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Akute und posttraumatische Belastungsstörungen (ASD und PTSD) bei Kindern und Jugendlichen

Von

Josephine Elia

, MD, Nemours/A.I. duPont Hospital for Children

Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Die akute Belastungsstörung (ASD) und die posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) sind Reaktionen auf traumatische Ereignisse. Die Reaktionen umfassen intrusive Gedanken oder Träume, die Vermeidung von Erinnerungen an das Ereignis und negative Auswirkungen auf die Stimmung, die Kognition, das Erregungsniveau und die Reaktivität. ASD beginnt typischerweise unmittelbar nach dem Trauma und dauert von 3 Tagen bis zu 1 Monat. PTSD kann eine Fortsetzung der ASD sein oder sich bis zu 6 Monate nach dem Trauma manifestieren und dauert > 1 Monat. Die Diagnose wird aufgrund der klinischen Kriterien gestellt. Die Behandlung besteht aus Verhaltenstherapie und manchmal SSRI oder Antiadrenergika.

ASD und PTSD sind Trauma- und Stressbezogene Krankheiten Früher galten sie als Angststörungen, werden heute aber als unterschiedlich angesehen, da viele Patienten keine Angst, sondern stattdessen andere Symptome haben.

Nicht alle Kinder, die einem schweren Trauma ausgesetzt waren, entwickeln eine Störung, da ihre Empfindlichkeit und ihr Temperament unterschiedlich sind. Traumatische Ereignisse, die mit diesen Störungen häufig assoziiert sind, sind tätliche Angriffe, sexuelle Übergriffe, Autounfälle, Hundebisswunden und Verletzungen (vor allem Verbrennungen). Bei kleinen Kindern ist der Hauptgrund für die PTSD vor allem häusliche Gewalt.

Kinder müssen das traumatische Ereignis nicht direkt erleben; sie können eine Belastungsstörung entwickeln, wenn sie Zeuge eines traumatischen Ereignisses werden, das einer anderen Person widerfährt, oder wenn sie erfahren, dass es einem nahen Familienangehörigen widerfahren ist.

Symptome und Beschwerden

Die Symptome von ASD und PTSD sind ähnlich und umfassen im Allgemeinen eine Kombination der folgenden Merkmale:

  • Intrusionssymptome: Wiederkehrende, unwillkürliche und bedrückende Erinnerungen oder Träume des traumatischen Ereignisses (bei Kindern < 6 Jahre kann es unklar sein, ob sich ihre quälenden Träume auf das Ereignis beziehen); dissoziative Reaktionen (in der Regel Flashbacks, bei denen Patienten das Trauma erneut erleben, wobei kleine Kinder das Ereignis auch häufig beim Spielen wiederholen können); und Stress bei internen oder externen Hinweisreizen, die einem Aspekt des Traumas ähneln (z. B. einen Hund sehen oder jemanden, der einem Täter ähnelt)

  • Vermeidungssymptome: Anhaltende Vermeidung von Erinnerungen, Gefühlen oder externe Erinnerungen an das Trauma

  • Negative Auswirkungen auf Wahrnehmung und/oder Stimmung: Unfähigkeit, sich an wichtige Aspekte des traumatischen Ereignisses zu erinnern, verzerrtes Nachdenken über die Ursachen und/oder Folgen des Traumas (z. B. dass man selbst die Schuld trägt oder dass man das Ereignis durch bestimmte Handlungen hätte vermeiden können); ein Rückgang an positiven Emotionen und eine Zunahme an negativen Emotionen (Angst, Schuld, Trauer, Scham, Verwirrung); allgemeiner Mangel an Interesse, sozialer Rückzug, ein subjektiver Eindruck von Gefühllosigkeit und eine verkürzte Erwartung hinsichtlich der Zukunft (z. B. Gedanken wie "Ich werde nicht 20 Jahre alt werden.")

  • Veränderte Erregungszustände und/oder Reaktivität: (z. B. Übererregbarkeit) Zittern, übertriebene Schreckreaktion, Schwierigkeiten sich zu entspannen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen (manchmal mit häufigen Alpträumen) und aggressives oder rücksichtsloses Verhalten

  • Dissoziative Symptome: Gefühl, vom eigenen Körper wie in einem Traum losgelöst zu sein, und das Gefühl, dass die Welt unwirklich ist

Kinder mit ASD erscheinen typischerweise wie benommen und scheinen von ihrer alltäglichen Umgebung völlig distanziert zu sein.

