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Orale Rehydratation

Von

Michael F. Cellucci

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Aug 2017
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Eine orale Flüssigkeitstherapie ist im Vergleich zur Infusionstherapie effektiv, sicher, praktisch und kostengünstig. Die orale Flüssigkeitstherapie wird von der American Adademy of Pediatrics und der WHO empfohlen und sollte bei Kindern mit leichter oder mittelschwerer Dehydratation angewendet werden, wenn sie die orale Flüssigkeitsgabe tolerieren und sich diese nicht durch massives Erbrechen oder andere zugrunde liegende Ursachen verbietet (z. B. chirurgisches Abdomen, intestinale Obstruktion).

(Siehe auch Dehydration bei Kindern.)

Lösungen

Die orale Rehydratationslösung sollte Folgendes enthalten

  • Komplexes Kohlenhydrat oder 2% Glukose

  • 50 bis 90 mÄq/l Natrium

Sportgetränke, Sodawasser, Saft und ähnliche Getränke erfüllen diese Kriterien nicht und sollten daher nicht verwendet werden. Sie enthalten entweder zu wenig Natrium oder zu viele Kohlenhydrate, um die Vorteile des Natrium-Glukose-Kotransports nutzen zu können. Der osmotische Effekt des übermäßigen Konsums von Kohlenhydraten kann zu weiteren Flüssigkeitsverlusten führen. Der Kotransport von Natrium-Glukose im Darm wird mit einem Natrium-Glukose-Verhältnis von 1:1 verbessert.

Orale Rehydratationslösung wird von der WHO empfohlen und ist in den USA ohne Rezept erhältlich. Die meisten werden als Pulver angeboten und werden mit Wasser gemischt. Ein ORS-Paket wird in 1 l Wasser gelöst, um eine Lösung zu erhalten, die Folgendes enthält (in mmol/l):

  • Standard WHO ORS: Natrium 90, Kalium 20, Chlorid 80, Citrat 10 und Glukose 111

  • WHO reduzierte Osmolarität ORS: Natrium 75, Kalium 20, Chlorid 65, Citrat 10 und Glukose 75

Diese Lösung kann auch von Hand hergestellt werden, indem man 3,5 g Tafelsalz, 2,9 g Trinatriumcitrat (oder 2,5 g Natriumbicarbonat), 1,5 g Kaliumchlorid und 20 g Glukose in 1 l Wasser auflöst.

ORS ist unabhängig von Alter, Ursache oder Art der Elektrolytstörung (Hyponaträmie, Hypernaträmie oder Isonaträmie) bei Dehydratation immer wirksam, solange eine adäquate Nierenausscheidung gewährleistet ist.

Vorgemischte Rehydratationslösungen werden in vielen Apotheken und Drogerien in den USA angeboten. Diese Lösungen sind wirksam, obwohl sie ein Natrium-Glukose-Verhältnis von etwa 1:3 haben (45 mEq/l Natrium bis 140 mEq/l Glukose).

Verabreichung

Generell werden bei leichter Dehydratation 50 ml/kg über 4 h und bei mittelschwerer Dehydratation 100 ml/kg verabreicht. Nach jedem flüssigen Stuhl werden weitere 10 ml/kg (bis zu 240 ml) zusätzlich gegeben. Nach 4 h wird der Patient erneut beurteilt. Falls die Zeichen einer Dehydratation weiterbestehen, wird erneut dieselbe Flüssigkeitsmenge gegeben. Patienten mit Cholera benötigen mitunter viele Liter Flüssigkeit pro Tag.

Erbrechen sollte in der Regel nicht davon abhalten, orale Rehydratation vorzuziehen (es sei denn bei Darmverschluss oder anderer Kontraindikation), weil Erbrechen typischerweise im Laufe der Zeit nachlässt. Begonnen werden sollte mit kleinen, häufigen Gaben (5 ml alle 5 min), die je nach Verträglichkeit langsam gesteigert werden. Die berechnete erforderliche Menge über einen 4-h-Zeitraum kann in 4 einzelne Portionen aufgeteilt werden. Diese 4 Portionen können dann in weitere 12 kleine Portionen aufgeteilt werden und alle 5 min im Verlauf von einer Stunde mit einer Spritze, wenn nötig, verabreicht werden.

Bei Kindern mit Durchfall lösen orale Einnahmen oft durchfallartigen Stuhl aus, weswegen die gleiche Menge in geringeren Portionen verabreicht werden sollte.

Wenn das Flüssigkeitsdefizit ersetzt worden ist, sollte mit einem Getränk fortgefahren werden, das weniger Natrium enthält. Kinder sollten, sobald sie rehydriert sind und nicht erbrechen, eine dem Alter entsprechende Kost erhalten. Säuglinge können wieder gestillt werden oder Babynahrung erhalten.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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