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Stachelrochenbisse

Von

Robert A. Barish

, MD, MBA, University of Illinois at Chicago;


Thomas Arnold

, MD, Department of Emergency Medicine, LSU Health Sciences Center Shreveport

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Früher haben Stachelrochen (Dasyatis) an den Küsten Nordamerikas rund 750 Stiche pro Jahr verursacht. Die heutige Inzidenz ist unbekannt. Das Gift der Stachelrochen befindet sich in einem oder mehreren Stacheln auf der Oberseite der langen Schwanzflosse des Fisches. Zu einer Verletzung kommt es in der Regel dann, wenn unachtsame Badende beim Waten durch die Brandung, durch eine Bucht oder eine Lagune auf den Stachelrochen treten. Der so provozierte Stachelrochen schlägt seinen Schwanz nach vorne und oben und treibt auf diese Weise seine Stacheln in den Fuß oder das Bein des Patienten. Die Deckhaut des Stachels reißt dabei auf, und das Gift dringt in das Gewebe ein.

Symptome und Beschwerden

Das Hauptsymptom sind sofortige starke Schmerzen. Dann nimmt der Schmerz über 6–48 Stunden hinweg langsam wieder ab, kann jedoch gelegentlich auch wochenlang bestehen bleiben. Obwohl der Schmerz oft auf das Wundgebiet begrenzt bleibt, kann er sich auch rasch ausbreiten und innerhalb von 90 Minuten seine stärkste Intensität entfalten. Kreislaufkollaps, Schwäche, Übelkeit und ein Beklemmungsgefühl treten häufig auf und sind auf eine Vasodilatation der peripheren Gefäße zurückzuführen. Über Lymphangitis, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbruch, generalisierte Krämpfe, Schmerzen im Inguinal- und Achselbereich sowie Atemnot und Tod wurde schon berichtet.

Die Wunde ist gewöhnlich ausgezackt, blutet stark und enthält häufig Teile der Stachelscheide. Die Wundränder sind oft verfärbt, und eine lokale Gewebezerstörung kann auftreten. In der Regel kommt es zu einer Schwellung der Wunde. Bei offenen Wunden besteht Infektionsgefahr.

Therapie

  • Spülung und Débridement

Verletzungen einer Extremität sollten vorsichtig mit Salzwasser gespült werden, um zu versuchen, Stachelfragmente, Drüsengewebe und Integument zu entfernen. Die Stachel sollten am Unfallort nur entfernt werden, wenn er oberflächlich in der Haut steckt und nicht in den Hals-, Brust- oder Bauchraum eingedrungen ist und keine komplette Penetration einer Extremität vorhanden ist. Eine schwerwiegende Blutung sollte mit lokalem Druck gestillt werden. Eintauchen in warmes Wasser wurde, obwohl von einigen Experten empfohlen, nicht als wirksame Behandlung für frische Stachelrochenverletzungen bestätigt.

In der Notfallaufnahme wird die Wunde erneut auf Teile der Stachelscheide untersucht und chirurgisch gesäubert. Eine Lokalanästhesie um den Wundbereich herum kann zur Schmerzlinderung notwendig sein. Eingedrungene Stachel werden ähnlich wie andere Fremdkörper behandelt. Patienten, die am Rumpf gestochen wurden, sollten sorgfältig auf eine mögliche viszerale Perforation hin untersucht werden. Beim Auftreten von systemischen Symptomen ist eine unterstützende Therapie anzuwenden. Der Patient muss auf seinen Tetanus-Impfstatus überprüft werden (siehe Tabelle Tetanusprophylaxe bei Routinewundbehandlung) und im Zweifelsfall eine Auffrischimpfung erhalten. Eine Hochlagerung der verletzten Extremität für mehrere Tage ist zu empfehlen. Wenn Zeichen für eine Infektion bestehen, muss eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden. Bei sauberen Wunden kann die Wunde auch primär genäht werden.

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