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Unterstützte Fortpflanzungstechniken

Von

Robert W. Rebar

, MD, Western Michigan University Homer Stryker M.D. School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Quellen zum Thema

Unterstützte Fortpflanzungstechniken umfassen die Manipulation von Spermien und Eizellen oder Embryonen im Labor (in vitro) mit dem Ziel, eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Wenn trotz Behandlung innerhalb von vier bis sechs Menstruationszyklen keine Schwangerschaft eingetreten ist, kann über Techniken zur künstlichen Befruchtung wie die In-vitro-Fertilisation oder die intratubare Gametenübertragung nachgedacht werden. Diese Techniken sind bei Frauen unter 35 erfolgreicher. Zum Beispiel führt die In-vitro-Fertilisation in den Vereinigten Staaten zu folgenden Ergebnissen:

  • Bei Frauen unter 35: Etwa 30 % der Verfahren führten zu Lebendgeburten.

  • Bei Frauen zwischen 41 und 42: Nur etwa 11 % der Verfahren führten zu Lebendgeburten.

Bei Frauen über 42 wird empfohlen, Eizellen einer anderen Frau (Spenderin) zu verwenden.

Durch Techniken zur künstlichen Befruchtung kann es zu mehr als einem Fötus kommen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist aber geringer als bei Fruchtbarkeitsmedikamenten.

Wenn das Risiko für genetische Fehlbildungen hoch ist, kann der Embryo oft getestet werden, bevor er in die Gebärmutter der Frau eingesetzt wird. Dieser Test wird genetische Präimplantationsdiagnostik genannt.

Wussten Sie ...

  • Ein Embryo kann auf genetische Fehlbildungen getestet werden, bevor er der Frau implantiert wird.

Intrauterine Insemination

Bei einer intrauterinen Insemination werden nur die aktivsten Spermien ausgewählt und dann direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Die aktivsten Spermien werden durch Aufbereitung einer Samenprobe ausgewählt. Ärzte versuchen, das aufbereitete Sperma zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter einzuführen.

Mit diesem Verfahren stellt sich eine Schwangerschaft im Erfolgsfall bis zum sechsten Versuch ein. Eine intrauterine Insemination ist weitaus weniger wirksam als die In-vitro-Fertilisation, aber auch viel weniger invasiv und kostengünstiger.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Mit einer In-vitro-Fertilisation (IVF) kann die Unfruchtbarkeit, unabhängig von ihrer Ursache, behandelt werden.

Die IVF beinhaltet typischerweise Folgendes:

  • Die Stimulation der Eierstöcke: Normalerweise werden die Eierstöcke einer Frau mit humanen Gonadotropinen mit oder ohne Clomifen stimuliert. Oft wird ein Agonist oder Antagonist des Gonadotropin freisetzenden Hormons (GnRH) verabreicht, um den Eisprung zu verhindern, bis mehrere Eier herangereift sind. Dadurch reifen normalerweise viele Eier zugleich. Danach wird humanes Choriongonadotropin verabreicht, um den Eisprung anzuregen. Ein GnRH-Agonist wird zur Anregung des Eisprungs bei Frauen verwendet, die einem hohen Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom ausgesetzt sind.

  • Absaugen freigesetzter Eier: Unter Ultraschall führt der Arzt eine Nadel durch die Scheide in den Eierstock ein und entnimmt die gewachsenen und entwickelten Eier (ca. 34 Stunden später). Manchmal werden die Eier durch einen kleinen Schlauch (Laparoskop) entnommen, der durch einen kleinen Schnitt unmittelbar unterhalb des Nabels eingeführt wird.

  • Befruchtung der Eier: Diese werden in einer Nährlösung mit ausgewählten, besonders aktiven Samenzellen befruchtet. Zu diesem Zeitpunkt kann ein einzelner Samenstrang in jede Eizelle gespritzt werden (sogenannte intrazytoplasmatische Spermieninjektion), insbesondere wenn der Partner der Frau Auffälligkeiten bei der Samenproduktion aufweist.

  • Züchten der entstandenen Embryonen in einem Labor: Nach dem Hinzufügen des Spermas dürfen die Eier für ca. 2 bis 5 Tage wachsen.

  • Implantation des Embryos in die Gebärmutter der Frau: Einer oder mehrere der entstandenen Embryos werden aus der Kultur durch die Scheide in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Die Anzahl der implantierten Embryonen wird nach dem Alter der Frau und der Wahrscheinlichkeit der Reaktion auf die Behandlung festgelegt.

