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Body Packing und Body Stuffing

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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"Body packing" und "Body stuffing" beinhalten, dass mit Drogen gefüllte Pakete geschluckt oder diese in Körperhöhlen versteckt werden, damit diese durch die Strafverfolgungsbehörden nicht erkannt werden. Die Risiken und Folgen variieren je nach Menge und Art des Arzneimittels und der Art und Weise wie es verpackt wird.

Body Packing

Am Körper werden häufig Substanzen transportiert, die einen hohen Wert im Straßenverkauf besitzen (vor allem Heroin oder Kokain) und so über Grenzen oder durch andere Sicherheitskontrollen geschmuggelt werden. Diese Drogen können in Kondomen oder in Paketen aus mehreren Schichten von Polyethylen oder Latex eingepackt werden, manchmal mit einer äußeren Schicht aus Wachs. Nachdem diese Päckchen geschluckt werden, nehmen die Transporteure oft Medikamente zur Stillegung der Darmmotilität ein, bis die Pakete wieder ausgeschieden werden sollen. Die Gesamtmenge des beteiligten Arzneimittels stellt eine supra-letalenDosis dar. Das Zerreißen eines oder mehrere Päckchen führt zu einem hohen Risiko einer Toxizität oder Überdosis.

Spezifische Symptome sind abhängig von der Substanz, aber schwere Krampfanfälle, Tachykardie, Hypertonie und Hyperthermie sind häufig mit Kokain verbunden. Koma und Atembeschwerden sind häufig bei Heroin. Darmverschluss, Darmruptur und Peritonitis stellen ebenfalls Risiken dar.

Körperfüllung

"Body Stuffing" funktioniert ähnlich wie das "Body Packing". Es wird angewendet, wenn Menschen von polizeilicher Seite Entdeckung befürchten. Manchmal werden Päckchen in das Rektum oder in die Vagina eingeführt. Beim "Body Stuffing" sind in der Regel viel kleinere Mengen von Drogen involviert, aber die Substanzen sind meist weniger sicher verpackt, sodass eine Überdosierung immer noch ein Risiko ist.

Diagnose

  • Bekannte Anamnese und klinischer Verdacht

  • Untersuchung des Beckens und/oder digital-rektale Untersuchung

  • Gelegentlich Leerbild

Mutmaßliche Drogentransporteure und "Stuffer" werden in der Regel von Vollzugsbeamten zum Arzt gebracht, Ärzte sollten "Body Packing" auch vermuten, wenn Menschen kurz nach einer Reise oder kurz nach einer Gefängniseinweisung mit Koma oder Krampfanfällen unbekannter Ätiologie eingeliefert werden. Eine Untersuchung des Beckens und eine digitale rektale Untersuchung sollten durchgeführt werden, um diese Körperteile auf Drogenpakete zu überprüfen. Röntgenbilder können oft das Vorhandensein von Paketen im Magen-Darm-Trakt bestätigen.

Behandlung

  • Unterstützende Behandlung von Komplikationen

  • Manchmal Methoden, um Drogenpakete zu entfernen

Die Behandlung von Patienten mit Symptomen einer Überdosierung (und einer vermuteten Paketruptur) ist unterstützend und beinhaltet Atemwegssicherung, Unterstützung der Atmung und des Kreislaufs sowie Gabe krampflösender Mittel, je nach den Symptomen des Patienten. Manchmal werden spezifische Gegenmittel gegeben (siehe spezifische Drogen).

Normalerweise können intakte Pakete im GI-Trakt durch eine Magen-Darm-Spülung entfernt werden. Sobald jedoch Pakete gerissen sind, sollte eine sofortige chirurgische oder endoskopische Entfernung erfolgen (abhängig von der Lage im Magen-Darm-Trakt). Dies kann aber nur selten rechtzeitig geschehen, denn der Tod tritt häufig schnell ein, weil die Menge der mitgeführten Substanzen im Magen-Darm-Trakt sehr groß ist. Patienten mit Darmverschluss oder Darmperforation erfordern ebenfalls ein rasches operatives Eingreifen. Aktivkohle kann hilfreich sein, ist aber bei Patienten mit Obstruktion oder Perforation kontraindiziert.

Vaginale und rektale "packets" sollten manuell entfernt werden.

Asymptomatische "Bodypacker" (und Kuriere, die Drogenpakete geschluckt haben), sollten auf die Entwicklung von Symptomen hin beobachtet werden, bis die Pakete ausgeschieden sind und mehrere Stuhlgänge ohne Päckchen erfolgt sind. Einige Ärzte verwenden eine Magen-Darm-Spülung mit einer Polyethylenglykol-Lösung mit oder ohne Metoclopramid für die Darmmotilität. Eine Notfall-Endoskopie ist nicht für asymptomatische Patienten indiziert.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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