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Amöbenkeratitis

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Eine Amöbenkeratitis ist eine korneale Infektion durch Acanthamoeba-Spezies, die meist bei Kontaktlinsenträgern vorkommt.

Verschiedene Acanthamoeba-Spezies können bei normalen Wirten eine chronische und progressiv destruktive Keratitis hervorrufen. Der hauptsächliche Risikofaktor (85% der Fälle) ist das Tragen von Kontaktlinsen, insbesondere wenn die Linsen beim Schwimmen getragen werden oder wenn eine unsterile Linsenreinigungsflüssigkeit verwendet wird. Manche Infektionen kommen nach einer Korneaabrasion vor.

Acanthamoeba sind weltweit in Wasser, Boden und Staub vorhanden. Der Lebenszyklus von Acanthamoeba umfasst nur 2 Stufen: Zysten und Trophozoiten (die infektiöse Form). Die Trophozoiten bilden doppelwandige Zysten, die gegen Ausrottung resistent sind. Beide Formen können durch verschiedene Mittel (z. B. Augen, Nasenschleimhäute, gebrochene Haut) in den Körper gelangen. Wann Acanthamoeba ins Auge treten, können sie schwere Keratitis verursachen. Bei infizierten Patienten können Zysten und Trophozoiten in Geweben gefunden werden.

Symptome und Beschwerden

Läsionen bei Patienten mit Amöben-Keratitis sind typischerweise sehr schmerzhaft und erzeugen ein Fremdkörpergefühl. Initial erscheinen die Läsionen dendriform und erinnern an eine Herpes-simplex-Keratitis. Später kommt es zu ungleichmäßigen stromalen Infiltraten und manchmal zu einer charakteristischen ringförmigen Läsion. Eine Uveitis anterior besteht in der Regel ebenfalls. Es kommt zu einer Visusbeeinträchtigung.

Diagnose

  • Untersuchung und Kultur von Hornhautabplatzungen

Die Konsultation mit einem Augenarzt ist wichtig für die Diagnose und Behandlung der amöbischen Keratitis.

Die Diagnose von Amöben-Keratitis wird durch Giemsa- oder Trichrom-gefärbte Kornealgeschabsel sowie durch Kultur auf Spezialmedien bestätigt. Bei differenzialdiagnostischem Verdacht auf Herpes wird eine Viruskultur durchgeführt.

Therapie

  • Débridement der Hornhaut

  • Topisches Chlorhexidin, Polyhexamethylenbiguanid oder beides

  • In schweren Fällen, systemisches Itraconazol.

Eine frühe, oberflächliche Amöben-Keratitis spricht besser auf die Behandlung an. Das größte therapeutische Problem scheinen die enzystierten Formen innerhalb des Lebenszyklus darzustellen.

Epitheliale Läsionen werden débridiert und eine intensive medikamentöse Therapie durchgeführt. Die erste Wahl ist

  • Topisches Chlorhexidin 0,02%

  • Topisches Polyhexamethylenbiguanid 0,02%

  • Beide Medikamente

  • Manchmal systemisches Itraconazol

Während der ersten 3 Tage werden alle 1 bis 2 Stunden Medikamente verabreicht. Andere topische Arzneimittel, die als Zusatztherapie verwendet werden, umfassen Propamidin (0,1%) und Hexamidin (0,1%).

Die systemische Behandlung mit Itraconazol wurde in Verbindung mit einer topischen Therapie eingesetzt, insbesondere bei Patienten mit anteriorer Uveitis oder Beteiligung der Sklera.

Durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung wurde eine therapeutische Keratoplastik in den meisten Fällen unnötig, Keratoplastik bleibt jedoch eine therapeutische Option, wenn eine medikamentöse Therapie versagt. Während des 1. Monats ist eine intensive Therapie erforderlich. Je nach klinischem Ansprechen wird diese ausgeschlichen, wird aber oft über 6–12 Monate fortgeführt. Bei einem vorzeitigen Therapieabbruch kommt es häufig zu Rezidiven.

Vorbeugung

Um einer Amöbenkeratitis vorzubeugen, sollte die Kontaktlinsenlösung sauber gehalten werden. Nicht sterile, selbsthergestellte Kontaktlinsenlösungen sollten nicht verwendet werden. Das Tragen von Kontaktlinsen beim Schwimmen oder Duschen sollten vermieden werden.

Wichtige Punkte

  • Verschiedene Acanthamoeba-Spezies können bei ansonsten gesunden Wirten, hauptsächlich bei Kontaktlinsenträgern, eine chronische und fortschreitend destruktive Keratitis verursachen.

  • Sprechen Sie mit einem Augenarzt über das Management.

  • Diagnose durch Untersuchung von Giemsa- oder trichromgefärbten Hornhautabstrichen und durch Kultivierung der Probe mit speziellen Medien.

  • Eine Herpes-simplex-Keratitis kann ähnliche Läsionen verursachen. Wenn dies eine mögliche Diagnose zu sein scheint, machen Sie virale Kultur.

  • Debridieren Sie Hornhautläsionen und behandeln Sie diese mit topischem Chlorhexi.

  • Erwägen Sie bei schweren Infektionen eine Behandlung mit systemischem Itraconazol.

Weitere Informationen

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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