Die übrigen Embryonen werden immer häufiger in flüssigem Stickstoff eingefroren, damit sie zur Verfügung stehen, wenn es beim ersten Versuch nicht zur Schwangerschaft kommt. Zudem wird die IVF immer häufiger durchgeführt, indem nur ein Ei verwendet wird, das sich während des Menstruationszyklus normal entwickelt (d. h. ohne Fruchtbarkeitsmedikamente).

Die Chancen einer Schwangerschaft mit der In-vitro-Fertilisation hängen von vielen Faktoren ab, aber das Alter der Frau ist am entscheidendsten.

Das größte Risiko einer In-vitro-Fertilisation besteht darin,

Eine Mehrlingsschwangerschaft kann verschiedene Komplikationen bei der Mutter und beim Neugeborenen verursachen. Komplikationen können während der Schwangerschaft eintreten. Beispielsweise kann die Mutter an Bluthochdruck oder Diabetes erkranken, oder es können heftige Blutungen auftreten. Die Föten sterben ab oder die Babys haben ein geringes Geburtsgewicht. Aufgrund dieser Komplikationen setzen Ärzte jetzt jeweils weniger Embryonen in die Gebärmutter ein.

Bei Babys, die mithilfe von IVF entstanden sind, treten etwas häufiger Geburtsfehler auf. Allerdings sind die Experten sich nicht einig, ob die Ursache hierfür in der Technik oder in den Fruchtbarkeitsproblemen liegt, die zu einer IVF führten. Außerdem sind mehr als 6 Millionen Babys mit IVF entstanden, und der Großteil dieser Babys hatte keine Geburtsfehler.

In den USA wird die Wahrscheinlichkeit, pro abgenommenem Ei ein lebendiges Baby zu bekommen, bei Frauen unter 35 Jahren auf fast 50 Prozent und bei Frauen zwischen 41 und 42 Jahren auf ca. 11 Prozent geschätzt.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion kann verwendet werden, wenn

  • Andere Techniken wahrscheinlich nicht erfolgreich sind.

  • Ein schweres Problem mit den Spermien vorliegt.

Sie ähnelt der In-vitro-Fertilisation, mit der Ausnahme, dass nur ein Spermium in jedes Ei eingesetzt wird.

2014 wurden in den USA in über zwei Drittel der Fälle eine intrazytoplasmische Spermieninjektion als Technik zur künstlichen Befruchtung eingesetzt.

Geburtsfehler können nach diesem Verfahren häufiger auftreten. Ursachen hierfür sind:

  • Das Verfahren kann das Ei, das Spermium oder den Embryo schädigen.

  • Wenn bei diesem Verfahren Spermien von Männern mit einem anormalen Y-Chromosom (eines der Geschlechtschromosomen) verwendet werden, könnte die Entwicklung der Geschlechtsorgane bei männlichen Föten beeinträchtigt werden. Die meisten Geburtsfehler bei Babys, die durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion entstanden sind, betreffen die Geschlechtsorgane.

Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

Es kann ein intratubarer Gametentransfer eingesetzt werden, wenn die Eileiter normal funktionieren. Eier und besonders aktive Samenzellen werden wie bei der In-vitro-Fertilisation gewonnen, aber die Eier werden nicht im Labor befruchtet. Anstatt dessen werden die Eier und Samenzellen durch die Bauchdecke (mittels Laparoskop) oder die Scheide (unter Ultraschall) ans Ende der Eileiter transportiert, damit das Ei dort befruchtet werden kann. Dieses Verfahren stellt einen größeren Eingriff dar als die In-vitro-Fertilisation.

GIFT wird in den USA selten angewendet, weil IVF sehr erfolgreich ist.

Andere Methoden

Zu diesen Techniken zählen:

  • Eine Kombination aus IVF und GIFT

  • Übertragung eines befruchteten Eis (Zygote) in den Eileiter

  • Verwendung von Eiern einer anderen Frau (Spenderin), v. a. wenn Frauen bereits älter als 42 Jahre sind

  • Übertragung gefrorener Embryonen in eine Leihmutter

Diese Techniken ziehen moralische und ethische Probleme nach sich. Folgendes wird infrage gestellt:

  • Die Entsorgung aufbewahrter Embryonen (besonders im Fall von Tod oder Scheidung)

  • Gesetzliche Vormundschaft, wenn eine Leihmutter eingesetzt wurde

  • Einsatz einer IVF bei postmenopausalen Frauen

  • Selektive Reduzierung der Anzahl eingesetzter Embryos (ähnlich wie eine Abtreibung) wenn sich mehr als drei ausbilden

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