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Meningeome

Von

Steven A. Goldman

, MD, PhD, University of Rochester Medical Center;


Nimish A. Mohile

, MD, University of Rochester Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Meningeome sind gutartige Tumoren der Meningen, die benachbartes Hirngewebe komprimieren können. Die Symptome hängen von der Tumorlokalisation ab. Die Diagnose wird anhand einer MRT mit Kontrastmittelgabe gestellt. Es kann mit chirurgischer Exzision, stereotaktischer Radiochirurgie und manchmal mit einer Strahlentherapie behandelt werden.

Meningeome, v. a. mit einem Durchmesser < 2 cm, sind mit die häufigsten intrakraniellen Tumoren. Meningeome sind die einzigen Hirntumoren, die bei Frauen häufiger vorkommen. Diese Tumoren treten bevorzugt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, können jedoch auch schon in der Kindheit entstehen.

Diese gutartigen Tumoren können sich überall entwickeln, wo es Duragewebe gibt, am häufigsten über den Konvexitäten in der Nähe der venösen Sinus, entlang der Schädelbasis und in der hinteren Schädelgrube und selten innerhalb der Ventrikel. Es können sich multiple Meningeome ausbilden. Meningeome komprimieren das Hirngewebe, jedoch sie sind nicht invasiv. Sie können in angrenzende Knochen einwachsen und diese zerstören.

Es gibt viele histologische Formen; alle haben einen ähnlichen klinischen Verlauf, und wenige können maligne entarten.

Symptome und Beschwerden

Die Symptomatik von Meningiomen hängt davon ab, welcher Teil des Gehirns komprimiert wird, und daher von der Lokalisation des Tumors (siehe Tabelle: Symptome der Meningeome nach Lokalisation). Mittellinientumoren können bei älteren Patienten eine Demenz mit wenigen anderen fokalen neurologischen Defiziten verursachen.

Tabelle
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Symptome der Meningeome nach Lokalisation

Ort

Befunde

Schädelbasis

Visusverlust

Okulomotorische Lähmungen

Exophthalmus

Zerebrale Konvexitäten

Fokale Krampfanfälle

Kognitive Defizite

Im Verlauf Zeichen eines erhöhten intrakraniellen Drucks

Clivus und apikales Felsenbein

Gangstörungen

Ataxie der Extremitäten

Defizite mit Bezug auf den V., VII. und VIII. Hirnnerven

Foramen magnum

Ipsilateraler subokzipitaler Schmerz

Lähmung, die im ipsilateralen Arm beginnt und bis zum ipsilateralen Bein fortschreitet und dann auf Bein und Arm der Gegenseite übergreift

Manchmal Lhermitte-Zeichen

Hirnnervenparesen (z. B. Dysphagie, Dysarthrie, Nystagmus, Diplopie, Hypästhesie im Gesicht)

Riechspalte

Anosmie

Manchmal Papillenödem und Sehverlust

Parasagittal oder Falx

Spastische Lähmungen oder sensible Ausfälle, in der Regel mit Beginn im kontralateralen Bein, aber gelegentlich auch beidseitig

Kognitive Defizite

Posteriore tentorielle Fossatumoren, die sich nach superior oder inferior ausdehnen

Hydrozephalus

Keilbeinflügel:

  • Medial (Einwachsen in den Sinus cavernosus)

Okulomotorische Lähmungen

Taubheitsgefühl im Gesicht

  • Mitte (Einwachsen nach vorne in die Orbita)

Visusverlust

Exophthalmus

  • Lateral (in Form einer kugelförmigen Raumforderung oder eines Meningeoms en plaque*)

Krampfanfälle

Kopfschmerz

Tuberculum sellae

Visusverlust

Knochenveränderungen, manchmal sichtbar durch bildgebende Verfahren

* Meningeom en plaque schließt eine Streuung in die Dura, mit Verdickung der Dura und Invasion in angrenzende Knochen ein; der Tumor kann das Schläfenbein infiltirieren.

Diagnose

  • MRT

Die Diagnosestellung von Meningiomen erfolgt ähnlich wie bei anderen Hirntumoren, meist anhand einer MRT mit paramagnetischem Kontrastmittel. Knöcherne Anomalien (z. B. Hirnatrophie, Hyperostose um die zerebralen Konvexitäten, Veränderungen im Tuberculum sellae) können Zufallsbefunde einer CT oder einer normalen Röntgenuntersuchung sein.

Behandlung

  • Bei symptomatischen oder sich vergrößernden Meningeomen: chirurgische Exzision oder Strahlentherapie

Bei kleinen asymptomatischen Meningeomen, insbesondere bei älteren Erwachsenen, reicht ein Monitoring mit serieller neuroradiologischer Bildgebung aus.

Symptomatische oder sich vergrößernde Meningeome sollten möglichst chirurgisch entfernt werden. In den folgenden Fällen kann eine Operation mehr Schaden verursachen als der Tumor und wird daher zurückgestellt:

  • Die Meningeome sind groß.

  • Sie greifen in Blutgefäße (meist umgebende Venen) ein.

  • Sie befinden sich in der Nähe von kritischen Gehirnbereichen (z. B. Hirnstamm).

Stereotaktische Radiochirurgie wird bei chirurgisch unzugänglichen Meningeomen und wahlweise bei anderen Meningeomen eingesetzt. Sie kann auch genutzt werden, wenn Tumorgewebe nach einer chirurgischen Exzision zurückbleibt oder wenn die Patienten älter sind.

Wenn eine stereotaktische Radiochirurgie nicht möglich ist oder wenn ein Meningeom rezidiviert, kann eine Strahlentherapie von Nutzen sein.

Wichtige Punkte

  • Meningeome sind Tumoren der Hirnhäute, die in der Regel, aber nicht immer, gutartig sind.

  • Sie treten typischerweise im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf und sind bei Frauen häufiger.

  • Die Symptome variieren stark in Abhängigkeit von der Lage des Tumors.

  • Entfernen Sie symptomatische oder sich vergrößernde Tumoren; nutzen Sie eine stereotaktischer Radiochirurgie, wenn Tumorgewebe nach der Exzision verbleibt oder der Tumor nicht vollständig herausoperiert werden kann.

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