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Idiopathische Skoliose

Von

Frank Pessler

, MD, PhD,

  • Hannover Medical School
  • Hannover, Germany

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Quellen zum Thema

Als idiopathische Skoliose bezeichnet man eine laterale Krümmung der Wirbelsäule.

Idiopathische Skoliose ist die häufigste Form der Skoliose und kommt bei 2–4% der Kinder im Alter von 10–16 Jahren vor. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen, jedoch ist es 10-mal wahrscheinlicher, dass sie bei Mädchen voranschreitet und eine Behandlung erfordert.

Genetische Faktoren tragen etwa ein Drittel zum Krankheitsrisiko bei. Mutationen in den CHD7- und MATN1- Genen sind in einigen Fällen beteiligt.

Symptome und Beschwerden

Eine Skoliose kann vermutet werden, wenn eine Schulter höher als die andere steht oder wenn Kleider nicht gerade herunterhängen. Oft wird sie jedoch bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Weitere Befunde beziehen offensichtliche Beinlängendifferenzen und Asymmetrien des Brustkorbs ein. Die Patienten berichten von einer Ermüdung des unteren Rückens nach längerem Sitzen oder Stehen. Muskuläre Rückenschmerzen (z. B. im Lumbosakralwinkel) können bei Überanstrengung folgen.

Diagnose

  • Röntgenaufnahme der Wirbelsäule

Die Krümmung sieht man am besten, wenn sich die Patienten nach vorne beugen. Meistens ist die Krümmung konvex nach rechts in der thorakalen Gegend und nach links in der lumbalen Gegend, sodass die rechte Schulter höher steht als die linke. Es sollten anteroposteriore und laterale Röntgenbilder der Wirbelsäule angefertigt werden.

Je größer die Krümmung ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich nach Beendigung des Skelettwachstums vergrößern wird. Krümmungen > 10% werden als signifikant eingestuft. Die Prognose hängt von der Seite, der Schwere, dem Alter und dem Beginn der Symptome ab. Eine Intervention ist bei weniger als 10% der Patienten notwendig.

Behandlung

  • Eine physikalische Therapie ist unverzichtbar

  • Manchmal operativer Eingriff

Eine rasche Überweisung zu einem Orthopäden ist dann angezeigt, wenn die Progression oder die Kurve signifikant ist. Die Wahrscheinlichkeit des Fortschreitens ist in der Pubertät am größten. Mäßige Krümmungen (20–40°) werden konservativ behandelt (z. B. mit Physiotherapie oder Stützhilfen), um eine weitere Deformierung zu verhindern.

Schwere Krümmungen (> 40°) werden oft chirurgisch behandelt (z. B. Spinalfusionen oder Stabimplantation).

Die Skoliose und ihre Behandlung beeinträchtigen oftmals das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung der Heranwachsenden. Eventuell ist eine Psychotherapie notwendig.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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