Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine mehrjährige buschige Kräuterpflanze. Die getrockneten Blätter werden in Kapseln, Tabletten und flüssigen Extrakten verwendet. Man nimmt an, dass Wirkstoffe wie Parthenolide und Glykoside für die reklamierte entzündungshemmende und entspannende Wirkung auf die Viszeralmuskulatur verantwortlich sind.
Behauptungen zu Mutterkraut
Mutterkraut soll Migränekopfschmerzen wirksam vorbeugen können und hilfreich bei Menstruationsschmerzen, Asthma und Arthritis sein. In vitro hemmt Mutterkraut die Plättchenaggregation (1).
Evidenz für Mutterkraut
Eine Cochrane-Review zu Mutterkraut bei Migräne bewertete 6 Studien mit insgesamt 561 Patienten (2). Die fünf früheren Studien zeigten unterschiedliche Ergebnisse, aber die zuletzt hinzugefügte Studie war größer und methodisch robuster und zeigte eine signifikante Verringerung um 0,6 Migräneattacken pro Monat im Vergleich zu Placebo. Die Unterschiede zwischen den Studienergebnissen können möglicherweise auf die Unterschiedlichkeit der verwendeten Mutterkrautpräparate und der Dosierung zurückzuführen sein. Studien, die Kombinationsbehandlungen mit Mutterkraut, Magnesium und CoQ10 bei episodischer Migräne untersuchten, haben zu gemischten Ergebnissen geführt (3). Es gibt nur wenige Auswertungen über die Wirkung von Mutterkraut auf rheumatoide Arthritis. Eine Studie zeigte keinen offensichtlichen Nutzen von oralem Mutterkraut bei rheumatoider Arthritis (4).
Unerwünschte Wirkungen von Mutterkraut
Mundgeschwüre, Kontaktdermatitis, Geschmacksstörungen (Dysgeusie) und leichte Gastrointestinalbeschwerden sind möglich. Abruptes Absetzen kann eine Verschlimmerung der Migräne bewirken und zu Nervosität und Schlafstörungen führen.
Wegen möglicher Blutungen sollte Mutterkraut 2 Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
Mutterkraut ist bei schwangeren Frauen kontraindiziert, da es Gebärmutterkontraktionen verursachen kann. Mutterkraut ist für Kinder oder stillende Frauen nicht zu empfehlen.
Wechselwirkungen von Mutterkraut mit anderen Medikamenten
Mutterkraut sollte bei Patienten vermieden werden, die andere Migränemedikamente, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Thrombozytenaggregationshemmer oder Warfarin einnehmen. (Siehe auch Tabelle .)
Literatur
1. Groenewegen WA, Heptinstall S. A comparison of the effects of an extract of feverfew and parthenolide, a component of feverfew, on human platelet activity in-vitro. J Pharm Pharmacol. 42:553-557, 1990. doi:10.1111/j.2042-7158.1990.tb07057.x
2. Wider B, Pittler MH, Ernst E. Feverfew for preventing migraine. Cochrane Database Syst Rev. 4:CD002286, 2015. doi: 10.1002/14651858.CD002286.pub3
3. Wells RE, Beuthin J, Granetzke L. Complementary and Integrative Medicine for Episodic Migraine: an Update of Evidence from the Last 3 Years. Curr Pain Headache Rep. 2019 Feb 21;23(2):10. doi: 10.1007/s11916-019-0750-8
4. Pattrick M, Heptinstall S, Doherty M:. Feverfew in rheumatoid arthritis: a double-blind, placebo-controlled study. Ann Rheum Dis. 48:547-549, 1989. doi:10.1136/ard.48.7.547
Weitere Informationen
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