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Morbus Scheuermann

(Scheuermann-Krankheit)

Von

Frank Pessler

, MD, PhD, Hannover, Germany

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Der Morbus Scheuermann ist eine Osteochondrose, die lokalisierte Veränderungen in den Wirbelkörpern verursacht, was zu Rückenschmerzen und Kyphose führt.

Der Morbus Scheuermann manifestiert sich in der Adoleszenz, wobei Jungen häufiger betroffen sind. Er repräsentiert wahrscheinlich eine Gruppe von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, deren Ätiologie und Pathogenese aber nicht bekannt sind. Die Ursache kann eine Osteochondrose der oberen und unteren Knorpelplatten eines Wirbels oder ein Trauma sein. Manche Fälle sind familiär bedingt.

Die meisten Patienten stellen sich mit einem Rundrücken und möglicherweise persistierenden lumbalen Rückenschmerzen vor. Manche ähneln einem Marfan-Syndrom, die Rumpf- und Gliedmaßenlängen sind nicht proportioniert. Die normale Brustkyphose ist diffus oder an einer Stelle verstärkt.

Diagnose

  • Röntgenaufnahme

Einige Fälle werden bei Routineuntersuchungen (Jugendschutzuntersuchung, Vorsorgeuntersuchungen) entdeckt. Eine laterale Röntgenaufnahme der Wirbelsäule bestätigt die Diagnose von Morbus Scheuermann und zeigt gewöhnlich in der unteren thorakalen und oberen lumbalen Gegend eine anteriore Keilbildung ≥ 5° von 3 oder mehr konsekutiven Wirbelkörpern. Später werden die Deckplatten unregelmäßig und sklerotisch. Die Wirbelsäulenfehlstellung zeigt vorwiegend eine Kyphose, aber bisweilen sind skoliotische Anteile vorhanden. Bei atypischen Verläufen müssen eine generalisierte Skelettdysplasie mittels Röntgenuntersuchung und, wenn ein klinischer Anhaltspunkt besteht, eine Spinaltuberkulose mittels Magnetresonanztomographie oder Computertomographie ausgeschlossen werden.

Behandlung

  • Reduzierung von schwerem Tragen und von anstrengenden Tätigkeiten

  • Selten spinale Klammer oder Operation

Der Verlauf ist mild, aber lange und dauert oft einige Jahre (obwohl die Dauer stark variiert). Eine unbedeutende Wirbelsäulenfehlstellung bleibt oft übrig, nachdem die Krankheit zum Stillstand gekommen ist.

Leichte, nicht progrediente Verläufe können durch Reduktion stresserzeugenden Gewichts und durch die Vermeidung anstrengender Aktivitäten behandelt werden. Falls die Kyphose ausgeprägter ist, sind bisweilen ein Stützkorsett oder Ruhe und Schlafen auf einem harten Bett indiziert. Bei progredienten Verläufen sind in seltenen Fällen eine operative Stabilisierung und Korrektur der Wirbelsäulenfehlstellung erforderlich.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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