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Thoracic-outlet-Syndrome (Engpass-Syndrome der oberen Thoraxapertur, TOS)

Von

Michael Rubin

, MDCM, New York Presbyterian Hospital-Cornell Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Thoracic-outlet-Syndrome bezeichnen eine Gruppe von schlecht definierten Störungen, die durch Schmerz und Parästhesien in einer Hand, im Nacken, einer Schulter oder einem Arm charakterisiert sind. Sie scheinen eine Kompression des Plexus brachialis (und vielleicht auch der subklavikulären Gefäße) zu beinhalten, da diese Strukturen die Thoraxapertur durchqueren. Diagnostische Methoden sind nicht etabliert. Die Behandlung umfasst physikalische Therapie, Analgetika, und, in schweren Fällen, chirurgische Maßnahmen.

Die Pathogenese ist oft unklar, schließt aber manchmal eine Kompression des unteren Stamms des Plexus brachialis (und vielleicht der subklavikulären Gefäße) ein, da diese Strukturen die Thoraxapertur unterhalb der Mm. scaleni und oberhalb der 1. Rippe durchqueren, bevor sie in die Axilla eintreten; jedoch ist diese Beteiligung unklar. Die Kompression kann verursacht sein durch

  • Eine Halsrippe

  • Eine abnormale 1. Brustrippe

  • Abnorme Insertion oder Position der ungleichseitigen Musculi scaleni

  • Eine schlecht verheilte Klavikulafraktur

Thoracic-outlet-Syndrome sind bei Frauen häufiger und entwickeln sich meist zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr.

Symptome und Beschwerden

Schmerzen und Parästhesien beginnen meist im Nacken oder der Schulter und breiten sich in den medialen Bereich des Arms und der Hand und manchmal bis in den angrenzenden seitlichen Thoraxbereich aus. Viele Patienten haben leichte bis mäßige sensorische Störungen im Innervationsgebiet der Wurzeln C8–T1 auf der schmerzenden Seite; wenige weisen deutliche vegetative Gefäßveränderungen in der Hand (z. B. Zyanose, Schwellung) auf. Bei noch weniger Patienten ist die ganze betroffene Hand paretisch.

Zu den seltenen Komplikationen gehören das Raynaud-Syndrom, das auf den betroffenen Arm lokalisiert ist, und die distale Gangrän.

Diagnose

  • Klinische Beurteilung

  • Elektrodiagnostische Testung und üblicherweise MRT von Plexus brachialis und/oder Halswirbelsäule

Die Diagnose des Thoracic-outletcompression- syndrome wird aufgrund der Verbreitung der Symptome vermutet. Verschiedene Manöver werden empfohlen, um die Kompression der Gefäßstrukturen aufzuzeigen (z. B. durch Dehnung des Plexus brachialis), jedoch sind Sensitivität und Spezifität gering. Geräusche bei der Auskultation im Bereich der Klavikula oder des Apex der Axilla oder der Befund einer Halsrippe im Röntgenbild können diagnostische Hinweise liefern.

Wenn auch eine Angiographie ein Kinking oder eine teilweise Obstruktion von Arterien oder Venen in der Axilla nachweisen kann, ist kein Untersuchungsergebnis als unumstrittener Beweis für das Vorliegen der Krankheit anzusehen.

Eine elektrodiagnostische Testung muss bei allen Patienten mit hinweisenden Symptomen gewährleistet sein, und es ist eine MRT des Plexus brachialis und/oder der Halswirbelsäule erforderlich.

Behandlung

  • Physikalische Therapie und Analgetika

  • In schweren Fällen: chirurgische Maßnahmen

Die meisten Patienten ohne objektive neurologische Defizite sprechen auf physikalische Therapie, nichtsteroidale Antirheumatika und niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva an.

Wenn eine Kompression durch eine Halsrippe oder eine A. subclavia nachgewiesen ist, sollte ein erfahrener Spezialist entscheiden, ob ein operativer Eingriff notwendig ist. Mit wenigen Ausnahmen sollte eine chirurgische Intervention den Patienten vorbehalten sein, die signifikante oder progressive neurovaskuläre Defizite haben und die nicht auf eine konservative Behandlung ansprechen.

Wichtige Punkte

  • Ziehen Sie thorakale Auslass-Syndrome in Erwägung bei Patienten mit unerklärten Schmerzen und Parästhesien, die im Nacken oder der Schulter beginnen und sich auf den medialen Arm ausbreiten.

  • Führen Sie eine elektrodiagnostische Testung und in der Regel ein MRT des Plexus brachialis und/oder der Halswirbelsäule durch.

  • Behandeln Sie die meisten Patienten mit Analgetika und physikalischer Therapie.

  • Ziehen Sie einen operativen Eingriff in Betracht, wenn die Patienten eine Kompression durch eine Halsrippe oder eine A. subclavia und neurovaskuläre Defizite aufweisen, die trotz konservativer Behandlung fortschreiten.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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