manchmal wird das Virus wieder aktiv und löst einen Ausschlag (Gürtelrose) in demjenigen Hautbereich aus, der mit der infizierten Nervenwurzel verbunden ist.

Was sind die Symptome von Windpocken?

Die ersten Symptome sind:

  • Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit, Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit

Der Ausschlag tritt 1 bis 2 Tage nach Beginn der Symptome auf. Dabei geschieht Folgendes:

  • Zunächst besteht der Ausschlag aus kleinen, flachen, roten Flecken

  • Innerhalb von 6 bis 8 Stunden bilden sich aus diesen Flecken erhabene, juckende, kreisförmige und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen

  • In der Regel beginnt der Ausschlag im Gesicht und im Brustbereich und breitet sich dann auf Arme und Beine aus

  • Es kann sein, dass Sie nur ganz wenige Bläschen haben, aber diese können ebenso am ganzen Körper auftreten, so auch im Mund, in der Scheide und im Rektum

  • Normalerweise bilden sich ab etwa 5 Tagen keine neuen Bläschen mehr

  • Die meisten Bläschen verkrusten innerhalb von etwa 6 Tagen und verschwinden in weniger als 20 Tagen

Patienten mit Windpocken sind zu Beginn der Erkrankung am ansteckendsten (größte Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung auf andere Menschen), können die Krankheit aber weiterhin verbreiten, bis alle Bläschen verkrustet sind.

Manchmal kommt es infolge von Windpocken zu Infektionen in Gehirn, Lunge oder Herz. Schwangere Frauen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können bei Windpocken schwerwiegende Komplikationen erleiden.

Woran erkennt der Arzt Windpocken?

Windpocken werden anhand der Symptome und des Ausschlags erkannt.

Wie werden Windpocken behandelt?

Windpocken klingen in der Regel auch ohne Behandlung wieder ab. Zur Linderung von Beschwerden:

  • Auflegen von kühlen, feuchten Waschlappen auf den Ausschlag zur Linderung des Juckreizes

  • Häufiges Waschen mit Seife und Wasser, damit keine Bakterien die Bläschen infizieren können

  • Fingernägel schneiden, um übermäßiges Kratzen zu verhindern, weil dadurch Narben entstehen und die Bläschen aufplatzen und mit Bakterien infiziert werden können

  • Einnahme von Antihistaminika gegen den Juckreiz

Wenn die Bläschen mit Bakterien infiziert werden, benötigen Sie möglicherweise ein Antibiotikum.

Antivirale Medikamente können Kindern und Erwachsenen verschrieben werden, bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung an Windpocken besteht. Diese Medikamente mildern die Symptome der Windpocken und verkürzen die Dauer der Erkrankung. Antivirale Medikamente sind nur dann wirksam, wenn sie innerhalb von 24 Stunden nach Einsetzen der Symptome eingenommen werden.

Wie können Windpocken verhindert werden?

Sie können wie folgt dafür sorgen, dass sich Windpocken nicht auf andere Menschen ausbreiten:

  • Impfung gegen Windpocken

  • Von Patienten mit Windpocken fernbleiben (wenn Sie nicht an Windpocken erkrankt sind)

  • Kinder erst dann wieder zur Schule schicken, wenn alle Bläschen verkrustet sind

  • Als Erwachsener erst dann wieder zur Arbeit gehen, wenn alle Bläschen verkrustet sind

Impfungen werden an gesunden Kindern und Erwachsenen vorgenommen, um sie vor bestimmten Infektionen zu schützen. In den USA erhalten Kinder im Alter von 12 bis 15 Monaten die erste Windpockenimpfung und im Alter von 4 bis 6 Jahren eine zweite. Die meisten Menschen, die sich gegen Windpocken impfen lassen, erkranken nie daran. Wenn eine geimpfte Person an Windpocken erkrankt, nimmt die Krankheit meist einen sehr milden Verlauf.

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