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Aneurysmen der Arterien in Armen, Herz und Hirn

Von

Koon K. Teo

, MBBCh, PhD, McMaster University, Hamilton, Ontario, Canada

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
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Ein Aneurysma ist eine Aussackung (Erweiterung) in der Arterienwand.

Aneurysmen können in jeder Arterie auftreten. Aneurysmen treten am häufigsten in der Aorta auf, der Hauptarterie, durch die Blut vom Herzen in den Körper fließt. Die Aorta befindet sich im Körperrumpf. Aneurysmen können auch in Arterien außerhalb des Rumpfes auftreten, unter anderem in

  • den Beinen (Oberschenkelarterien, den Kniekehlenarterien)

  • dem Herzen (Koronararterien)

  • dem Hals (den Halsschlagadern)

  • dem Hirn (Zerebralarterien)

Aneurysmen in der Halsschlagader sind selten. Bei älteren Menschen kommen Aneurysmen häufiger als bei jüngeren vor.

Ursachen

Viele Aneurysmen entstehen durch eine Schwäche der Arterienwand, die bereits bei der Geburt vorliegt (kongenital) oder durch eine Atherosklerose (Ansammlung von Plaque oder fetthaltigem Material in der Wand der Blutgefäße) entsteht. Andere sind die Folge von Verletzungen durch Stich- oder Schusswunden oder von Infektionen der Arterienwände durch Bakterien oder Pilze, die sich nach dem Missbrauch von intravenösen Drogen wie Heroin bilden. Solche Infektionen entstehen meist in anderen Bereichen des Körpers, typischerweise in einer der Herzklappen bevor sie sich in den Arterienwänden ausbreiten.

Symptome

Die meisten Aneurysmen in der Kniekehle (Arteria poplitea) und den Oberschenkeln (Arteria femoralis) verursachen keine Symptome. Allerdings können sich Blutgerinnsel innerhalb des Aneurysmas bilden. Wenn diese Blutgerinnsel sich ablösen, werden sie „Emboli“ genannt. Emboli können solange durch den Blutkreislauf wandern, bis sie eine Arterie im unteren Bein oder Fuß blockieren und dadurch plötzlich einsetzende starke Schmerzen, Taubheit und Kältegefühl im Fuß auslösen, der ganz weiß wird.

Emboli aus Aneurysmen der Halsschlagader können Arterien im Gehirn verschließen und zum Schlaganfall führen.

Emboli von Aneurysmen in den Arterien des Herzens (Koronararterien) können zu Symptomen eines Herzinfarkts (wie etwa Schmerzen im Brustkorb und Kurzatmigkeit) führen.

Im Gegensatz zu Aneurysmen in der Aorta oder den zerebralen Arterien reißen die Aneurysmen in den Arterien von Kniekehle, Oberschenkel und Herz oder in der Halsschlagader selten.

Diagnose

  • Bildgebende Verfahren

Ärzte können Aneurysmen in den Beinen oder Armen durch eine pulsierende Masse in der betroffenen Arterie ertasten. Eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie (CT) können die Diagnose sichern. Aneurysmen der Arterien im Herzen oder Gehirn müssen durch andere bildgebende Verfahren wie eine konventionelle Angiographie, eine CT-Angiographie oder eine Magnetresonanz-Angiographie untersucht werden.

Behandlung

  • Reparatur durch Operation oder Stent-Implantat

Ein Aneurysma in der unteren Körperhälfte wird repariert, wenn es doppelt so groß ist wie das normale Blutgefäß oder wenn bei dem Betroffenen Symptome auftreten. Aneurysmen in den Armen werden in der Regel umgehend repariert, selbst wenn der Patient keine Symptome aufweist. Dies wird getan, da die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesen Blutgefäßen zu einem Blutgerinnsel kommt, höher ist.

Bei Aneurysmen der Arterie in der Kniekehle (Arteria poplitea) mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 cm wird für gewöhnlich eine offene Operation durchgeführt oder ein Stent in das Blutgefäß eingesetzt. Ein Stent-Implantat ist ein hohler Schlauch aus Kunststoff, dessen Wand ein elastisches Netz bildet. Diese Netzwand kann wie ein Strohhalm so klein zusammengeknickt werden, dass diese über einen langen dünnen Draht in die Arterie eingeführt werden kann. Ärzte führen den Stent durch die Arterie zum Aneurysma. Dann wird der Stent geöffnet und formt so einen stabilen Kanal für das durchfließende Blut. Stent-Implantate können auch für Aneurysmen der Koronararterie verwendet werden. Manchmal benötigt man hierfür aber eine koronare Bypassoperation. Meist werden Aneurysmen der Oberschenkelarterien und der Halsschlagader operativ behoben.

Infizierte Aneurysmen müssen typischerweise mit Antibiotika oder Antimykotika behandelt und möglicherweise sogar operiert werden, je nachdem, wo sich das Aneurysma befindet, wie groß es ist und wie stark es durch die Infektion beschädigt ist.

Gehirn-Aneurysmen

(zerebrale Aneurysmen)

Aneurysmen können auch in den Arterien des Gehirns (Hirnschlagadern) vorkommen.

Wenn ein Gehirnaneurysma (zerebrales Aneurysma) reißt, kann dies zu einer Blutung in das Gehirngewebe (intrazerebrale Hämorrhagie) führen und damit zum Schlaganfall. Da Gehirnaneurysmen nahe am Gehirn liegen und für gewöhnlich sehr klein sind, unterscheiden sich deren Diagnose und Behandlung von denen anderer Aneurysmen. Größere, nicht gerissene Gehirnaneurysmen können auf das Gewebe und die Nerven des Gehirns drücken und zu Kopfschmerzen, erweiterten Pupillen oder Symptomen eines Schlaganfalls, wie etwa Schwäche oder Lähmung auf einer Seite des Körpers, führen.

Die Diagnose eines Gehirnaneurysmas erfolgt anhand einer besonderen Aufnahme mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Diese besonderen Aufnahmen werden als CT-Angiographie oder Magnetresonanzangiographie bezeichnet.

Infizierte Gehirnaneurysmen erweisen sich als besonders gefährlich und erfordern eine umgehende Behandlung. Die Diagnose erfolgt mit einem CT-Angiographie-Scan, Bluttests, die auf erhöhte Entzündungsspiegel (wie etwa eine erhöhte Konzentration des C-reaktiven-Proteinspiegels oder der Blutkörperchensenkungsrate) hinweisen, und Blutkulturen (Blutproben, die in einem Labor gezüchtet werden), die das Wachstum von Mikroorganismen (wie etwa Bakterien oder Pilze) zeigen.

Die Behandlung eines Gehirnaneurysmas umfasst oft eine operative Reparatur des Aneurysmas. Bei dieser wird ein Clip eingesetzt, um das Aneurysma abzuklemmen. Der Clip wird am Aneurysma-Abgang der Hauptarterie aufgesetzt. Manchmal kann ein weniger schwerer Eingriff (endovaskuläres Coiling) durchgeführt werden. Beim endovaskulären Coiling wird ein schmaler, aber langer flexibler Schlauch (Katheter) in die Arterie im Schenkel eingeführt. Der Katheter wird dann durch die Arterien im Körper zu dem Aneurysma in der Hirnarterie geschoben. Kleine Metallspulen werden durch den Katheter in die Öffnung des Aneurysmas gespritzt, um den Blutfluss darin zu stoppen und auf diese Weise das Aneurysma zu schrumpfen. Wenn das Aneurysma infiziert ist, werden Antibiotika oder Antimykotika verabreicht.

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