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Substanzinduzierte Störungen

Von

Thomas Kosten

, MD, Baylor College of Medicine/MD Anderson Cancer Center

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Substanzinduzierte Erkrankungen sind eine Art von substanzbezogenen Störungen, die die direkten Wirkungen eines Arzneimittels beinhalten; zu diesen gehören

  • Intoxikation

  • Entzug

  • Substanz-induzierte mentale Störungen

Substanzbezogenen Störungen, die pathologische Verhaltensmuster beinhalten, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum stehen (z. B. dass Patienten weiterhin eine Substanz verwenden, auch wenn erhebliche Probleme im Zusammenhang mit dieser Substanz auftreten) gelten als Substanzstörungen. Die häufig verwendeten Begriffe "Sucht", "Missbrauch" und "Abhängigkeit" sind zu locker und variabel definiert, als dass sie bei der systematischen Diagnose nützlich sein können.

Die spezifischen Erscheinungen und die Behandlung von Intoxikation und Entzug variieren durch die Substanz oder die Substanzklasse und werden an anderer Stelle im MSD Manual diskutiert.

Intoxikation

Intoxikation bezieht sich auf die Entwicklung eines reversiblen substanzspezifischen Syndroms mit psychischen oder Verhaltensänderungen, u. a. kognitive Veränderungen, Euphorie, mangelnde Urteilsfähigkeit, Beeinträchtigung der körperlichen und sozialen Funktionsfähigkeit, Stimmungslabilität und Streitsucht oder eine Kombination daraus. Im Extremfall kann eine Intoxikation zu einer Überdosis führen mit erheblicher Morbidität und Mortalitätsrisiko.

Entzug

Entzug bezieht sich auf substanzspezifische physiologische Wirkungen, Symptome und Verhaltensänderungen, die durch Beendigung oder Verringerung der Aufnahme einer Substanz verursacht werden. Um als Substanzentzugsstörung eingestuft zu werden, muss das Syndrom dem Patienten erhebliche Belastung verursachen und/oder die Funktion beeinträchtigen (z. B. soziale, berufliche). Die meisten Patienten mit Entzug erkennen, dass eine erneute Verabreichung der Substanz ihre Symptome reduzieren wird.

Obwohl einige Patienten mit Entzugssyndrom eine Substanzstörung haben, können einige Medikamente, insbesondere Opioide, Sedativa/ Hypnotika und Stimulanzien, zu Entzugserscheinungen führen, sogar wenn diese aus berechtigten medizinischen Gründen und für relativ kurze Zeit (< 1 Woche für Opioide) wie vorgeschrieben eingenommen werden. Entzugserscheinungen, die sich nach einer angemessenen medizinischen Anwendung entwickeln, werden nicht als Kriterien für die Diagnose eines Substanzmissbrauchs betrachtet.

Substanz-induzierte mentale Störungen

Substanzinduzierte psychische Störungen sind psychische Veränderungen, die durch Substanzgebrauch oder -entzug erzeugt werden und unabhängigen psychischen Störungen ähneln (z. B. Depressionen, Psychose, Angst oder neurokognitive Störungen).

Um als substanzinduziert eingestuft zu werden, muss bekannt sein, dass die beteiligte Substanz in der Lage ist, die Störung zu verursachen. Die Stoffe können Mitglieder der 10 Klassen von Substanzen sein, die typischerweise substanzbezogenen Störungen verursachen oder viele andere (z. B. Anticholinergika und Kortikosteroide können vorübergehende psychotische Syndrome verursachen). Darüber hinaus sollte die psychische Störung

  • Erscheinen innerhalb von 1 Monat nach Substanzintoxikation oder Entzug

  • Verursacht bedeutendes Leiden oder beeinträchtigt die funktionsfähigkeit

  • Sich nicht vor Verwendung des Stoffes manifestiert haben

  • Kommen nicht ausschließlich während des akuten Deliriums durch die Substanz vor

  • Halten nicht für einen längeren Zeitraum an*

* Bestimmte neurokognitive, durch Alkohol, Inhalationsmittel oder sedative Hypnotika verursachte Störungen und Wahrnehmungsstörungen, verursacht von Halluzinogenen, können von Dauer sein.

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