Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Krebs: Ein Überblick

Von

Robert Peter Gale

, MD, PhD, Imperial College London

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Ein Krebsgeschwür besteht aus abnormen Zellen (die gewöhnlich alle von einer abnormen Ursprungszelle abstammen). Die Zellen haben ihre normalen Regulierungsmechanismen verloren und sind daher in der Lage, sich ununterbrochen zu vermehren, in umliegendes Gewebe einzudringen, zu entfernten Körperteilen zu wandern und das Wachstum neuer Blutgefäße zu fördern, von denen die Zellen Nährstoffe ableiten. Solche bösartigen (malignen) Zellen können sich in jedem Gewebe im Körper bilden.

Wenn Krebszellen wachsen und sich vermehren, entsteht Krebsgewebe, Tumor genannt, das in das angrenzende gesunde Gewebe eindringt und es zerstört. Der Begriff Tumor bezieht sich auf jede abnorme Gewebewucherung oder Gewebemasse. Tumoren können gutartig und bösartig sein. Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor (Primärherd) können sich im ganzen Körper ausbreiten (metastasieren).

Krebsarten

Bei Krebsgewebe (Malignomen) unterscheidet man zwischen dem Krebs des Blutes und blutbildenden Gewebes (Leukämien und Lymphome) und den „soliden“ Tumoren (einem soliden Zellhaufen), den Krebsgeschwüren. Solide Krebsgeschwüre können Karzinome oder Sarkome sein. Bestimmte Krebsarten können weiter nach dem Organ, in dem sie zuerst auftreten, und der Zellart, in der die Krebserkrankung beginnt, unterteilt werden – z. B. Plattenepithelkarzinom der Haut.

Karzinome sind Krebszellen, die in der Haut, den Lungen, dem Verdauungstrakt und inneren Organen entstehen. Beispiele für Karzinome sind Haut-, Lungen-, Darm-, Magen-, Brust-, Prostata- und Schilddrüsenkrebs. Karzinome treten normalerweise häufiger bei älteren als bei jüngeren Menschen auf.

Sarkome sind Krebsformen der mesodermalen Zellen. Darunter versteht man Zellen, die die Muskeln, Blutgefäße, Knochen und das Bindegewebe bilden. Zu den Sarkomen zählen das Leiomyosarkom (Krebs der glatten Muskulatur in den Wänden der Verdauungsorgane) und das Osteosarkom (Knochenkrebs). Sarkome treten normalerweise häufiger bei jüngeren als bei älteren Menschen auf.

Tabelle
icon

Fachbegriffe im Zusammenhang mit Krebs

Folgende Begriffe werden häufig im Zusammenhang mit Krebs verwendet:

  • Aggressivität: Wie sehr (wie schnell) der Tumor wächst oder sich ausbreitet.

  • Anaplasie: Fehlende Differenzierung der Krebszellen. Das heißt, die Zellen sehen nicht wie normale Zellen der gleichen Gewebeart aus. Anaplastische Krebsarten sind normalerweise sehr aggressiv.

  • Benigne: Gutartig. Gutartige Tumoren dringen nicht in nahegelegene Gewebe ein und breiten sich nicht durch den Blutkreislauf oder das Lymphsystem Überblick über das Lymphsystem Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. Es umfasst Organe wie die Thymusdrüse, das Knochenmark, die Milz, die Mandeln, den Blinddarm und die Peyer-Plaques im Dünndarm; diese... Erfahren Sie mehr Überblick über das Lymphsystem auf entfernte Stellen aus (sie metastasieren nicht). Ein gutartiger Tumor kann jedoch an Ort und Stelle wachsen und Probleme verursachen, da er auf umliegendes Gewebe drückt.

  • Karzinogen: Ein Krebserreger

  • Carcinoma in situ: Krebszellen, die noch in dem Gewebe sind, in dem ihr Wachstum begonnen hat, und die noch nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen sind und sich nicht in andere Körperteile ausgebreitet haben.

  • Heilung: Vollständige Elimination des Krebses mit dem Ergebnis, dass der spezifische Krebs nicht zurückkehrt

  • Differenzierung: Der Umfang, in dem die Krebszellen gereift sind, aufgehört haben, sich zu vermehren, und normale Zellfunktionen übernommen haben, sodass sie nicht mehr aussehen wie sich schnell vermehrende und primitive Zellen.

  • Klasse: Der Grad der Anomalie des Erscheinungsbildes der Krebszellen bei mikroskopischem Untersuchungen – anormaler erscheinende Zellen sind aggressiver.

  • Invasion: Die Fähigkeit von Krebs, in das umliegende Gewebe einzuwachsen und es zu zerstören.

  • Maligne: Krebszellen, die in benachbartes Gewebe eindringen und sich auch auf andere Körperteile ausbreiten.

  • Maligne Transformation: Der komplexe Prozess, durch den aus gesunden Zellen Krebszellen werden.

  • Metastase: Krebszellen, die sich an einem neuen Ort angesiedelt haben.

  • Neoplasma: Allgemeiner Begriff für einen Tumor, ob gut- oder bösartig.

  • Wiederauftreten (Rückfall): Krebszellen treten nach Behandlung wieder auf, entweder im ursprünglichen Bereich oder als Metastasen (Ausbreitung).

  • Remission: Kein Nachweis eines Tumors nach der Behandlung, obwohl möglicherweise immer noch Krebs im Körper vorhanden ist.

  • Stadium: Das Ausmaß, in dem sich der Krebs ausgebreitet hat.

  • Überlebensrate: Der Prozentsatz der Menschen, die nach der Behandlung eine bestimmte Zeitdauer überleben (zum Beispiel ist die 5-Jahres-Überlebensrate der Prozentsatz der Menschen, die 5 Jahre überlebt haben).

  • Tumor: Ein anormales Wachstum oder eine Verdickung

Wussten Sie ...

  • Die Endung „-om(a)“ bei einem Wort bedeutet Schwellung, Wucherung oder Tumor. Der erste Teil des Wortes bezieht sich auf das, woraus die Schwellung oder Wucherung besteht. Ein Meningiom ist zum Beispiel ein Tumor, der sich in den Hirn- oder Rückenmarkshäuten (Meningen) bildet. Viele Krebsnamen enden auf „-om“, aber nicht alle „-ome“ sind Tumoren. Ein Hämatom ist eine Schwellung, die durch eine Ansammlung von Blut (häm) verursacht wird.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Testen Sie Ihr Wissen
Behandlungsgrundsätze bei Krebs
Welche der folgenden Aussagen ist die beste Beschreibung der palliativen Therapie bei der Krebsbehandlung?

Auch von Interesse

NACH OBEN