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Arthritis mit Kalziumphosphat-Kristallablagerung

(Pseudogicht; Erkrankung mit basischer Kalziumphosphat-Kristallablagerung; Erkrankung mit Kalziumoxalat-Kristallablagerung)

Von

Brian F. Mandell

, MD, PhD, Cleveland Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2020| Inhalt zuletzt geändert Okt 2020
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Bei der vor allem früher Pseudogicht genannten Arthritis mit Kalziumphosphat-Kristallablagerung (auch Chondrokalzinose) treten Schübe schmerzhafter Gelenkentzündungen oder eine chronische Arthritis in ähnlicher Form wie rheumatoide Arthritis auf, die auf Einlagerungen von Kristallen aus Kalziumpyrophosphat in den Gelenkknorpeln beruhen.

  • Kristalleinlagerungen in der Gelenkflüssigkeit und in den Gelenkknorpeln verursachen Entzündungen und Gewebeschäden von unterschiedlicher Schwere.

  • Die Diagnose wird beim Vorfinden von Kalziumpyrophosphatkristallen in der Gelenkflüssigkeit bestätigt.

  • Die Behandlung erfolgt mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und manchmal mit Kortikosteroid-Injektionen in die Gelenke.

Pseudogicht tritt in der Regel bei älteren Menschen auf und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Ursachen für Pseudogicht

Die Ursache für die Bildung von Kalziumpyrophosphatkristallen ist unbekannt. Die Kristalle bilden sich besonders bei Personen, bei denen Folgendes vorliegt:

Die meisten Patienten mit Pseudogicht weisen jedoch keine dieser Merkmale auf. Die Erkrankung kann in seltenen Fällen erblich bedingt sein.

Symptome einer Pseudogicht

Die Symptome der Pseudogicht können stark variieren. Manche Menschen leiden unter Schüben schmerzhafter Gelenkentzündungen (Arthritis), ähnlich wie die Gichtschübe, meist in Knien, Handgelenken und anderen relativ großen Gelenken. Bei anderen schmerzen die Gelenke in Armen und Beinen und sind steif, was leicht mit rheumatoider Arthritis Rheumatoide Arthritis (RA) Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der die Gelenke, darunter meist Hand- und Fußgelenke, entzündet sind. Dadurch entstehen Schwellungen und Schmerzen... Erfahren Sie mehr Rheumatoide Arthritis (RA) oder Osteoarthrose Osteoarthrose (OA) Die Osteoarthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, welche die Gelenkknorpel und das angrenzende Gewebe schädigt. Typische Symptome sind Schmerzen, Gelenkversteifungen und Funktionsverlust... Erfahren Sie mehr Osteoarthrose (OA) verwechselt werden kann.

Plötzliche (akute) Anfälle sind gewöhnlich nicht so schwer wie bei Gicht, können aber auch von Fieber begleitet sein. Manche Betroffene haben zwischen den Anfällen keine Schmerzen, andere sind trotz größerer Kristallablagerungen völlig schmerzfrei.

Anders als bei der Gicht, bei der Kristalleinlagerungen häufig in Geweben in Gelenknähe vorhanden sind, treten bei Pseudogicht selten harte Knoten (Tophi) auf.

Diagnose einer Pseudogicht

  • Mikroskopische Untersuchung der Gelenkflüssigkeit

  • Zuweilen Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen

Wenn bei älteren Arthritis-Patienten die Gelenke geschwollen, warm oder schmerzhaft sind, kann zumeist von einer Pseudogicht ausgegangen werden. Die Diagnose wird gestellt, nachdem ein entzündetes Gelenk mit einer Nadel punktiert und die Gelenkflüssigkeit untersucht wurde ( Gelenkaspiration Gelenkaspiration (Arthrozentese) Ein Arzt kann häufig Erkrankungen des Bewegungsapparats aufgrund der Krankengeschichte und der Ergebnisse der körperlichen Untersuchung diagnostizieren. Manchmal sind Laboruntersuchungen... Erfahren Sie mehr Gelenkaspiration (Arthrozentese) ). In der Gelenkflüssigkeit sind Kalziumpyrophosphat-Kristalle enthalten. Unter einem speziellen Polarisationsmikroskop lassen sie sich von Harnsäurekristallen (die Gicht auslösen) unterscheiden.

Prognose bei Pseudogicht

In den meisten Fällen heilen die entzündeten Gelenke ohne Folgen ab. Es kann jedoch häufig zu chronischer Arthritis und chronischen Gelenkschäden kommen, wobei einige Gelenke so schwer geschädigt werden, dass sie mit einer neurogenen Arthropathie Neurogene Arthropathie Die neurogene Arthropathie (Charcot-Gelenke) wird durch eine oft sehr schnell fortschreitende Zerstörung der Gelenke hervorgerufen. Da die Betroffenen keine Schmerzen verspüren, bemerken... Erfahren Sie mehr (Charcot-Gelenke) verwechselt werden können.

Behandlung von Pseudogicht

  • Drainage von Gelenkflüssigkeit und Kortikosteroid-Injektionen

  • Nichtsteroidale Antirheumatika

  • Colchicin zur Verhinderung von Schüben

  • Physiotherapie

In der Regel können akute Anfälle behandelt und neue Schübe vermieden, bereits geschädigte Gelenke jedoch nicht wiederhergestellt werden. Überschüssige Gelenkflüssigkeit kann abgesaugt und eine Kortikosteroidlösung ins Gelenk gespritzt werden, um Entzündungen und Schmerzen rasch einzudämmen.

Oral einzunehmende Medikamente können zur Behandlung von Pseudogicht beitragen. Um die Schmerzen und Entzündungen bei einem akuten Anfall sofort zu lindern, werden meist nichtsteroidale Antirheumatika Nichtsteroidale Antirheumatika Manchmal wird der Schmerz durch die Behandlung der zugrundeliegenden Störung beseitigt oder minimiert. Ein Gipsverband für ein gebrochenes Bein oder Antibiotika für ein infiziertes Gelenk können... Erfahren Sie mehr (NSAR) eingesetzt.

Im Gegensatz zur Gicht, gibt es keine spezifische Langzeittherapie gegen Pseudogicht. Physiotherapie (z. B. Muskelaufbau und Beweglichkeitsübungen) kann jedoch dabei helfen, die Gelenkfunktion zu erhalten.

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