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Arthritis mit Kalziumphosphat-Kristallablagerung

(Pseudogicht; Erkrankung mit basischer Kalziumphosphat-Kristallablagerung; Erkrankung mit Kalziumoxalat-Kristallablagerung)

Von

N. Lawrence Edwards

, MD, Department of Medicine, University of Florida College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Bei der vor allem früher Pseudogicht genannten Arthritis mit Kalziumphosphat-Kristallablagerung (auch Chondrokalzinose) treten Schübe schmerzhafter Gelenkentzündungen oder eine chronische Arthritis in ähnlicher Form wie rheumatoide Arthritis auf, die auf Einlagerungen von Kristallen aus Kalziumpyrophosphat in den Gelenkknorpeln beruhen.

  • Kristalleinlagerungen in der Gelenkflüssigkeit und in den Gelenkknorpeln verursachen Entzündungen und Gewebeschäden von unterschiedlicher Schwere.

  • Die Diagnose wird beim Vorfinden von Kalziumpyrophosphatkristallen in der Gelenkflüssigkeit bestätigt.

  • Die Behandlung erfolgt mit nichtsteroidalen Antirheumatika und manchmal durch Kortikosteroid-Injektionen in die Gelenke.

Pseudogicht tritt in der Regel bei älteren Menschen auf und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Ursachen

Die Ursache für die Bildung von Kalziumpyrophosphatkristallen ist unbekannt. Die Kristalle bilden sich besonders bei Personen, bei denen Folgendes vorliegt:

  • Gelenkverletzung (einschließlich einer Operation)

  • Einlagerung von Protein in verschiedenen Organen und Geweben (Amyloidose)

  • Auffällig erhöhter Kalziumspiegel im Blut, der durch eine hohe Konzentration an Parathormon (Hyperparathyreoidismus bzw. Überfunktion der Nebenschilddrüse) verursacht wird

  • Auffällig erhöhte Eisenkonzentration im Gewebe (Hämochromatose)

  • Auffällig geringe Magnesiumkonzentration im Blut (Hypomagnesiämie)

  • Seltene Erkrankung mit auffällig geringer Konzentration der alkalischen Phosphatase im Blut (Hypophosphatasie)

  • Älterwerden

Die meisten Patienten mit Pseudogicht weisen jedoch keine dieser Merkmale auf. Die Erkrankung kann erblich bedingt sein.

Die Kalziumkristalle treten aus unbekannten Gründen häufig in von Osteoarthrose befallenen Gelenken auf.

Symptome

Die Symptome der Pseudogicht können stark variieren. Manche Menschen leiden unter Schüben schmerzhafter Gelenkentzündungen (Arthritis), meist in Knien, Handgelenken und anderen relativ großen Gelenken. Bei anderen schmerzen die Gelenke in Armen und Beinen und sind steif, was leicht mit rheumatoider Arthritis oder Osteoarthrose verwechselt werden kann.

Plötzliche (akute) Anfälle sind gewöhnlich nicht so schwer wie bei Gicht, können aber auch von Fieber begleitet sein. Manche Betroffene haben zwischen den Anfällen keine Schmerzen, andere sind trotz größerer Kristallablagerungen völlig schmerzfrei.

Anders als bei der Gicht, bei der Kristalleinlagerungen häufig in Geweben in Gelenknähe vorhanden sind, treten bei Pseudogicht selten harte Knoten (Tophi) auf.

Diagnose

  • Mikroskopische Untersuchung der Gelenkflüssigkeit

  • Zuweilen Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen

Wenn bei älteren Arthritis-Patienten die Gelenke geschwollen, warm oder schmerzhaft sind, kann zumeist von einer Pseudogicht ausgegangen werden. Die Diagnose wird gestellt, nachdem ein entzündetes Gelenk mit einer Nadel punktiert und die Gelenkflüssigkeit untersucht wurde (Gelenkaspiration). In der Gelenkflüssigkeit sind Kalziumpyrophosphat-Kristalle enthalten. Unter einem speziellen Polarisationsmikroskop lassen sie sich von Harnsäurekristallen (die Gicht auslösen) unterscheiden.

Wenn keine Gelenkflüssigkeit entnommen werden kann, werden Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Das Vorhandensein zahlreicher Kristalle im Gelenkknorpel legt die Diagnose nahe. Eine Ultraschalluntersuchung des Gelenks, die Kristalle im Gelenkknorpel ergibt, legt die Diagnose der Pseudogicht ebenfalls nahe.

Prognose

In den meisten Fällen heilen die entzündeten Gelenke ohne Folgen ab. Es kann jedoch häufig zu chronischer Arthritis und chronischen Gelenkschäden kommen, wobei einige Gelenke so schwer geschädigt werden, dass sie mit einer neurogenen Arthropathie (Charcot-Gelenke) verwechselt werden können.

Behandlung

  • Drainage von Gelenkflüssigkeit und Kortikosteroid-Injektionen

  • Nichtsteroidale Antirheumatika

  • Colchicin zur Verhinderung von Schüben

  • Physiotherapie

In der Regel können akute Anfälle behandelt und neue Schübe vermieden, bereits geschädigte Gelenke jedoch nicht wiederhergestellt werden. Überschüssige Gelenkflüssigkeit kann abgesaugt und eine Kortikosteroidlösung ins Gelenk gespritzt werden, um Entzündungen und Schmerzen rasch einzudämmen.

Oral einzunehmende Medikamente können zur Behandlung von Pseudogicht beitragen. Um die Schmerzen und Entzündungen bei einem akuten Anfall sofort zu lindern, werden meist nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt.

Colchicin (siehe Tabelle: Medikamente zur Behandlung von Gicht) kann täglich in geringen Dosen (1–2 Tabletten) oral eingenommen werden, um die Anzahl der Anfälle zu verringern.

Es gibt keine spezifische Langzeittherapie gegen Pseudogicht. Physiotherapie (z. B. Muskelaufbau und Beweglichkeitsübungen) kann jedoch dabei helfen, die Gelenkfunktion zu erhalten.

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