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Gestörte sexuelle Empfindungsfähigkeit

Von

Rosemary Basson

, MD, University of British Columbia and Vancouver Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2013| Inhalt zuletzt geändert Jan 2014
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Bei Störungen der sexuellen Erregung findet keine Reaktion auf sexuelle Stimulation, weder mentaler oder emotionaler (subjektiv) noch körperlicher Art (z. B. Anschwellen, Kribbeln oder Pochen im Genitalbereich oder Scheidenfeuchtigkeit) statt.

  • Depression, ein geringes Selbstwertgefühl, Angst, Stress und Beziehungsprobleme können die sexuelle Erregung beeinträchtigen.

  • Es kann hilfreich sein, die Beziehung zu verbessern und die Umgebung passend zur sexuellen Aktivität anzupassen und herauszufinden, was die Frau erregt.

Wenn Frauen sexuell stimuliert werden, empfinden sie gewöhnlich mentale und emotionale Erregung. Sie stellen möglicherweise auch einige körperliche Veränderungen fest. Beispielsweise setzt die Scheide Sekrete frei, die als Gleitmittel dienen (verursachen Feuchtigkeit). Das Gewebe rund um die Scheidenöffnung (Schamlippen) und die Klitoris (die dem Penis bei Männern entspricht) schwellen an, die Brüste schwellen leicht an und diese Bereiche können kribbeln.

Bei Störungen der sexuellen Erregung führen die normalen Arten sexueller Stimulation (Küssen, Tanzen, Anschauen eines Erotikvideos und Berühren der Geschlechtsorgane) nicht zu sexueller Erregung, weder mentaler oder emotionaler (subjektiv), noch körperlicher Art.

Manchmal treten körperliche Reaktionen auf, aber die Frauen bemerken sie nicht.

Bei der genitalen Erregungsstörung (eine Art von Störung der sexuellen Erregung), werden die Frauen durch eine Art der Stimulation erregt, die sich nicht auf die Geschlechtsorgane bezieht (wie z. B. das Schauen eines Erotikvideos), aber wenn die Geschlechtsorgane stimuliert werden (einschließlich während des Geschlechtsverkehrs), verspüren Frauen keine körperlichen Reaktionen oder körperliches Vergnügen. Folglich bleiben genitale Stimulation und Geschlechtsverkehr unerfüllt und möglicherweise schwierig und schmerzhaft.

Ursachen

Störungen der sexuellen Erregung haben annähernd dieselben Ursachen wie geringes sexuelles Verlangen ( Geringes sexuelles Verlangen : Ursachen). Depression, ein geringes Selbstwertgefühl, Angst, Stress, andere psychische Faktoren ( Psychische Faktoren), Arzneimittel (wie z. B. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die eine Art von Antidepressivum sind) und Beziehungsprobleme wirken sich oft nachteilig auf die sexuelle Erregung aus. Ungeeignete sexuelle Stimulation oder die falsche Umgebung für sexuelle Aktivitäten können ebenso hinderlich sein.

Eine genitale Erregungsstörung kann viele Ursachen haben, darunter:

  • Ein niedriger Östrogenspiegel, wie dies nach der Entbindung eines Babys der Fall ist

  • Verdünnung und Austrocknung des Scheidengewebes (atrophische Vaginitis) nach der Menopause

  • Infektion der Scheide (Vaginitis) oder der Blase (Zystitis)

  • Krankheiten, die Veränderungen der Haut rund um die Öffnung des Scheidenbereichs (wie z. B. Lichen sclerosus) verursachen

  • Möglicherweise ein altersbedingter Rückgang an Testosteron

Eine genitale Erregungsstörung kann sich auch entwickeln, wenn bestimmte chronische Erkrankungen, wie z. B. Diabetes und Multiple Sklerose, Nerven beschädigen. Die Nervenschäden führen zu einem geringeren Empfinden im Genitalbereich.

Diagnose

Die Diagnose beruht auf der Schilderung des Problems durch die Frau und ihre Vorgeschichte. Wenn eine genitale Stimulation nicht zur Erregung führt, wird ebenfalls eine Untersuchung des Beckens durchgeführt.

Behandlung

Einige allgemeine Maßnahmen ( Behandlung) können besonders hilfreich sein. Hierzu zählen folgende:

  • Vertrauen und Intimität in der Paarbeziehung fördern

  • Umgebung so verführerisch wie möglich für eine sexuelle Aktivität gestalten

  • Frauen helfen, sich während der sexuellen Aktivität zu konzentrieren

  • Herausfinden und besprechen, was die Frau stimuliert, wie bei geringem sexuellen Verlangen ( Geringes sexuelles Verlangen : Behandlung)

Paare können mit verschiedenen Stimuli experimentieren, wie z. B. einem Vibrator, Fantasie oder Erotikvideos. Paare können neben Geschlechtsverkehr auch andere Aktivitäten ausprobieren. Beispielsweise können Paare Sensualitätstrainingsübungen durchführen. Für diese Übungen berühren sich die Partner gegenseitig auf sehr angenehme Weise. Zunächst sind bestimmte Bereiche, einschließlich der Geschlechtsorgane, verboten, und das Augenmerk liegt vielmehr auf der gefühlsmäßigen als der sexuellen Stimulation. Der Empfänger zeigt dem Geber die Art der Stimulation, die er sich wünscht. Die Partner konzentrieren sich auf die Empfindungen in diesem Moment. Zuerst kommt es zu sinnlichen danach zu sexuellen Berührungen der anderen Körperteile und schließlich zur Stimulation der Geschlechtsorgane. Solche Übungen können dazu dienen, die Intimität zu fördern und die Angst vor sexueller Aktivität zu mindern.

Arzneimittel, die als Ursache infrage kommen, werden, wenn möglich abgesetzt. Wenn ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer die Ursache ist, kann die Verabreichung von Bupropion (eine andere Art von Antidepressivum) helfen. Auch andere Antidepressiva können ersetzt werden.

Wenn die Ursache in atrophischer Vaginitis oder einem niedrigen Östrogenspiegel liegt (z. B. nach der Menopause), empfehlen Ärzte oft die Verwendung von Östrogen, das als Creme (mit einem Kunststoffapplikator), als Tablette oder als Ring (ähnlich einem Diaphragma) in die Scheide eingeführt wird. Wenn jedoch Symptome der Wechseljahre gemindert werden sollen (wie z. B. Hitzewallungen), kann ein Östrogenpflaster oder -gel verwendet oder Östrogen oral eingenommen werden. Wenn Frauen mit einer Gebärmutter (die sich noch keiner Hysterektomie unterzogen haben) Östrogen oral oder als Pflaster oder Gel verwenden, erhalten sie auch ein Progestin (eine synthetische Version des Hormons Progesteron), da die Einnahme von Östrogen allein das Risiko von Krebs in der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) erhöht.

Ein weiteres Medikament, das helfen kann, ist Dehydroepiandrosteron (DHEA). Eine Tablette wird jede Nacht in die Scheide eingeführt. Dieses Medikament kann die Feuchtigkeit anregen, atrophische Vaginitis mindern und die Empfindlichkeit des Genitalbereichs und die Orgasmusfähigkeit verbessern. Allerdings wird dieses Medikament derzeit noch getestet.

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