Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Verhaltensstörung

Von

Josephine Elia

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Eine Verhaltensstörung ist ein wiederkehrendes oder anhaltendes Verhaltensmuster, das die Rechte anderer Menschen oder altersgemäße soziale Normen und Regeln verletzt. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung von komorbiden Störungen und Psychotherapie kann helfen, allerdings erfordern viele Kinder ein hohes Maß an Aufsicht.

Die Prävalenz der Verhaltensstörungen (VS) liegt bei 10%. Sie beginnen normalerweise in der späten Kindheit oder frühen Adoleszenz und treten häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf.

Die Ätiologie ist ein komplexes Zusammenspiel von genetischen und Umweltfaktoren. Die Eltern von Jugendlichen mit einer Verhaltensstörung sind oft in Drogenmissbrauch verwickelt und zeigen ein antisoziales Verhalten; oft werden bei ihnen ADHS, psychische Störungen, Schizophrenie oder eine antisoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Verhaltensstörungen können jedoch auch bei Kindern aus gesunden und sozial kompetenten Familien vorkommen.

Symptome und Beschwerden

Kindern und Jugendlichen mit einer Verhaltensstörung fehlt die Sensibilität für die Gefühle und das Wohlbefinden von anderen und sie missdeuten das Verhalten von anderen oft als Bedrohung. Sie können Aggressionen zeigen, indem sie schubsen und drohen, Waffen schwingen und benutzen, akute physische Grausamkeiten begehen oder jemanden zu sexuellen Handlungen zwingen, alles mit wenig oder ohne Gefühl von Reue. In manchen Fällen richten sich ihre Aggressionen und Grausamkeiten gegen Tiere. Diese Kinder oder Jugendlichen beteiligen sich eventuell auch an Zerstörung von Eigentum, Betrug und Diebstahl. Sie tolerieren nur wenig Frustration und sind allgemein rücksichtslos, verletzen Regeln und elterliche Verbote (z. B. Wegrennen von zu Hause, häufiges Schwänzen der Schule).

Die pathologischen Verhaltensweisen unterscheiden sich bei den Geschlechtern. Jungen neigen mehr dazu, zu streiten, zu stehlen und zu zerstören, Mädchen neigen mehr dazu, zu lügen, wegzulaufen und sich zu prostituieren. Kinder beider Geschlechter benutzen und missbrauchen verbotene Drogen und haben Schwierigkeiten in der Schule. Suizidgedanken sind häufig, und Suizidversuche müssen ernst genommen werden.

Diagnose

  • Klinische Kriterien

Eine Verhaltensstörung wird diagnostiziert, wenn das Kind oder der Jugendliche in den vergangenen 12 Monaten mehr 3 der oben genannten Verhaltensweisen und mindestens eine davon über die letzten 6 Monate gezeigt hat.

  • Aggression gegenüber Menschen und Tieren

  • Zerstörung von Eigentum

  • Betrug, Lügen oder Stehlen

  • Schwere Verstöße gegen die elterlichen Regeln

Die Symptome und Verhaltensformen müssen ausreichen, um den Umgang mit Freunden, Schule oder Arbeit schwer zu beeinträchtigen.

Prognose

Normalerweise hören die störenden Verhaltensweisen im frühen Erwachsenenalter auf, aber in etwa einem Drittel der Fälle bleiben sie bestehen. Viele dieser Fälle erfüllen die Kriterien einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Ein früher Beginn ist mit einer schlechten Prognose verbunden.

Einige Kinder und Jugendliche entwickeln später psychische oder Angststörungen, somatische Symptome oder verwandte Störungen, drogenabhängige Störungen oder frühe adulte Formen von psychotischen Störungen. Kinder und Jugendliche mit einer Verhaltensstörung neigen dazu, eine höhere Anzahl von physischen und anderen psychischen Störungen zu haben.

Therapie

  • Medikamente zur Behandlung von komorbiden Störungen

  • Psychotherapie

  • Manchmal Umquartierung in ein betreutes Wohnheim

Behandelt man die Begleitstörungen mit Medikamenten und einer Psychotherapie, können sich Selbstachtung und Selbstkontrolle und damit letztendlich auch die Kontrolle der Verhaltensstörung verbessern. Medikamente können Stimulanzien, Stimmungsstabilisatoren und atypische Antipsychotika einschließen, vor allem den kurzfristigen Einsatz von Risperidon.

Moralisieren und ausführliche Ermahnungen sind unwirksam und sollten vermieden werden. Eine individuelle Psychotherapie, einschließlich Verhaltenstherapie und Verhaltensmodifikation, können helfen. Oft müssen ernsthaft gestörte Kindern und Jugendliche in ein betreutes Wohnheim umquartiert werden, in denen ihr Verhalten entsprechend kontrolliert werden kann. So werden sich auch von der Umgebung getrennt, die zu ihrem abweichendes Verhalten beitgetragen haben mag.

Wichtige Punkte

  • Kinder mit einer Verhaltensstörung agieren immer wieder aggressiv und verletzen die Rechte anderer und/oder gesellschaftlicher Normen oder Regeln. Sie haben wenige oder gar keine Gewissensbisse.

  • Bei etwa einem Drittel der Patienten treten störende Verhaltensweisen bis ins Erwachsenenalter auf. Viele dieser Fälle erfüllen dann die Kriterien für eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Pränatale Herzzirkulation
Video
Pränatale Herzzirkulation
Das Herz und Kreislaufsystem eines Fötus entsteht schon bald nach der Empfängnis. Am Ende...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Mukoviszidose: Defekter Chloridtransport
3D-Modell
Mukoviszidose: Defekter Chloridtransport

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN