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Stuhlinkontinenz bei Kindern

(Enkopresis)

Von

Teodoro Ernesto Figueroa

, MD, Nemours/A.I. duPont Nemours Hospital for Children

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Bei Stuhlinkontinenz handelt es sich um eine unfreiwillige Stuhlentleerung, die nicht durch eine Erkrankung oder körperliche Störung verursacht wird.

Einkoten tritt bei ungefähr 3 bis 4 Prozent der 4-Jährigen auf und wird mit zunehmendem Alter seltener. Am häufigsten tritt es zusammen mit dem Toilettentraining oder Schulbeginn auf.

Ursachen

Die Hauptursachen für Stuhlinkontinenz sind:

  • Verstopfung

  • Gelegentlich körperliche Ursachen oder Krankheiten

  • Psychische Ursachen

Obschon es widersprüchlich scheint, ist normalerweise Verstopfung die Ursache von Einkoten. Verstopfung ist die Verzögerung von Stuhlgang oder Probleme mit der Stuhlentleerung und kann viele Ursachen haben, die vor allem im Verhalten und in der Ernährung begründet sind. Was auch immer die Ursache ist, solange Stuhl im Darm verbleibt, wird Wasser absorbiert, wodurch der Stuhl härter wird. Da das Ausscheiden von großen, harten Stuhlmassen schmerzhaft sein kann, blockieren Kinder ihren Stuhldrang noch mehr, was zu einem Teufelskreis mit immer schlimmerer Verstopfung führt. Dann kann sich weicher, feuchter Stuhl vom oberen Teil des Dickdarms an den harten Stuhlmassen vorbei schieben, was zum Einkoten führt. Hält die Verstopfung an, dehnt sich die Enddarm- und Dickdarmwand aus. Dieses Ausdehnen reduziert die Wahrnehmung des Kindes, ob der Darm voll ist, und schränkt die Muskelkontrolle ein, wodurch das Risiko weiter steigt, dass flüssiger Stuhl nicht zurückgehalten werden kann.

Gelegentlich müssen Ärzte Kinder auf eine körperliche Ursache oder Krankheit hin untersuchen. Manchmal führen auch psychologische Faktoren zur Stuhlinkontinenz.

Wussten Sie ...

  • Versehentlicher Stuhlgang kann durch Verstopfung verursacht werden.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Ärzte basieren ihre Diagnose einer Stuhlinkontinenz auf der Krankengeschichte des Kindes und auf die körperliche Untersuchung. Manchmal werden weitere Tests durchgeführt, z. B. eine Röntgenuntersuchung des Bauchraums, um andere Ursachen auszuschließen.

Behandlung

  • Bei Verstopfung Abführmittel

  • Verhaltensplan

  • Erhaltung

Ist Verstopfung die Ursache, wird ein Abführmittel oder ein anderer Wirkstoff verschrieben, um den Darm komplett zu entleeren – der erste notwendige Schritt der Behandlung. Sobald der Darm entleert ist, was manchmal durch eine Röntgenaufnahme des Abdomens bestätigt wird, beginnt das Kind eine regelmäßige Einnahme von Abführmitteln und ein Stuhltraining, um einen regelmäßigen Stuhlgang sicherzustellen. Sobald die Stuhlgänge regelmäßig sind, beginnt eine Erhaltungsphase.

Verhaltensplan

Das Training umfasst typischerweise strukturierte Toilettengangzeiten, in denen das Kind nach jeder Mahlzeit 5 bis 10 Minuten auf die Toilette sitzt, egal ob es Stuhldrang verspürt oder nicht. Wenn Kinder zu bestimmten Zeiten während des Tages Unfälle haben, sollten sie unmittelbar vor diesen Zeiten ebenfalls auf der Toilette sitzen. Kleine Belohnungen sind oft hilfreich. Den Kindern können beispielsweise Aufkleber gegeben werden, die sie bei jedem Toilettengang in eine Tabelle kleben können (auch wenn sie keinen Stuhl ausschieden), wodurch ihr Wunsch verstärkt wird, das Training zu befolgen. Häufig wird ein schrittweises Programm angewandt, bei dem Kinder kleine Belohnungen (wie Aufkleber) für den Toilettengang erhalten, und größere Belohnungen, wenn sie das Training durchgehend befolgen. Belohnungen sollten mit der Zeit geändert werden, damit das Interesse des Kindes für das Training bestehen bleibt.

Erhaltung

Sobald ein regelmäßiger Stuhlgang erreicht wird, hört das Einkoten meistens auf. Damit die gedehnte Darmwand wieder in ihren Normalzustand zurückkehren kann und das Gefühlsempfinden für einen vollen Enddarm wieder zurückkehrt, kann es erforderlich sein, den Stuhl mehrere Monate lang weich zu halten. In dieser Erhaltungsphase sind Abführmittel und regelmäßige Toilettengangzeiten immer noch erforderlich, um einen Stuhlgang zu erzielen, bevor der Stuhldrang gefühlt wird.

Nach der Erhaltungsphase wird die Abführmitteldosis langsam reduziert und dann ganz abgesetzt. Auch die regelmäßigen Toilettengänge werden reduziert. Oft tritt in dieser Phase ein Rückfall auf, weshalb der Arzt das Kind weiterhin überwachen sollte.

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, werden diagnostische Tests durchgeführt. Dazu können eine Röntgenuntersuchung des Bauches und in seltenen Fällen die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Mastdarmwand zur mikroskopischen Untersuchung gehören. Die meisten körperlichen Ursachen für die Verstopfung sind behandelbar. Bei Kindern, bei denen als Ursache für das Einkoten psychische oder andere Verhaltensstörungen anzunehmen sind, ist im Extremfall eine psychologische Beratung erforderlich.

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