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Sterilisation

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Durch die Sterilisation wird eine Person unfruchtbar.

  • Es werden die Samenleiter, die die Spermien aus den Hoden ableiten, oder die Eileiter getrennt.

  • Die Sterilisation sollte immer als endgültig erachtet werden.

  • Die Vasektomie ist für Männer ein kurzer Eingriff, der in der Arztpraxis durchgeführt wird.

  • Das Verfahren bei Frauen (oft als Tubenligatur bezeichnet) ist komplizierter und kann mithilfe eines kleinen Schlauchs, der durch einen kleinen Schnitt im Bauch eingeführt wird, oder durch einen größeren Schnitt im Bauch durchgeführt werden.

In den USA wählt etwa ein Drittel aller verheirateter Paare, die sich für eine Familienplanung entscheiden, die Sterilisation, insbesondere wenn die Frauen älter als 30 sind. Bei Männern heißt das Verfahren Vasektomie. Bei Frauen erfolgt die Sterilisation mithilfe eines dünnen Schlauchs, der durch einen kleinen Schnitt im Bauch eingeführt wird (Laparoskopie), oder durch einen größeren Schnitt im Bauch (Minilaparotomie – siehe unten). Die Sterilisation bei Frauen heißt oft Tubenligatur und bezieht sich auf ein spezielles Sterilisationsverfahren, bei dem die Eileiter abgebunden werden.

Die Sterilisation sollte immer als endgültig erachtet werden. Wenn jedoch Paare ihre Meinung ändern sollten, können die entsprechenden Leiter wieder verbunden oder geöffnet werden (genannt Reanastomose), um die Fruchtbarkeit wiederherzustellen. Ihr Erfolg hängt teilweise davon ab, welches Verfahren zur Sterilisation verwendet wurde. Die Reanastomose ist bei Männern weniger wirksam als bei Frauen und kann nicht durchgeführt werden, wenn bestimmte Verfahren zum Blockieren der Leiter angewendet wurden. Die Schwangerschaftschancen für Paare nach einer Reanastomose betragen bei Männern 45 bis 60 Prozent, bei Frauen 50 bis knapp 70 Prozent. Wenn die Reanastomose erfolglos bleibt, besteht immer noch die Möglichkeit einer Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation.

Sterilisation bei Männern (Vasektomie)

Männer werden durch eine Vasektomie sterilisiert. Dabei werden die Samenleiter, welche die Samen aus den Hoden ableiten, durchtrennt und versiegelt. Eine Vasektomie wird ambulant bei örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert ungefähr 20 Minuten. Durch einen kleinen Schnitt auf beiden Seiten des Hodensacks wird aus beiden Samenleitern ein Stück herausgeschnitten und die jeweiligen Enden werden versiegelt.

Nach der Vasektomie sollten sicherheitshalber andere Verhütungsmethoden angewendet werden, bis die Sterilität bestätigt ist. Da die Samenbläschen noch viele Samenzellen enthalten, sind Männer meist erst 20 Ejakulationen nach der Operation unfruchtbar. Die Sterilisation gilt als bestätigt, wenn ein Labortest zeigt, dass die Samen aus zwei Ejakulationen, die gewöhnlich 3 Monate nach dem Verfahren abgegeben werden, frei von Spermien sind.

Komplikationen der Vasektomie:

  • Blutgerinnsel im Hodensack (bei 5 Prozent oder weniger)

  • Entzündungsreaktion beim Austreten von Spermien

  • Spontane Reanastomose (bei weniger als 1 Prozent)

Bei der spontanen Reanastomose verbinden oder öffnen sich die getrennten Samenleiter von allein und stellen die Fruchtbarkeit wieder her. Wenn die Reanastomose eintritt, dann ist das nur kurz nach dem Verfahren möglich.

Die sexuelle Aktivität kann mit Verhütung, bis die Sterilität bestätigt ist, und danach beliebig wiederaufgenommen werden, aber während der ersten Tage sollte die Ejakulation vermieden werden, da sie Schmerzen verursachen kann. Etwa 1,1 Prozent aller Frauen werden in den ersten 5 Jahren nach der Sterilisation ihres Partners schwanger.

Wussten Sie ...

  • Nach der Vasektomie sollte die Verhütung noch eine Weile fortgesetzt werden, bis Tests bestätigen, dass der Samen frei von Spermien ist.

Sterilisation bei Frauen

Zu den Methoden, die zur Sterilisation von Frauen verwendet werden, gehören Laparoskopie, Hysteroskopie und Minilaparotomie. Diese Verfahren werden angewendet, um die Eileiter zu durchtrennen, die das Ei von den Eierstöcken zur Gebärmutter leiten. Die Eileiter können auch vollständig entfernt werden.

Wenn die Eileiter während der Sterilisation vollständig entfernt werden, ist keine Schwangerschaft mehr möglich. Nach Eingriffen, bei denen die Eileiter nicht entfernt werden, werden etwa 2 Prozent der Frauen in den ersten 10 Jahren nach der Sterilisation schwanger. Etwa ein Drittel dieser Schwangerschaften ist nicht in der Gebärmutter angesiedelt (ektop), sondern in den Eileitern.

Eine Sterilisation kann gut geplant und als freiwillige Operation durchgeführt werden. Die Sterilisation kann auch während eines Kaiserschnitts oder 1 bis 2 Tage nach einer vaginalen Entbindung erfolgen.

Die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) führt ebenfalls zu Unfruchtbarkeit. Dieses Verfahren dient vielmehr zur Behandlung einer Krankheit als zur Sterilisation.

Laparoskopische Sterilisation

Eine laparoskopische Sterilisation (Tubenligatur) wird häufig durchgeführt. Der Eingriff wird in einem Operationssaal vorgenommen. Nachdem die Frauen eine Vollnarkose erhalten hat, macht der Arzt einen kleinen Einschnitt direkt unterhalb des Nabels und führt dann einen dünnen Beobachtungsschlauch ein (Laparoskop). Er verwendet das Laparoskop, um die Eileiter zu entfernen, zu durchtrennen und/oder abzubinden, indem er eine der folgenden Maßnahmen durchführt:

  • Elektrokauterisation (ein Gerät, das zur Durchtrennung von Gewebe elektrischen Strom erzeugt) zur vollständigen Entfernung der Eileiter oder zum Abtrennen von etwa 2,5 Zentimeter jedes Eileiters

  • Anbringen von Vorrichtungen wie Kunststoffbändern oder Metallklammern zum Verschließen oder Abbinden der Eileiter

Gewöhnlich kann die Frau nach der laparoskopischen Sterilisation noch am selben Tag nach Hause gehen. Nach einer Laparoskopie kommt es bei bis zu 6 Prozent der Frauen zu leichten Komplikationen (Hautinfektion oder Schmerzen am Schnitt, Verstopfung). Weniger als 1 Prozent haben ernste Komplikationen wie Blutungen oder eine Verletzung der Blase oder des Darmes.

Trennung der Eileiter: Sterilisation der Frau

Beide Eileiter, die das Ei aus den Eierstöcken zur Gebärmutter transportieren, werden durchtrennt, versiegelt oder blockiert, damit die Spermien nicht zum Ei gelangen und es befruchten können.

Trennung der Eileiter: Sterilisation der Frau

Hysteroskopische Sterilisierung

Die hysteroskopische Sterilisation kann in der Arztpraxis oder in einem Operationssaal durchgeführt werden. Seit dem 31. Dezember 2018 ist das für dieses Verfahren erforderliche Spezialgerät in den Vereinigten Staaten nicht mehr verfügbar.

Es sind keine Schnitte notwendig. Es wird eine lokale Betäubung mit oder ohne Arzneimittel durchgeführt, um die Frau schläfrig zu machen (Beruhigungsmittel).

Bei der hysteroskopischen Sterilisation führen Ärzte einen flexiblen Beobachtungsschlauch (Hysteroskop) durch die Scheide und die Gebärmutter in die Eileiter ein. Danach werden Spiralen (Mikroeinsätze) in die Eileiter eingeführt, um diese zu verschließen. Die Spirale reizt das Gewebe in den Eileitern und führt dazu, dass sich Narben bilden. Das Narbengewebe blockiert die Eileiter. Es dauert bis zu 3 Monate, bis das Narbengewebe sich bildet, daher müssen Frauen eine andere Verhütungsmethode verwenden, bis der Arzt bestätigt, dass die Eileiter verschlossen sind. Frauen können nach dem Verfahren gewöhnlich noch am selben Tag nach Hause gehen.

Etwa 3 Monate später bestätigen die Ärzte, dass die Eileiter geschlossen sind, indem sie eine Röntgenaufnahme erstellen, nachdem ein Röntgenkontrastmittel durch die Scheide in die Gebärmutter und die Eileiter injiziert wurde (Hysterosalpingographie). Wenn das Kontrastmittel am Ende der Eileiter nicht austritt, können die Ärzte bestätigen, dass die Leiter verschlossen sind.

Diese Art der Sterilisierung kann gewöhnlich nicht rückgängig gemacht werden.

Minilaparotomie

Die Minilaparotomie wird manchmal anstelle einer laparoskopischen Sterilisation verwendet, gewöhnlich, wenn Frauen kurz nach einer Entbindung sterilisiert werden möchten. Oft wird eine lokale, regionale oder allgemeine Betäubung durchgeführt. Frauen müssten nicht länger im Krankenhaus bleiben als nach einer Geburt. Ärzte machen einen kleinen Schnitt (ca. 2,5 bis 7,5 cm) in den Bauch. Danach entfernen sie gewöhnlich einen Abschnitt jedes Eileiters. Im Vergleich zur Laparoskopie verursacht die Minilaparotomie stärkere Schmerzen und die Regeneration dauert länger.

Mögliche Probleme

Eine Sterilisation bei Frauen verursacht nur wenige Probleme. Hierzu gehören

  • Tod: 1 bis 2 von 100.000 Frauen

  • Blutungen (Hämorrhagie) oder Verletzung des Darms: Etwa 0,5 Prozent aller Frauen

  • Erfolgloser Versuch, die Eileiter zu verschließen, Schmerzen und andere Komplikationen: Maximal rund 5 Prozent aller Frauen

  • Eine ektope Schwangerschaft (außerhalb der Gebärmutter): Etwa 30 Prozent der Schwangerschaften, die nach einer Tubenligatur auftreten

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