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Infektion des Gehörgangs (Badeotitis)

(akute Entzündung des äußeren Gehörgangs)

Von

Bradley W. Kesser

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Bakterien und manchmal Pilze können eine akute Infektion der Haut des Gehörgangs verursachen.

  • Eine Infektion des Gehörgangs wird durch Bakterien oder seltener Pilze verursacht.

  • Typische Symptome sind Schmerzen und Ausfluss.

  • Der Arzt untersucht das Ohr mit einem Otoskop auf Rötungen, Schwellungen und Eiter.

  • Die gebräuchlichsten Behandlungsformen sind das Entfernen von Ablagerungen, Anwendung von Antibiotika in Form von Ohrentropfen, Vermeidung von Wasser und Wattestäbchen im Ohr sowie Schmerzmittel.

Die Infektion kann den gesamten Gehörgang betreffen (generalisierte oder akute Otitis externa) oder nur einen begrenzten Bereich wie bei einem Furunkel oder Pickel. Eine maligne externe Otitis ist eine seltene, sehr schwere Infektion des äußeren Gehörgangs, die sich auf andere Teile des Schädels (Schläfenbein) ausgeweitet und den Schädelknochen entzündet hat (Osteomyelitis).

Ursachen

Verschiedene Bakterien, wie z. B. Pseudomonas aeruginosa oder Staphylococcus aureus, können den Gehörgang infizieren. Eine durch Pilze verursachte Entzündung des Gehörgangs (Otomykose), in der Regel durch Aspergillus niger oder Candida albicans, ist seltener. Furunkel werden im Allgemeinen durch Staphylococcus aureus verursacht.

Menschen, die zu Allergien, Schuppenflechte, Ekzemen oder seborrhoischer Dermatitis neigen, sind besonders anfällig für akute Infektionen des äußeren Gehörgangs.

Häufige Risikofaktoren für eine Infektion des Gehörgangs:

  • Verletzung des Gehörgangs während der Reinigung

  • Wasser im Ohr, insbesondere beim Schwimmen (sogenannte Badeotitis)

  • Einsatz von Ohrstöpseln oder Hörgeräten (vor allem, wenn sie nicht gründlich gereinigt werden)

  • Reizstoffe wie Haarspray oder Haarfärbemittel im Ohr

Die Verwendung von Wattestäbchen zur Reinigung des Ohrs ist ein sehr weit verbreiteter Risikofaktor für eine Infektion des Gehörgangs. Wattestäbchen sollten nicht in den Gehörgang eingeführt werden.

Symptome

Die Symptome einer akuten Entzündung des Gehörgangs umfassen Schmerzen, Rötung und Ausfluss. Der Ausfluss riecht unangenehm, ist weiß oder gelb und tritt aus dem Ohr aus. Der Gehörgang kann gar nicht oder nur leicht geschwollen oder in schlimmen Fällen sogar vollständig zugeschwollen sein. Sammeln sich in dem geschwollenen Gehörgang Eiter und Ausfluss, behindert das das Gehör. Der Gehörgang ist in der Regel empfindlich oder schmerzt, wenn man am äußeren Ohr (Pinna oder Ohrmuschel) zieht oder zerrt oder auf die Hautfalte und den Knorpel vor dem Gehörgang (Tragus) drückt.

Pilzinfektionen des Gehörgangs verursachen eher intensiven Juckreiz als Schmerzen und ein Gefühl der Verstopfung im Ohr. Eine durch Aspergillus niger verursachte Pilzinfektion führt in der Regel zu grau-schwarzen oder gelben Punkten (sogenannte Konidienträger) im Gehörgang, die von einem watteähnlichen Material (den sogenannten Sporen) umgeben sind. Eine durch Candida albicans verursachte Pilzinfektion verursacht keinen sichtbaren Pilzbefall, aber in der Regel einen dicken, cremig-weißen Ausfluss.

Furunkel verursachen starke Schmerzen. Wenn sie aufplatzen, treten etwas Blut und Eiter aus dem Ohr aus.

Diagnose

  • Ärztliche Untersuchung des Gehörgangs

  • Gelegentlich Anlegen einer Kultur einer Probe aus dem Gehörgang

Der Arzt stützt die Diagnose einer Infektion des Gehörgangs auf die Symptome und eine Untersuchung des Gehörgangs. Beim Blick durch das Otoskop, mit dem Gehörgang und Trommelfell betrachtet werden, erkennt der Arzt eine Rötung und möglicherweise auch eine Schwellung. Der Gehörgang kann auch mit Eiter und Sekret übersät sein. Eine durch einen Pilz verursachte Infektion wird ebenfalls auf Grundlage einer Untersuchung oder Bakterienkultur (eine Eiter- oder Sekretprobe wird in einem Labor gezüchtet, um die Mikroorganismen zu identifizieren) diagnostiziert. Manchmal können Pilzsporen im Gehörgang erkannt werden.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Badeotitis sollte sofort nach dem Schwimmen (solange es sich nicht um ein Loch [Perforation] im Trommelfell handelt) eine Lösung ins Ohr geträufelt werden, die je zur Hälfte aus Alkohol und weißem Essig (Essigsäure) besteht.

Von der Reinigung des Gehörgangs mit Wattestäbchen oder anderen Gegenständen wird stark abgeraten, da hierbei die normalen Selbstreinigungsmechanismen des Ohrs gestört werden und Fremdkörper und Ohrenschmalz weiter nach innen geschoben werden könnten. Zudem kann es dadurch zu leichten Verletzungen der empfindlichen Haut des Gehörgangs und in der Folge zu bakteriellen Infektionsherden kommen.

Behandlung

  • Entfernung von infizierten Ablagerungen aus dem Gehörgang und Vorsichtsmaßnahmen zur Trockenhaltung des Ohrs

  • Essig- und kortikosteroidhaltige Ohrentropfen

  • Gelegentlich antibiotische Ohrentropfen

  • In seltenen Fällen orale Antibiotika

Bei einer Infektion des Gehörgangs entfernt der Arzt zunächst durch Absaugen oder mithilfe von trockenen Tupfern die infizierten Ablagerungen. Nachdem der Gehörgang gereinigt ist, kehrt das Hörvermögen häufig wieder zurück.

Jemand mit einer leichten Entzündung des Gehörgangs erhält gewöhnlich Ohrentropfen mit Essig und Kortikosteroiden, zum Beispiel Hydrocortison oder Dexamethason, die maximal eine Woche lang mehrmals täglich anzuwenden sind. Sobald der normale Säuregrad des Gehörgangs dank des Essigs wiederhergestellt ist, können sich Bakterien weniger gut vermehren.

Bei mittelschweren oder schweren Infektionen werden auch Ohrentropfen mit Antibiotika verschrieben. Ist der Gehörgang stark geschwollen, so kann der Arzt einen kleinen Docht einführen, damit die antibiotischen/kortikosteroidhaltigen Ohrentropfen eindringen können. Der Docht wird zwischen 24 und 72 Stunden im Gehörgang gelassen, danach sollte dieser ausreichend abgeschwollen sein, damit die Tropfen direkt eindringen können.

Bei einer schweren akuten Otitis externa (mit Ausbreitung über den Gehörgang hinweg) ist möglicherweise die Einnahme oraler Antibiotika erforderlich, z. B. Cephalexin oder Ciprofloxacin.

In den ersten 24 bis 48 Stunden können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen die Schmerzen lindern, bis die Entzündung abklingt.

Zur Behandlung von Pilzinfektionen des Gehörgangs reinigen Ärzte den Gehörgang gründlich und geben Pilzmittel in Ohrentropfenform. Wiederholte Reinigungen und Behandlungen sind erforderlich. Einige Ärzte halten eine Kombination aus Reinigungsalkohol und weißem Essig bei Pilzinfektionen des äußeren Gehörgangs für äußerst wirksam. Reinigungsalkohol trocknet den Gehörgang und weißer Essig bildet eine saure Umgebung, die das Pilzwachstum hemmt.

Die Betroffenen sollten bei Infektionen durch Bakterien sowie Pilze Maßnahmen ergreifen, um das Ohr trocken zu halten (z. B. Tragen einer Duschhaube, nicht schwimmen gehen), bis die Infektion abgeklungen ist. Ein Haartrockner auf niedriger Stufe kann ebenfalls eingesetzt werden, um die Feuchtigkeit im Gehörgang zu verringern.

Die Behandlung von Furunkeln hängt davon ab, wie weit die Infektion fortgeschritten ist. In der frühen Phase der Infektion können kurzfristig ein Heizkissen sowie Schmerzmittel wie Oxycodon mit Paracetamol angewandt werden, um die Schmerzen zu lindern. Das Heizkissen kann ebenfalls die Heilung beschleunigen. Es wird ein orales Antibiotikum verabreicht. Ein reifer Furunkel wird eröffnet (eingeschnitten), um den Eiter abfließen zu lassen.

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