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Übersicht über die medikamentöse Therapie bei Kindern

Von

Bridgette L. Jones

, MD, MS, University of Missouri, Kansas City, School of Medicine, Children's Mercy, Kansas City, MO

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Die medikamentöse Behandlung von Kindern und Erwachsenen unterscheidet sich ganz offensichtlich schon alleine dadurch, dass sie bei Kindern in aller Regel gewichts- oder oberlächenbezogen erfolgt. Dosierung (und Dosierungsintervalle) sind unterschiedlich, weil es altersabhängige Differenzen in der Resorption, Distribution, im Metabolismus und in der Ausscheidung gibt (siehe Pharmakokinetik bei Kindern). Ein Kind kann weder eine Erwachsenendosis vertragen, noch kann davon ausgegangen werden, dass die Dosis für Kinder proportional zur Erwachsenendosis ist, also dass z. B. ein 7 kg schweres Kind ein Zehntel der Dosis eines 70 kg schweren Erwachsenen bekommen soll.

Die meisten Medikamente wurden bei Kindern nicht ausreichend untersucht, aber die Bundesgesetzgebung (Best Pharmaceuticals for Children Act von 2001 und Pediatric Research Equity Act von 2003, beide 2012 permanent durchgeführt—1; siehe auch FDA 2016 Statusbericht) stellt die gesetzliche und regulatorische Behörde für den Beginn dieser Studien dar.

Allgemeiner Hinweis

Nebenwirkungen und Toxizität

In der Regel sind Kinder von den gleichen Nebenwirkungen betroffen wie Erwachsene ( Unerwünschte Arzneimittelwirkungen), allerdings besteht bei bestimmten Medikamenten aufgrund der unterschiedlichen Pharmakokinetik oder wegen des ungünstigen Effekts auf Wachstum und Entwicklung ein erhöhtes Risiko. Einige oft eingesetzte Medikamente mit spezifischem oder erhöhtem Risiko von Nebenwirkungen bei Kindern sind in Tabelle Medikamente, die bei Kindern unusual toxisch wirken aufgelistet.

Tabelle
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Medikamente, die bei Kindern unusual toxisch wirken

Medikament

Klinische Syndrome

Mechanismus

Kommentare

Anästhetika, topische (z. B. Benzocain, Mischung von Lidocain und Prilocain)

Zyanose

Bildung von Methämoglobin (zweiwertiges Eisen wird zu dreiwertigem Eisen oxidiert)

Inzidenz selten

Ceftriaxon

Bilirubin von Albumin verdrängt

Wirkt nur bei Neugeborenen

Codein*

Atemdepression

Sterben

Ultraschnelle Metabolisierung von Codein zu Morphin

Genvariante

Todesfälle sind nach Operation und bei einem gestillten Säugling, dessen Mutter Codein einnahm, aufgetreten

Diphenoxylate

Atemdepression

Sterben

ZNS-Depression (bei unreifem ZNS)

Überdosis-Syndrom, in der Regel bei Kindern < 2 Jahre

Fluorochinolone

Knorpel-Toxizität

Unbekannt

Vermutlich basierend auf Studien mit Tierexperimenten, jedoch schädliche Wirkungen beim Menschen unbewiesen; kurzfristiger Gebrauch ist eventuell sicher

Lindan (topisch)

Krampfanfälle

ZNS-Toxizität

Wahrscheinlich erhöhte Resorption bei Kindern

Sollte nicht bei Kindern angewendet werden < 50 kg (eine Alternative ist zu finden)

Prochlorperazine

Veränderte ZNS-Funktion

Extrapyramidale Effekte

Opisthotonus

Pralle Fontanellen

Aktionen über mehrere ZNS-Rezeptoren

Fiebernde und dehydrierte Kinder sind besonders gefährdet

SSRIs

Suizidgedanken

Unbekannt

Erhöhte Inzidenz von Suizidgedanken bei Kindern und Jugendlichen

Tetracycline

Verfärbungen und Lochfraß des Zahnschmelzes

Chelatbildung mit Ca in wachsenden Zähnen

Nicht an Kinder < 8 Jahre zu verabreichen

*S. auch American Academy of Pediatrics' clinical report about codeine metabolism in children.

Bei kleineren Kindern besteht ein besonders großes Risiko für eine akzidentelle Intoxikation, wenn sie die Vitamine oder Medikamente einer Betreuungsperson entdecken und einnehmen. Säuglinge sind auch durch die Medikamente gefährdet, die von Erwachsenen verwendet werden; die Toxizität kann sowohl pränatal durch transplazentare Übertragung auftreten als auch postnatal über die Muttermilch (zahlreiche Substanzen;— Stillende : Medikamente und Stillzeit und siehe Tabelle: Einige Medikamente, die für stillende Mütter kontraindiziert sind) oder durch Hautkontakt mit der Betreuungsperson, die gerade topische Medikamente angewendet hat (z. B. Scopolamin gegen Seekrankheit, Malathion gegen Läuse).

Nebenwirkungen bis hin zu Tod sind bei Kindern nach der Einnahme von frei verkäuflichen Erkältungsmitteln aufgetreten, einige davon in Kombination mit einem Antihistaminikum, abschwellenden Sympathomimetika und mit dem Hustenmittel Dextromethorphan. Aktuelle Empfehlungen bestehen darin, dass solche Produkte nicht an Kinder < 4 Jahre verabreicht werden sollen.

Weitere Informationen

  • FDA 2016 status report Best Pharmaceuticals for Children Act and Pediatric Research Equity Act

  • American Academy of Pediatrics' clinical report Codeine: Time to Say “No”

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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