Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Stillende

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Nov 2016
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
Quellen zum Thema

Muttermilch ist die Ernährung der Wahl. Die American Academy of Pediatrics (AAP) empfiehlt mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen und im Alter zwischen 6 und 12 Monaten mit angemessener fester Nahrung zu beginnen. Nach dem ersten Geburtstag kann so lange weitergestillt werden, wie Mutter und Kind es wünschen, auch wenn dann das Stillen nur zusätzlich zu einer vollständigen Ernährung mit festen Nahrungsmitteln und flüssigen Nahrungsmitteln erfolgen sollte. Um das Stillen zu fördern, sollten Gespräche darüber schon vor der Geburt stattfinden, in denen die vielfältigen Vorteile erwähnt werden:

  • Für das Kind: Ernährungsvorteile, Vorteile für die kognitive Entwicklung sowie Schutz vor Infektionen, Allergien, Übergewicht, Morbus Crohn und Diabetes

  • Für die Mutter: Reduzierte Fruchtbarkeit während der Stillzeit, schnellere Rückkehr zum normalen präpartalen Zustand (z. B. Uterusinvolution, Gewichtsverlust) und Schutz gegen Osteoporose, Übergewicht und Eierstockkrebs und prämenopausalen Brustkrebs

Bei Erstgebärenden erreicht die Milchproduktion ihren vollen Umfang nach 72–96 h, bei Mehrgebährenden früher. Die erste Milch ist das Kolostrum, eine dünne gelbe Flüssigkeit mit hohem Kalorien- und Proteingehalt, die aufgrund der großen Menge von Antikörpern, Lymphozyten und Makrophagen immunprotektiv ist; Kolostrum fördert auch die Passage von Mekonium. Nachfolgende Muttermilch hat die folgenden Eigenschaften:

  • Hat einen hohen Gehalt an Laktose und bietet eine leicht verfügbare Energiequelle, die mit den Neugeborenenenzymen kompatibel ist.

  • Enthält große Mengen an Vitamin E, einem wichtigen Antioxidans, das durch eine Erhöhung der Lebensdauer der Erythrozyten eine Anämie verhindern kann

  • Hat ein Kalzium-Protein-Verhältnis von 2:1, das eine Kalzium-Mangel-Tetanie verhindert

  • Verändert den pH-Wert der Stühle und der Darmflora günstig und schützt so vor bakteriellem Durchfall

  • Überträgt schützende Antikörper von der Mutter auf das Kind

  • Enthält Cholesterin und Taurin, die für die Entwicklung des Gehirns bedeutsam sind

  • Ist eine natürliche Quelle für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Man geht davon aus, dass diese Substanzen und ihre sehr langkettigen, mehrfach ungesättigten Derivate (LC-PUFAS), Arachidonsäure (ARA) und Docosahexaensäure (DHA) dazu beitragen, dass sich die Kinder, die mit Muttermilch ernährt werden, visuell und kognitiv besser entwickeln als die mit kommerzieller Säuglingsnahrung ernährten. Die meisten kommerziellen Formeln werden nun mit ARA und DHA angereichert, um Muttermilch stärker zu ähneln und diese potenziellen Entwicklungsunterschiede zu verringern.

Bei einer ausreichend abwechslungsreichen Ernährung der Mutter sind Nahrungs- oder Vitaminzusätze für die Mutter und das reifgeborene Kind nicht erforderlich. Um jedoch Knochenweiche aufgrund von Vitamin D-Mangelzu vermeiden, werden 400 Einheiten 1-mal täglich während der ersten 2 Monate allen Säuglingen gegeben, die ausschließlich gestillt werden. Frühgeborene, dunkelhäutige und jene Säuglinge, die nur begrenzt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind (Bewohner nördlicher Klimaregionen) haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Nach 6 Monaten sollten gestillten Säuglingen, wenn das Trinkwasser nicht über ausreichend Fluorid (ergänzendes oder natürliches Fluorid) verfügt, Fluoridtropfen gegeben werden. Ärzte können Informationen über den Fluoridgehalt von einem lokalen Zahnarzt oder einer Gesundheitsbehörde erhalten.

Kindern < 6 Lebensmonate sollte kein zusätzliches Wasser gegeben werden, da hierbei das Risiko einer Hyponaträmie besteht.

Stilltechnik

Die Mutter sollte eine bequeme und entspannte Position einnehmen und die Brust mit ihrer Hand unterstützen, um zu gewährleisten, dass diese sich mittig im Mund des Säuglings befindet, um Hautreizungen zu minimieren. Die Mitte der Unterlippe des Kindes sollte mit der Mamille stimuliert werden, sodass der Suchreflex (Brustsuchen) ausgelöst wird und sich der Mund weit öffnet. Das Kind sollte dazu ermutigt werden, so viel wie möglich von Brust und Areola in den Mund zu nehmen, so dass die Lippen 2,5–4 cm von der Basis der Mamille zu liegen kommen. Die Zunge des Säuglings komprimiert dann die Mamille gegen den harten Gaumen. Zu Beginn dauert es mindestens zwei Minuten, bis der Einschussreflex (Anm. d. Red.: durch Oxytocinfreisetzung) auftritt.

Die Milchmenge nimmt mit dem Wachstum des Kindes und der Stimulation durch das Saugen zu. Die Stilldauer wird in aller Regel vom Kind bestimmt.

Manche Mütter müssen mit Hilfe einer Milchpumpe versuchen, die Milchproduktion zu erhöhen oder aufrecht zu erhalten; bei den meisten Mütter ist eine Gesamtpumpdauer von 90 min/Tag, aufgeteilt in 6–8 Pumpeinheiten, ausreichend, um genügend Milch für einen nicht unmittelbar an der Brust gestillten Säugling bereitzustellen.

Der Säugling sollte so lange an einer Brust gestillt werden, bis diese weich und das Saugen schwächer wird oder ganz aufhört. Die Mutter kann dann das Saugen mit einem Finger unterbrechen, bevor sie das Kind von der einen Brust nimmt und die andere Brust anbietet. Es ist möglich, dass in den ersten Tagen nach der Geburt jeweils nur eine Brust ausreicht, so dass dann die Brüste abgewechselt werden sollten. Wenn das Kind dazu neigt, vor der Aufnahme einer adäquaten Trinkmenge einzuschlafen, kann die Mutter das Stillen unterbrechen, sobald das Saugen langsamer wird, um den Säugling aufstoßen zu lassen und schließlich an der anderen Seite wieder anzulegen. Dieser Wechsel hält den Säugling wach und stimuliert die Milchproduktion auf beiden Seiten.

Mütter sollten dazu ermutigt werden, auf Verlangen des Kindes oder etwa alle 1,5–3 h (8 –12 Fütterungen/Tag) zu stillen; mit der Zeit nimmt die Fütterungsfrequenz ab. Es kann aber auch erforderlich sein, Säuglinge mit einem Gewicht < 2500 g zur Vermeidung einer Hypoglykämie häufiger zu füttern. In den ersten Tagen müssen Neugeborene eventuell geweckt und stmuliert werden; kleine Kinder und späte Frühgeborene sollten nicht über längere Zeit in der Nacht schlafen gelassen werden. Große Reifgeborene, die die Muttermilch gut annehmen (wie durch das Muster der Darmentleerungen belegt) dürfen länger schlafen gelassen werden. Letztlich ist auf lange Sicht ein Zeitplan, der es dem Säugling erlaubt, in der Nacht so lange wie möglich zu schlafen, für den Säugling und die Familie am besten.

Mütter, die außerhalb der häuslichen Umgebung berufstätig sind, können zur Aufrechterhaltung der Milchproduktion die Milch abpumpen, solange sie vom Kind getrennt sind. Die Häufigkeit variiert, sollte sich aber an den normalen Fütterungszeiten des Kindes orientieren. Wenn abgepumpte Milch innerhalb von 48 Stunden getrunken wird, reicht eine sofortige Kühlung aus; bei einer späteren Fütterung, d. h., nach mehr als 48 Stunden, ist die Muttermilch einzufrieren. Gekühlte Muttermilch, die nicht innerhalb von 96 Stunden getrunken wird, ist aufgrund des hohen Risikos einer bakteriellen Kontamination zu entsorgen. Gefrorene Milch sollte in einem warmen Wasserbad aufgetaut werden; die Verwendung eines Mikrowellengerätes ist nicht empfehlenswert.

Komplikationen beim Stillen des Kindes

Die Hauptkomplikation ist eine zu geringe Nahrungsaufnahme, die zu einer Dehydratation und Hyperbilirubinämie führen kann. Ein erhöhtes Risiko für eine zu geringe Nahrungsaufnahme haben kleine oder frühgeborene Säuglinge sowie Kinder erstgebärender Mütter, Kinder von Müttern, die krank werden, oder jenen, die eine schwere oder operative Entbindung durchgemacht haben.

Ein grober Anhaltspunkt für eine Beurteilung des Stillerfolgs ist die Zahl des täglichen Windelwechselns. Im Alter von fünf Tagen ergeben sich bei einem normalen Säugling mindestens 6 nasse und mindestens 4 stuhlgefüllte Windeln pro Tag. Eine geringere Anzahl legt eine zu geringe Flüssigkeits- und Kalorienaufnahme nahe. Außerdem sollte sich die Farbe der Stühle nach dem dunklen Mekonium bei der Geburt über hellbraun bis gelb verändert haben. Auch das Gewicht gibt einen vernünftigen Anhaltspunkt ( Fütterungsprobleme). Eine Unterernährung muss auch dann vermutet werden, wenn Meilensteine der körperlichen Entwicklung nicht erreicht werden. Schließlich lässt fortwährende Unruhe noch vor der 6. Lebenswoche, wenn es auch unabhängig von Hunger und Durst zu Koliken kommt, eine zu geringe Nährstoffmenge vermuten.

Wenn das Kind weniger kräftig schreit oder der Hautturgor vermindert ist, sollte an eine Dehydratation gedacht werden; Lethargie und Schläfrigkeit sind fortgeschrittene Zeichen einer Dehydratation und sollten eine sofortige Kontrolle des Serumnatriumspiegels (Anm. d. Red.: mögliche Hypernaträmie) nach sich ziehen.

Stillkomplikationen bei der Mutter

Zu den häufigen mütterlichen Problemen zählen Bruststau, wunde Brustwarzen, verstopfte Milchkanäle, Mastitis und Angstgefühle.

Die Brustdrüsenschwellung, die in der Frühphase der Laktation auftritt und 24–48 h dauern kann, lässt sich durch frühes, häufiges Stillen minimieren. Ein bequemer Stillbüstenhalter, der 24 h pro Tag getragen wird, kann ebenso helfen wie kalte Kompressen nach dem Stillen und die Einnahme eines milden Analgetikums (z. B. Ibuprofen). Es kann erforderlich sein, dass die Mutter unmittelbar vor dem Stillen die Brust massiert, warme Kompressen auflegt und die Milch manuell ausdrückt, sodass das Kind die ganze geschwollene Areola in den Mund nehmen kann. Nach dem Stillen reduzieren kühle Kompressen die Schwellung und sorgen für weitere Erleichterung. Zu intensives Ausdrücken der Milch zwischen den Fütterungen kann zu Milchstau führen, daher sollte es nur so weit gemacht werden, bis das Unbehagen weniger geworden oder verschwunden ist.

Bei wunden Mamillen muss die Trinkposition des Säuglings überprüft werden; manche Kinder saugen an ihrer nach innen gestülpten Lippe, was zu einer Irritation der Mamillen führen kann. Die Mutter kann dann die Lippe des Kindes mit dem Daumen wieder herausstülpen. Nach den Fütterungen kann sie etwas Milch aus der Mamille ausdrücken und sie dort trocknen lassen. Nach dem Stillen verhindern kalte Kompressen eine Stauung und schaffen weitere Erleichterung.

Verstopfte Milchdrüsen manifestieren sich als leicht empfindliche Knoten in der Brust, wobei die Frauen darüber hinaus keine Krankheitssymptome haben. Kontinuierliches Stillen gewährleistet eine angemessene Leerung der Brust. Auch warme Kompressen und Massagen des betroffenen Bereiches vor dem Stillen können eine bessere Entleerung unterstützen. Da sich verschiedene Bereiche je nach Position des Kindes an der Brust unterschiedlich entleeren, kann es von Vorteil sein, die Stillposition zu variieren. Hilfreich ist außerdem ein guter Stillbüstenhalter, zumal normale Büstenhalter mit Stangen oder einengenden Trägern zu einer Verstärkung des Milchstaus im komprimierten Bereich führen können.

Die Mastitis ist häufig und wird als eine derbe warme keilförmige Schwellung im Bereich der Brust wahrgenommen. Sie wird durch Stauung (Kongestion), Stase, verstopfte oder verlegte Drüsengänge in einem umschriebenen Bereich der Brust verursacht; sekundär kann es zu einer Infektion kommen, dann zumeist mit einem penicillinresistenten Staphylococcus aureus und seltener mit Streptococcus sp. oder Escherichia coli. Bei einer Infektion können Fieber 38,5° C, Schüttelfrost und grippeähnliche Schmerzen auftreten. Die Diagnose einer Mastitis lässt sich aus Anamnese und Untersuchungsbefunden stellen. Die Zahl der Leukozyten (Leukozytose > 106/ml) und Kulturen von Muttermilch (Bakterienzahl > 103/ml) können helfen, eine infektiöse von einer nichtinfektiösen Mastitis zu unterscheiden. Wenn die Symptome nur schwach sind und < 24 h bestehen, kann ein konservatives Vorgehen (Leerung der Brust durch Stillen oder Pumpen, Kompressen, Analgetika, unterstützender Büstenhalter und Verminderung von Stress) ausreichen. Wenn sich die Symptomatik innerhalb von 12–24 h nicht bessert oder wenn die Frau krank ist, sollte ein Antibiotikum, das für gestillte Säuglinge sicher und gegen S. aureus effektiv wirksam ist (z. B. Dicloxacillin, Cloxacillin oder Cefalexin 500 mg 4-mal täglich p.o.) verabreicht werden. Die Dauer der Behandlung liegt bei 7 bis 14 Tagen. Ambulant erworbene Methicillin-resistente S. aureus sollten in Erwägung gezogen werden, wenn die Behandlung nicht umgehend anschlägt oder wenn ein Abszess vorliegt. Komplikationen eines zu späten Behandlungsbeginns sind wiederkehrende Infektionen und eine Abszedierung. Während der Behandlung kann weitergestillt werden.

Mütterliche Angstgefühle, Frustration und das Gefühl der Unzulänglichkeit können ihre Ursache in mangelnder Stillerfahrung, in mechanischen Problemen beim Halten und Anlegen des Kindes, in Müdigkeit und der Besorgnis, ob die Nahrungsmenge für das Kind ausreichend ist sowie in postpartalen physiologischen Veränderungen liegen. Diese Faktoren und Emotionen sind die häufigsten Gründe, warum Mütter abstillen. Frühe Kontrolltermine beim Kinderarzt oder die Beratung mit einem Stillspezialisten sind sinnvoll und effektiv, um ein frühes Abstillen zu verhindern.

Medikamente und Stillzeit

Die Einnahme von Medikamenten sollte von stillenden Müttern soweit wie möglich vermieden werden. Wenn medikamentöse Therapie erforderlich ist, sollte die Mutter kontraindizierte Medikamente und Medikamente, die das Stillen unterbinden, vermeiden (z. B. Bromocriptin, Levodopa, Trazodon). Die US National Library of Medicine unterhält eine umfangreiche Datenbank über Medikamente und Stillen, die bezüglich der Einnahme oder einer Exposition gegenüber bestimmten Medikamenten oder Klassen von Medikamenten konsultiert werden kann. Zu einigen gängigen Medikamente, die für stillende Mütter kontraindiziert sind siehe Tabelle: Einige Medikamente, die für stillende Mütter kontraindiziert sind.

Wenn medikamentöse Behandlung erforderlich ist, sollte die sicherste bekannte Alternative angewendet werden; wenn möglich, sollten die meisten Medikamente sofort nach dem Stillen oder vor dem längsten Zeitraum, in dem das Kind schläft, genommen werden. Diese Strategie ist jedoch wenig hilfreich bei Neugeborenen, die häufig und ausschließlich gestillt werden. Das Wissen über die Nebenwirkungen der meisten Medikamente stammt aus Fallberichten und kleineren Studien. Die Sicherheit einiger Medikamente (z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Cephalosporine, Insulin) wurde durch umfangreiche Untersuchungen nachgewiesen; andere Arzneimittel werden aber lediglich deshalb als sicher eingestuft, da es keine Berichte über Nebenwirkungen gibt. Medikamente, die schon lange eingesetzt werden, sind in der Regel sicherer als neuere Substanzen, für die es nur wenige Daten gibt.

Tabelle
icon

Einige Medikamente, die für stillende Mütter kontraindiziert sind

Medikamentenklasse

Beispiele

Allgemeine Bedenken und spezifische Wirkungen bei Säuglingen

Antikoagulanzien

Dicumarol

Warfarin

Kann vorsichtig gegeben werden, aber in sehr hohen Dosen kann es Blutungen hervorrufen (Heparin geht nicht in die Milch über)

Zytotoxische Medikamente

Cyclophosphamid

Cyclosporin

Doxorubicin

Methotrexat

Kann den zellulären Metabolismus eines gestillten Säuglings beeinträchtigen, was Immunsuppression und Neutropenie hervorrufen kann.

Nicht bekannt sind Auswirkungen auf das Wachstum und ein Zusammenhang mit Krebsentstehung.

Psychoaktive Arzneimittel

Anxiolytika, einschließlich Benzodiazepine (Alprazolam, Diazepam, Lorazepam Midazolam, Prazepam, Quazepam, Temazepam) und Perphenazine

Antidepressiva (Trizyklika, SSRIs, Bupropion)

Antipsychotika (Chlorpromazin, Chlorprothixen, Clozapin, Haloperidol, Mesoridazin Trifluoperazin)

Für die meisten Psychopharmaka gilt, dass die Auswirkungen auf Säuglinge unbekannt sind; da jedoch Medikamente und Metaboliten in der Muttermilch und im Plasma und im Gewebe des Säuglings nachweisbar sind, wird von einer möglichen Veränderung der kurzfristigen und langfristigen ZNS-Funktion ausgegangen.

Fluoxetin: wird assoziiert mit Koliken, Reizbarkeit, Störungen beim Stillen und Störungen beim Schlafen sowie langsamer Gewichtszunahme

Chlorpromazin: Möglich sind Schläfrigkeit, Lethargie und Entwicklungsverzögerung

Haloperidol: Entwicklungsverzögerungen

Einzelne Medikamente, die in der Muttermilch nachweisbar sind und ein theoretisches Risiko darstellen

Amiodaron

Mögliche Hypothyreose

Chloramphenicol

Mögliche idiosynkratische Knochenmarksuppression

Clofazimine

Möglichkeit der Übertragung eines hohen Prozentsatzes der mütterlichen Dosis

Mögliche Erhöhung der Pigmentierung der Haut

Corticosteroide

Bei einer hohen mütterlichen Dosis über Wochen oder Monate hinweg können hohe Konzentrationen in der Milch auftreten, die möglicherweise das Wachstum unterbinden und die endogene Kortikosteroid-Produktion des Säuglings hemmen.

Lamotrigin

Möglicher Einfluss auf die therapeutische Serum-Konzentrationen des Säuglings

Metoclopramid

Keine beschriebenen Nebenwirkungen

Metronidazol

Tinidazole

In vitro mutagens

Kann das Stillen über 12–24 Stunden unterbinden, um die Ausscheidung der Dosis zu ermöglichen, wenn einer Mutter eine einmalige Dosis von 2 g gegeben wurde

Sicher, wenn das Kind > 6 Monate alt ist

Sulfapyridine

Sulfisoxazol

Vorsicht ist angeraten, wenn Säuglinge Gelbsucht oder einen G6PD-Mangel haben oder krank sind, unruhig oder zu früh geboren wurden

Einzelne Medikamente, die in der Muttermilch nachweisbar sind deren Risiko dokumentiert ist

Acebutolol

Hypotonie, Bradykardie, Tachypnoe

Aminosalicylsäure

Diarrhoe

Atenolol

Zyanose, Bradykardie

Bromocriptin

Unterdrückt Laktation

Kann für die Mutter gefährlich sein

Aspirin (Salicylate)

Metabolische Azidose

Große mütterliche Dosen mit fortgesetzter Anwendung kann Plasmaspiegel hervorrufen, die das Risiko einer Hyperbilirubinämie (Salicylate für Albumin-Bindungsstellen konkurrieren) und Hämolyse nur bei 6PD-Mangel Säuglingen< 1 Monat

Clemastin

Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Nahrungsverweigerung, schrilles Schreien, Nackensteifigkeit

Ergotamine

Erbrechen, Durchfall, Krämpfe (bei Dosen, die bei Migräne üblich sind)

Estradiol

Rückgang der vaginalen Blutungen

Jodide

Jod

Struma

Lithium

1/3 zu 1/2 therapeutische Konzentration im Blut bei Säuglingen

Phenobarbital

Sedierung, infantile Spasmen nach dem Absetzen, Methämoglobinämie

Phenytoin

Methämoglobinämie

Primidon

Sedierung, Probleme bei der Nahrungsaufnahme

Sulfasalazine (salicylazosulfapyridine)

Blutiger Durchfall

Nitrofurantoin, Sulfapyridin, Sulfisoxazol

Hämolyse bei Säuglingen mit G6PD-Mangel, sicher bei anderen

Medikamentenmissbrauch*

Amphetamine

Reizbarkeit, schlechter Schlafrhythmus

Alkohol

Bei < 1 g/kg täglich verringert sich der Reflex zur Milchejektion

Bei großen Mengen Benommenheit, Schwitzen, tiefer Schlaf, Schwäche, Abnahme des linearen Wachstums, abnorme Gewichtszunahme beim Säugling

Kokain

Kokainvergiftung: Reizbarkeit, Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe

Heroin

Zittern, Unruhe, Erbrechen, Stillprobleme

Marihuana

Komponenten in der Muttermilch nachweisbar, aber Auswirkungen ungewiss

Phencyclidine

Halluzinogen

* Auswirkungen des Rauchens sind unklar; Nikotin ist in der Muttermilch nachweisbar, Rauchen verringert die Muttermilchproduktion und die Gewichtszunahme des Säuglings, aber es kann das Auftreten von Atemwegserkrankungen verringern.

Adaptiert aus: Committee on Drugs of the American Pediatric Association: The transfer of drugs and other chemicals into human milk. Pediatrics 108(3):776–789, 2001.

Abstillen

Abgestillt wird, wenn die Mutter und das Kind in gegenseitigem Einvernehmen den Wunsch dazu haben, vorzugsweise jedoch nicht, bis das Kind mindestens 12 Monate alt ist. Im Allgemeinen erfolgt das Abstillen allmählich über Wochen und Monate während der Zeit, in der feste Nahrung eingeführt wird. Manche Mütter und Kinder beenden das Stillen abrupt, ohne dass Probleme auftreten, wieder andere stillen ein- oder zweimal täglich über 18–24 Monate oder noch länger. Es gibt keinen allgemeingültigen „richtigen“ Zeitplan.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Pränatale Herzzirkulation
Video
Pränatale Herzzirkulation
Das Herz und Kreislaufsystem eines Fötus entsteht schon bald nach der Empfängnis. Am Ende...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Mukoviszidose: Defekter Chloridtransport
3D-Modell
Mukoviszidose: Defekter Chloridtransport

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN