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Fehlende oder unvollständig ausgebildete Gliedmaßen

Von

Simeon A. Boyadjiev Boyd

, MD, University of California, Davis

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Quellen zum Thema

Bei der Geburt können Gliedmaßen fehlen, fehlgebildet oder unvollständig ausgebildet sein.

Gliedmaßen können abnorm geformt sein. Zum Beispiel können aufgrund eines genetischen Defekts Knochen in der Hand und im Unterarm (siehe Chromosomenanomalien) oder manchmal ein Teil oder die ganze Hand oder der Fuß fehlen. Auch im Mutterleib kann die normale Entwicklung einer Gliedmaße gestört werden. Beim Amniotisches-Band-Syndrom entwickeln sich Gliedmaßen abnorm, wenn sie durch die dünnen Gewebefäden in der Fruchtwasserblase (der Blase in der sich das Fruchtwasser befindet und in der sich der Fötus im Mutterleib entwickelt) abgeschnürt werden. Anomalien der Gliedmaßen können außerdem durch eine Infektion oder ein Teratogen entstehen, das ist eine schädliche Substanz, welcher die Mutter während der Schwangerschaft ausgesetzt war und die zu Geburtsfehlern führt. Das Mittel Thalidomid (Contergan), das von vielen schwangeren Frauen in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren gegen Morgenübelkeit eingenommen wurde, verursachte eine Reihe von Fehlbildungen an den Gliedmaßen – meist verkürzte, deformierte Gliedmaßen mit eingeschränkter Funktionsfähigkeit. Damals wussten die Ärzte nicht, dass Thalidomid ein Teratogen war, daher wurden eine ganze Reihe von Babys mit fehlenden oder unvollständig ausgebildeten Gliedmaßen geboren. Die Ärzte können nicht immer feststellen, worauf Gliedmaßenanomalien zurückzuführen sind.

Fehlbildungen der Arme und Beine können horizontal (etwa, wenn der Arm kürzer als normal gewachsen ist) oder vertikal auftreten (etwa, wenn der Arm auf der Daumenseite – vom Ellbogen zum Daumen – fehlgebildet, aber auf der Seite des kleinen Fingers normal gewachsen ist).

Ein Kind mit einem Geburtsfehler in den Gliedmaßen trägt ein größeres Risiko für eine weitere Fehlbildung.

Vor der Geburt können Ärzte diese Fehlbildungen manchmal im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung diagnostizieren.

Nach der Geburt machen die Ärzte in der Regel Röntgenaufnahmen und können weitere bildgebende Verfahren durchführen, um festzustellen, welche Knochen betroffen sind. Wenn die Geburtsfehler in der Familie des Kindes häufiger aufzutreten scheinen oder wenn der Arzt ein genetisches Syndrom vermutet, untersucht er das Kind auch auf andere körperliche Anomalien und nimmt eine Blutprobe zur Durchführung von genetischen Untersuchungen.

Behandlung

  • Künstliches Gelenk

Kinder lernen häufig sehr gut, mit ihren fehlgebildeten oder künstlichen Gliedmaßen zurechtzukommen.

In vielen Fällen kann eine künstliche Gliedmaße (Prothese) angepasst werden (in der Regel, wenn das Kind selbstständig aufrecht sitzen kann), um den Einsatz der fehlgebildeten Gliedmaße zu erleichtern oder um eine ganz oder fast-ganz fehlende Gliedmaße zu ersetzen. Die Prothese wird am erfolgreichsten eingesetzt, wenn sie frühzeitig angepasst wird und während das Kind heranwächst zu einem Teil ihres Körpers und Körperbilds wird. Während der Kindheit sollten Prothesen so einfach und so haltbar wie möglich sein. Zum Beispiel kann ein Baby eher mit einem Haken statt mit einem bioelektrischen Arm ausgestattet werden.

Die meisten Kinder, die mit einem Geburtsfehler der Gliedmaßen geboren werden, führen ein normales Leben.

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