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Übersicht von Clostridieninfektionen

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Vazquez-Pertejo

, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Clostridien sind sporenbildende, gram-positive, anaerobe Bazillen, die in Staub, Boden und Vegetation sowie als normale Flora im Magen-Darm-Trakt von Säugetieren weit verbreitet sind. Pathogene Spezies produzieren gewebezerstörende und Neuroexotoxine, die für die Manifestationen der Krankheit verantwortlich sind.

Fast 100 Clostridium-Spezies konnten identifiziert werden, aber nur 25–30 führen häufig zu einer Krankheit bei Tier und Mensch.

Pathophysiologie

Pathogene Arten bilden gewebezerstörende und Neuroexotoxine, die für die Manifestationen der Krankheit verantwortlich sind. Clostridien können bei niedriger Sauerstoff-Spannung und niedrigem pH pathogen werden. Ein solch anaerobes Milieu kann sich in ischämischem oder devitalisiertem Gewebe entwickeln, wie es z. B. bei einer primären arteriellen Insuffizienz vorkommt sowie nach schweren penetrierenden oder stumpfen Traumata. Je tiefer und schwerer die Wunde ist, desto anfälliger ist der Patient für eine Clostridieninfektion, insbesondere wenn eine ggf. auch nur minimale Kontamination der Wunde mit Fremdmaterial vorliegt.

Eine Clostridieninfektion kann auch nach Injektion von Straßendrogen auftreten.

Nach dem Verzehr von hausgemachten Konserven kann es durch von Clostridien gebildete Toxine zu einer schweren nichtinfektiösen Krankheit kommen.

Von Clostridien hervorgerufene Krankheiten

Erkrankungen, die durch Clostridien verursacht werden, (siehe Tabelle: Bestimmte Gesundheitszustände, die mit Clostridieninfektionen assoziert sind) umfassen

Tabelle
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Bestimmte Gesundheitszustände, die mit Clostridieninfektionen assoziert sind

Zustand

Agenten

Toxin

Weichteilinfektion

Zellulitis mit Krepitationen, Myositis, clostridielle Myonekrose, Hämolyse

C. perfringens, andere

Alpha-Toxin (Phospholipase C), Theta-Toxin, andere

Gasbrand, Gewebenekrose, Hämolyse

C. septicum

Alpha-Toxin, beta-Toxin, Hyaluronidase Gamma-Toxin, septicolysin Delta-Toxin

Darmerkrankungen

C. perfringens type A

Enterotoxin

Clostridiale nekrotisierende Enteritis (Enteritis necroticans; pigbel)

C. perfringens type C

Beta-Toxin

Clostridioides (früher Clostridium) difficile

Toxin A oder B oder C. difficile binäres Toxin (CDT)

C. septicum, andere

Unbekannt, möglicherweise Beta-Toxin

C. septicum

Bauchinfektionen: Cholezystitis, PeritonitisBlinddarmdurchbruch, Darmperforation

C. perfringens, C. ramosum, viele andere

Beta-Toxin*

Neurologische Syndrome

C. tetani

Tetanospasmin

C. botulinum

Botulinisches Toxine A-H

* Beta-Toxin wird durch C. perfringens type C produziert, aber die meisten dieser Infektionen werden durch C. perfringens type A verursacht, das kein Beta-Toxin produzieren.

Die häufigste Clostridieninfektion ist eine leichtere, selbstlimitierende Gastroenteritis, die meist durch C. perfringens Typ A ausgelöst wird. Schwere Clostridienerkrankungen kommen relativ selten vor, können jedoch tödlich verlaufen.

Abdominelle Krankheiten, wie z. B. Cholezystitis, Peritonitis, perforierter Appendix und Darmperforation, können mit einer Beteiligung von C. perfringens, C. ramosum, und vielen anderen einhergehen.

C. perfringens kann eine Muskelnekrose und Weichteilinfektion auslösen, die durch eine Zellulitis mit Krepitationen, Myositis und clostridielle Myonekrose charakterisiert ist.

Haut- und Gewebenekrose können durch Bloodborne C. septicum des Dickdarms verursacht werden.

Clostridien treten auch als Bestandteil einer Mischflora bei häufig leichten Wundinfektionen in Erscheinung; ihre ätiologische Rolle bei solchen Infektionen ist unklar.

Die Zahl nosokomial erworbener Clostridieninfektionen steigt an, insbesondere bei postoperativen und immunkompromittierten Patienten. Eine schwere Clostridiensepsis kann eine intestinale Perforation und Obstruktion verkomplizieren.

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