Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link
Kurzinformationen

Bluthochdruck

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie alle Einzelheiten

Was ist Bluthochdruck?

Mit jedem Herzschlag wird Blut durch die Arterien gepumpt. Bei den Arterien handelt es sich um die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen zum Körper transportieren. Beim Blutdruck handelt es sich um den Druck des Blutes in den Arterien. Ohne ihn würde das Blut nicht durch die Blutgefäße fließen und man würde sterben. Ein zu hoher Blutdruck belastet das Herz und schädigt die Arterien und andere Organe.

  • Nach vielen Jahren verursacht Bluthochdruck schwerwiegende Probleme, wie Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Schlaganfälle oder Nierenschaden.

  • Bluthochdruck wird auch als „lautloser Killer“ bezeichnet, da es in der Regel erst zu Symptomen kommt, wenn es zu spät ist.

  • Er verursacht mehr Todesfälle und schwerwiegende Probleme als fast jede andere Krankheit. Die meisten Komplikationen können jedoch mit einer geeigneten Behandlung verhindert werden.

  • Körperliche Betätigung, weniger Salz essen, Abnehmen, mit dem Raumen aufhören und weniger Alkohol trinken – das hilft alles dabei, den Blutdruck zu senken.

  • Betroffene müssen eventuell auch Blutdruckpillen einnehmen – manchmal zwei oder drei unterschiedliche Pillen.

  • Es ist wichtig, die Medikamente anzuwenden, auch wenn es einem nicht gut geht.

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Zur Überprüfung des Blutdrucks kommt eine Blutdruckmanschette zum Einsatz. Dabei werden zwei Zahlen aufgezeichnet. Der Blutdruck kann beispielsweise 120/80 (ausgesprochen „120 zu 80“) sein.

Die erste Zahl gibt den höchsten Druck an, der in den Arterien erreicht wird, wenn das Blut aus dem Herzen gepumpt wird. Das ist der sogenannte systolische Blutdruck.

Die zweite Zahl gibt den niedrigsten Druck an, der in den Arterien erreicht wird, wenn sich das Herz entspannt, kurz bevor das Blut wieder aus dem Herzen gepumpt wird. Das ist der sogenannte diastolische Blutdruck.

Der Blutdruck ist bei jeder Messung nicht immer genau gleich. Er schwankt im Laufe des Tags und von Tag zu Tag ein bisschen. In der Regel bleiben die Messwerte jedoch im Verlauf der Zeit innerhalb von 5 oder 10 Punkten.

Wie definieren Ärzte Bluthochdruck?

Bei Erwachsenen wird der Blutdruck wie folgt eingestuft:

  • Normal: Unter 120/80

  • Erhöht: systolischer Druck von 120–129 UND diastolischer Druck von unter 80

  • Bluthochdruck Grad 1: systolischer Druck von 130–139 ODER diastolischer Druck von 80-89

  • Bluthochdruck Grad 2: systolischer Druck von 140 oder darüber ODER diastolischer Druck von 90 oder darüber

Wodurch wird Bluthochdruck verursacht?

Bluthochdruck hat in der Regel keine klare Ursache – es kommt einfach dazu. Diese Art von Bluthochdruck liegt oftmals in der Familie. Bluthochdruck tritt bei Menschen über 45 und bei Schwarzen häufiger auf. Das Risiko dieser Art von Bluthochdruck steigt:

  • mit zunehmendem Alter

  • bei Übergewicht oder Fettleibigkeit

  • wenn man sich nicht jeden Tag körperlich betätigt

  • Stress

  • Rauchen

  • durch das Essen von zu viel Salz

Seltener verursachen andere medizinische Probleme Bluthochdruck, insbesondere folgende:

  • Nierenerkrankungen

  • Hormonprobleme wie eine zu hohe Menge an Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) oder eine zu geringe Menge der Nebennierenhormone (Cushing-Syndrom)

  • Manchmal Schwangerschaft

Viele Medikamente und Substanzen können den Blutdruck erhöhen. Der Blutdruck sinkt, wenn die Wirkung des Medikaments oder der Substanz nachlässt, es sei denn, die Ursache des Bluthochdrucks ist ein anderer Grund. Zu den Substanzen, die häufig den Blutdruck erhöhen, gehören:

  • Alkohol

  • Antibabypille

  • Koffein

  • Kortikosteroide

  • Abschwellende Mittel, wie Phenylephrin und Pseudoephedrin

  • NSAR (entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen)

  • Stimulierende Drogen wie Amphetamine und Kokain

Welche Symptome zeigt Bluthochdruck?

Bluthochdruck verursacht in der Regel keine Symptome. Auf Grundlage davon, wie es jemandem geht, kann man nicht sagen, ob der Blutdruck hoch ist. Oftmals denken Leute, dass Bluthochdruck Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel, Müdigkeit und andere allgemeine Symptome hervorruft. Es ist jedoch genauso wahrscheinlich, mit einem normalen Blutdruck an diesen Dingen zu leiden.

Wenn der Bluthochdruck jedoch zu Komplikationen führte, wie einem Herzinfarkt, einer Herzinsuffizienz oder einem Schlaganfall, kann es zu Symptomen dieser Komplikationen kommen. Zu diesen gehört u. a. Folgendes:

  • Schmerzen im Brustkorb

  • Kurzatmigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Verwirrung oder Sprachstörung

  • Verschwommenes Sehen

  • Schwäche oder Lähmung einer Körperseite oder Gesichtshälfte

Woran erkennt der Arzt Bluthochdruck?

Tests zur Prüfung auf Bluthochdruck

Der Blutdruck wird 3- oder mehrere Male mithilfe einer Blutdruckmanschette gemessen. Zur Messung des Blutdrucks kann ein Stethoskop oder ein Gerät verwendet werden. Der Blutdruck kann im Arm oder Bein gemessen werden.

Die Messung kann Bluthochdruck ergeben, wenn der Patient nervös oder nicht entspannt ist, was häufig in einer Arztpraxis vorkommt. Der Arzt bittet den Patienten ggf., eine Zeit lang zu sitzen, oder er kommt für eine weitere Messung zurück, um sicherzustellen, dass der Patient ruhig ist und sich wohl fühlt, sodass die Messung stimmt. Manchmal bitten die Ärzte den Patienten, den Blutdruck ein oder zwei Tage lang mit einem Blutdruckmessgerät zuhause selbst zu messen.

Tests, ob Bluthochdruck vorliegt

Wenn Bluthochdruck vorliegt, machen Ärzte Folgendes:

  • Einer körperlichen Untersuchung

  • Eine Augenuntersuchung

  • Eine EKG, einen Test, mit dem die elektrischen Ströme des Herzens gemessen und auf Papier aufgezeichnet werden

  • Blut- und Urintests

Die Ärzte können auch andere Tests durchführen, um herauszufinden, ob der Bluthochdruck eine ungewöhnlichere Ursache hat. Diese Tests werden vor allem dann durchgeführt, wenn der Patient jung ist oder wenn der Blutdruck mit der regulären Behandlung nicht gesenkt werden kann.

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Bluthochdruck ist in der Regel nicht heilbar. Es kann jedoch bei der Blutdruckkontrolle helfen, einige Verhaltensweisen zu ändern und Medikamente anzuwenden. Der Zielwert des Blutdrucks hängt vom Alter des Patienten ab und davon, an welchen anderen medizinischen Problemen er leidet.

Wenn mit der Behandlung begonnen wurde, ist es wichtig, den Blutdruck oft zu messen, um sicherzustellen, dass der richtige Blutdruckwert erreicht wird. Die Ärzte können den Patienten zudem bitten, den Blutdruck zuhause zu messen und die Messwerte aufzuschreiben, um diese dem Arzt beim nächsten Besuch mitzuteilen. Möglicherweise sind mehr Medikamente oder eine Änderung der Medikamente notwendig, um den Blutdruck zu senken.

Verhaltensänderung

Personen mit Bluthochdruck müssen ihre Lebensweise ändern. In der Regel empfehlen Ärzte eine DASH-Diät (ein diätetischer Ansatz zum Stoppen von Hypertonie). Bei dieser Diät sollen viel Obst und Gemüse gegessen und fettarme Molkereiprodukte verwendet werden. Geflügel, Fisch, Vollkorn und Nüsse sind in Ordnung, doch es sollte nur wenig rotes Fleisch, wenige Süßigkeiten und wenig Salz gegessen werden. Ärzte können zudem empfehlen:

  • mit Sport anzufangen oder sich öfter körperlich zu betätigen,

  • bei Übergewicht abzunehmen,

  • weniger Alkohol zu trinken,

  • mit dem Rauchen aufzuhören,

  • zu lernen, wie man sich entspannt oder mit Stress umgeht.

Medikament

Oftmals verschreiben Ärzte ein oder mehr Blutdruckmedikamente. Verschiedene Medikamente senken den Blutdruck auf unterschiedliche Weisen. Manchmal dauert es etwas, bis man die richtige Kombination der Medikamente in der richtigen Dosis gefunden hat, um den Blutdruck auf den Zielwert zu senken.

Die meisten müssen für den Rest ihres Lebens Medikamente anwenden. Es ist sehr wichtig, dass der Patient und sein Arzt den Blutdruck weiterhin messen, um sicherzustellen, dass die Werte niedrig bleiben.

Der Arzt sollte immer informiert werden, wenn die Blutdruckmedikamente dazu führen, dass es dem Patienten nicht gut geht. Er kann die Menge oder Art der Medikamente ändern, damit es dem Patienten besser geht.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN