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Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) bei Kindern

Von

Christopher P. Raab

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Dehydratation bedeutet, dass der Körper Wasser verliert, in der Regel aufgrund von Erbrechen und/oder Durchfall.

  • Ein Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) tritt auf, wenn die Körperflüssigkeit massiv abnimmt, und in unterschiedlichen Mengen auch die Elektrolyte.

  • Zu den Symptomen zählen Durst, Bewegungsmangel, trockene Lippen/Mund und weniger Harndrang.

  • Eine schwere Dehydratation kann lebensbedrohlich sein.

  • Die Behandlung ist die Gabe von Flüssigkeiten und Elektrolyten über den Mund oder in schweren Fällen über die Vene (intravenös).

Zur Dehydratation kommt es, wenn der Körper mehr Wasser verliert als ihm zugeführt wird. Stoffe, die Elektrolyte genannt werden, gehen ebenfalls verloren. Elektrolyte sind Mineralstoffe im Blutkreislauf und in den Zellen, die lebenswichtig sind. Natrium, Kalium, Chlor und Bikarbonat sind Beispiele für Elektrolyte.

Ursachen

Eine Dehydratation wird in der Regel verursacht durch:

Eine weniger häufige Ursache der Dehydratation ist:

  • Zu wenig Flüssigkeiten zu trinken, z. B. während einer der häufigen Kinderkrankheiten oder, wenn ein Neugeborenes Probleme mit dem Stillen hat.

Aber nicht jede Situation, in der das Kind erbricht oder Durchfall hat, kommt es zur Dehydratation.

Symptome

Dehydrierte Säuglinge müssen sofortig ärztlich versorgt werden, wenn

  • Die weichen Stellen zwischen den Schädelknochen eingesunken sind.

  • Ihre Augen eingesunken sind.

  • Sie beim Weinen keine Tränen haben.

  • Ihr Mund trocken ist.

  • Sie wenig Urin ausscheiden.

  • Sie apathisch wirken und sich weniger bewegen (lethargisch sind).

Eine leichte Dehydratation führt in der Regel zu trockenem Mund und Lippen und mehr Durst und weniger häufigem Wasserlassen.

Bei einer mittelschweren Dehydratation suchen die Kinder weniger Austausch und spielen weniger, haben einen trockenen Mund und müssen nur noch selten Wasserlassen. Eine mittelschwere und schwere Dehydratation können zu einem schnellen Herzschlag und Benommenheit führen.

Bei einer schweren Dehydratation können Kinder schläfrig oder lethargisch werden, ein Anzeichen dafür, dass sie von einem Arzt untersucht oder sofort in die Notaufnahme gefahren werden müssen. Sie weinen keine Tränen. Ihre Haut kann sich bläulich verfärben (Zyanose) und ihr Atem kann sich beschleunigen. Manchmal führt die Dehydratation dazu, dass der Salzgehalt im Blut sinkt oder ungewöhnlich ansteigt. Die veränderte Salzkonzentration kann dazu führen, dass sich die Dehydratationssymptome verschlimmern und die Teilnahmslosigkeit noch verstärkt wird. Bei schwerer Dehydratation kann das Kind Krampfanfälle bekommen oder ins Koma fallen oder Hirnschäden erleiden und sterben.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal Blut- und Urintests

Der Arzt untersucht das Kind und stellt fest, ob es an Gewicht verloren hat. Hat ein Kind innerhalb nur weniger Tage an Gewicht verloren, so ist dies mit großer Wahrscheinlichkeit auf Dehydratation zurückzuführen. Wenn bekannt ist, wie viel Gewicht das Kind verloren hat, kann der Arzt feststellen, ob die Dehydratation schwach, mittelschwer oder schwer ist.

Bei Kinder mit mittelschwerer bis schwerer Dehydratation führen Ärzte in der Regel Blut- und Urintests durch, um festzustellen, wie viel Elektrolyte noch im Körper vorhanden sind, wie groß die Dehydratation ist und wie viel Flüssigkeit ersetzt werden muss.

Behandlung

  • Zufuhr fehlender Flüssigkeit

Die Dehydratation wird durch Zufuhr von Flüssigkeiten und Elektrolyten wie Natrium und Chlorid behandelt. Ist die Dehydratation leicht, werden die Flüssigkeiten in der Regel über den Mund zugeführt. Es gibt spezielle orale Rehydratationslösungen, die aber nicht immer notwendig sind, wenn Kinder an leichtem Erbrechen oder Durchfall litten. Am besten bekommen dehydrierte Kinder, die häufig erbrechen, zu Beginn alle 10 Minuten Flüssigkeit in kleinen Schlucken. Sobald das Kind die Flüssigkeit bei sich behält, ohne zu erbrechen, kann die Flüssigkeitsmenge langsam gesteigert und der Abstand zwischen den Intervallen vergrößert werden. Wenn als einziges Symptom Durchfall auftritt, können in größeren Abständen größere Mengen Flüssigkeit gegeben werden. Wenn Kinder sowohl Erbrechen als auch Durchfall haben, erhalten sie Flüssigkeit mit Elektrolyten in häufigen kleinen Schlucken. Wenn sich der Durchfall durch diese Behandlung verstärkt, müssen Kinder eventuell ins Krankenhaus eingewiesen werden, damit über eine Vene (intravenös) Flüssigkeiten verabreicht werden.

Säuglinge oder kleine Kinder, die keine Flüssigkeit bei sich behalten können oder die teilnahmslos werden oder andere ernste Anzeichen einer Dehydratation zeigen, bedürfen möglicherweise einer Intensivbehandlung, bei der Flüssigkeit und Elektrolytlösungen als intravenös verabreichte Infusion bzw. durch einen dünnen Plastikschlauch (eine nasogastrale Sonde) verabreicht werden, der durch die Nase und den Hals in den Magen bzw. den Dünndarm geführt wird.

Säuglinge

Als Gegenmaßnahme wird ganz kleinen Kindern elektrolythaltige Flüssigkeit gegeben. Muttermilch enthält die nötige Flüssigkeit mit der richtigen Elektrolytzusammensetzung, die ein Säugling braucht, und ist nach Möglichkeit die beste Behandlungsoption. Kinder, die nicht gestillt werden, sollten eine orale Rehydratationslösung (ORS) erhalten. ORs enthält eine spezielle Mischung aus Zuckern und Elektrolyten. ORS können ohne Rezept in Pulver- oder flüssiger Form, die mit Wasser vermischt wird, oder als vorgemischte Flüssigpräparate in Drogerien oder Apotheken gekauft werden. Die Menge an ORS, die ein Kind innerhalb von 24 Stunden zu sich nehmen sollte, hängt von dem Alter und Gewicht des Kindes ab. Als grober Richtwert gilt jedoch 100 bis 165 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Daher sollte ein 10 kg schweres Kind über 24 Stunden 1.000 bis 1.650 ml trinken.

Ältere Kinder

Kinder, die älter als 1 Jahr sind, können kleine Schlucke klare Suppe oder Brühe, klare Limonaden, Gelatine und zur Hälfte mit Wasser verdünnte Säfte oder Wassereis erhalten. Wasser, unverdünnte Säfte oder Sportgetränke eignen sich in keinem Alter, um einer Dehydratation entgegenzuwirken, da der Salzgehalt von Wasser zu niedrig ist bzw. Fruchtsäfte einen hohen Zuckergehalt und Inhaltsstoffe haben, die den Verdauungstrakt reizen können. ORS sind eine Alternative, besonders bei mittelschwerer Dehydratation. Wenn das Kind die Flüssigkeit innerhalb von 12 bis 24 Stunden bei sich behalten kann, kann es seine ganz normale Ernährung wieder aufnehmen.

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