Aufdringliche Erinnerungen veranlassen Kinder mit PTSC, das traumatische Erlebnis immer wieder zu erleben. Die dramatischste Art der Erinnerung ist die Rückblende (Flashback). Rückblenden können spontan vorkommen, werden aber meistens durch etwas ausgelöst, das mit dem ursprünglichen Trauma zusammenhängt. So kann eine Rückblende etwa bei Kindern, die von einem Hund attackiert wurden, durch den Anblick eines Hundes ausgelöst werden. Diese Kinder können kurzzeitig den Bezug zur Realität verlieren und glauben, sie wären in höchster Gefahr. Während des Flashbacks können sich diese Kinder in einem sehr ängstlichen Zustand befinden und sich ihrer augenblicklichen Situation nicht bewusst sein, während sie verzweifelt versuchen, einen Ort zum Verstecken oder Wegrennen zu finden. Manche Kinder haben Albträume. Einige bleiben sich ihrer augenblicklichen Umgebung bewusst, während sie andere Arten von Wiedererlebnissen haben (Gedanken, bildliche Vorstellungen, Erinnerungen), obwohl sie noch völlig verstört sind.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Die Diagnose von ASD und PTSD wird aufgrund einer Anamnese mit häufigen, schweren Angstzuständen und einem schrecklichen Trauma, das anschließend immer wieder erlebt wird, mit emotionaler Erstarrung und Schreckhaftigkeit gestellt. Diese Symptome müssen ausgeprägt genug sein, dass der Betroffene seinen Alltag nicht mehr bewältigen kann und unter maximalem Stress steht.

Symptome, die für ≥ 3 Tage und < 1 Monat anhalten, gelten als ASD. Symptome mit einer Dauer von > 1 Monat gelten als PTSD, die eine Fortsetzung von ASD sein kann oder bis zu 6 Monaten nach dem Trauma auftreten kann.

Prognose

Die Prognose für Kinder mit ASD ist viel besser als die für Kinder mit PTSD. In beiden Fällen profitieren die Kinder jedoch von einer frühen Behandlung.

Zu den Risikofaktoren gehören

  • Schweregrad des Traumas

  • Assoziierte körperliche Verletzungen

  • Die zugrunde liegende Belastbarkeit und das Temperament von Kindern und Familienmitgliedern

  • Sozioökonomischer Status

  • Widrigkeiten in der Kindheit

  • Familiäre Dysfunktion

  • Minderheitenstatus

  • Familiäre psychiatrische Anamnese

Familiäre und soziale Unterstützung vor und nach dem Trauma wirken sich auf das endgültige Ergebnis aus.

Therapie

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und antiadrenerge Medikamente

  • Manchmal Psychotherapie

  • Verhaltenstherapie

SSRI können oft helfen, die emotionale Erstarrung und die wiederholten Symptome zu vermindern, sind aber bei der Behandlung der Schreckhaftigkeit nicht sehr effektiv. Antiadrenerge Medikamente (z. B. Clonidin, Guangacin, Prazosin) können die Übererregung lindern, die Datenlage ist aber sehr spärlich.

Eine unterstützende Psychotherapie kann Kindern helfen, die aufgrund des Traumas Anpassungsschwierigkeiten haben (z. B. durch Entstellungen nach Verbrennungen). Verhaltenstherapie kann angewendet werden, um Kinder systematisch für bestimmte Situationen zu desensibilisieren, die sie immer wieder an das traumatisierende Ereignis denken lassen (Expositionstherapie Expositionsbehandlung Spezifische phobische Störungen sind gekennzeichnet durch dauerhafte, unrealistische, intensive Furcht (Phobien) vor spezifischen Situationen, Umständen oder Objekten. Die Phobien führen zu... Erfahren Sie mehr ). Verhaltenstherapie ist für eine Verringerung des Leidensdrucks bei Kindern und Jugendlichen mit PTSD eindeutig wirksam.

Wichtige Punkte

  • ABR beginnt in der Regel unmittelbar nach dem Trauma und dauert 3 Tage bis 1 Monat; PTBS dauert > 1 Monat und kann eine Fortsetzung von ABR sein oder sich bis zu 6 Monaten nach dem Trauma manifestieren.

  • Stressstörungen können beginnen, nachdem Kinder ein traumatisches Ereignis direkt erlebt haben, wenn sie eines erleben oder erfahren, dass einem engen Familienmitglied etwas passiert ist.

  • Die Symptome von ASD und PTBS sind ähnlich und umfassen gewöhnlich eine Kombination von Intrusionssymptomen (z. B. Wiedererleben des Ereignisses), Vermeidungssymptome, negative Auswirkungen auf Kognition und/oder Stimmung (z. B. emotionale Betäubung), veränderte Erregung und/oder Reaktivität und dissoziative Symptome.

  • Behandlung mit SSRIs und manchmal antiadrenergen Medikamenten und unterstützender Psychotherapie und/oder Expositionstherapie.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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