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Fünftagefieber

(Wolhynisches-Fieber, Schienbein-Fieber, Quintanafieber)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Perez

, MD, Wellington Regional Medical Center, West Palm Beach

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Das Fünftagefieber ist eine durch gram-negative Bakterien Bartonella quintana hervorgerufene und durch Läuse übertragene Krankheit, die ursprünglich bei Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs beobachtet wurde. Es handelt sich um eine akute, rekurrierende fieberhafte Krankheit, die gelegentlich mit einem Exanthem einhergeht. Die Diagnose wird durch eine Blutkultur gestellt. Zur Behandlung eignen sich Makrolide oder Doxyzyklin.

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir dieser Bartonella-Infektion. B. quintana wird auf den Menschen übertragen, indem Kot infizierter Läuse in die erodierte Haut oder Konjunktiven eingerieben wird.

Fünftagefieber tritt in Mexiko, Tunesien, Eritrea, Polen und den GUS-Staaten endemisch auf und kommt nun auch wieder bei Obdachlosen in den USA vor.

Symptome und Beschwerden

Nach einer 14- bis 30-tägigen Inkubationszeit kommt es plötzlich zu Fünftagefieber, Schwäche, Schwindelanfällen, Kopfschmerzen (mit Schmerzen hinter den Augen), Bindehautrötung und schweren Rücken- und Beinschmerzen (Schienbein).

Das Fieber kann bis auf 40,5 °C ansteigen und über 5-6 Tage anhalten. In ca. der Hälfte der Fälle tritt das Fieber 1- bis 8-mal in 5- bis 6-tägigen Intervallen wieder auf.

Es kommt zu einem transienten makulären oder papulären Exanthem und gelegentlich auch einer Hepatomegalie und Splenomegalie. Endokarditis kann einige Fälle erschweren.

Rezidive sind häufig und kamen bis zu 10 Jahre nach der Erstinfektion vor.

Diagnose

  • Blutkulturen

  • Serologische Tests und PCR

An Fünftagefieber sollte bei Menschen gedacht werden, die in Verhältnissen leben, in denen Läuse häufig vorkommen.

Differenzialdiagnostisch sollte an eine Leptospirose, Typhus, Rückfallfieber und Malaria gedacht werden.

Der Erreger wird durch Blutkulturen identifiziert, obwohl das Wachstum eine ein- bis vierwöchige Bebrütung erforderlich machen kann. Die Krankheit ist während der Erstinfektion, während der Rezidive, während der asymptomatischen Stadien zwischen den Rezidiven und bei Patienten mit Endokarditis durch eine persistierende Bakteriämie gekennzeichnet.

Serologische Tests stehen zur Verfügung und können die Unterstützung für die Diagnose zur Verfügung stellen. Hohe Titer von IgG-Antikörpern sollten die Untersuchung auf Endokarditis zur Folge haben. Es können PCR-Tests von Blut oder Gewebeproben durchgeführt werden.

Therapie

  • Doxycyclin, ein Makrolid oder Ceftriaxon

Obwohl es meist innerhalb von 1–2 Monaten zur kompletten Remission kommt und eine Sterblichkeit nicht besteht, kann die Bakteriämie über Monate nach der klinischen Genesung anhalten und eine verlängerte (> 1 Monat) Therapie mit Doxyzyklin oder Makrolid erforderlich machen. Den Patienten wird Doxycyclin 100 mg p.o. 2-mal/Tag wird für 4 bis 6 Wochen verabreicht plus, wenn eine Endokarditis vermutet wird, Gentamicin 3 mg/kg/Tag i.v. für die ersten 2 Wochen.

Körperläuse müssen unter Kontrolle gebracht werden.

Patienten mit chronischer Bakteriämie sollten auf Anzeichen einer Endokarditis hin beobachtet werden.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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