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Krebs: Ein Überblick

Von

Robert Peter Gale

, MD, PhD, Imperial College London

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Ein Krebsgeschwür besteht aus abnormen Zellen (die gewöhnlich alle von einer abnormen Ursprungszelle abstammen). Die Zellen haben ihre normalen Regulierungsmechanismen verloren und sind daher in der Lage, sich ununterbrochen zu vermehren, in umliegendes Gewebe einzudringen, zu entfernten Körperteilen zu wandern und das Wachstum neuer Blutgefäße zu fördern, von denen die Zellen Nährstoffe ableiten. Solche bösartigen (malignen) Zellen können sich in jedem Gewebe im Körper bilden.

Wenn Krebszellen wachsen und sich vermehren, entsteht Krebsgewebe, Tumor genannt, das in das angrenzende gesunde Gewebe eindringt und es zerstört. Der Begriff Tumor bezieht sich auf jede abnorme Gewebewucherung oder Gewebemasse. Tumoren können gutartig und bösartig sein. Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor (Primärherd) können sich im ganzen Körper ausbreiten (metastasieren).

Krebsarten

Bei Krebsgewebe (Malignomen) unterscheidet man zwischen dem Krebs des Blutes und blutbildenden Gewebes (Leukämien und Lymphome) und den „soliden“ Tumoren (einem soliden Zellhaufen), den Krebsgeschwüren. Geschwüre können Karzinome oder Sarkome sein.

Leukämien und Lymphome sind die Krebsarten des Blutes und blutbildenden Gewebes sowie der Zellen des Immunsystems. Leukämien entstehen aus blutbildenden Zellen und verdrängen die Produktion normaler Blutzellen im Knochenmark. Krebszellen aus Lymphomen erweitern die Lymphknoten und rufen dabei große Verdickungen in Achseln, Leiste, Abdomen oder im Brustkorb hervor.

Karzinome sind Krebszellen, die in der Haut, den Lungen, dem Verdauungstrakt und inneren Organen entstehen. Beispiele für Karzinome sind Haut-, Lungen-, Darm-, Magen-, Brust-, Prostata- und Schilddrüsenkrebs. Karzinome treten normalerweise häufiger bei älteren als bei jüngeren Menschen auf.

Sarkome sind Krebsformen der mesodermalen Zellen. Darunter versteht man Zellen, die die Muskeln, Blutgefäße, Knochen und das Bindegewebe bilden. Zu den Sarkomen zählen das Leiomyosarkom (Krebs der glatten Muskulatur in den Wänden der Verdauungsorgane) und das Osteosarkom (Knochenkrebs). Sarkome treten normalerweise häufiger bei jüngeren als bei älteren Menschen auf.

Tabelle
icon

Die häufigsten Krebsarten bei Männern und Frauen*

Gruppe

Krebs

Männer

Frauen

*Die häufigsten Krebsarten befinden sich oben in der Liste und mit abnehmender Häufigkeit weiter unten. Die Reihenfolge basiert auf Schätzungen der American Cancer Society (US-amerikanischen Krebsgesellschaft) für das Jahr 2018. Hautkrebs ist vermutlich bei Männern und Frauen die häufigste Krebsart, es muss jedoch nur ein Hautkrebstyp, das Melanom, gemeldet werden. Wie häufig andere Arten vorkommen, ist weniger klar. Daher sind die Zahlen für Hautkrebs unvollständig und können aus diesem Grund aus der Statistik ausgenommen werden.

Fachbegriffe im Zusammenhang mit Krebs

Folgende Begriffe werden häufig im Zusammenhang mit Krebs verwendet:

  • Aggressivität: Wie sehr (wie schnell) der Tumor wächst oder sich ausbreitet.

  • Anaplasie: Fehlende Differenzierung der Krebszellen. Das heißt, die Zellen sehen nicht wie normale Zellen der gleichen Gewebeart aus. Anaplastische Krebsarten sind normalerweise sehr aggressiv.

  • Benigne: Gutartig. Gutartige Tumoren dringen nicht in nahegelegene Gewebe ein und breiten sich nicht durch den Blutkreislauf oder das Lymphsystem auf entfernte Stellen aus (sie metastasieren nicht). Ein gutartiger Tumor kann jedoch an Ort und Stelle wachsen und Probleme verursachen, da er auf umliegendes Gewebe drückt.

  • Karzinogen: Ein Krebserreger

  • Carcinoma in situ: Krebszellen, die noch in dem Gewebe sind, in dem ihr Wachstum begonnen hat, und die noch nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen sind und sich nicht in andere Körperteile ausgebreitet haben.

  • Heilung: Vollständige Elimination des Krebses mit dem Ergebnis, dass der spezifische Krebs nicht zurückkehrt

  • Differenzierung: Der Umfang, in dem die Krebszellen gereift sind, aufgehört haben, sich zu vermehren, und normale Zellfunktionen übernommen haben, sodass sie nicht mehr aussehen wie sich schnell vermehrende und primitive Zellen.

  • Klasse: Der Grad der Anomalie des Erscheinungsbildes der Krebszellen bei mikroskopischem Untersuchungen – anormaler erscheinende Zellen sind aggressiver.

  • Invasion: Die Fähigkeit von Krebs, in das umliegende Gewebe einzuwachsen und es zu zerstören.

  • Maligne: Krebszellen, die in benachbartes Gewebe eindringen und sich auch auf andere Körperteile ausbreiten.

  • Maligne Transformation: Der komplexe Prozess, durch den aus gesunden Zellen Krebszellen werden.

  • Metastase: Krebszellen, die sich an einem neuen Ort angesiedelt haben.

  • Neoplasma: Allgemeiner Begriff für einen Tumor, ob gut- oder bösartig.

  • Wiederauftreten (Rückfall): Krebszellen treten nach Behandlung wieder auf, entweder im ursprünglichen Bereich oder als Metastasen (Ausbreitung).

  • Remission: Kein Nachweis eines Tumors nach der Behandlung, obwohl möglicherweise immer noch Krebs im Körper vorhanden ist.

  • Stadium: Das Ausmaß, in dem sich der Krebs ausgebreitet hat.

  • Überlebensrate: Der Prozentsatz der Menschen, die nach der Behandlung eine bestimmte Zeitdauer überleben (zum Beispiel ist die 5-Jahres-Überlebensrate der Prozentsatz der Menschen, die 5 Jahre überlebt haben).

  • Tumor: Ein anormales Wachstum oder eine Verdickung

Wussten Sie ...

  • Die Endung „-om(a)“ bei einem Wort bedeutet Schwellung, Wucherung oder Tumor. Der erste Teil des Wortes bezieht sich auf das, woraus die Schwellung oder Wucherung besteht. Ein Meningiom ist zum Beispiel ein Tumor, der sich in den Hirn- oder Rückenmarkshäuten (Meningen) bildet. Viele Krebsnamen enden auf „-om“, aber nicht alle „-ome“ sind Tumoren. Ein Hämatom ist eine Schwellung, die durch eine Ansammlung von Blut (häm) verursacht wird.

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