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Überblick über Unfruchtbarkeit

Von

Robert W. Rebar

, MD, Western Michigan University Homer Stryker M.D. School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Unfruchtbarkeit bedeutet in der Regel, dass bei einem Paar nach wiederholtem Geschlechtsverkehr für ein Jahr ohne Verhütung keine Schwangerschaft zustande kommt.

Häufiger Geschlechtsverkehr ohne Verhütungsmittel führt normalerweise zu einer Schwangerschaft:

  • Bei 50 Prozent der Paare innerhalb von 3 Monaten

  • Bei 75 Prozent innerhalb von 6 Monaten

  • Bei 90 Prozent innerhalb eines Jahres

Um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, sollten Paare in den letzten 6 Tagen – und insbesondere in den letzten 3 Tagen –, bevor die Eierstöcke eine Eizelle abgeben (Eisprung oder Ovulation), häufig Geschlechtsverkehr haben. Der Eisprung erfolgt gewöhnlich in der Mitte des Menstruationszyklus, was etwa 14 Tage vor dem ersten Tag der nächsten Periode der Frau ist.

Zwei der häufigsten Methoden, mit deren Hilfe Frauen feststellen können, wann ihr Eisprung erfolgt, sind:

  • Messung der Körpertemperatur im Ruhezustand (Basaltemperatur)

  • Methoden zur Ovaluationsvorhersage für zuhause (was wahrscheinlich die sicherste Art ist)

Wenn Frauen ihre Perioden regelmäßig haben, können sie abschätzen, wann der Eisprung stattfindet, indem sie jeden Tag vor dem Aufstehen ihre Temperatur messen. Eine Absenkung deutet darauf hin, dass der Eisprung unmittelbar bevorsteht. Eine Erhöhung um 0,5 °C oder mehr zeigt an, dass der Eisprung soeben stattgefunden hat. Allerdings ist diese Methode für viele Frauen unbequem, außerdem ist sie weder zuverlässig noch genau. Sie sagt den Eisprung bestenfalls 2 Tage im Voraus vorher.

Methoden zur Ovaluationsvorhersage für zuhause liefern genauere Ergebnisse. Diese Methoden werden verwendet, um einen Anstieg des luteinisierenden Hormons im Urin festzustellen. (Das luteinisierende Hormon stimuliert die Eierstöcke, um den Eisprung anzuregen). Gewöhnlich erfolgt dieser Anstieg 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung. Frauen müssen den Test an mehreren aufeinander folgenden Tagen wiederholen, daher enthalten die Packungen 5 bis 7 Stäbchen. Die Stäbchen werden unter den Urinstrom gehalten oder kurz in den Urin getaucht, der in einem sterilen Behälter aufgefangen wird.

Es ist nicht bekannt, ob die Abschätzung des Eisprungs die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen, wenn ein Paar regelmäßig Geschlechtsverkehr hat. Allerdings ist diese Methode wahrscheinlich bei Paaren hilfreich, die keinen regelmäßigen Geschlechtsverkehr haben, um die Zeit des Eisprungs abschätzen zu können.

Bei etwa einem Fünftel aller Paare in den USA tritt mindestens ein Jahr lang keine Schwangerschaft ein, weshalb sie als unfruchtbar gelten. Von den Paaren, bei denen sich nach einem Jahr keine Schwangerschaft einstellt, werden jedoch mehr als 60 Prozent letztendlich mit oder ohne Behandlung schwanger.

Ursachen

Die Ursache für Unfruchtbarkeit kann beim Mann, bei der Frau oder bei beiden liegen:

Hoher Koffeinkonsum (zum Beispiel mehr als 5 bis 6 Tassen Kaffee am Tag), übermäßiger Tabakkonsum und/oder übermäßiges Trinken von Alkohol können sich auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirken und sollten daher vermieden werden.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Verschiedene Tests, je nach der vermuteten Ursache

Bei Problemen mit der Fruchtbarkeit müssen beide Partner genau untersucht werden. Die Bewertung wird normalerweise nach mindestens einem Jahr erfolgloser Versuche, schwanger zu werden, durchgeführt. Sie wird in den folgenden Fällen früher durchgeführt:

  • Wenn die Frau älter als 35 Jahre ist (normalerweise nachdem 6 Monate lang eine Schwangerschaft angestrebt wurde).

  • Wenn die Periode der Frau unregelmäßig ist (weniger als neunmal pro Jahr).

  • Wenn die Frau bereits diagnostizierte Auffälligkeiten der Gebärmutter, Eileiter oder Eierstöcke aufweist.

  • Wenn die Ärzte im Sperma des Mannes Probleme festgestellt haben oder vermuten.

Auch das Alter spielt eine Rolle, insbesondere bei Frauen. Mit zunehmendem Alter der Frau wird eine Empfängnis unwahrscheinlicher, und das Risiko für Komplikationen während einer Schwangerschaft steigt. Außerdem haben Frauen, insbesondere ab dem 35. Lebensjahr, nur begrenzt Zeit, Unfruchtbarkeitsprobleme vor den Wechseljahren zu behandeln.

Je nach vermuteter Ursache werden Tests durchgeführt. Hierzu kann Folgendes gehören:

  • Bei Problemen mit den Eiern: Bluttests zur Messung der Hormone, die an der Freisetzung von Eiern (Eisprung) beteiligt sind, wie z. B. das follikelstimulierende Hormon

  • Bei Problemen mit dem Eisprung: Ultraschalluntersuchung, um festzustellen, ob und wann der Eisprung erfolgt

  • Bei Problemen mit den Spermien: Samenanalyse

Behandlung

  • Behandlung der Ursache

  • Manchmal Arzneimittel

  • Manchmal Techniken zur künstlichen Befruchtung

  • Maßnahmen zur Stressreduzierung, unter anderem therapeutische Beratung und Hilfe

Die Ziele der Behandlung sind

  • Wenn möglich, die Ursache der Unfruchtbarkeit zu behandeln

  • Eine Empfängnis wahrscheinlicher zu machen

  • Die Zeit bis zu einer Empfängnis zu verkürzen

Selbst wenn keine Ursache für die Unfruchtbarkeit festgestellt werden kann, kann das Paar immer noch behandelt werden. In solchen Fällen werden der Frau Arzneimittel verabreicht, die die Reifung und Freisetzung mehrerer Eier anregen - so genannte Fruchtbarkeitsmedikamente. Clomifen, Letrozol und humane Gonadotropine sind nur einige Beispiele. Diese Medikamente sind vor allem für Frauen sehr nützlich, die Probleme mit dem Eisprung haben. Fruchtbarkeitsmedikamente erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu mehr als einem Fötus kommt.

Alternativ können Ärzte auch Techniken zur künstlichen Befruchtung einsetzen, wie etwa:

  • Ein Verfahren zur intrauterinen Insemination, bei dem nur die aktivsten Spermien ausgesucht und direkt in die Gebärmutter eingesetzt werden

  • Eine In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der die Eierstöcke zur Reifung von Eiern angeregt, reife Eier entnommen und mit Sperma in Kulturschalen (in vitro) befruchtet werden. Einer oder mehrere der in der Kultur gewachsenen Embryonen werden dann in die Gebärmutter der Frau eingesetzt

Techniken zur künstlichen Befruchtung können zu Mehrlingsschwangerschaften führen.

Während einer Fruchtbarkeitsbehandlung fühlen sich einer oder beide Partner mitunter frustriert, emotional angespannt, schuldig oder als Versager. Sie schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Wenn ein Gefühl der Isolation hinzukommt und nicht darüber gesprochen wird, können Wut oder Trotz gegenüber dem Partner, Familienmitgliedern, Freunden und Ärzten die Folge sein. Die emotionale Anspannung kann zu Erschöpfung, Ängsten, Schlaf- und Essstörungen und Konzentrationsproblemen führen. Darüber hinaus können die finanzielle Belastung und die Zeit, die für Diagnose und Behandlung erforderlich ist, die Ehe belasten.

Diese Probleme können gemindert werden, wenn beide Partner involviert sind und über den Behandlungsprozess (einschließlich der Dauer) informiert werden, ungeachtet dessen, bei wem das Problem diagnostiziert wurde. Das Paar sollte sehr genau aufgeklärt sein über die Erfolgschancen und darüber, dass die Therapie nicht endlos fortgesetzt werden kann.

Diese Informationen können ebenfalls hilfreich sein:

  • Wann die Behandlung beendet werden sollte

  • Wann eine zweite Meinung eingeholt werden sollte

  • Wann eine Adoption in Betracht gezogen werden sollte

Wenn beispielsweise sich nach 3 Jahren mit Versuchen oder nach 2 Jahren mit Behandlungen der Unfruchtbarkeit keine Schwangerschaft eingestellt hat, sind die Chancen für eine Schwangerschaft gering und eine Adoption sollte in Erwägung gezogen werden. Idealerweise sollten sich Paare vor Beginn der Behandlung darüber informieren lassen.

Öffentliche Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen wie RESOLVE und Path2Parenthood können durch Informationen und seelischen Beistand Unterstützung leisten.

Weitere Informationen

Im Folgenden handelt es sich um einige englischsprachige Hilfsmittel, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

  • Path2Parenthood: Diese Website bietet Informationen zur Planung und Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft und enthält auch Tipps zum Umgang mit Unfruchtbarkeit. Die Informationen sind auf verschiedene Arten von Menschen zugeschnitten (u. a. auch lesbische und schwule Paare sowie alleinstehende Männer und Frauen). Die Website bietet auch Hinweise für eine Adoption, einschließlich der Suche nach einer Adoptionsagentur und der Planung entsprechender Zahlungen.

  • RESOLVE: The National Infertility Association: Auf dieser Website finden sich allgemeine Informationen über Unfruchtbarkeit, mögliche Behandlungen und Lösungen (wie Adoption oder Leihmutterschaft) sowie finanzielle Fragen, aber auch Links zu Selbsthilfegruppen, Möglichkeiten zur Stressbewältigung und Ratschläge für Freunde und Familienangehörige. Sie enthält auch hilfreiche Ressourcen für LGBTQ+-Personen mit Kinderwunsch (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell oder transgender und queer bzw. Menschen, die ihre Geschlechtsidentität noch hinterfragen).

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