Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Hoarding Disorder ("Messie-Syndrom")

Von

Katharine A. Phillips

, MD, Weill Cornell Medical College;


Dan J. Stein

, MD, PhD, University of Cape Town

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Das "Messie-Syndrom" ist durch anhaltende Schwierigkeiten Besitz zu entsorgen oder sich von diesem zu trennen, gekennzeichnet, unabhängig von dessen tatsächlichem Wert. Diese Schwierigkeit führt zur Anhäufung von Besitztümern, die Wohnbereiche verstopfen und in Unordnung bringen, bis zu dem Punkt, dass die ursprüngliche Verwendung dieser Bereiche wesentlich beeinträchtigt wird.

Das "Messie-Syndrom" beginnt oft harmlos im Jugendalter und verschlechtert sich nach und nach mit zunehmendem Alter, was zu klinisch signifikanter Beeinträchtigung in der Mitte der 30er Jahre führt. Zu einem beliebigen Zeitpunkt leiden geschätzte 2-6% der Menschen an dieser Erkrankung.

Symptome und Beschwerden

Die Hortungsstörung ist typischerweise chronisch, mit wenig oder keinem Wachsen und Schwinden der Symptome oder spontaner Remission.

Die Patienten haben ein starkes Bedürfnis, Gegenstände aufzubewahren, und sie erleben eine bedeutende Bedrängnis, wenn sie sich von diesen trennen oder dieses auch nur in Erwägung ziehen. Patienten akkumulieren eine große Anzahl von Gegenständen, für die sie nicht ausreichend Platz haben; die Einzelteile verstopfen und vermüllen den Lebensraum so sehr, dass große Flächen unbrauchbar werden, außer für die Aufbewahrung der gehorteten Gegenstände. Z. B. können Stapel von gehorteten Zeitungen das Waschbecken füllen und die Arbeitsplatten und den Herd in der Küche verdecken, und so verhindern, dass diese Bereiche genutzt werden, um Mahlzeiten zuzubereiten.

Die Hortungssymptome beeinträchtigen oft soziale, berufliche oder andere Funktionsbereiche. Zum Beispiel dürfen Patienten andere Personen, einschließlich Familienangehörige, Freunde und Handwerker, nicht in das Haus lassen, weil sie durch das Durcheinander in Verlegenheit gebracht werden.

Hortung kann zu unsicheren Lebensbedingungen führen (z. B. durch Feuergefahr oder Erhöhung der Sturzgefahr) und kann zu Räumungen oder rechtlichen Problemen führen.

Animal Hording ist eine Form des "Messie-Syndroms", bei der Patienten eine große Anzahl von Tieren akkumulieren und trotz der Verschlechterung deren Zustandes (z. B. Gewichtsverlust, Krankheit) und/oder Umgebung (z. B. extreme Überbelegung, sehr schlechte hygienische Bedingungen) nicht für angemessene Ernährung, Hygiene und tierärztliche Versorgung, sorgen.

Grad der Einsicht variiert. Einige Patienten erkennen, dass Überzeugungen und Verhaltensweisen bzgl. der Hortung problematisch sind, andere nicht.

Diagnose

  • Klinische Kriterien

Horten wird von vorübergehender Akkumulation und Unordnung unterschieden (z. B. wie wenn Besitz vererbt wird) durch seine Persistenz und andere Muster; darüber hinaus weigern sich Patienten die gehorteten Gegenstände herzugeben oder zu verkaufen. Sammler (z. B. Bücher oder Figuren), wie Personen, die horten, können eine große Anzahl von Elementen erwerben und aufbewahren, aber im Gegensatz zum Horten, sind Sammlungen organisiert und systematisch und beeinträchtigen nicht wesentlich den Betrieb oder die Sicherheit der häuslichen Umgebung.

Zu den diagnostischen Kriterien der Hortungsstörung gehören:

  • Die Patienten haben anhaltende Schwierigkeiten, Besitz zu entsorgen oder sich von diesem zu verabschieden, unabhängig von dessen tatsächlichem Wert.

  • Die Schwierigkeit des Entsorgens geht auf die wahrgenommene Notwendigkeit zurück, die Gegenstände aufzubewahren und auf die Bedrängnis, die mit mit dem Entsorgen verbunden ist.

  • Der angesammelte Besitz verstopft die aktiven Wohnbereiche (d. h. nichht den Keller oder Bereiche zur Aufbewahrung) und bringt diese in Unordnung und beeinträchtigt im Wesentlichen die vorgesehene Verwendung dieser Bereiche.

  • Das Horten verursacht erhebliche Belastungen oder beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit in sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Bereichen.

Therapie

  • SSRI

  • Kognitive Verhaltenstherapie

SSRIs können hilfreich sein, auch wenn Daten über ihre Wirksamkeit begrenzt sind.

Eine kognitive Verhaltenstherapie, die darauf zugeschnitten ist, speziell die Symptome des Hortens zu behandeln, kann auch hilfreich sein. Es konzentriert sich zum Beispiel darauf, Patienten dabei zu helfen, Gegenstände wegzuwerfen, keine neuen Besitztümer zu erwerben (wenn übermäßiger Erwerb ein Problem darstellt) und ihre Entscheidungsfähigkeit zu verbessern.

Motivationstechniken sind häufig erforderlich, um Patienten zur Teilnahme an und zum Verbleib in der Behandlung zu ermutigen.

Wichtige Punkte

  • Horten ist in der Regel eine chronische Erkrankung, bei der Hoster Besitztümer ansammeln, die aktive Wohnbereiche überlasten und überladen, so dass diese Bereiche nicht bestimmungsgemäß und manchmal unsicher genutzt werden können.

  • Die Entsorgung von Besitztümern verursacht bei Patienten mit Hortungsstörung eine erhebliche Belastung.

  • Behandlung mit einer kognitiven Verhaltenstherapie, die auf die Behandlung spezifischer Hortungssymptome und/oder einer SSRI zugeschnitten ist.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN