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Kurzinformationen

Auf Clostridioides difficile (früher Clostridium difficile, kurz C. diff.) zurückzuführende Colitis

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Was ist eine auf Clostridioides difficile zurückzuführende Colitis?

Das Colon (Grimmdarm) ist ein Teil des Dickdarms. Bei einer Colitis handelt es sich um eine Entzündung des Colons bzw. des Dickdarms. Clostridioides difficile sind Bakterien, die eine Colitis verursachen. Eine Colitis macht sich durch Durchfall und andere Symptome bemerkbar. Clostridioides difficile und die dadurch hervorgerufene Erkrankung können mit C. difficile oder C. diff. abgekürzt werden.

  • Die Symptome reichen von leichtem Durchfall bis hin zu häufigem blutigem Durchfall mit Bauchschmerzen und Fieber.

  • Zur Untersuchung auf C. diff. wird eine Stuhlprobe entnommen. Manchmal kann auch der Dickdarm durch einen Beobachtungsschlauch untersucht werden.

  • Am wahrscheinlichsten ist ein Befall mit C. diff nach der Einnahme von Antibiotika gegen eine andere Erkrankung.

  • Von milden Formen von C. diff. betroffene Personen erholten sich manchmal, wenn sie die Antibiotika absetzen, die das Problem verursacht haben.

  • Bei nicht abklingendem oder stärkerem Durchfall muss ein anderes Antibiotikum eingenommen werden, um die C.-diff.-Bakterien abzutöten.

Was sind die Ursachen von C. diff.?

Der Dickdarm ist normalerweise mit vielen Arten von Keimen (Mikroorganismen) besiedelt. C. diff. ist einer dieser Keime. Die Keime sind in der Regel harmlos. Es kann jedoch vorkommen, dass sich ein Keim unkontrolliert verbreitet und Krankheiten auslöst. Wenn sich C. diff. unkontrolliert verbreitet, setzt es eine Substanz (ein Toxin) frei, die die Darmschleimhaut schädigt und Durchfall auslöst.

Die Einnahme von Antibiotika gegen eine andere Infektion ist die häufigste Ursache für das Wachstum von C. diff. mit Auslösung einer Infektion. Die Antibiotika stören das Gleichgewicht der unterschiedlichen Bakterien im Darm und fördern die Vermehrung von C. diff.

Das Risiko, an C. diff. zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Das Risiko ist auch bei Säuglingen und Kleinkindern hoch. Weitere Risikofaktoren:

  • Eine schwere Grunderkrankung

  • Langer Krankenhausaufenthalt

  • Leben im Pflegeheim

  • Chirurgischer Eingriff am Magen oder Darm

Manchmal kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, warum sich jemand mit C. diff. infiziert hat.

Was sind die Symptome von C. diff.?

Symptome treten oft 5 bis 10 Tage nach Beginn der Einnahme von Antibiotika gegen eine andere Infektion auf. Es kann aber auch sein, dass erst 2 Monate nach dem Absetzen der Antibiotika Symptome auftreten.

Die Symptome reichen von leichtem Durchfall bis hin zu Folgendem:

  • Blutiger Durchfall

  • Bauchschmerzen

  • Fieber

  • Selten Übelkeit oder Erbrechen

Die schwersten Fälle können ernste Komplikationen hervorrufen:

  • Dehydrierung (zu wenig Wasser im Körper)

  • Niedriger Blutdruck

  • Gefährlich angeschwollener Dickdarm

  • Riss im Dickdarm

Woran erkennt der Arzt C. diff.?

Ein Verdacht auf C. diff. wird bei Durchfall in folgenden Situationen erhoben:

  • Innerhalb von 2 Monaten nach der Einnahme eines Antibiotikums

  • Innerhalb von 72 Stunden nach der Einweisung in ein Krankenhaus

In diesen Fällen wird Folgendes gesucht:

  • C. diff. und das entsprechende Toxin in einer Stuhlprobe

  • Entzündung (Colitis) und andere Veränderungen des Dickdarms bei Betrachtung durch einen Beobachtungsschlauch

Wie wird C. diff. behandelt?

Behandlungsmethoden bei C. diff.:

  • Absetzen des Antibiotikums, welches das Problem verursacht hat

  • Antibiotikum zur oralen Einnahme, das gegen C. diff. wirkt

Medikamente, die den Durchfall hemmen oder beseitigen, sollten nicht eingenommen werden. Dadurch bleiben die C.-diff-Toxine im Darm, sodass sich die Erkrankung verschlimmert.

Bei 1 von 5 Personen kehren die Symptome immer wieder zurück. Zur Vorbeugung von wiederkehrenden Symptomen kann Folgendes unternommen werden:

  • Langzeitbehandlung mit Antibiotika

  • Probiotika (Tabletten zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Bakterien im Darm)

  • Stuhltransplantation (Übertragung von Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm der betroffenen Person zur Regulierung der Bakterien)

Bei sehr schlimmen Symptomen ist ein Krankenhausaufenthalt mit folgenden Maßnahmen erforderlich:

  • Antibiotika

  • Flüssigkeit in die Vene

  • Bluttransfusionen

In seltenen Fällen wird ein chirurgischer Eingriff durchgeführt, um besonders stark infizierte Darmabschnitte zu entfernen.

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