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Schizophrenie bei Kindern und Jugendlichen

Von

Josephine Elia

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Schizophrenie wird durch das Auftreten von Halluzinationen und Wahnvorstellungen definiert, die zu einer beträchtlichen psychosozialen Dysfunktion führen und 6 Monate anhalten.

(Siehe auch Schizophrenie bei Erwachsenen.)

Die Schizophrenie beginnt typischerweise in der Zeit von Mitte der Pubertät bis Mitte 30, mit dem häufigsten Einsetzen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Symptome sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ziemlich ähnlich. Schizophrenie bei präpubertären Kindern (in der Kindheit einsetzende Schizophrenie [COS]), bei der die Symptome denjenigen bei der Form, die bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen einsetzt, ähnelt, beginnt vor dem Alter von 12 Jahren und ist extrem selten.

Obwohl die erste Episode in der Regel bei jungen Erwachsenen auftritt, treten einige beitragenden neurologischen Entwicklungsereignisse und Erfahrungen früher auf (z. B. während der Perinatalperiode).

Zu diesen perinatalen Risikofaktoren gehören die folgenden:

  • Genetische Störungen (insbesondere diejenigen, die das Risiko eines Krankheitsbeginns in der Kindheit erhöhen)

  • Exposition gegenüber bestimmten Medikamenten oder Substanzen (z. B. Cannabis) während einer kritischen Phase

  • Pränatale Unterernährung

  • Entbindungskomplikationen, Hypoxie, perinatale Infektion, Plazentaabbruch oder -insuffizienz

  • Gehirnverletzung in der Kindheit

Andere Risikofaktoren, die später auftreten (z. B. Drogenkonsum später in der Pubertät), können dann das Einsetzen der Schizophrenie auslösen.

Die Manifestationen von Kindheitsschizophrenie sind denen bei Jugendlichen und Erwachsenen sehr ähnlich, aber Wahn und optische Halluzinationen (die bei Kindern häufiger sind) sind weniger ausgeprägt. Weitere Merkmale helfen auch dabei, den Ausbruch der Schizophrenie in der Kindheit von der Form bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu unterscheiden:

  • Schwerere Symptome

  • Eine schwere Familienanamnese

  • Erhöhte Prävalenz genetischer Anomalien, Entwicklungsstörungen (z. B. tiefgreifende Entwicklungsstörung, geistige Behinderung) und motorische Störungen

  • Erhöhte Prävalenz prämorbider sozialer Schwierigkeiten

  • Schleichendes Auftreten

  • Kognitive Beeinträchtigung

  • Neuroanatomische Veränderungen (fortschreitender Verlust des kortikalen grauen Substanzvolumens, Erhöhung des Herzkammervolumens)

Eine plötzlich auftretende Psychose bei kleinen Kindern sollte als medizinischer Notfall betrachtet werden. Eine sorgfältige Untersuchung sollte nach physiologischen Ursachen für die Veränderung des Geisteszustandes suchen; diese Ursachen umfassen

  • Drogen (bei jüngeren Kindern, Stimulanzien und Kortikosteroide; bei Jugendlichen, Drogenmissbrauch)

  • ZNS-Infektion oder -Verletzung

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

  • Autoimmune Enzephalopathien (z. B. Anti-NMDA [N-Methyl-dAspartat-Rezeptor-Enzephalitis1])

  • SLE (2)

  • Porphyrie (3)

  • Morbus Wilson (4)

Die Behandlung von Schizophrenie bei Kindern und Jugendlichen ist komplex, hat eine schwankende Prognose und eine Überweisung an einen Kinder- und Jugendpsychiater wird dringend empfohlen.

Hinweise

  • 1. Dalmau J, Lancaster E, Martinez-Hernandez E, et al: Clinical experience and laboratory investigations in patients with anti-NMDAR encephalitis. Lancet Neurol 10 (1):63–74, 2011. doi: 10.1016/S1474-4422(10)70253.

  • 2. Muscal E, Nadeem T, Li X, et al: Evaluation and treatment of acute psychosis in children with systemic lupus erythematosus (SLE): Consultation-liaison service experiences at a tertiary-care pediatric institution. Psychosomatics 51 (6):508–514, 2010. doi: 10.1176/appi.psy.51.6.508.

  • 3. Kumar B: Acute intermittent porphyria presenting solely with psychosis: A case report and discussion. Psychosomatics 53 (5):494–498, 2012. doi: 10.1016/j.psym.2012.03.008.

  • 4. Grover S, Sarkar S, Jhanda S, et al: Psychosis in an adolescent with Wilson's disease: A case report and review of the literature. Indian J Psychiatry 56 (4):395–398, 2014. doi: 10.4103/0019-5545.146530.

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