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Neugeborenen-Hyponatriämie

Von

Alan Lantzy

, MD, West Penn Hospital, Pittsburgh

Inhalt zuletzt geändert Aug 2015
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Quellen zum Thema

(Hyponatriämie bei Erwachsenen wird an anderer Stelle behandelt).

Eine Hyponaträmie liegt bei einer Serumnatriumkonzentration von < 135 mEq/l vor. Eine ausgeprägte Hyponaträmie kann Krampfanfälle oder einen Bewusstseinsverlust hervorrufen. Die Behandlung besteht in einem vorsichtigen Natriumaustausch mit i.v. 0,9% iger Kochsalzlösung, in seltenen Fällen ist eine 3% ige Kochsalzlösung erforderlich, insbesondere wenn Anfälle auftreten.

Ätiologie

Die häufigste Ursache der Neugeborenen-Hyponaträmie ist die hypovolämische Dehydratation durch Erbrechen, Diarrhö oder beidem, wenn große gastrointestinale Verluste durch Flüssigkeiten mit geringem oder keinem Natriumgehalt ersetzt werden (z. B. einige Säfte).

Eine seltenere Ursache ist die euvolämische Dehydratation durch eine inadäquate ADH-Sekretion und dadurch bedingte Wasserretention. Mögliche Ursachen einer inadäquaten Wasserretention sind ZNS-Tumoren und -Infektionen. Zudem kann eine zu starke Verdünnung von Säuglingsnahrungen zu einer Wasserintoxikation führen.

Schließlich ist eine hypervolämische Hyponaträmie mit Wasser- und ausgeprägter Natriumretention im Rahmen einer Herz- oder Niereninsuffizienz zu beobachten.

Symptome

Typische Symptome der Hyponaträmie bei Neugeborenen sind Übelkeit, Erbrechen, Apathie, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Hypothermie und Bewusstseinsverlust; auch kann es zu Muskelkrämpfen und Schwäche kommen. Säuglinge mit einer hyponaträmischen Dehydratation können sehr krank wirken, da die Hyponaträmie eine unproportionale Verminderung des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens bewirkt. Die Symptomatik hängt von der Dauer und vom Ausmaß der Hyponaträmie ab.

Diagnose

  • Serumnatriumkonzentration

Aufgrund der Symptomatik kann die Diagnose einer Hyponaträmie bei Neugeborenen vermutet und durch die Bestimmung der Serumnatriumkonzentration bestätigt werden. Im Rahmen einer Dehydratation kann es auch zu einem Anstieg der Harnstoffkonzentration kommen.

Behandlung

  • 5% D/W/0,45% bis 0,9% iger Kochsalzlösung i.v.

  • Selten hypertone (3%ige) Kochsalzlösung i.v.

Die Therapie einer neonatalen Hyponatriämie erfolgt durch Infusion einer 5%igen Dextrose- mit einer 0,45–0,9%igen Kochsalzlösung; die Infusionsmenge richtet sich nach dem berechneten Volumenmangel. Um zu rasche Volumenverschiebungen im Gehirn zu vermeiden, sollte die Infusionsrate über mehrere Tage so gewählt werden, dass die Natriumkonzentration um nicht mehr als 10–12 mEq/Tag korrigiert wird. Neugeborene mit einer hypovolämischen Hyponaträmie benötigen eine Volumentherapie mit einer salzhaltigen Infusionslösung, um das Natriumdefizit auszugleichen (10–12 mEq/kg des Körpergewichts oder sogar 15 mEq/kg bei jungen Neugeborenen mit schwerer Hyponaträmie), und zusätzlich den Grundbedarf für Natrium (3 mEq/kg in 5%iger D/W-Lösung). Neugeborenen mit einer symptomatischen Hyponaträmie (z. B. mit Lethargie, Verwirrung) müssen notfallmäßig mit 3%iger Salzlösung i.v. behandelt werden, um Krampfanfälle oder ein Koma zu verhindern

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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